Zum Inhalt springen

Gniewkowo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Ort in Polen

Gniewkowo [[[:Vorlage:IPA]]] (Vorlage:DeS 1879–1920 und 1939–1945 Argenau, früher Gniwkowo und Gniewkowo, historisch auch Knipig<ref>http://biblio.unibe.ch/web-apps/maps/zoomify.php?pic=Ryh_6102_1_A.jpg&col=ryh</ref>) ist eine Stadt im Powiat Inowrocławski (Hohensalzaer Kreis) der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 14.600 Einwohnern.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in der historischen Region Posen, etwa 21 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Solec Kujawski (Schulitz) an der Weichsel und 14 Kilometer nordöstlich der Stadt Inowrocław (Hohensalza).

Geschichte

Datei:Gniewkowo. Kościół św. Mikołaja (XIV w.) 5.jpg
Nikolaikirche
Datei:Gniewkowo church.jpg
Herz-Jesu-Kirche
Datei:SM Gniewkowo ratusz (1) ID 739463.jpg
Rathaus
Datei:Gniewkowo synagoga 01.jpg
Synagoge in Argenau
Datei:Posen 1905.png
Argenau, südöstlich von Bromberg und südwestlich der Stadt Thorn, auf einer Landkarte von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Der Ort wird schon 1185 urkundlich erwähnt und war Residenz der Herzöge von Kujawien.<ref name="MKL" /> Historiker nehmen an, dass Gniewkowo im Jahre 1268 die Stadtrechte erhalten hat. Im Jahre 1287 wurde das Herzogtum Kujawien mit Sitz in Inowrazlaw unter den drei Söhnen des Herzogs geteilt; der jüngste Kasimir III. von Kujawien wurde zum Herzog eines Herzogtums Gniewkowo. Im Jahre 1322 wurde dieses Herzogtum vom Kreuzritterorden besetzt, im Jahre 1343 zurückgegeben.

Im 16. Jahrhundert erfolgten einige Brandkatastrophen, besonders verheerend war die im Jahre 1582.

1772 bis 1807 und ab 1815 gehörte der Ort zu Preußen. Argenau hatte am Anfang des 20. Jahrhunderts zwei evangelische und eine katholische Kirche, eine Synagoge, eine Oberförsterei, eine Maschinenbauanstalt, Holzsägewerke und eine Ziegelei.<ref name="MKL" />

Bis 1919 gehörte Argenau zum Kreis Hohensalza im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen im Deutschen Reich.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Stadt aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors durch preußisches Reichsgebiet am 17. Januar 1920 an Polen abgetreten werden. Nach dem Überfall auf Polen 1939 wurde das entnommene Territorium völkerrechtswidrig in das Reichsgebiet eingegliedert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet mit der Stadt von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1921
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1783 Vorlage:0377 größtenteils Polen<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 92, Ziffer 3 (Google Books)</ref>
1788 Vorlage:0497 in 75 Häusern<ref>August Karl von Holsche: Der Netzedistrikt, ein Beytrag zur Länder- und Völkerkunde mit statistischen Nachrichten. Königsberg 1793, S. 114, Ziffer 4 (Google Books).</ref>
1816 Vorlage:0592 darunter 59 Evangelische und 45 Juden<ref name="Wuttke">Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 316–318.</ref><ref>Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 2: G–Ko. Halle 1821, S. 45, Ziffer 1601 (Google Books).</ref>
1826 Vorlage:0900 in 88 Häusern<ref>Leopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III. Band 2, Berlin 1828, S. 118, Ziffer 4 (Google Books)</ref>
1837 Vorlage:0952 <ref name="Wuttke" />
1843 1225 <ref name="Wuttke" />
1861 1387 <ref name="Wuttke" />
1875 1847 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1880 2229 <ref name="MR" />
1890 2614 <ref name="MR" />
1900 3129 meist katholische Einwohner<ref name="MKL">Lexikoneintrag zu Argenau, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 1, Leipzig/Wien 1905, S. 740 (Zeno.org).</ref>
1910 3451 am 1. Dezember, davon 1469 mit deutscher Muttersprache (1301 Evangelische, 80 Katholiken und 88 Juden) und 1978 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken)<ref name=KPStL >Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft V: Regierungsbezirk Bromberg, 6. Kreis Hohensalza, S. 20–21, Ziffer 2 (Google Books).</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Gemeinde

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Gniewkowo gehören die Stadt und 22 Dörfer mit Schulzenämtern. Vorlage:Hauptartikel

Baudenkmale

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Die wichtigsten Industriebetriebe der Gemeinde sind:

Bildung

In der Stadt befinden sich eine Grundschule (Szkoła Podstawowa), eine Berufsschule (Zasadnicza Szkoła Zawodowa) und eine Sekundarschule (Gimnazjum nr.1 im. Ziemi Kujawskiej).

Persönlichkeiten

Literatur

  • Argenau, Kreis Hohensalza, Provinz Posen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Argenau (meyersgaz.org).
  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 316–318.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 92, Nr. 3.).

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Fußnoten

<references />

Vorlage:Normdaten