Glanis
Glanis („glänzender, leuchtender Edelstein“?) ist der gallo-römische Stadtgott von Glanum (Saint-Rémy-de-Provence im Département Bouches-du-Rhône). Er ist auch der Schutzherr der heiligen Quelle, neben der das Heiligtum erbaut wurde. Die Stadt selbst wurde von Kelto-Ligurern erbaut, Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. hellenisiert<ref name="BMa">Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5, S. 144</ref> und bekam im 1. Jahrhundert v. Chr. eine römische Garnison, die den Ort nach der dort verehrten Gottheit benannte. Das Heiligtum stammt allerdings schon aus dem 6.–4. Jahrhundert v. Chr.<ref name="BMa"/> und wurde von den Römern weiterhin verwendet und erst gegen 270 n. Chr. aufgegeben<ref name="BMa"/>.
Die drei Muttergottheiten Matres Glanicae (gallische Inschrift: ματρεβο γλανειχαβο) wurden dort gemeinsam mit Glanis verehrt. Eine auf sie bezogene Weiheinschrift rokloisiabo („die Erhörenden“?) ist ebenfalls aufgefunden worden.<ref>Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3, S. 514 f.</ref> Im Tempel wurden Nischen mit darin aufbewahrten Schädeln (têtes coupées) gefunden.<ref>Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3, S. 774.</ref>
Siehe auch
Literatur
- Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3.
- Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur (= Kröners Taschenausgabe. Band 466). Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5.
Einzelnachweise
<references/>