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Geschichtskritik

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Geschichtskritik ist ein selten gebrauchter Ausdruck für die kritische Auseinandersetzung entweder mit der Vergangenheit (und damit Teil der Geschichtswissenschaft) oder aber mit der Geschichtswissenschaft selbst; in diesem Fall kann es sich um fachinterne Kritik handeln oder, häufiger, Kritik von außerhalb der Fachgemeinschaft handeln. Als Selbstbezeichnung ist „Geschichtskritiker“ (wie auch „Chronologiekritiker“) nur außerhalb der Geschichtswissenschaften üblich.

Kritische Auseinandersetzung mit Geschichte

Historisch-kritische Methode

Fachfragen der Geschichtswissenschaften und ihrer Hilfswissenschaften sind beispielsweise:<ref>Hans-Werner Goetz: Proseminar Geschichte: Mittelalter (= UTB GmbH, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8252-4066-0 ({{#switch:

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  • Die Klärung der Echtheit bzw. der Nachweis von Fälschungen historischer Quellen.
  • Die Datierung von Quellen, sei es mit Hilfe der Textkritik (bei Schriftquellen), sei es mit Hilfe der Dendrochronologie (für geeignete Materialien).
  • Die Überprüfung überlieferter Herrscherfolgen und anderer Daten durch Vergleich mit zeitgenössischen Aufzeichnungen anderer Provenienz. Dies ist insbesondere Aufgabe der Chronologie.
  • Analyse von bestehenden Darstellungen der Geschichte bis hin zu Geschichtsfälschungen; unter anderem ist es bis in die Gegenwart häufig, dass aus politischen Gründen bestimmte Teile der Vergangenheit nicht oder falsch dargestellt werden.
  • Vermeidung von Geschichtsklitterung durch Abgrenzung gegen Mythen, Legenden, und andere nichtwissenschaftliche Formen tradierten Kultur- und Gedankenguts.

Für diese Fragen und ihre Beantwortung sind in den Geschichtswissenschaften Bezeichnungen wie „Quellenkritik“, „historisch-kritische Methode“ und ähnliche Berufungen auf „Kritik“ üblich.

Kritische Geschichtsschreibung (Foucault)

In einem weniger technischen Sinne kann sich „kritische Geschichtswissenschaft“ auch auf ein Wissenschaftsverständnis beziehen, das die vor allem die Dekonstruktion von solchen Geschichtsbildern anstrebt, die die bestehende Machtverhältnisse legitimieren. Dies geschieht häufig unter Berufung auf Michel Foucault. Gelegentlich werden Foucault Arbeiten im Deutschen daher als „geschichtskritisch“ bezeichnet.<ref>Z.B. Jürgen Große: Kritik der Geschichte. Probleme und Formen seit 1800, Mohr Siebeck, Tübingen 2006, S. 297–206.</ref> Foucault selbst hat „Kritik“ unter anderem im Kontext des Wahrheitsanspruch moderner „Regierungskünste“ thematisiert, der gegenüber Kritik „gleichzeitig ihre Partnerin und ihre Widersacherin“ sei.<ref>Michel Foucault, Was ist Kritik? (= Merve. Band 167), Merve, Berlin 1992, hier S. 12.</ref> Seine Beispiele beziehen auch die Textkritik ein.

Kritik an Methoden und Ergebnissen der Geschichtswissenschaft

In einem unspezifischen Sinn kann Geschichtskritik den Verdacht meinen, dass die vorherrschende Darstellung der Geschichte den Interessen der Regierung oder anderer Gruppen dient, und daher (mit der Frage: Cui bono?) eine besondere Vorsicht gegenüber offiziösen Darstellungen von Geschichte begründen.

Eine spezifischere Bedeutung hat „Geschichtskritik“ im 20. Jahrhundert mit dem Erfolg verschiedener Autoren (früh Wilhelm Kammeier, am bekanntesten später Heribert Illig) bekommen, die behaupteten, dass längere Perioden der Geschichte gar nicht stattgefunden hätten und alle entsprechenden Quellen entweder gefälscht und/oder von der etablierten Geschichtswissenschaft falsch interpretiert worden seien. Vertreter dieser und verwandter geschichtsrevisionistischer Positionen nennen sich teilweise selbst „Geschichtskritiker“, weiter verbreitet ist aber die Bezeichnung als „Chronologiekritiker“, da Zweifel an konventioneller Chronologie jeweils im Mittelpunkt der Argumentation steht.

Klaus Hildebrand kritisiert, dass viele Historiker zu sehr der Maxime: quod non est in actis „Was nicht in den Akten steht, ist auch nicht in der Welt.“ anhängen. Da aber z. B. die Akten der Geheimdienste ihrer Natur nach kaum verfügbar sind und entsprechende Überlegungen unterbleiben, verstellt die faszinierende Vordergründigkeit des diplomatischen Spiels den Zugang zu den eigentlichen Triebkräften der Politik.<ref>Klaus Hildebrand: Deutsche Außenpolitik 1933-1945. Stuttgart 1976, S. 71.</ref>

Nach Karl Heinz Roth ist die Geschichtswissenschaft der BRD eine obrigkeitlich gelenkte Herrschaftswissenschaft, bei der die Konfrontationslinien zwischen kritischer Historie und politisch-ökonomischer Macht raffiniert und wenig durchschaubar organisiert sind. Nicht durch fachinterne Klärungsprozesse, sondern in Folge der Studentenbewegung der 1960er Jahre konnte sie jedoch zeitweilig Ansätze zu einer kritisch-diskursiven Methodenvielfalt entwickeln.<ref>Karl Heinz Roth: Historiographie der DDR und Probleme der Faschismusforschung. In: Werner Röhr (Hrsg.): Faschismus und Rassismus. Kontroversen um Ideologie und Opfer. Berlin 1992, S. 230.</ref>

Literatur

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Einzelnachweise

<references />