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Gewöhnlicher Hufeisenklee

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Gewöhnlicher Hufeisenklee
Datei:Hippocrepis comosa L. (7569214752).jpg

Gewöhnlicher Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)

Systematik
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Loteae
Untertribus: Coronillinae
Gattung: Hippocrepis
Art: Gewöhnlicher Hufeisenklee
Wissenschaftlicher Name
Hippocrepis comosa
L.

Der Gewöhnliche Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), auch Schopfiger Hufeisenklee oder einfach Hufeisenklee genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hippocrepis in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" />

Beschreibung

Datei:Illustration Hippocrepis comosa0.jpg
Illustration des Gewöhnlichen Hufeisenklees
Datei:0656-Hippocrepis comosa-Švýc.-7.04.JPG
Habitus, Laubblätter und Blütenstände
Datei:Hippocrepis comosa L.-000159683O.jpg
Früchte

Vegetative Merkmale

Der Gewöhnliche Hufeisenklee ist eine ausdauernde krautige Pflanze,<ref name="Ball1968" /> die eine Wuchshöhe von 8 bis 25 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Er besitzt zahlreiche, verzweigte, niederliegende bis aufsteigende, am Grund oft etwas verholzte Stängel,<ref name="FloraWeb" /> die eine Länge von 5 bis 30<ref name="ExFlora1994" /><ref name="Finkenzeller2003" /> oder bis zu 40, selten bis zu 60<ref name="Ball1968" /> Zentimetern erreichen. Pflanzenexemplare mit am Grunde verholzten Sprossachsen werden von wenigen Autoren als eine Varietät angesehen, Hippocrepis comosa var. alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />Rouy.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang.<ref name="FloraWeb" /> Die unpaarig gefiederte Blattspreite enthält vier bis acht, seltener auch nur drei Paare Fiederblättchen.<ref name="Ball1968" /><ref name="FloraWeb" /><ref name="ExFlora1994" /><ref name="Finkenzeller2003" /><ref name="InfoFlora" /> Die kurz gestielten Fiederblättchen sind bei einer Länge von selten 2 bis, meist 5 bis 15 Millimetern sowie einer Breite von selten 1 bis, meist 2 bis 4 Millimetern verkehrt-eiförmig bis linealisch<ref name="Ball1968" /> oft mit kurzer Spitze und ohne Knorpelrand.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Die Fiederblättchen sind fast kahl bis auf der Unterseite dicht flaumig behaart.<ref name="Ball1968" /> Die zwei Nebenblätter sind nicht miteinander (nur kurz mit dem Laubblatt-Stiel) verwachsen und viel kleiner als ein Blättchen.<ref name="FloraWeb" /><ref name="ExFlora1994" /><ref name="Finkenzeller2003" />

Generative Merkmale

Der Blütenstandsschaft ist sehr lang und bis zu viermal länger als die Laubblätter.<ref name="Ball1968" /><ref name="FloraWeb" /> Der kopfartige, doldige Blütenstand enthält selten nur zwei bis, meist fünf bis zwölf nickende Blüten.<ref name="Ball1968" /><ref name="FloraWeb" /><ref name="ExFlora1994" /><ref name="Finkenzeller2003" /><ref name="InfoFlora" /> Der Blütenstiel ist kürzer als der Blütenkelch.<ref name="FloraWeb" />

Die zwittrigen und duftenden Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchzähne sind dreieckig, die oberen deutlich länger als die unteren.<ref name="ExFlora1994" /><ref name="Finkenzeller2003" /> Die Blütenkrone weiset eine Länge von 7 bis 10, selten bis zu 14 Millimetern auf<ref name="Ball1968" /> und besitzt die typische Form einer Schmetterlingsblüte. Die gelben Kronblätter sind oft mit bräunlichen Adern versehen. Der Nagel der Fahne ist deutlich länger als der Blütenkelch.<ref name="Ball1968" /><ref name="InfoFlora" />

Die nickenden oder abstehenden<ref name="ExFlora1994" /><ref name="Finkenzeller2003" /> Hülsenfrüchte sind bei einer Länge von 15 bis 30 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 3 Millimetern<ref name="Ball1968" /> schmal und flach mit hufeisenförmigen Segmenten.<ref name="FloraWeb" /><ref name="ExFlora1994" /><ref name="Finkenzeller2003" /><ref name="InfoFlora" />

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7; es liegt Diploidie oder Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 14 oder 28 vor.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FloraWeb" /><ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="IPCN" />

Datei:Hippocrepis comosa pelouse-chezy-sur-marne 02 12052007 2.jpg
Bestand des Gewöhnlichen Hufeisenklees in Frankreich
Datei:92 Hippocrepis comosa L.jpg
Illustration

Ökologie und Phänologie

Der Gewöhnliche Hufeisenklee ist ein wintergrüner Hemikryptophyt oder verholzender Chamaephyt.<ref name="Düll2011" /> Er wurzelt bis zu 60 Zentimeter tief.<ref name="Oberdorfer2001" />

Obwohl es den Anschein hat, dass die Bestäuber durch einen seitlichen Blütenschlitz an den Nektar gelangen können, wird dies durch eine den Nektar bedeckende Platte verhindert. Dadurch kann der Rüssel der Besucher – Hummeln, Bienen und Schmetterlinge – nur an der Narbe und den Staubbeuteln vorbei eingeführt werden und somit die Bestäubung sichern. Obwohl der schmale Nagel der Fahne weit nach oben gebogen ist, ist der Nektar dennoch gut geborgen; der Nagel der Fahne trägt auf der Unterseite seiner Basis eine vorspringende dreieckige Platte, die die beiden Nektarzugänge so verschließt, dass nur solche Insekten dazu gelangen können, die den Kopf unter der Fahne hineinzwängen.<ref name="HegiGams1964" /> Ein Blüteneinbruch ist aber durch Erdhummeln möglich. Als Besucher werden außer Hummeln und Honigbienen besonders Mauerbienen (Osmia-Arten) genannt; in den Alpen und Pyrenäen sind es auch Schmetterlinge.<ref name="HegiGams1964" /> Die gelben Kronblätter sind oft mit bräunlichen Adern versehen, die als Farbmale für Insekten dienen.

