Gerhard Schubert (Unternehmen)
| Gerhard Schubert GmbH
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Schubert Logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1966 |
| Sitz | Crailsheim, Deutschland |
| Leitung | Ralf Schubert, Marcel Kiessling, Peter Gabriel |
| Mitarbeiterzahl | 1.600<ref name="Konzernabschluss Gerhard Schubert GmbH">Gerhard Schubert GmbH, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2022 zum 31.12 2022, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 19. März 2024</ref> |
| Umsatz | 359,6 Mio. EUR<ref name="Konzernabschluss Gerhard Schubert GmbH"/> |
| Branche | Verpackungsmaschinen |
| Website | www.schubert.group |
| Stand: 2022 | |
Die Gerhard Schubert GmbH ist ein Hersteller von Verpackungsmaschinen mit Sitz in Crailsheim, Baden-Württemberg. Die Gerhard Schubert GmbH fungiert als die Muttergesellschaft und als zentraler Hauptproduzent von Verpackungsanlagen der Schubert-Gruppe. Die Schubert-Gruppe produziert und vertreibt Verpackungsmaschinen in den Bereichen der Sekundär- und Primärverpackung und hält mit ihren Toploadingmaschinen einen Marktanteil von 30 % weltweit.<ref name="Konzernabschluss Gerhard Schubert GmbH"/><ref name=":3">Marius Stephan: Platz für neue Entwicklungen. In: Hohenloher Tagblatt. 4. Februar 2015.</ref>
Geschichte
1966 bis 1980er
Das Unternehmen wurde 1966 von dem gelernten Mechaniker Gerhard Schubert gegründet.<ref>Automatisierung. Wie ein Verhueterli. In: Wirtschaftswoche. 30. April 1993.</ref><ref name=":0">Mit Robotern an die Weltspitze. In: Handelsblatt. 4. April 2005.</ref> Die erste Anlage, die Schubert entwickelte, war eine patentierte Schachtelaufrichte- und Klebemaschine (SKA) zum vollautomatischen Aufrichten und Verkleben von Kartonzuschnitten. In dieser Maschine kam erstmals Hotmelt (Heißleim) zum Verkleben der Schachteln zum Einsatz.<ref name=":6">Verpackungsmaschinen: Vormarsch der Roboter – Mittelstaendler gibt das Tempo an. Traum eines Unternehmers: „Die Halle ohne Menschen“. In: Handelsblatt. 10. Mai 1993.</ref><ref>Pionier der Verpackungsbranche: Gerhard Schubert ist tot. In: Packaging Journal. 7. Juli 2023, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
In den Anfängen beschäftigte das Unternehmen drei Mitarbeiter und konzentrierte sich zunächst auf den Bau von nur kleinen Aggregaten, Transportbändern und Maschinen. 1968 wurde im Flügelaugebiet eine 800 Quadratmeter große Fertigungs- und Montagehalle gebaut, die bereits zwei Jahre später erweitert werden musste. Schubert fokussierte sich anfänglich auf die Entwicklung von Toploadingverpackungsmaschinen, die damals als unflexibel galten, da für jede Verpackung eine eigene Anlage entwickelt werden musste. Aus der Idee, solche individuellen Verpackungsanlagen in Serie zu bauen, wurde 1972 das SSB-Baukasten-System für Toploadingmaschinen entwickelt (Schubert-Sondermaschinen-Baukasten), das aus rein mechanischen Baugruppen bestand.<ref name=":7">S. Reifenberger: Der Verpackungs-Meister ohne Titel. In: Handelsblatt. 22. Mai 2006.</ref><ref>Schubert Group: Trauer um Gerhard Schubert. In: Packreport. 6. Juli 2023.</ref> Aufgrund des stetigen Wachstums zog die Firma 1972 in das Industriegebiet Süd-Ost um. Ebenfalls 1972 wurde die Turnkey- und Consulting-Tochter Internationale Verpackungsmaschinen Systeme GmbH (heute: Schubert Packaging Systems GmbH) in Crailsheim gegründet.<ref name=":0" />
