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Gewimpertes Kreuzlabkraut

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Gewimpertes Kreuzlabkraut
Datei:CruciataLaevipes.jpg

Cruciata laevipes

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Gattung: Kreuzlabkräuter (Cruciata)
Art: Gewimpertes Kreuzlabkraut
Wissenschaftlicher Name
Cruciata laevipes
Opiz

Das Gewimperte Kreuzlabkraut (Cruciata laevipes),<ref name="FloraWeb" /> auch Gewöhnliches Kreuzlabkraut und Wiesen-Kreuzlabkraut<ref name="Fischadler2008"/> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Beschreibung

Datei:Cruciata sp Sturm49.jpg
Illustration aus Sturm

Vegetative Merkmale

Datei:Cruciata laevipes IP0405095.jpg
Blütenstand

Das Gewimperte Kreuzlabkraut ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 15 bis 30, selten bis zu 50 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /> Der vierkantige Stängel weist eine abstehende, steife Behaarung auf.<ref name="FloraWeb" /> Die jeweils zu viert in einem Quirl sitzenden Blätter sind oval bis elliptisch und dreinervig.<ref name="FloraWeb" /> An der Spitze der Sprossachse liegen die Blattquirle enger zusammen, sonst herrschen größere unbeblätterte Stängelabschnitte zwischen den Wirteln vor.

Generative Merkmale

Die kleinen Blüten befinden sich zu drei bis neun Stück in blattachselständigen Quirlen jeweils oberhalb an den Blattwirteln.<ref name="FloraWeb" /> Im Gegensatz zu der zweiten heimischen Kreuzlabkraut-Art werden zur Blütezeit im April bis Juni auch Hochblätter an den Blütenständen ausgebildet. Diese Pflanzenart fällt dem Betrachter vor allem dadurch ins Auge, dass nicht nur die Blüten, sondern auch die Blätter einen gelblichen bis gelbgrünen Farbton zeigen. Die Blütenstiele sind behaart.<ref name="FloraWeb" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Als mesomorphger Hemikryptophyt<ref name="FloraWeb" /> weist das Gewimperte Kreuzlabkraut Überwinterungsknospen nahe der Erdoberfläche auf und seine oberirdischen Sprossteile sterben im Herbst ab.<ref name="Düll2011" />

Zwittrige und rein männliche Blüten stehen auf demselben Pflanzenexemplar, sie ist also andromonözisch. Blütenökologisch handelt es sich um eine Bienenblume. Die Blüten duften nach Honig. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni.<ref name="Düll2011" />

Die kahle und glatte Frucht erfährt wohl eine Schwimm- und Rollausbreitung.<ref name="Düll2011" />

Vorkommen

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis zum Iran und dem westlichen Himalaja.<ref name="POWO" /> Als Neophyt kommt die Art in Irland, im Baltikum, in New York und in Kolumbien vor.<ref name="POWO" /> Das Gesamtareal der Art wird als submediterran-eurasiatisch charakterisiert. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil am Südhang des Heubergs bei Häselgehr bis zu einer Höhenlage von 1700 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />

Im mittleren und südlichen Deutschland ist das Gewimperte Kreuzlabkraut recht verbreitet, in Norddeutschland dagegen seltener. Hier konzentriert sich Cruciata laevipes auf die Flusstäler von Elbe, Oder und Weser; sonst kann sie über weite Strecken fehlen. Im nordwestdeutschen Tiefland wird das Gewimperte Kreuzlabkraut als regional gefährdet eingestuft.

Das Gewimperte Kreuzlabkraut wächst in frischen, mäßig nährstoffreichen Gras- und Staudensäumen (beispielsweise an Grabenrändern), an Gebüschen und in lichten Laubwäldern. Es gilt als anspruchsvoll in seinen Standortansprüchen. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Urtico-Cruciatetum aus dem Aegopodion-Verband, kommt aber auch in Prunetalia- oder Fagetalia-Gesellschaften vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig näöhrstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Cruciata laevipes erfolgte 1852 durch Philipp Maximilian Opiz in Seznam rostlin květeny české Seite 34. Synonyme sind Valantia cruciata <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Galium cruciata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Scop., Rubia cruciata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Baill.

Man kann zwei Unterarten unterscheiden:<ref name="POWO" />

  • Cruciata laevipes subsp. laevipes: Sie kommt von Europa bis zum Iran vor.
  • Cruciata laevipes subsp. sajanensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Stepanov: Sie wurde 2022 erstbeschrieben und kommt in der Region Krasnojarsk vor.<ref name="POWO" />

Die Gattung Cruciata umfasst zehn Arten; davon kommen drei in Mitteleuropa vor: Cruciata laevipes, Cruciata glabra und Cruciata pedemontana. Die nächst verwandte Gattung sind die Labkräuter (Galium).

Literatur

  • E. Garve: Rote Liste und Florenliste der Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen. – Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 1/2004.
  • Henning Haeupler, Peter Schönfelder: Atlas der Farn- und Blütenpflanzen der Bundesrepublik Deutschland. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 1988, ISBN 3-8001-3434-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Düll2011"> </ref> <ref name="Fischadler2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 504.</ref> <ref name="POWO">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="FloraWeb"> Cruciata laevipes Opiz, Gewimpertes Kreuzlabkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora">Cruciata laevipes Opiz In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks