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Gewürz-Kälberkropf

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Gewürz-Kälberkropf
Datei:Chaerophyllum aromaticum kz4.JPG

Gewürz-Kälberkropf (Chaerophyllum aromaticum)

Systematik
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Scandiceae
Untertribus: Scandicinae
Gattung: Kälberkröpfe (Chaerophyllum)
Art: Gewürz-Kälberkropf
Wissenschaftlicher Name
Chaerophyllum aromaticum
L.

Der Gewürz-Kälberkropf (Chaerophyllum aromaticum), auch Aromatischer Kälberkropf<ref name="FloraWeb" /> oder Duft-Kälberkropf<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kälberkröpfe (Chaeriophallum) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Beschreibung

Datei:Chaerophyllum aromaticum sl11.jpg
Döldchen
Datei:Chaerophyllum aromaticum sl13.jpg
Blüten
Datei:Chaerophyllum aromaticum kz1.JPG
Fruchtstand mit Früchten
Datei:Chaerophyllum aromaticum OB10.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand

Vegetative Merkmale

Der Gewürz-Kälberkropf ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 2 Metern. Die Pflanzenteile riechen würzig.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Sie besitzt eine lange, kriechende Wurzel. Die aufrechten, kräftigen, verzweigten Stängel sind mit weißen, rückwärts gerichteten Trichomen borstig behaart.<ref name="FoC" />

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel, Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die unteren Laubblätter sind lang gestielt, die oberen sind kleiner und weniger zerteilt und sitzen auf der länglichen, breit hautrandigen Blattscheide, die an der Mündung oft bärtig gewimpert ist.<ref name="Thellung1965" /> Die Blattspreiten sind meist zweifach gefiedert. Die Blättchen sind bei einer Länge von 4 bis 10 Zentimetern lang lanzettlich bis eiförmig und neben dem keilförmig verschmälertem Spreitengrund kahl oder schwach flaumig und weiß behaart. Das obere Ende der Blättchen ist spitz und bei den oberen Blättchen meist lang zugespitzt. Der Rand der Blättchen ist fein und gleichmäßig doppelt gesägt. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August.<ref name="Thellung1965" /> In einem doppeldoldigen Blütenstand befinden sich 12 bis 20 Strahlen.<ref name="Thellung1965" /> Die zurückgekrümmten Hüllblättchen sind bewimpert.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Die Blütenstiele laufen strahlig auseinander und verdicken sich kaum bei Fruchtbildung. Die Döldchen enthalten viele Blüten.

Die mit Ausnahme des Gynoeceums fünfzähligen Blüten sind unscheinbar und besitzen keine Kelchblätter. Die fünf freien, weißen Kronblätter sind ausgerandet, zweilappig, zurückgebogen, nicht bewimpert und etwa 1 Millimeter lang.<ref name="Thellung1965" /> Es ist nur ein Kreis mit fünf freien Staubblättern vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Zwei Griffel sitzen auf dem flach konischen Griffelpolster.

Die Fruchtstiele sind gekrümmt. Die gelb-braunen Doppelachänen sind bei einer Länge von 8 bis 13 Millimetern und einer maximalen Dicke von 3 Millimetern schmal eiförmig-länglich und seitlich leicht abgeflacht; sie besitzen breite und rundliche, mit je einem Ölstriemen versehene Rippen.<ref name="Thellung1965" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" />

Ökologie

Der Gewürz-Kälberkropf ist Wirtspflanze für die Pilzarten Diplonaevia chaerophylli, Erysibe polygoni, Pezizella saxonica, Caeomia aegopodi und Puccinia chaerophylli.<ref name="Thellung1965" />

Vorkommen

Der Gewürz-Kälberkropf ist in Mitteleuropa, in Osteuropa, im nördlichen Italien, auf der Balkanhalbinsel, in der Türkei und in Georgien verbreitet.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" /> In Großbritannien, Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland ist der Gewürz-Kälberkropf ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" /> In Slowenien fehlt der Gewürz-Kälberkropf.<ref name="Euro+Med" />

Der Gewürz-Kälberkropf besiedelt feuchte Habitate wie Bachauen, Ufergehölze oder schattig-feuchte Wälder.<ref name="ExkursionsfloraA2008" /> Er gedeiht auf nährstoffreichen, meist kalkarmen Lehmböden.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er ist eine Charakterart des Chaerophylletum aromatici aus dem Verband des Aegopodion podagrariae.<ref name="Oberdorfer2001" />

In Österreich kommt der Gewürz-Kälberkropf in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Wien und Oberösterreich zerstreut bis selten vor; in der Steiermark und Salzburg nur unbeständig<ref name="ExkursionsfloraA2008" />.

Taxonomie

Chaerophyllum aromaticum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, Seite 259, erstveröffentlicht.<ref name="SpPla" /><ref name="GRIN" /><ref name="Tropicos" /> Ein Synonym für Chaerophyllum aromaticum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Chaerophyllum euboeum <templatestyles src="Person/styles.css" />Halácsy.<ref name="Euro+Med" />

Trivialnamen

Für den Gewürz-Kälberkropf bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen Wilde Engelwurz und Mattenkörfel.<ref name="Pritzel1882" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Chaerophyllum aromaticum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Chaerophyllum aromaticum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Chaerophyllum aromaticum L., Aromatischer Kälberkropf. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="ExkursionsfloraA2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 88. (eingescannt). </ref> <ref name="FoC"> She Menglan, Mark F. Watson: Chaerophyllum. In: </ref> <ref name="SpPla"> Carl von Linné: Species Plantarum. 1. Auflage. Band 1. Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 259 (eingescannt). </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Familie Umbelliferae. Seite 1002–1003. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2, Verlag Carl Hanser, München 1965. </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand: Apiaceae, Details for: Chaerophyllum aromaticum. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem, Januar 2011, abgerufen am 13. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>

Weblinks