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Gleislose Bahn Pirano–Portorose

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Gleislose Bahn Pirano–Portorose
Datei:Razglednica Pirana 1911 (2).jpg
Zwei Triebwagen auf der Piazza Tartini in Pirano
Zwei Triebwagen auf der Piazza Tartini in Pirano
Streckenlänge:5,2 km
Stromsystem:500 Volt =

Die Gleislose Bahn Pirano–Portorose war ein Oberleitungsbusbetrieb in Istrien, der die Küsten-Orte an der seinerzeitigen Österreichischen Riviera erschloss. Die Strecke begann an der Piazza Tartini (Tartini-Platz) in Pirano (slowenisch: Piran) und führte am Adria-Ufer nach Portorose (slowenisch: Portorož). Am dortigen Bahnhof bestand ein direkter Anschluss zur Lokalbahn Triest–Parenzo.<ref>ANNO, (Neuigkeits) Welt Blatt, 1913-09-26, Seite 9. Abgerufen am 25. Dezember 2021.</ref> Damit bestand für Bahnreisende eine direkte Umsteigeverbindung von Pirano nach Triest. Der 1909 eröffnete Betrieb wurde 1912 zur Straßenbahn Pirano–Portorose umgebaut.

Die Gleislose Bahn Pirano–Portorose war einer der ersten Oberleitungsbus-Betriebe Österreichs. Neben dem Oberleitungsbus Ljubljana (1952 bis 1971) war er einer von zwei Betrieben auf dem heutigen Staatsgebiet von Slowenien.

Geschichte

Datei:Filovia Pirano-Portorose Testfahrt in Wurzen.jpg
Einer der Wagen für Pirano–Portorose auf Testfahrt bei der Industriebahn Wurzen am Sitz des Herstellers

Erbaut wurde die mit 500 Volt Gleichstrom betriebene Gleislose Bahn Pirano–Portorose nach dem sogenannten System Schiemann, entwickelt vom sächsischen Unternehmen Gesellschaft für gleislose Bahnen Max Schiemann & Co. aus Wurzen. Konzessionsinhaber waren die Vereinigten Gaswerke Augsburg A.G.<ref name="Harak S. 219">Martin Harák: Straßenbahnen der k.u.k. Donaumonarchie, S. 219</ref>, die auch Betreiber des örtlichen Gas- und Elektrizitätswerks waren. Die Fahrzeuge, drei Motorwagen und drei Beiwagen<ref>Eisenbahn und Industrie, 5/1909, S. 67 [1]</ref>, wurden von der Daimler-Motoren-Gesellschaft hergestellt.

Als Besonderheit verfügten die Fahrzeuge des Systems Schiemann nur über eine Stromabnehmerstange an der beide Stromabnehmerköpfe montiert waren, anstelle der üblichen zwei Stangen. Dies war möglich, weil die beiden Drähte der Oberleitung bei diesem Einstangenkontaktsystem in einem Abstand von mindestens 15 Zentimetern zueinander angeordnet werden konnten und damit deutlich näher zueinander standen als bei anderen Oberleitungsbus-Systemen. Bei der Gleislosen Bahn Pirano–Portorose betrug der Abstand der Fahrdrähte 35 Zentimeter.<ref name="Harak S. 219" />

Die Gleislose Bahn Pirano–Portorose wurde durch die am 20. Juli 1912 eröffnete Straßenbahn Pirano–Portorose in Bosnischer Spur (760 mm) ersetzt. Diese verkehrte bis zum 31. August 1953.

Fahrbetriebsmittel

Fahrzeuge der Gleislosen Bahn Pirano–Portorose
Nr. Baujahr Typ Hersteller Anmerkung
1–2 1909 Beiwagen Schiemann, Wurzen
3–5 1909 Motorwagen Schiemann, Wurzen 1910 in Beiwagen 8 und 9 umgebaut
6–7 1910 Motorwagen Schiemann, Wurzen
8–9 1910 Beiwagen - Umbau aus Motorwagen 3–5

Siehe auch

Literatur

  • Roman Hans Gröger: Entlang der Rosenbucht – mit der Straßenbahn von Portorož nach Piran. Verlag Berger, Horn 2016, ISBN 978-3-85028-772-2.
  • Martin Harák: Straßenbahnen der k.u.k. Donaumonarchie. bahnmedien.at, Wien 2015, ISBN 978-3-9503304-9-6.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />