Gewöhnliche Brenndolde
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| Gewöhnliche Brenndolde | ||||||||||||
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| Datei:CnidiumDubium.jpg
Gewöhnliche Brenndolde (Selinum dubium) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Selinum dubium | ||||||||||||
| Schkuhr |
Die Brenndolden-Silge, auch Gewöhnliche oder Sumpf-Brenndolde (Selinum dubium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schkuhr) Leute, Syn.: Cnidium dubium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schkuhr) Thell., Kadenia dubia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schkuhr) Lavrova & V.N.Tikhom.)<ref name="Buttler2006" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Silgen (Selinum) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Gewöhnliche Brenndolde ist eine zweijährige bis mehrjährige krautige Pflanze. Sie ist schlank und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern.<ref name="Thellung1965" /> Sie ist gänzlich kahl, unverzweigt (bis wenig verzweigt) und entfernt beblättert. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach fiederschnittig und besitzen lineale, 1 bis 2 Millimeter breite, am Rand schmal umgeschlagene Blattzipfel mit weißen Stachelspitzen. Die Blattunterseite ist bläulich-grün, der Rand ist feingezäckelt rau.<ref name="Thellung1965" /> Die unteren Laubblätter sind kurz gestielt, die oberen auf den Blattscheiden sitzend, die obersten oft verkümmert.<ref name="Thellung1965" /> Die Blattscheiden sind breit hautrandig und haben an der Spitze jederseits ein vorgezogenes Öhrchen.<ref name="Thellung1965" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mitte Juli bis Oktober.<ref name="Thellung1965" /> Der doppeldoldige Blütenstand besitzt keine oder nur wenige Hüllblätter. Er besitzt 20 bis 30 Doldenstrahlen.<ref name="Thellung1965" /> Die zahlreichen Hüllchenblätter sind linealisch-pfriemlich und etwa so lang wie die Strahlen der Döldchen.<ref name="Thellung1965" /> Die Kronblätter sind weiß, etwa 0,75 bis 1 Millimeter lang, elliptisch oder eiförmig und haben an der Spitze ein breites eingeschlagenes Läppchen.<ref name="Thellung1965" /> Die 2 Griffel sind zur Reifezeit etwa 1,5 Millimeter lang, länger als das niedrig kegelförmige Griffelpolster und über dieses zurückgebogen.<ref name="Thellung1965" /> Die Frucht ist eiförmig bis fast kugelig und 2 bis 2,5 Millimeter lang. Ihr größter Querdurchmesser ist 1,5 bis 2 Millimeter.<ref name="Thellung1965" /> Die Teilfrucht besitzt fünf deutlich hervortretende Rippen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" />
Ökologie
Bei der Gewöhnliche Brenndolden handelt es sich um einen Hemikryptophyten.
Nach der Mahd erfolgt keine zweite Blüte. Die vegetative Vermehrung geschieht über Ausläufer bzw. Wurzelschosse (besonders im Herbst nach der Mahd zu beobachten.)
Vorkommen und Gefährdung
Die Gewöhnliche Brenndolde kommt in Osteuropa und Westasien (Westsibirien) vor. Die Westgrenze verläuft an der Ostküste von Südschweden nach Deutschland und Österreich hinein. Sie ist ein kontinentales Florenelement, das heißt, das Kerngebiet der Verbreitung ist das kontinentale Europa; sie meidet das atlantische Klima. Sie kommt in Mitteleuropa selten vor. Sie kommt in Europa vor in den Ländern Frankreich, Deutschland, Dänemark, Schweden, Tschechien, Österreich, Ungarn, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Slowakei, Moldawien, Russland, Weißrussland, Rumänien und in der Ukraine.<ref name="Euro+Med" /> In der Schweiz fehlt die Art. Vorlage:Hinweisbaustein Selinum dubium ist in Deutschland meist selten in Nord- und Nordostdeutschland, Thüringen, Sachsen, Hessen, Nordbayern und der mittleren bzw. nördlichen Oberrheinebene zu finden. Sie wurde 1996 in Deutschland in Kategorie 2- = „stark gefährdet“ eingestuft.
Selinum dubium wächst an feuchten bis nassen, zeitweise überfluteten, kalkarmen, sauren, doch basenreichen bis (schwach) kalkhaltigen, basischen Stellen. Sie bevorzugt nicht gedüngte nährstoffarme Streuwiesen auf humosen wie schluffigen Böden. Selinum dubium ist Kennart einer eigenen Gesellschaft (Cnidio-Violetum), die zum Verband des Cnidion, zu den Moorwiesen gehört.<ref name="Oberdorfer2001" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1791 unter dem Namen Seseli dubium <templatestyles src="Person/styles.css" />Schkuhr durch Christian Schkuhr in Botanisches Handbuch der mehresten theils in Deutschland wildwachsenden, theils ausländischen in Deutschland unter freyem Himmel ausdauernden Gewächse, Band 1, S. 217. Synonyme für Seseli dubium <templatestyles src="Person/styles.css" />Schkuhr sind: Cnidium dubium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schkuhr) Thell., Selinum dubium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schkuhr) Leute, Kadenia dubia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schkuhr) Lavrova & V.N.Tikhom., Seseli venosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Hoffm. nom. illeg., Cnidium venosum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffm.) W.D.J.Koch nom. illeg., Selinum venosum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffm.) Prantl nom. illeg.<ref name="Buttler2006" /> Früher wurde diese Art als zu einer anderen Gattung der Brenndolden (Cnidium) zugehörig angesehen. Der wissenschaftliche Name lautete dann Cnidium dubium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schkuhr) Thell.
Bilder
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Doppeldoldiger Blütenstand
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Doppeldoldiger Blütenstand
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Ausschnitt eines Blütenstandes
Literatur
- Karl Peter Buttler: Der Name der Brenndolde. In: Kochia, Band 1, 2006, S. 141–142. Volltext-PDF.
Einzelnachweise
<references> <ref name="IPCN"> Cnidium dubium bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand (2011): Apiaceae. Datenblatt Selinum dubium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Buttler2006"> Karl Peter Buttler: Der Name der Brenndolde. In: Kochia, Band 1, 2006, S. 141–142. Volltext-PDF. </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 1305–1307.</ref> </references>
Weblinks
- Cnidium dubium (Schkuhr) Thell., Sumpf-Brenndolde. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Gewöhnliche Brenndolde. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Thomas Meyer: Silge Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).