Die Blütezeit liegt im Mai<ref name="Düll2011" /> (bzw. April bis September je nach Standort). Die Fruchtreife erfolgt ab August.

Die Bruchfrüchte zerfallen bei der Reife in vier bis sechs Teilfrüchte. Die Teilfrüchte sind zuletzt hufeisenförmig, etwa 4 mg schwer und enthalten je einen sichelförmigen Samen. Die Samen unterliegen der Darmausbreitung durch Ziegen und Gämsen, außerdem erfolgt eine Ausbreitung als Wasserhafter und als Flügelflieger.<ref name="Düll2011" />

Vorkommen und Gefährdung

Hippocrepis comosa ist in Süd- und Mitteleuropa einschließlich der Alpen verbreitet. Es gibt Fundortangaben für Deutschland, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Italien, Sardinien, Monaco, Korsika, Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Ungarn, die frühere Tschechoslowakei, das frühere Jugoslawien, Bulgarien, Rumänien, Albanien, Griechenland, Spanien, Gibraltar, Andorra, die Ukraine und die Krim.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /> In Österreich ist der Hufeisenklee in allen Bundesländern außer Burgenland und Wien häufig; im nördlichen Alpenvorland ist sein Bestand gefährdet.

Man findet den Gewöhnlichen Hufeisenklee ziemlich häufig und gesellig in sonnigen Kalk-Magerrasen, auf Magerweiden, an Wegen und Böschungen, auf Erdanrissen, und in Steinbrüchen, auch in lichten Kiefern-Trockenwäldern.

In den Allgäuer Alpen steigt er nahe der Hermann-von-Barth-Hütte in Tirol bis zu einer Höhenlage von 2030 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> In der Steiermark steigt er bis in Höhenlagen von 2100 Meter, in Tirol bis 2200 Meter, im Engadin bis 2500 und im Wallis bis 2800 Meter auf.<ref name="HegiGams1964" />

Nach Heinz Ellenberg ist er eine Halblichtpflanze, ein Mäßigwärmezeiger, ozeanisch verbreitet, ein Trockniszeiger und ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger. Er ist eine Charakterart des Verbands subozeanischer Trocken- und Halbtrockenrasen (Brometalia erecti). Er kommt auch in Pflanzengesellschaften der Ordnung Festucetalia valesiacae in subalpinen Gesellschaften der Ordnung Seslerietalia oder in denen des Verbands Erico-Pinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Da Hippocrepis comosa weit verbreitet ist, stuft die IUCN diese Art als „LC“ = „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ ein.<ref name="IUCN" /> In der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Deutschlands ist Hippocrepis comosa als V = „Vorwarnliste“ bewertet.<ref name="FloraWeb" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Hippocrepis comosa erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 744.<ref name="Euro+Med" /><ref name="Tropicos" /><ref name="GRIN" /> Homonyme sind: Hippocrepis comosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Asso, Hippocrepis comosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Luce, Hippocrepis comosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Willk. ex Scheele.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Hippocrepis comosa <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Hippocrepis comosa subsp. macedonica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Degen & Urum.) Kožuharov, Hippocrepis perennis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton comosa bedeutet „schopfig“.

Ähnliche Arten

Im Habitus ist der Gewöhnliche Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) der Scheiden-Kronwicke (Coronilla vaginalis) ähnlich, bei der jedoch die Nebenblätter miteinander verwachsen und zusammen etwa so groß wie ein Blättchen sind. Die Strauchkronwicke (Hippocrepis emerus) ist eine weitere Art der Gattung Hippocrepis.

Nutzung

Der Gewöhnliche Hufeisenklee ist eine gute Futterpflanze, die besonders gern von Schafen gefressen wird. Er wird allerdings nicht kultiviert.

Literatur

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, Ulmer-Verlag, 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  • Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. 5., stark veränderte und verbesserte Auflage, Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-2696-6.
  • Schmeil-Fitschen, interaktiv, Quelle & Meyer-Verlag, ISBN 3-494-01368-3.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • LXXXI. Leguminosae.: P. W. Ball: Hippocrepis L. S. 184 In: Thomas Gaskell Tutin, Vernon Hilton Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 2: Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge University Press, Cambridge 1968, ISBN 0-521-06662-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Hippocrepis comosa L., Hufeisenklee. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Hippocrepis comosa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Hippocrepis comosa bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Hippocrepis comosa L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: S. Contu, 2010. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> ILDIS World Database of Legumes, 2010: Datenblatt Hippocrepis comosa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="HegiGams1964"> Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1964, S. 1482–1484. </ref> <ref name="Ball1968"> LXXXI. Leguminosae.: P. W. Ball: Hippocrepis L. S. 184 In: Thomas Gaskell Tutin, Vernon Hilton Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 2: Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge University Press, Cambridge 1968, ISBN 0-521-06662-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="ExFlora1994"> Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6. </ref> <ref name="Finkenzeller2003"> Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 606.</ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 147. </ref> <ref name="Düll2011"> Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1. </ref> </references>

Weblinks