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Gersdorf (Markersdorf)

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Gersdorf
Gemeinde Markersdorf
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(584)&title=Gersdorf 51° 8′ N, 14° 51′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(584) 51° 7′ 35″ N, 14° 51′ 15″ O
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Höhe: 247 m
Fläche: 9,2 km²
Einwohner: 584 (30. Juni 2019)<ref>Zahlen und Fakten. Gemeinde Markersdorf, abgerufen am 14. November 2021.</ref>
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 02829
Vorwahl: 035829

Gersdorf ist ein Ortsteil von Markersdorf im Landkreis Görlitz.

Lage

Gersdorf liegt etwa 3 km südwestlich von Markersdorf in der Oberlausitz. Der Ort hat einen Haltepunkt Gersdorf (b. Görlitz) an der Bahnstrecke Dresden–Görlitz. Im Süden verläuft die S 111 von Reichenbach/O.L. nach Görlitz.

Nachbargemeinden

Datei:Kirche Gersdorf (Markersdorf).JPG
Kirche Gersdorf
Reichenbach/O.L. Markersdorf
Niedersohland Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Pfaffendorf
Deutsch-Paulsdorf Friedersdorf

Geschichte

Datei:Markersdorf Gersdorf Schloss 1.jpg
Schloss Gersdorf

Das Waldhufendorf besaß ein Rittergut, welches der Stammsitz der Herren von Gersdorff ist. Diese werden 1241 urkundlich erstmals erwähnt und beginnen ihre Stammreihe mit dominus Christianus aduocatus provincie Gorlicensis dictus de Gerhardisdorff<ref>Cod. dipl. Lus. sup. I, S. 166</ref> (Herrn Christian von Gerhardsdorf, Landvogt der Provinz Görlitz). Die Familie von Gersdorff wirkte bis Ende des 16. Jahrhunderts vor Ort. Auf dem sich entwickelnden Herrensitz wurde dann 1585 ein Günther von Hermsdorf erwähnt, 1603 folgte Hans von Warnsdorf, dessen Nachfahren wiederum den Besitz an Hiob von Salza-Ebersbach veräußerten. Bis 1877 verblieb Gut Gersdorf der Familie von Nostitz, unter anderem bei Johann Carl Gotthelf von Nostitz-Drzewiecki, der in zweiter Ehe 1808 mit Henriette Louise Auguste Krug von Nidda verheiratet war. Sie erwarb Gersdorf 1810<ref>Walter von Boetticher: Geschichte des oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635 - 1815. Band 2, v. Nostitz, (auch Freiherren und Grafen). Selbstverlag der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Görlitz, Oberlößnitz 1913, S. 348–350 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 14. Juli 2022]).</ref> für 70530 Reichstaler. 1877 ererbte die briefadelige Familie Krug von Nidda aus die Linie<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1914. In: "Der Gotha". 8. Auflage. Krug von Nidda, 2. Ast. Justus Perthes, Gotha November 1913, S. 574–575 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 14. Juli 2022]).</ref> Gatterstädt von der Tante<ref>P. Brückner: Nachrichten über die Besitzer des Ritterguts Gersdorf bei Reichenbach O. - L. In: Richard Jecht. Oberlausitzsche Gesellschaft der Wissenschaften (Hrsg.): Neues Lausitzisches Magazin. 1894. 1894. Auflage. Band 70/72, Herrn Carl Krug v. Nidda (1877–1880). Hans Heinrich Ludwig Roland Krug v. Nidda. Selbstverlag. In Kommission der Buchhandlung von H. Tzschaschel, Görlitz 1894, S. 225–286 (google.de [abgerufen am 14. Juli 2022]).</ref> und Kirchenpatronin<ref>Eduard Anders: Historische Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien nebst einer Kirchen-Charte. 1867. Verbesserte und vermehrte Auflage der Ausgabe Glogau 1848. Regierungs-Bezirk Liegnitz, Synodal-Verband Görlitz II., 5. Parochie Gersdorf. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1867, S. 480 (google.de [abgerufen am 14. Juli 2022]).</ref> Frau Major von Salza geborene Krug von Nidda die Besitzung offiziell. Der spätere General Karl<ref>Georg von Schimpff: Geschichte des Kgl. Sächs. Garde-Reiter-Regiments. 1880. In: Regimentsgeschichte. Geschichte des Garde Reiter Regiments 1680-1880. Band 39, Friedensjahre. Oberst von Krug. Wilhelm Baensch, Dresden 1880, S. 464–465 (google.de [abgerufen am 14. Juli 2022]).</ref> Krug von Nidda (1820–1880) war Gutsherr auf Gersdorf, auch sein Sohn mit gleichem Dienstgrad, Hans Krug von Nidda, lebte in Gersdorf bis 1922. Etwa zu dieser Zeit hatte Gut Gersdorf nach dem Gothiaschen Genealogischen Taschenbuch einen Umfang von 450 ha.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1925. In: "Der Gotha". 19. Auflage. Krug von Nidda, 2. Ast. Justus Perthes, Gotha November 1924, S. 510–511 (google.de [abgerufen am 14. Juli 2022]).</ref> Letzter Schlossbesitzer, noch mit einem an Leutnant a. D. Otto Schulze verpachteten 382 ha<ref>Schlesisches Güter-Adreßbuch. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter sowie der größeren Landgüter der Provinzen Nieder- und Oberschlesien. 1937. 15. Auflage. Regierungsbezirk, Kreis Görlitz. 2582. Gersdorf. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau Juni 1937, S. 413 (org.pl [abgerufen am 14. Juli 2022]).</ref> unter Leitung des Vollstreckers Oberregierungsrat Carl Ludwig Krug von Nidda mit Sitz in Berlin Besitz versehen, war als Testamentsvollstrecker der Erbengemeinschaft Krug von Nidda der Oberregierungsrat Carl Ludwig Krug von Nidda mit Wohnsitz in Berlin. Dann folgte die Bodenreform 1945.

