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Gertrud von Österreich-Toskana

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Gertrudaustria.jpg
Ölgemälde von Erzherzogin Gertrud

Gertrud Maria Gisela Elisabeth Ignatia von Österreich (* 19. November 1900 in Wallsee; † 20. Dezember 1962 in Ravensburg) war bis 1918 eine Erzherzogin von Österreich.<ref>Hof und Gesellschaft. In: Sport & Salon, 22. November 1900, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sus</ref>

Leben

Datei:Erzherzoginnen Gertrud und Hedwig von Österreich, Arch Duchesses of Austria.jpg
Gertrud und Hedwig in Kostümen für ein Festspiel 1908
Datei:Marievalaustria12.jpg
Gertrud mit ihren Eltern und Geschwistern, Gertrud auf dem Schoß des Vaters rechts (Foto für die öffentliche Presse um 1905)
Datei:Gertrud 001.jpg
Gertrud im Alter von drei Jahren, gemalt von Alois Schornböck

Gertrud war eine Tochter von Erzherzog Franz Salvator von Österreich-Toskana und Erzherzogin Marie Valerie von Österreich und damit eine Enkelin von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn.<ref>Habsburg9 (abgerufen am 23. Oktober 2009)</ref> Sie wurde am 23. November 1900 in der Schlosskapelle von Wallsee unter Beisein des Kaisers auf den Namen Gertrude Maria Gisela Elisabeth Ignatia getauft. Taufpatin war Prinzessin Gisela von Bayern, die Schwester ihrer Mutter.<ref>Zeitung Das Vaterland vom 23. November 1900</ref> Ihre Erzieherin war Elsa Köhler.

Der Hofmaler Alois Schornböck fertigte im Jahre 1903 ein Porträt der dreijährigen Gertrud an. Das ovale Ölgemälde befindet sich in Privatbesitz.<ref name="Schadt" details="S. 154" /> Im August 1908 führt Gertrud gemeinsam mit ihren Geschwistern ein Festspiel zum Geburtstag des Kaisers in dessen Ischler Sommervilla auf.<ref>Salon und Sport vom 28. November 1908</ref> Die Erstkommunion feierte Gertrud gemeinsam mit ihrer Schwester Marie im Dezember 1911.<ref name="Schadt" details="S. 145" /> 1930 war Gertrud maßgeblich am Zustandekommen des Buches „Briefe Kaiser Franz Josef an seine Mutter 1838–1872“ beteiligt, das Franz Schnürer herausgab.<ref name="Schadt" details="S. 151" /><ref>Franz Schnürer: Briefe Kaiser Franz Joseph I. an seine Mutter 1838–1872. München: Kösel & Pustet. 1930</ref>

Sie heiratete Georg Graf von Waldburg zu Zeil und Hohenems, den Witwer ihrer Schwester Ella, am 29. Dezember 1931 in Bad Ischl, Österreich. Sie trug danach den Namen Gertrud Gräfin von Waldburg zu Zeil und Trauchburg. Das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder.

Gertrud lebte nach der Heirat mit ihrer Familie auf Schloss Syrgenstein. Ihr Archiv mit Dokumenten und Briefen der kaiserlichen Familie wurde von Historikern und Autoren wie etwa Egon Caesar Conte Corti oder Richard Sexau verwendet und in den Werken gewürdigt.<ref>Egon Caesar Corti (Conte): Elisabeth, die seltsame Frau: nach dem schriftlichen Nachlass der Kaiserin … - Seite vii (1953)</ref><ref>Egon Caesar Corti, Hans Hugo Sokol – 1960 – 510 Seiten Kaiser Franz Joseph Erwähnung des Archivs: Archiv der Gräfin Gertrud von Waldburg-Zeil, geborener Erzherzogin von Österreich, Schloss Syrgenstein – Seite xi</ref><ref>Egon Caesar Corti, Hans Hugo Sokol: Der alte Kaiser, Franz Joseph I. 1955 - Seite vi</ref><ref>Richard Sexau: Fürst und Arzt, Dr. med. Herzog Carl Theodor in Bayern: Schicksal zwischen Wittelsbach und Habsburg. Styria Verlag, Graz 1963 - Seite xii</ref> In diesem Archiv befand sich auch das Tagebuch von Erzherzogin Marie Valerie, das in einer Danksagung von Egon Caesar Corti eigens erwähnt wird.<ref>Der alte Kaiser, Franz Joseph I., vom Berliner Kongress bis zu seinem Tode von Egon Caesar Corti (Conte), Hans Hugo Sokol. Seite 29</ref> Ebenso waren in diesem Archiv Briefe von Kaiser Franz Joseph an seine Mutter aufbewahrt.<ref>Briefe Kaiser Franz Josephs I. an seine Mutter, 1838–1872 Von Franz Joseph I (Emperor of Austria), Sophie (consort of Franz Karl, archduke of Austria), Franz Schnürer</ref>

Gertrud starb am 20. Dezember 1962 mit 62 Jahren im oberschwäbischen Ravensburg.

Wissenswertes

In den Briefen Kaiser Franz Josephs an Katharina Schratt ist zu lesen: Auch Valerie fand ich in ihrem Bette sehr wohl. Die neugeborene kleine Gertrude ist vielleicht etwas weniger häßlich, wie die neugeborenen Kinder es …<ref>Franz Joseph I (Emperor of Austria), Jean Bourgoing, Katharina Schratt: Briefe Kaiser Franz Josephs an Frau Katharina Schratt 1949 (Seite 408)</ref>

Marie Valerie schrieb 1884 unter Anleitung ihres Lehrers Heinrich Reinhart eine kleine Komödie für zwei Personen. Der Einakter hieß Adelheid und Gertrud und wurde von Marie Valerie selbst und ihrer Cousine Marie Louise von Larisch-Wallersee aufgeführt.<ref>Marie Valerie von Österreich: das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin …Hrsg. Horst Heinrich Schad – 1998 – Seite 57</ref> Die Figur dieser Gertrud hat sie später zur Namensgebung ihres Kindes angeregt.

