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Gesellschaft zur Rettung der Delphine

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Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V.
(GRD)
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Gründung 1991
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Gründer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Sitz München, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
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Nachfolger Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Zweck Delfinschutz, Meeresschutz
Vorsitz Sigmar Solbach (1. Vorsitzender)
Geschäftsführung Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Eigentümer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Umsatz Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Stiftungskapital Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
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Freiwillige Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Mitglieder Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Website delphinschutz.org

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V. (kurz: GRD) ist eine deutsche Naturschutzorganisation, die sich schwerpunktmäßig für den Schutz wild lebender Delfine und ihrer Lebensräume einsetzt. Die Nichtregierungsorganisation wurde 1991 von Rollo Gebhard gegründet. Anlass waren seine Beobachtungen und Erfahrungen auf seiner dritten Weltumsegelung mit Treibnetzen, die damals als gängige Fischfang­methode beim Thunfisch­fang eingesetzt wurden und in denen Delfine, Wale, Meeresschildkröten, Robben, Nicht-Zielfischarten und Seevögel hunderttausendfach verendeten.

Auf der dritten Weltumsegelung, die er gemeinsam mit seiner späteren Frau Angelika Zilcher von 1983 bis 1991 unternahm, war Rollo Gebhard zudem aufgefallen, dass sein Boot deutlich seltener von Delfinen begleitet wurde als noch bei seinen vorherigen Weltumsegelungen (1967–1970 und 1975–1979). Besonders erschüttert berichtete er auf seinen Filmvorführungen von den sog. Geisternetzen, Treibnetzen, die von der Fischerei verloren bzw. aufgegeben wurden und so herrenlos auf den Weltmeeren weiterfischen.<ref>Gründung der GRD 1991. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref><ref>Gespräch mit Rollo Gebhard | 1989</ref><ref>Rollo Gebhard – Der Herr der sieben Meere – Gründer der GRD. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

Neben dem zunächst recht eng formulierten Ziel Rettung der Delphine durch ein Verbot der Treibnetzfischerei hat es sich der Verein seit einigen Jahren allgemein zur Aufgabe gemacht, gegen die ökologische Zerstörung der Weltmeere vorzugehen und für den Schutz wild lebender Delfinpopulationen einzusetzen. Dabei liegt der Schwerpunkt im Kampf gegen die industriellen Fang- und Tötungsmethoden der Fischerei einerseits und der Unterstützung von weltweiten Delfinschutzprojekten andererseits. Seit 2005 betreibt der Verein auf der Karibikinsel Dominica auch ein Projekt zum Schutz der in den Inselgewässern lebenden, residenten Pottwalfamilien.<ref>Wer wir sind und was wir tun. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref><ref>Pottwale e.V. Pottwale e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref><ref>Vereinssatzung. (PDF; 67 kB) Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., 3. Dezember 2010, abgerufen am 11. September 2012.</ref>

Programme und Projekte

SAFE – internationales Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch

Datei:Dolphinsafe Logo.gif
SAFE Umweltsiegel, delfinsicher gefangene Thunfischprodukte

Die GRD setzt in Deutschland das internationale Kontrollprogramm SAFE für delfinsichere Dosenthunfischprodukte des Earth Island Institute (EII) um, das Kriterien für delfinsicher gefangenen Thunfisch definiert und bei Einhaltung der Kriterien das SAFE-Umweltzeichen vergibt. Dazu kontrolliert die GRD Importeure und Händler und veröffentlicht die Verbraucher-Checkliste Dieser Thunfisch ist „delfinsicher“. Die SAFE angeschlossenen Importeure und Händler verpflichten sich, nur Thunfisch anzubieten, der nicht mit Treibnetzen oder durch das Setzen von Netzen um Delfinschulen gefangen wurde. Laut Angaben von EII und GRD kontrolliert SAFE etwa 90 Prozent des weltweiten Handels in Europa, Kanada, Australien und in den USA.

