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Gordon-Formel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Gordon-Formel ist eine Formel zur Berechnung des Barwertes einer Aktie oder Unternehmens bei steigenden Dividenden. Sie ist benannt nach Albert Hamilton Gordon (1901–2009).

Formel und Erläuterung

Die Gordon-Formel lautet:

<math>P_0 = G_1 \cdot \frac{1-b}{k - b \cdot r_E}</math>

Hierbei sind:

<math>P_0 </math>: subjektiver Ertragswert (Marktpreis, Kurswert) der Aktie in <math>t_0</math>; Ist der Aktienmarkt effizient, dann gilt: <math> P_0 = </math> Marktwert der Aktie in <math> t_0 = </math> Ertragswert aller zukünftigen Ausschüttungen = Marktwert. Der Preis bildet sich durch Erwartungen. Bei unvollkommenen (informationsineffizienten) Märkten weicht der Marktwert/Ertragswert vom Preis/Börsenkurs ab (Zeitablauf, Informationsfluss).
<math>G_1</math>: erwarteter Gewinn pro Aktie in <math>t_1</math>
<math>b</math>: Thesaurierungsquote
<math>1 - b</math>: Ausschüttungsquote
<math>G_1 \cdot (1 - b)</math>: Dividende in <math>t_1</math>
<math>k</math>: Marktzinssatz (der von der Aktionären erwartete Ertragssatz, der bei alternativen Finanz-Investitionen zu erzielen wäre)
<math>r_E</math>: erwartete Rendite aus der investiven Verwendung der einbehaltenen Gewinne <math>b \cdot G_1</math>

<math>b \cdot r_E</math>: Wachstumsrate für Gewinne, Dividenden und Kurs

  • Gewinn:
<math>G_1 = G_0 \cdot (1 + w)</math>
<math>w</math> = Wachstumsrate
<math>G_2 = G_0 \cdot (1 + w)^2</math> usw.
  • Dividende:
<math>D_1 = G_0\cdot (1 + w) \cdot (1 - b)</math>
<math>D_2 = G_0 \cdot (1 + w)^2 \cdot (1 - b)</math> usw.

Unterstellt wird eine konstante künftige Ergebnissituation. Dadurch lässt sich der Aktienwert als unendliche Rente ausrechnen. Im Falle einer Wachstumsrate, die über den Kapitalkosten liegt, weist die mathematische Ungültigkeit der Gordon-Formel jedoch auf die ökonomische Unsinnigkeit hin: Ein Unternehmen kann nicht dauert eine Wachstumsrate erzielen, die höher ist, als die Wachstumsrate der Wirtschaft insgesamt.<ref>Dinstuhl, Volkmar. Konzernbezogene Unternehmensbewertung: DCF-orientierte Konzern- und Segmentbewertung unter Berücksichtigung der Besteuerung. Springer-Verlag, 2003. S. 119</ref> Aus der Gordon-Formel lassen sich beispielsweise eine implizite Wachstumsrate sowie die implizite Eigenkapitalverzinsung ableiten.<ref>Peter Hasler: Aktien richtig bewerten: Theoretische Grundlagen praktisch erklärt. Springer Gabler. 2012. ISBN 978-3642320774. S. 120.</ref>

Einzelnachweise

<references/>

Literatur

  • Gordon, Myron J., and Eli Shapiro. "Capital equipment analysis: the required rate of profit." Management science 3.1 (1956): 102-110.
  • Gordon, Myron J. "Dividends, earnings, and stock prices." The review of economics and statistics (1959): 99-105.
  • Lergenmüller, Nico. "Das Gordon-Growth-Modell und das ihm zugrundeliegende Unternehmensbild." (2003).