Trivia

Gertrud stand im Jahr 1961 auf dem Platz 1095 einer hypothetischen britischen Thronfolge, die den Ausschluss von Katholiken, wie er im Act of Settlement festgelegt wurde, ignoriert.<ref>Britische Thronfolge, Stand 1961</ref> Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart ist ein Telegramm enthalten, in dem auch Gertrud genannt wird.<ref>Stuttgarter Hauptstaatsarchiv</ref>

Kinder

  • Sophie (* 5. Dezember 1932), ⚭ Wessel Freiherr von Loë (* 8. August 1928 in Wissen; † 25. Juli 2024 in Bonn)<ref>Traueranzeige Freiherr von Loe. 27. Juli 2024, abgerufen am 17. März 2026.</ref>
  • Joseph (* 12. April 1934), ⚭ Maria Benedikta von Redwitz (* 12. April 1937)

Vorfahren

Ahnentafel von Gertrud von Österreich-Toskana
Ururgroßeltern

Großherzog
Ferdinand III. (Toskana) (1769–1824)
⚭ 1790
Luisa Maria von Neapel-Sizilien (1773–1802)

König
Franz I. König beider Sizilien (1777–1830)
⚭ 1802
Maria Isabel von Spanien (1789–1848)

König
Franz I. König beider Sizilien (1777–1830)
⚭ 1802
Maria Isabel von Spanien (1789–1848)

Karl von Österreich-Teschen (1771–1847)
⚭ 1815
Henriette Alexandrine von Nassau-Weilburg (1797–1829)

Kaiser
Franz II. (HRR) (1768–1835)
⚭ 1790
Maria Theresa von Neapel-Sizilien (1772–1807)

Herzog
Maximilian I. Joseph (Bayern) (1756–1825)
⚭ 1797
Karoline Friederike Wilhelmine von Baden (1776–1841)

Herzog
Pius August in Bayern (1786–1837)
⚭ 1807
Amalie Luise von Arenberg (1789–1823)

Herzog
Maximilian I. Joseph (Bayern) (1756–1825)
⚭ 1797
Karoline Friederike Wilhelmine von Baden (1776–1841)

Urgroßeltern

Großherzog Leopold II. (Toskana) (1797–1870)
⚭ 1833
Maria Antonia von Neapel-Sizilien (1814–1898)

König Ferdinand II. beider Sizilien (1810–1859)
⚭ 1837
Maria Theresia von Österreich (1816–1867)

Erzherzog Franz Karl von Österreich (1802–1878)
⚭ 1824
Sophie Friederike von Bayern (1805–1872)

Herzog Max Joseph in Bayern (1808–1888)
⚭ 1828
Ludovika Wilhelmine von Bayern (1808–1892)

Großeltern

Karl Salvator von Österreich-Toskana (1839–1892)
⚭ 1861
Maria Immaculata von Bourbon-Sizilien (1844–1899)

Kaiser Franz Joseph I. (1830–1916)
⚭ 1854
Elisabeth in Bayern (1837–1898)

Eltern

Franz Salvator von Österreich-Toskana (1866–1939)
⚭ 1890
Marie Valerie von Österreich (1868–1924)

Gertrud von Österreich-Toskana (1900–1962)

Literatur

  • Marie Valerie: Das Tagebuch der Lieblingstochter von Kaiserin Elisabeth 1878–1899. Verlag: Piper; Auflage: 4 (November 2008) Hrsg. Martha Schad und Horst Schad ISBN 978-3-492-24364-3
  • Martha Schad: Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter (Taschenbuch) Verlag: Piper; Auflage: 10., Aufl. (April 2006) ISBN 978-3-492-22857-2
  • Das Familienalbum von Kaiser Franz Joseph und Elisabeth Von Gabriele Praschl-Bichler (Seite 127)
  • Norbert Nemec: Erzherzoginnen in Österreich:Position und Wirkungsbereich von 1848–1945 – Seite 212
  • Gertrud, in: Brigitte Hamann: Die Habsburger – ein biografisches Lexikon, Verlag Piper, Wien 1988, ISBN 3-492-03163-3, S. 157

Presseberichte

Erwähnungen

  • Egon Caesar Conte Corti: Elisabeth, „die seltsame Frau“. Nach dem schriftlichen Nachlass der Kaiserin, den Tagebüchern ihrer Tochter und sonstigen unveröffentlichten Tagebüchern und Dokumenten. Weltbild Verlag, Augsburg 2003, ISBN 3-8289-0548-X (früherer Titel: Sissi – Glück und Tragödie einer großen Kaiserin)
  • C. Arnold McNaughton: The Book of Kings: A Royal Genealogy, in 3 volumes (London, U.K.: Garnstone Press, 1973), volume 1 Seite 375.
  • Egon Caesar Corti, Hans Hugo Sokol: Der alte Kaiser, Franz Joseph I. 1955 – Seite vi
  • Richard Sexau: Fürst und Arzt, Dr. med. Herzog Carl Theodor in Bayern: Schicksal zwischen Wittelsbach und Habsburg. Styria Verlag, Graz 1963 – Seite xii
  • Egon Caesar Corti, Hans Hugo Sokol: Der alte Kaiser, Franz Joseph I., vom Berliner Kongress bis zu seinem Tode. Seite 29

Siehe auch

Weblinks

Commons: Gertrud von Österreich-Toskana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Schadt">Martha Schad: Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter. Piper Verlag, 1999.</ref> </references>

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