Das Logo SAFE ist vom EII geschützt und wird ausschließlich an Unternehmen vergeben, die am Kontrollprogramm für „delfinsicheren“ Thunfisch beteiligt sind.<ref>SAFE – Internationales Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref><ref>Fisch und Fischerzeugnisse. Hrsg.: aid infodienst, Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V. mit Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.</ref><ref>International “Dolphin Safe” standards for tuna. International Marine Mammal Project / EII, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. März 2015; abgerufen am 15. Dezember 2014.</ref>

Rettung der letzten Adria-Delfine

Datei:GRD Projektboot im Einsatz in der Adria vor Zadar.jpg
Mit der Übergabe des ersten GRD-Patrouillenbootes und weiterer Ausrüstung im Juni 2000 konnten die kroatischen Tierschützer endlich mit der wichtigen Feldarbeit beginnen und sind somit jetzt auch in der Lage, lebend gestrandete oder in den zahlreichen Buchten der kroatischen Adria und den Flussmündungen verirrte Wale und Delfine zu retten.

Das Projekt wurde 1999 mit Tierärzten der tierärztlichen Fakultät Universität Zagreb unter Leitung von Hrvoje Gomercic († 1. August 2010 im Alter von 70 Jahren) gegründet. Hauptziel des Projekts ist, das Aussterben einer kleinen Population von ca. 220 Großen Tümmlern zu verhindern, die in den Küstengewässern Kroatiens ständig leben. Weitere Ziele umfassen Rettungsaktionen für verletzte und gestrandete Delfine, die Erfassung und Erforschung des Bestands der Adria-Delfine, die Einrichtung von Schutzgebieten, Aufbau und Einrichtung eines Delfinschutzzentrums in Kroatien sowie Aufklärungsprojekte für Fischer, Bevölkerung und Touristen.<ref>Welche Meeressäuger gibt es in der Adria? Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des kroatischen Umweltministeriums und richtet sich nach den Vorgaben des Schutzabkommens für Cetaceen im Schwarzen Meer und Mittelmeer ACCOBAMS.<ref>Rettung der letzten Adria-Delfine (Kroatien). Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

Am 4. Juli 2013 wurde auf Insel Molat, Norddalmatien, ein Delfinschutzzentrum des Projekts eröffnet. Es ermöglicht, die Feld- und Öffentlichkeitsarbeit miteinander zu kombinieren, regelmäßigere Kontroll- und Forschungsfahrten und bessere Sofortmaßnahmen bei gestrandeten oder verletzten Delfinen und Walen.<ref>Delfinschutzzentrum auf der Insel Molat. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

Zur Datenerfassung über Vorkommen und Wanderverhalten der Meeressäuger arbeitet das Projekt u. a. mit einem Online-Sichtungsprogramm, bei dem Segler, Motorbootfahrer oder Landurlauber Sichtungen von Delfinen melden können. Darüber hinaus werden auch Sichtungsdaten von anderen in der Adria sporadisch auftauchenden Delfinarten, wie Rundkopfdelfinen, Finnwalen, Pottwalen und Meeresschildkröten erfasst. Die Daten fließen in Erhebungen und Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.<ref>Helfen Sie uns bei den Erhebungen zur Verbreitung der Adria-Delfine! Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

Das Projekt wird u. a. unterstützt von der Deutschen Stiftung Meeresschutz.<ref>Projekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine (Kroatien). Deutsche Stiftung Meeresschutz, abgerufen am 13. Januar 2016.</ref>

Paracas-Halbinsel, Peru

Auf der Paracas-Halbinsel in Peru unterstützt der Verein seit 1999 die peruanische Meeresschutzorganisation ACOREMA.<ref>ACOREMA. Abgerufen am 30. Dezember 2018.</ref> Mit verschiedenen Projektmodulen arbeitet ACOREMA gegen die Jagd auf Delfine, den Verkauf von Delfinfleisch, Dynamitfischerei sowie Meeresverschmutzung und führt Bildungs- und Aufklärungsarbeit mit lokalen Schulen und der Nationalparkverwaltung des Nationalreservats Paracas sowie intensive Öffentlichkeitsarbeit durch. Ein bei einem schweren Erdbeben 2007 in der Stadt Pisco zerstörtes Meeresschutzzentrum soll wieder aufgebaut werden.<ref>Delfin- und Meeresschutzprojekt Paracas-Halbinsel in Peru. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref><ref>Naturkatastrophe in Peru: Erdbeben verwüstet Hafenstadt Pisco. Spiegel online, abgerufen am 17. Dezember 2014.</ref>

