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Gewöhnlicher Wassernabel

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Gewöhnlicher Wassernabel
Datei:HydrocotyleVulgaris.jpg

Gewöhnlicher Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Araliengewächse (Araliaceae)
Unterfamilie: Hydrocotyloideae
Gattung: Wassernabel (Hydrocotyle)
Art: Gewöhnlicher Wassernabel
Wissenschaftlicher Name
Hydrocotyle vulgaris
L.

Der Gewöhnliche Wassernabel<ref name="FloraWeb" /> (Hydrocotyle vulgaris) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Wassernabel (Hydrocotyle) innerhalb der Familie der Araliengewächse (Araliaceae).

Beschreibung

Datei:Illustration Hydrocotyle vulgaris0.jpg
Illustration
Datei:Gewöhnlicher Wassernabel PICT8939.JPG
Schildförmiges Laubblatt
Datei:Hydrocotyle vulgaris inflorescence kz.jpg
Blütenstand
Datei:Hydrocotyle vulgaris flower kz.jpg
Blüte

Vegetative Merkmale

Der Gewöhnliche Wassernabel wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht nur Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern. Diese Sumpfpflanze bildet zahlreiche, bis zu 1 Meter lange, kriechende Ausläufer. Die am Rand gekerbten, rundlichen, schildförmigen Laubblätter können einen Durchmesser von bis zu 4 Zentimetern haben, sind aber oft kleiner. Der Ansatz der langen, behaarten Blattstiele befindet sich in der Mitte der Blattunterseite. Die Blattoberseite ist frisch-grün, glänzt wächsern und zeigt eine deutliche, radiär verlaufende Nervatur.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Die winzigen, unscheinbaren Blüten stehen in wenigblütigen doldigen Blütenständen oder Wirteln, wobei die Stiele des Blütenstands etwa halb so lang sind wie die der Blätter. Unter jeder Blüte steht ein eiförmiges, häutiges Hüllblatt.<ref name="Thellung1965" />

Die Blüten sind zwittrig. Die Kronblätter sind grünlich, weiß oder rötlich, etwa 0,75 Millimeter lang und fast flach.<ref name="Thellung1965" /> Die Staubblätter sind kürzer als die Kronblätter.<ref name="Thellung1965" /> Der Griffel entspringt aus der Mitte jeder Hälfte des Griffelpolsters.<ref name="Thellung1965" /> Das Griffelpolster besteht aus zwei fast kugeligen Hälften.<ref name="Thellung1965" />

Die Nussfrüchte sind 1,75 bis 2,5 Millimeter breit und breiter als hoch, flach, warzig und geflügelt.; am Grund und am oberen Ende etwas ausgerandet.<ref name="Thellung1965" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12; es liegt Octoploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 96 vor.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Der Gewöhnliche Wassernabel ist ein Hemikryptophyt bzw. eine Sumpfpflanze. Vegetative Vermehrung erfolgt durch Ausläufer.<ref name="Düll2011" />

Die Blüten öffnen sich selten; meist erfolgt Selbstbestäubung.

Hydrocotyle vulgaris ist ein Lichtkeimer.

Vorkommen und Gefährdung

Das Verbreitungsgebiet des Gewöhnlichen Wassernabels umfasst die Azoren, Marokko, Portugal, Spanien, Frankreich, Korsika, Sizilien, Sardinien, Italien, die Schweiz, Österreich, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Belgien, das Vereinigte Königreich, Irland, Island, Polen, Tschechien, Ungarn, Kroatien, die Slowakei, Litauen, Lettland, Estland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Belarus, die Ukraine, Georgien, Aserbaidschan, Israel und Jordanien.<ref name="Euro+Med" /> In Algerien ist der Gewöhnliche Wassernabel ausgestorben.<ref name="Euro+Med" /> In Österreich kommt der Gewöhnliche Wassernabel nur im Waldviertel und im Bodensee-Gebiet vor und gilt als „vom Aussterben bedroht“. In Japan und im Staat New York ist Hydrocotyle vulgaris ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" /> Der Gewöhnliche Wassernabel ist in Europa subatlantisch (bis submediterran) verbreitet; er kommt vor allem in tieferen Lagen vor. Dementsprechend ist er in Deutschland im Norden häufiger; im Süden dagegen relativ selten. Er steigt in Oberbayern bis zu einer Höhenlage von 700 Meter auf.<ref name="Thellung1965" /> Der Gewöhnliche Wassernabel gedeiht meist in den Biotopen Niedermoore, Sumpf- und Moorwiesen, Graben-, Schlenken- und Moortümpelränder, wo Standorte mit wechselnassen bis nassen, mäßig sauren bis neutralen, kalkarmen, aber etwas basenreicheren, offenen Torf-, Humus- und Anmoorböden besiedelt werden. Er gedeiht in Mitteleuropa in Pflanzengesellschaften der Klasse Scheuchzerio-Caricetea, der Ordnung Molinietalia und der Verbände Magnocaricion, Juncion squarrosi oder Hydrocotylo-Baldellion.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Hydrocotyle vulgaris wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 234 erstveröffentlicht.<ref name="SpPl"/> Ein Synonym für Hydrocotyle vulgaris ist Hydrocotyle peltata <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb.<ref name="GRIN" /> Früher wurde diese Gattung zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gestellt.<ref name="Oberdorfer2001" />

Verwendung

In Wildpflanzengärten findet der Gewöhnliche Wassernabel für die Bepflanzung von Gartenteichen Verwendung. Auch als Aquarienpflanze<ref>Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag, Stuttgart 1995; 2., überarbeitete und erweiterte Auflage 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 306.</ref> wird der Gewöhnliche Wassernabel verwendet.

Der Gewöhnliche Wassernabel gilt als giftig und soll für Schafe schädlich sein.<ref name="Thellung1965" /> Der Gewöhnliche Wassernabel wurde früher als Herba Cotyledonis aquaticae als harntreibendes Mittel und als Wundmittel verwendet.<ref name="Thellung1965" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Hydrocotyle vulgaris L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Hydrocotyle vulgaris L., Gewöhnlicher Wassernabel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Düll2011"> </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 234, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fpage%2F358253~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D. </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 952–955. </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand (2011): Apiaceae. Datenblatt Hydrocotyle vulgaris. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks