Geschmückter Schleimkopf
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Geschmückter Schleimkopf | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Cortinarius saginus, Västerbotten.jpg
Geschmückter Schleimkopf (Phlegmacium saginum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Phlegmacium saginum | ||||||||||||
| (Fr.) Niskanen & Liimat. |
Der Geschmückte Schleimkopf (Phlegmacium saginum, Syn.: Cortinarius saginus)<ref name=":0">Kare Liimatainen, Jan T. Kim, Lisa Pokorny, Paul M. Kirk, Bryn Dentinger: Taming the beast: a revised classification of Cortinariaceae based on genomic data. In: Fungal Diversity. Band 112, Nr. 1, 1. Januar 2022, ISSN 1878-9129, S. 89–170, doi:10.1007/s13225-022-00499-9.</ref> ist eine essbare Pilzart aus der Familie der Schleierlingsverwandten (Cortinariaceae).
Merkmale
Makroskopische Merkmale
Der dickfleischige Hut ist jung halbkugelig, dann flacher gewölbt bis ausgebreitet. Er hat einen Durchmesser von 5–10(–13) cm. Seine bei feuchter Witterung schleimige, bei Trockenheit fettig glänzende Oberfläche ist ocker- bis rostgelb gefärbt. Sie ist fetzen- oder schuppenartig von dunkleren, ockrig-braun gefärbten Resten einer Gesamthülle (Velum universale) durchsetzt. Der mit Velumresten besetzte Hutrand bleibt lange eingerollt oder nach unten gebogen und breitet sich erst spät in der Fruchtkörperentwicklung vollständig aus. Er ist dann oft unregelmäßig und wellig. An jungen Fruchtkörpern ist ein anfangs weißlicher Schleier (Cortina) ausgebildet. Die dicht stehenden Lamellen sind zunächst blass cremefarben und verfärben sich mit fortschreitender Sporenreife zunehmend rostbraun. Sie sind gerade bis leicht herablaufend am Stiel angewachsen und ihre Schneiden sind leicht gekerbt. Der vollfleischige, faserige Stiel wird 5–10(–12) cm hoch und gut 1–2,5 cm dick. Die Stielbasis ist keulenförmig verdickt. Seine Oberfläche ist weiß, im unteren Teil dunkler gefärbt und besonders in jungem Stadium gürtelförmig mit ockerbraunen Velumresten besetzt. Das dicke, feste Fleisch hat eine weißliche Färbung, einen milden Geschmack und unbedeutenden Geruch. Die Huthaut verfärbt sich bei Behandlung mit 3%iger Kalilauge goldgelb bis gelbbraun, das Fleisch dunkler.
Mikroskopische Merkmale
Die ellipsoid geformten Sporen messen 8–10,5 × 5–6(–8) Mikrometer und haben eine warzige Oberfläche. Die Huthaut ist einschichtig (reine Epicutis, Pileipellis simplex).
Artabgrenzung
Eine gefährliche Verwechslung wäre mit dem giftigen Leuchtendgelben Klumpfuß (Calonarius splendens) oder anderen giftigen Arten der Gattungen Calonarius und Phlegmacium möglich. Der ähnliche Gelbgestiefelte Schleimkopf (Phlegmacium triumphans) ist etwas heller gefärbt und mit Birken vergesellschaftet. Nächster Verwandter ist der Fuchs-Schleimkopf (Phlegmacium vulpinum), der in Laubwäldern lebt.<ref name="Laux" /><ref name="Laux2" /><ref name="Tintling" /><ref name="Garnica" /><ref name="Phlegmacium website" /><ref name="Massee" /><ref name="Stevenson" />
Ökologie
Die Nadelwaldart lebt in Mykorrhiza-Symbiose mit Fichten. Der Pilz bevorzugt kalkarmen Böden. Seine massigen Fruchtkörper erscheinen gesellig und oft etwas büschelig zwischen September und Oktober.
Verbreitung
Der Geschmückte Schleimkopf kommt in nördlichen Klimazonen der Nordhalbkugel mit einem örtlich häufigen Vorkommen in der hemiborealen bis südlichen borealen Zone vor. Gelegentlich tritt er in der mittleren borealen Zone in Waldtundra-Gebieten auf, wo er aber nur noch selten anzutreffen ist.<ref name="Phlegmacium website" /> In Mitteleuropa kommt er entsprechend hauptsächlich in höheren Gebirgslagen vor, jedoch nicht selten auch in Mittelgebirgslagen und vereinzelt auch darunter.<ref name="Tintling" />
Bedeutung
Er ist essbar und wird als Speisepilz genutzt.<ref name="Laux" /><ref name="Tintling" />
Systematik und Taxonomie
Die Art wurde in der Gattung der Schleierlinge (Cortinarius) der Untergattung der Schleimköpfe (Phlegmacium) zugeordnet. 2022 wurde diese Untergattung in den Rang einer Gattung erhoben.<ref name=":0" />
Die offizielle Erstbeschreibung stammt aus dem 1821 veröffentlichten Werk „Systema mycologicum“ von Elias Magnus Fries, in dem er bereits das Taxon Phlegmacium als Tribus der Gattung Agaricus aufstellte und die Art als „Agaricus saginus“ bezeichnete.<ref name="Fries1821" /> In seinem 17 Jahre später erschienenen Werk „Epicrisis systematis mycologici“ nahm er selber bereits die heutige Gattungszuordnung vor.<ref name="Fries1838" />
Das Art-Epitheton „saginus“ aus dem wissenschaftlichen Namen ist ein Bezug auf die „Fülligkeit“ seiner Fruchtkörper (lateinisch „saginare“: „mästen“, „saginus“: „dick“, „massig“).<ref name="Stevenson" /> In älterer Literatur findet sich auch die Bezeichnung als „Massiger Schleimkopf“, was eine direkte Übersetzung des wissenschaftlichen Namens darstellt.<ref name="Tintling" />
Quellen
<references> <ref name="Laux">Hans E. Laux: Der große Kosmos-Pilzführer. Alle Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08457-4, S. 368.</ref> <ref name="Laux2">Hans E. Laux: Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger. Pilze sammeln – aber richtig. Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-440-10240-4, S. 46.</ref> <ref name="Tintling">Fredi Kasparek: Cortinarius saginus. In: Der Tintling: Pilz-Wochenkalender: 2004 – Schleierlinge. Band 5, 2003, S. 13 (tintling.com).</ref> <ref name="Garnica"></ref> <ref name="Phlegmacium website">Tobias Frøslev, Thomas Stjernegaard Jeppesen: Cortinarius saginus. In: The Phlegmacium website. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Mai 2012; abgerufen am 20. Mai 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="Massee"></ref> <ref name="Stevenson"></ref> <ref name="Fries1821"></ref> <ref name="Fries1838"></ref> </references>