Südlich und nördlich der Paracas-Halbinsel wird die Populationsdynamik zweier Gruppen Großer Tümmler kontinuierlich beobachtet:

  • Die isolierte Supay-Gruppe im Süden der Halbinsel, die im Nationalreservat Paracas lebt, keinen Austausch mit anderen Delfingruppen hat und nur 22 Tiere umfasst.
  • Die Paracas-Gruppe im Norden der Halbinsel, die 123 Tiere umfasst (seit 2014). In der Paracas-Bucht sind die Delfine mit starker Meeresverschmutzung durch Chemikalien, Abwässer oder Plastikmüll konfrontiert.<ref>Kampagne gegen Plastikmüll in Paracas. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

Delfine im Roten Meer bei Hurghada

Seit 2013 unterstützt der Verein die „Dolphin Watch Alliance“ (DWA) aus der Schweiz bei einem Projekt im Roten Meer (Ägypten).<ref>Herzlichen Dank für die Unterstützung! Dolphin Watch Alliance, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Dezember 2014; abgerufen am 22. Dezember 2014.</ref> Ziele des Projekts sind u. a. die Erfassung und Erforschung der vor Hurghada lebenden Indopazifischen Großen Tümmler (Tursiops aduncus) und die Etablierung von Richtlinien für tierverträglichen Delfinbeobachtungstourismus (Dolphin Watching), um langfristige negative Folgen für die Tiere und ihren Lebensraum zu verhindern.<ref>Skrupelloser Delfin-Tourismus in Ägypten gefährdet Delfine. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref><ref>Delfine könnten verschwinden. SilentWorld, abgerufen am 22. Dezember 2014.</ref>

2013 wurden die Riffe Shaab el Erg und Shaab Fanous vom 15. Mai bis 15. Juni zu einem befristeten Schutzgebiet erklärt.<ref>Red Sea Governor Closes Shabb el Erg and Shabb Fanus. HEPCA, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 22. Dezember 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hepca.org</ref> Das Projekt arbeitet eng mit der Hurghada Environmental Protection and Conservation Association (HEPCA) zusammen.

Pottwale vor Dominica

2005 begann der Verein auf der Karibikinsel Dominica ein Projekt zum Schutz der in den Inselgewässern lebenden, residenten Pottwalfamilien. Ziele des Projekts sind u. a.:<ref>Ein Leben für die Giganten der Meere „Die Wale sind unsere Kinder“. rp-online, abgerufen am 21. Dezember 2014.</ref><ref>Pottwalschutz in Dominica. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

  • Einrichtung von Meeresschutzgebieten
  • Weiterbildungs- und Aufklärungsprojekte für die einheimische Bevölkerung zum Meeres- und Meeressäugerschutz mit Schwerpunktsetzung auf Kinder und Schulklassen
  • Durchführung von kostenlosen Whale-Watch-Ausflügen und speziellen Schulungen zum Meeresschutz und Meeressäugerschutz für einheimische Schulklassen<ref>Whale-Watching für Kinder. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 22. Dezember 2014.</ref>
  • Schulung und Aufklärung von Touristen (u. a. Gäste von Kreuzfahrtschiffen)
  • Erforschung, Beobachtung und Bestandserfassung des Pottwalbestandes, Aufbau einer Flukendatenbank, Daten- und Informationsaustausch mit Forschungsinstituten

Weitere Projekte

Weiterhin unterstützt der Verein Delfin- und Meeresschutzprojekte bei der Kanareninsel La Gomera und bei Ponta do Ouro im Süden von Mosambik.<ref>Unsere weltweiten Delfin- und Meeresschutzprojekte. Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

Preise und Auszeichnungen

Zusammenarbeit

Die GRD arbeitet mit diversen Projektpartnern zusammen, darunter die Dolphin Watch Alliance. Es bestehen ferner zahlreiche Allianzen und Kooperationen, u. a. mit der Deep Sea Conservation Coalition und dem Species Survival Network.<ref>Unterstützer – Partner – Delfin-Botschafter – Kooperationen. GRD-Website, abgerufen am 26. Juni 2017.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />