Glänzende Edelraute
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| Glänzende Edelraute | ||||||||||||
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| Datei:Artemisia nitida DSCF4716.JPG
Glänzende Edelraute (Artemisia nitida) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Artemisia nitida | ||||||||||||
| Bertol. |
Die Glänzende Edelraute (Artemisia nitida), auch Glanzraute genannt<ref name="ExkursionsfloraA2008" />, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Artemisia innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae oder früher Compositae). Das Verbreitungsgebiet sind die Südalpen.
Beschreibung
Erscheinungsbild und Laubblatt
Die Glänzende Edelraute wächst als rasige, ausdauernde krautige Pflanze mit Wuchshöhen bis zu 40 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind weißlich oder silbrig seidig, dicht anliegend behaart (Indument). Sie duftet aromatisch. Die Stängel sind meist aufsteigend und einfach.<ref name="Hegi1987" />
Die wechselständigen Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die dreifach fiederschnittige Blattspreite besitzt bei einer Breite von etwa 0,5 Millimetern<ref name="Hegi1987" /> linealische Blattabschnitte mit spitzem oberen Ende. Nur die obersten Stängelblätter sind einfach fiederteilig.<ref name="Hegi1987" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich von August bis September.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Der recht lockere, ährige Gesamtblütenstand enthält körbchenförmigen Teilblütenstände, wovon die unteren gestielt und die im oberen Bereich sitzend sind. Die bei einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimetern halbkugelförmigen Körbchen sind bei vollentwickelten Blüten nickend. Die unteren Tragblätter sind den Stängelblättern ähnlich; die oberen Tragblätter sind dagegen meist einfach gestaltet. Die anliegenden und eiförmigen Hüllblätter mit angepressten Haaren besitzen einen dunklen Rand. Der dicht und kurz behaarte Körbchenboden besitzt keine Spreublätter.
Es sind nur Röhrenblüten vorhanden. In einem Blütenkörbchen stehen etwa 15 Röhrenblüten<ref name="Hegi1987" /> zusammen und alle sind fertil. Die äußeren Röhrenblüten sind weiblich und in geringerer Zahl vorhanden als die innenliegenden zwittrigen Blüten. Die fünf Kronblätter sind gelb und die Kronzipfel sind dicht behaart. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Es sind zwei Narbenäste vorhanden.
Die kahlen Achänen besitzen keinen Pappus.
Chromosomensatz
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 54.<ref name="IPCN" />
Vorkommen, Gefährdung und Schutz
Die Glänzende Edelraute kommt nur in den Südalpen in Österreich, Italien und in Slowenien vor.<ref name="Euro+Med" />
Die Glänzende Edelraute besiedelt Felsspalten und Felsrasen der (selten obermontanen bis) subalpinen und alpinen Höhenstufe in Höhenlagen von 1200 bis 2000 Metern besonders auf kalkhaltigem Grund.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Ausnahmsweise wird auch die Höhenlage von 2400 Meter erreicht.<ref name="Hegi1987" />
In Österreich und dem italienischen Südtirol ist die Glänzende Edelraute sehr selten; die österreichischen Bestände sind auf das südwestliche Kärnten beschränkt und werden als „potentiell gefährdet“ eingestuft.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Die Vorkommen in Südtirol werden in der Roten Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Südtirols als „gefährdet“ beurteilt<ref name="RLSTirol" /> und legistisch im Landesgesetz Nr. 6 durch die Aufnahme in das Verzeichnis der vollkommen geschützten Pflanzenarten unter Schutz gestellt<ref name="LGSTirol" />.
Taxonomie
Artemisia nitida wurde 1832 durch Antonio Bertoloni in Mantissa Plantarum Florae Alpium Apuanarum, Seite 53 erstbeschrieben.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Artemisia nitida <templatestyles src="Person/styles.css" />Bertol. sind Artemisia portae <templatestyles src="Person/styles.css" />Huter und Artemisia nitida subsp. elegantissima <templatestyles src="Person/styles.css" />Giacom. & Pignatti.<ref name="Euro+Med" />
Trivialnamen
Trivialnamen sind in Slowenien „bleščeči pelin“, in Südtirol auf Ladinisch „Ierba dala nividia lucënta“,<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> in Italien „Assenzio lucido“ und in Frankreich „Armoise luisante“.<ref name="alparc" />
Quellen
Literatur
- Walter Gutermann: Artemisia In: (Abschnitt Beschreibung)
Einzelnachweise
<references> <ref name="Tropicos"> Artemisia nitida bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Artemisia nitida bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="ExkursionsfloraA2008"> </ref> <ref name="alparc"> Flora – Wörterbuch. Edelraute. In: Die Alpinen Schutzgebiete – Gemeinsam für die Alpen. Das Netzwerk ALPARC, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. März 2016; abgerufen am 26. Dezember 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. </ref> <ref name="Euro+Med"> Details for: Artemisia nitida. In: The Euro+Med Plantbase Project. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem, 1. Januar 2011, abgerufen am 17. Februar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="RLSTirol"> Thomas Wilhalm, Andreas Hilpold: Rote Liste der gefährdeten Gefäßpflanzen Südtirols. In: Naturmuseum Südtirol (Hrsg.): Gredleriana. Band 6, 2006, ISSN 1593-5205, S. 115–198 (naturmuseum.it [PDF; 1,3 MB]). </ref> <ref name="LGSTirol"> Geschützte Pflanzen. Blütenpflanzen (Angiospermae). In: Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Südtirols. Autonome Provinz Bozen – Südtirol – Abteilung Natur und Landschaft, abgerufen am 26. Dezember 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 650, 1367. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> </references>
Weblinks
- Glanz-Edelraute / Glänzende Edelraute / Glanzraute. In: Botanik im Bild/Flora von Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Das Naturhistorische Museum Wien, abgerufen am 27. Dezember 2011 (In Österreich und angrenzenden Gebieten heimische Pflanzenarten – hier nur Bild-Datenbank, sonst mit Kurzbeschreibung).