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Gottlob Egelhaaf

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Datei:Friedrich Berrer Portrait Gottlob Egelhaaf 1879 StadtA-HN-F001F-4055.jpg
Gottlob Egelhaaf (1879)

Albert Friedrich Gottlob Egelhaaf (* 1. März 1848 in Gerabronn, Württemberg; † 2. März 1934 in Stuttgart) war ein deutscher Historiker, Gymnasiallehrer und Politiker (Deutsche Partei, ab 1919 DVP) in Württemberg. Er war von 1920 bis 1926 Abgeordneter im Landtag des freien Volksstaates Württemberg.

Leben

Egelhaafs Vater Gottlob Friedrich Egelhaaf (1804–1891) war Ortsvorsteher und Oberamtspfleger in Gerabronn sowie Abgeordneter des württembergischen Landtags. Er selbst war nach einem Unfall im Jahr 1855 zeitlebens gehbehindert, seine Kindheit war von mehreren Schulwechseln und Sanatoriumsaufenthalten geprägt.<ref name="Kohnle">Armin Kohnle: Egelhaaf, Gottlob Albert Friedrich. In: Württembergische Biographien, Band 1 (2006), S. 54–55.</ref> Er besuchte zunächst das Progymnasium in Öhringen, bestand 1862 das Landesexamen und besuchte sodann von 1862 bis 1866 das evangelisch-theologische Seminar in Urach. Daran schloss sich von 1866 bis 1870 ein Studium der Geschichte und klassischen Philologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen an. Er war seit 1866 Mitglied der Verbindung Normannia Tübingen.<ref>Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 98.</ref>

Im Jahre 1870 wurde er in Tübingen zum Dr. phil. promoviert und war danach als Gymnasiallehrer tätig. Von 1870 bis 1874 unterrichtete er in Schwäbisch Hall, von 1876 bis 1885 in Heilbronn und von 1885 bis 1919 am Karls-Gymnasium in Stuttgart die Fächer Geschichte, alte Sprachen, Deutsch und (evangelische) Religion. Für den Schulgebrauch verfasste er die Lehrwerke Grundzüge der deutschen Literaturgeschichte (1881) und die dreibändigen Grundzüge der Geschichte (1885). Egelhaaf bewarb sich 1887 um die Nachfolge Alfred von Gutschmids auf der Professur für Alte Geschichte an der Universität Tübingen, seine Berufung scheiterte jedoch.<ref name="Kohnle"/>

Am Stuttgarter Karls-Gymnasium war er ab 1895 Rektor. Nach der Novemberrevolution 1918 geriet er wegen einer Schulfeier zum Geburtstag des gestürzten Kaisers und einer Broschüre über die Kriegsschuldfrage in Konflikt mit dem neuen sozialdemokratischen Kultusminister Berthold Heymann, weshalb Egelhaaf im März 1919 in den Ruhestand trat.<ref name="Kohnle"/> Im Nebenamt und noch nach seiner Pensionierung war er von 1900 bis 1925 Lehrbeauftragter für Geschichte und Kulturgeschichte an der Technischen Hochschule Stuttgart sowie zusätzlich von 1921 bis 1923 an der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim. Während und nach seinen Lehrtätigkeiten veröffentlichte Egelhaaf eine Vielzahl geschichtswissenschaftlicher Schriften.

Vereins- und Verbandstätigkeit

Egelhaaf war Mitglied der Württembergischen Kommission für Landesgeschichte und ab 1893 Mitglied des Ausschusses des Deutschen Historikertages. Ab 1885 gehörte er dem Württembergischen Geschichts- und Altertumsverein an und war von 1908 bis 1922 dessen Vorsitzender.

Tätigkeit für die evangelische Kirche

Ab 1894 war Egelhaaf Abgeordneter in der Landessynode und Landeskirchenversammlung der Evangelischen Kirche in Württemberg. Außerdem war er Mitglied des evangelischen Volksbundes.

Politik

Datei:Emil Stumpp Gottlob Egelhaaf.jpg
Porträtskizze Egelhaafs von Emil Stumpp in Köpfe in Schwaben (1926)

Gottlob Egelhaaf war ab etwa 1877 Mitglied in der Deutschen Partei, der württembergischen Entsprechung der Nationalliberalen Partei. Er war 1917 Gründungsmitglied der Vaterlandspartei in Württemberg, trat dann 1918 zunächst der Württembergischen Bürgerpartei bei (die der DNVP auf Reichsebene entsprach), ehe er schließlich 1919 Mitglied im württembergischen Landesverband der Deutschen Volkspartei (DVP) wurde.

Am 28. September 1919 übernahm er den Landesvorsitz der württembergischen DVP, den er aber nur bis zum 28. Februar 1920 behielt. Sein Nachfolger als Vorsitzender wurde Theodor Bickes. Gottlob Egelhaaf gehörte von Juni 1920 bis November 1926 dem Landtag des freien Volksstaates Württemberg als Abgeordneter an und leitete dort 1924 bis 1926 die DVP-Gruppe. Ab 1920 war er auch Alterspräsident des Landtags. Wegen eines schweren Schlaganfalls musste er sich aus der Politik zurückziehen.

Schriften (Auswahl)

  • Grundzüge der Geschichte (Teil 1–3). Reisland, Leipzig 1885 (Digitalisat)
  • Deutsche Geschichte im sechzehnten Jahrhundert bis zum Augsburger Religionsfrieden
  • Kaiser Wilhelm I, 1797-1888. (online, 3. Aufl. 1888).
  • Geschichte der neuesten Zeit, vom Frankfurter Frieden bis zur Gegenwart
    • Band 1 (8. Auflage 1920 online): Die bismarcksche Zeit: Vormachtstellung in Europa 1871-1890
    • Band 2 (online): Die nachbismarcksche Zeit: Verschiebung der Machtverhältnisse in Europa
  • Theobald Von Bethmann Hollweg. Der Fünfte Reichskanzler. 1916. (Digitalisat online).
  • Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts vom Wiener Kongress bis zum Frankfurter Frieden. 2 Bände, Krabbe, Stuttgart 1925

Literatur

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 1: A–E. Winter, Heidelberg 1996, ISBN 3-8253-0339-X, S. 235.
  • Hans Dieter Haller: Gottlob Egelhaaf (1848 bis 1934). In: Pegasus auf dem Land – Schriftsteller in Hohenlohe, Baier-Verlag 2006 (ISBN 978-3929233629), S. 70–75.
  • Armin Kohnle: Egelhaaf, Gottlob Albert Friedrich. In: Württembergische Biographien, Band 1 (2006), S. 54–55.
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Weblinks

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Einzelnachweise

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