Gold-Kälberkropf
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| Gold-Kälberkropf | ||||||||||||
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| Datei:Chaerophyllum aureum plant (02).jpg
Gold-Kälberkropf (Chaerophyllum aureum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Chaerophyllum aureum | ||||||||||||
| L. |
Der Gold-Kälberkropf<ref name="FloraWeb" /> (Chaerophyllum aureum), auch Goldfrüchtiger Kälberkropf genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kälberkröpfe (Chaerophyllum) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Gold-Kälberkropf ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 80 bis 120<ref name="FloraWeb" /> (60 bis 130) Zentimetern erreicht.
Der aufrechte Stängel ist im unteren Bereich kantig gefurcht, oben etwas gerillt, kurz fein flaumig bis zottig, und meist mit langen steifen Trichomen borstig behaart, bisweilen ist er auch ganz kahl, rotfleckig oder im unteren Teil ganz rot überlaufen und unter den Knoten (Nodien) etwas verdickt.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Thellung1965" />
Von den wechselstängig am Stängel angeordneten Laubblättern sind die unteren sind gestielt und die oberen auf der Blattscheide sitzend. Die relativ weichen Blattspreiten sind drei- bis vierfach fiederschnittig und behaart.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Thellung1965" /> Die Blattabschnitte 1. Ordnung sind im Umriss dreieckig-eiförmig und zugespitzt. Die Blattabschnitte letzter Ordnung sind lanzettlich bis sichelförmig und besitzen aufwärts gekrümmte, weißspitzige Sägezähne. Diese Sägezähne sind am Rand fast immer anliegend gewimpert.<ref name="Thellung1965" /> Der Endabschnitt der Grundblätter ist lang-zugespitzt.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Oberdorfer2001" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Vielen Blüten stehen in einem doppeldoldigen Blütenstand zusammen. Die Dolde ist groß und 10- bis 15-strahlig und ist vor dem Blühen nicht überhängend.<ref name="Thellung1965" /> Die Hülle fehlt oder ist ein- bis zweiblättrig vorhanden.<ref name="FloraWeb" /> Es sind fünf bis zehn Hüllchenblätter vorhanden; sie sind lanzettlich, etwa so lang wie die Döldchenstrahlen, sehr schmal hautrandig und bewimpert<ref name="FloraWeb" /> bis behaart. Sie sind zur Blütezeit etwa so lang wie die Döldchen und zuletzt zurückgeschlagen.<ref name="Thellung1965" />
Bei dieser Art können sowohl Zwitterblüten als auch rein männliche Blüten auf demselben Pflanzenexemplar auftreten. Es gibt auch Pflanzenexemplare, bei denen ausschließlich Zwitterblüten vorkommen. Die weißen, kahlen Kronblätter sind bei einer Länge von bis zu 2 Millimetern breit-verkehrt-eiförmig und tief sowie schmal ausgerandet.<ref name="Thellung1965" /> Die äußeren Kronblätter sind etwas größer als die anderen. Die Kronblätter sind am Grund plötzlich in einen kurzen Nagel zusammengezogen;<ref name="Thellung1965" /> sie haben in der Ausrandung ein lanzettlich-pfriemliches Läppchen, das etwa ein Drittel der Länge des Kronblatts erreicht.<ref name="Thellung1965" /> Die spreizenden Griffeläste sind etwa zweimal so lang wie das Griffelpolster und zuletzt waagerecht bis zurückgebogen.<ref name="FloraWeb" />
Die gelb-braune Doppelachäne ist mit einer Länge von 6 bis, meist 8 bis 12 Millimetern<ref name="FloraWeb" /><ref name="Thellung1965" /> länger als der Fruchtstiel, länglich und etwas bauchig und riecht gewürzartig bis fruchtig. Der Fruchthalter ist am oberen Ende kurz zweispaltig.<ref name="Thellung1965" />
Chromosomensatz
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 22 vor.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Oberdorfer2001" />
Ähnliche Arten
Der Gold-Kälberkropf ähnelt im Habitus dem Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris). Von diesem ist er aber eindeutig an dem rot gefleckten Stängel sowie im Fruchtbau zu unterscheiden.
Ökologie
Beim Gold-Kälberkropf handelt es sich um einen Hemikryptophyten. Der Gold-Kälberkropf ist als Dunkel-Frostkeimer anzusehen.<ref name="Thellung1965" /> Er wird durch Insekten bestäubt.<ref name="Oberdorfer2001" />
Pilzarten, die auf dem Gold-Kälberkropf vorkommen sind Puccinia chaerophylli, Erysibe polygoni, Phyllachora morthieri und Pyrenopeziza chailletii.<ref name="Thellung1965" />
Vorkommen und Gefährdung
Der Gold-Kälberkropf ist in Süd-, Mittel- und Osteuropa verbreitet und kommt von Spanien bis Südrussland und vom Kaukasusraum bis zum Iran vor.<ref name="GRIN" /> In Belgien, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland ist er ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" /> Er ist ein präalpin-(submediterranes) Florenelement.
Der Gold-Kälberkropf kommt in Mitteleuropa zerstreut vor. Er kommt in Deutschland zerstreut in der Mitte und im Süden des Gebiets vor. In Deutschland und in der Schweiz ist der Gold-Kälberkropf nicht gefährdet.<ref name="InfoFlora" /> Im österreichischen Bundesland Burgenland gilt er als „ausgestorben“; in Wien ist er nur unbeständig oder lokal eingebürgert anzutreffen. Die Vorkommen in den weiteren österreichischen Bundesländern sind häufig bis selten. Der Gold-Kälberkropf wird im östlichen und südöstlichen Alpenvorland als „gefährdet“ betrachtet.<ref name="ExkursionsfloraA2008" />
Chaerophyllum aureum kommt in Mitteleuropa in frischen bis mäßig feuchten Unkrautfluren, Säumen sowie an Ruderalstellen vor. Er gedeiht in Mitteleuropa auf frischen, nährstoff- und basenreichen, vorzugsweise kalkhaltigen, mild bis mäßig sauren, lockeren, humosen Ton- und Lehmböden.<ref name="Oberdorfer2001" /> Der Gold-Kälberkropf ist Stickstoffzeiger und gedeiht meist in der montanen Höhenstufe. Chaerophyllum aureum gilt in Mitteleuropa pflanzensoziologisch als Charakterart des Chaerophylletum aurei aus dem Verband Aegopodion podagrariae.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er steigt in den Allgäuer Alpen am Nordostgrat des Fellhorn bis zu einer Höhenlage von 1950 Meter auf<ref name="Dörr-Lippert2004" />. Im Kanton Wallis erreicht er Höhenlagen von 1800 Metern und im Aostatal 2000 Meter.<ref name="Thellung1965" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Chaerophyllum aureum erfolgte 1762 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2. Auflage, S. 370.<ref name="SpPla"/><ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton aureum bedeutet „gold-gelb“. Synonyme für Chaerophyllum aureum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind Bellia aurata <templatestyles src="Person/styles.css" />Bubani nom. illeg., Chaerophyllum hybridum <templatestyles src="Person/styles.css" />Ten., Chaerophyllum maculatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Chaerophyllum monogonum <templatestyles src="Person/styles.css" />Kit. ex <templatestyles src="Person/styles.css" />Link, Chaerophyllum temuloides <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss., Chaerophyllum trapezuntinum <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss., Croaspila aurea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Raf., Golenkinianthe gilanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(S.G.Gmel.) Koso-Pol. und Scandix gilanica <templatestyles src="Person/styles.css" />S.G.Gmel.<ref name="Euro+Med" />
Nutzung
Die aromatisch riechenden und ziemlich nährstoffreichen jungen oberirdischen Pflanzenteile fressen Kühe gern.<ref name="Thellung1965" /> Im Lötschental im Kanton Wallis wird der Gold-Kälberkropf mit der Sichel geschnitten und unter den Vordächern der Scheunen und Wohnhäuser für das Vieh getrocknet.<ref name="Thellung1965" />
Trivialnamen
Für die Region Württemberg bei Rottweil ist als Trivialname auch die Bezeichnung Kälberkern belegt.<ref name="Pritzel1882" />
Quellen
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Chaerophyllum aureum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Chaerophyllum aureum L., Gold-Kälberkropf. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="ExkursionsfloraA2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="SpPla"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1. Lars Salvius, Stockholm 1762, S. 370 (Digitalisat). </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 89. (eingescannt). </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Familie Umbelliferae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2, Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 1003–1006. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 263. </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand: Apiaceae, Details for: Chaerophyllum aureum. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem, Januar 2011, abgerufen am 11. März 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>
Weblinks
- Vorlage:BIB
- Gold-Kälberkropf. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Datenblatt mit Fotos bei Blumen in Schwaben.
- Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos.