Gottlob Kralik von Meyrswalden
Gottlob Kralik Ritter von Meyrswalden (* 22. Oktober 1878 in Eleonorenhain; † 6. April 1964 in Heilbronn) war ein böhmisch-deutscher Glasfabrikant aus der böhmischen Glasmacherdynastie Kralik von Meyrswalden.
Leben
Gottlob Kralik von Meyrswalden war der Sohn des Glasfabrikanten Heinrich Kralik von Meyrswalden und Enkel des Wilhelm Kralik von Meyrswalden. Gottlob Kralik zog 1910 mit seiner Familie nach Fürstenberg (Oder) und übernahm dort den Direktorenposten der Fürstenberger Glashütte J. Schreiber & Neffen, die sich auf Beleuchtungsglas spezialisiert hatte. Mit ihm siedelten viele böhmische Glasmacher nach Fürstenberg um. Mit der Produktion von böhmischem Glas auf deutschem Boden konnten die Zollschranken der damaligen Zeit zwischen Österreich und Deutschland überwunden werden. Die Artikel wurden weltweit vertrieben.
Nach einem Eigentümerwechsel kurz nach dem Ersten Weltkrieg verlor Gottlob Kralik von Meyrswalden den Direktorposten. Mit einem Teil der Belegschaft gründete Kralik in unmittelbarer Nähe 1922 seine eigene Unternehmung namens Fürstenberger Glashüttenwerke AG, im Volksmund zur Unterscheidung von der bisherigen Glashütte als „Neue Hütte“ bezeichnet. Infolge der Weltwirtschaftskrise von 1929 gerieten die Fürstenberger Glashüttenwerke in wirtschaftliche Schwierigkeiten und gingen 1932 wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung in Konkurs. Die Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG) ersteigerten am 17. März 1933 die Glasfabrik und deren umfangreiche Liegenschaften, nahmen aber die Produktion nicht wieder auf.
Familie
Gottlob heiratete am 7. September 1903 Klara Welz (* 31. Mai 1881 in Klostergrab bei Teplitz; † 9. Januar 1949 (Suizid) in Fürstenberg (Oder)). Klara und Gottlob Kralik hatten zwei gemeinsame Söhne, Josef und Hugo. Pate für Josef (* 3. März 1909 in Klostergrab; † 9. Mai 1994 in Eisenhüttenstadt) stand Josef-Leo Schreiber (1865–1950), Hauptaktionär der Schreiber-Glashütten. Josef studierte Ingenieurswissenschaften und heiratete 1939 Irmgard Noack (* 1918), die Tochter des Reedereivertreters der Ostreederei und der Tschechoslowakischen Oderschiff AG Paul Noack. Vom Dezember 1945 bis Ende 1950 übernahm Josef Kralik die Technische Leitung der Glasfabrik Fürstenberg (Oder). Aus politischen Gründen wurde er anschließend für vier Monate inhaftiert und später rehabilitiert. Er arbeitete dann im neu entstandenen Eisenhüttenkombinat Ost.<ref>Sabine Gäbel: Aus der Geschichte der Glashüttenwerke in Fürstenberg/Oder. Eisenhüttenstadt 2002, S. 77.</ref> Sein Bruder Hugo Kralik gilt seit 1944 als in Russland verschollen.<ref>Sabine Gäbel: Aus der Geschichte der Glashüttenwerke in Fürstenberg/Oder. Eisenhüttenstadt 2002, S. 76.</ref>
Literatur
- Sabine Gäbel: Aus der Geschichte der Glashüttenwerke in Fürstenberg/Oder. Eisenhüttenstadt 2002, S. 68–77.
- Sabine Gäbel: Die Unternehmerfamilie Kralik von Meyrswalden in Fürstenberg/Oder. In: Pressglas-Korrespondenz (2007-02) vom 9. Juli 2007, S. 314–317. (Digitalisat (pdf))
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kralik von Meyrswalden, Gottlob |
| ALTERNATIVNAMEN | Kralik Ritter von Meyrswalden, Gottlob (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | böhmisch-deutscher Glasfabrikant |
| GEBURTSDATUM | 22. Oktober 1878 |
| GEBURTSORT | Eleonorenhain |
| STERBEDATUM | 6. April 1964 |
| STERBEORT | Heilbronn |
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- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Kralik von Meyrswalden
- Unternehmer (Deutschland)
- Unternehmer (20. Jahrhundert)
- Unternehmer (Königreich Böhmen)
- Deutscher
- Geboren 1878
- Gestorben 1964
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