Gersdorf war zum Landkreis Görlitz gehörig. Die Gemarkungsgröße betrug im Jahr 1895 konkret 927 Hektar. Gersdorf besaß eine Pfarrkirche. 1947 wurde der Ort Teil des Kreises Weißwasser-Görlitz und 1952 des Kreises Görlitz. Seine Eigenständigkeit verlor die Gemeinde Gersdorf im Jahr 1994 durch die Eingemeindung nach Markersdorf. Der Landkreis Görlitz ging 1994 in den niederschlesischen Oberlausitzkreis über, der zum 1. August 2008 durch die Kreisreform Sachsen 2008 zum neuen Landkreis Görlitz kam.<ref name="HOV">Gersdorf im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref>

Entwicklung der Einwohnerzahl

Datei:Fotothek df rp-a 0060001 Markersdorf-Gersdorf. Holländer- oder Waltermühle (um 1846 erbaut, 1923 stillgelegt, 25.1.1965 gesprengt).jpg
Holländer- oder Waltermühle (um 1846 erbaut, 1965 gesprengt)
Jahr Einwohnerzahl<ref name="HOV"/><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeinde Markersdorf: Fakten (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.markersdorf.de</ref>
1777 13 besessene Mann, 34 Gärtner, 32 Häusler
1825 588
1871 645
1885 696
1905 647
1925 615
1939 598
1946 919
1950 932
1964 737
1990 632
1994 610
2000 702
2002 694
2004 659
2005 652
2006 637
2007 628
2008 642
2009 621
2010 628
2011 620
2012 597
2013 586
2014 584
2015 588
2016 587
2017 580
2018 574
2019 584

Schulen

Seit 2020 existiert eine freie Grundschule im Schloss. Träger der Schule ist die Schkola GmbH mit Sitz in Hartau.<ref>SCHKOLA Gersdorf (bei Görlitz). Abgerufen am 28. Dezember 2021.</ref> Im April 2018 wurde der flankierende Verein „Blick zur Landeskrone“ gegründet.<ref>Neue Grund- und Oberschule im Schloss Gersdorf – Gemeinde Markersdorf. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. August 2018; abgerufen am 20. August 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.markersdorf.de</ref>

Söhne der Gemeinde

  • Adelbert Matthaei (1859–1924), Kunsthistoriker, Rektor der TH Danzig
  • Heinz Bielka (1929–2020), Zell- und Molekularbiologe sowie Direktor des Instituts für Zellphysiologie (DAW)

Literatur

  • Gersdorf, In: Eberhard Garbe, Peter Hennig: Adelssitze der Oberlausitz einst und jetzt. 2. Auflage, Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2010. ISBN 978-3-933827-85-2. S. 99
  • Brückner, Edmund: Ortsgeschichte von Gersdorf bei Reichenbach O/L., Görlitz 1898

Weblinks

Commons: Gersdorf (Markersdorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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