1975 entwickelte die Firma das sog. Hubtelleraggregat. Hierbei handelte es sich um einen Vorläufer der heutigen Pick- and Place-Roboter, d. h. ein Pick- and Place-Aggregat, das zu verpackende Gegenstände aufnimmt und nach einer 180°-Drehung in die Verpackungsschachteln setzt. Die Prozesse der Aufnahme und Ablage geschahen bei diesem Aggregat in einem Arbeitsgang. 1977 kaufte das Unternehmen die Teilefertigungs-Firma Schubert + Edelmann in Bartholomä, die heute als Schubert Fertigungstechnik GmbH firmiert.<ref name=":0" /><ref>Jens Grieser, Marc Grieser und Bernd Fuchs übernehmen die Geschäftsführung. In: Packreport. 24. Oktober 2018, abgerufen am 20. August 2024.</ref> Nachdem ein US-Unternehmer Schubert Ende der 1970er-Jahre einen ersten Industrieroboter gezeigt hatte, beschloss Schubert, ebenfalls in die Entwicklung von Robotern einzusteigen. 1981 stellte Gerhard Schubert auf der Interpack in Düsseldorf den weltweit ersten vierachsigen Verpackungsroboter namens „Roby“ vor.<ref>Rund um die Verpackung. In: Werben & Verkaufen. 3. April 2019.</ref>
Im Jahr 1984 wurde für einen französischen Kunden die erste Roboter-Pralinenpackstraße der Welt hergestellt. Die Packstraße bestand aus 12 vierachsigen Robotern sowie 12 mechanischen Zuführbändern für die unterschiedlichen Pralinensorten.<ref name=":6" />
Die Vorstellung des zweiachsigen Verpackungsroboters SNC-F2 auf der Hannover-Messe erfolgte 1985. Mit dem SNC-F2 konnten unter Einsatz von Roboterwerkzeugen Schachteln aufgerichtet, befüllt und verschlossen werden. Die Entwicklung dieses Roboters war neben dem vierachsigen Roboter sowie dem dazugehörigen, von Schubert entwickelten Bildverarbeitungssystem, ein weiterer wichtiger Schritt hin zum Standard-Baukasten für Verpackungsmaschinen.<ref>Sehen, zugreifen, einpacken. In: Inspect. 24. April 2014.</ref>
Die erste Pralinenpackstraße mit industrieller Bildverarbeitung kam 1987 auf den Markt. Die Technologie erkannte die Form und Lage der Produkte auf dem Band, damit diese zielgenau durch die Roboter aufgenommen werden konnten und ermöglichte ein Aussortieren der Produkte, die nicht den Qualitätsvorgaben des Herstellers entsprachen. Somit wurde erstmals eine vollautomatische Qualitätskontrolle der Produkte möglich.<ref>Die Augen der Roboter. In: dei – die ernährungsindustrie. 14. August 2014, abgerufen am 20. August 2024.</ref> Die Speedline-Anlage mit zwei Robotern mit CCD-Kameras als Augen wurde auf der Interpack 1987 vorgestellt. Basierend auf dieser Technologie, erfolgte von diesem Zeitpunkt an die serienmäßige Nutzung von Bildverarbeitungssystemen in der Industrie.<ref>Die Entwicklung von Visionsystemen für automatisierte Verpackungssysteme Die Augen der Roboter. In: dei – die ernährungsindustrie. 14. August 2014.</ref>
Gerald Schubert, der jüngste Sohn des Firmengründers, stieg 1989 nach seinem Maschinenbau-Studium ins Unternehmen ein. 1990 trat mit Ralf Schubert der älteste Sohn des Firmengründers nach zweijähriger Tätigkeit als Diplom-Informatiker in einer Software-Firma in die Firma ein und startete die Entwicklung der eigenen Verpackungsmaschinensteuerung (VMS) sowie des eigenen Produktionsplanungssystems (Saturn).<ref>Ralf Schubert: Geschäftsführender Gesellschafter, Gerhard Schubert GmbH. In: Deutscher Maschinenbau Gipfel. 2019, abgerufen am 20. August 2024.</ref><ref>Verpackungsmaschine der Zukunft: Wenn Automatisierung digitale Zukunft trifft. In: Process. 6. September 2016.</ref>
1990er bis 2010er
1992 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 72 Millionen DM mit 345 Beschäftigten. Der Exportanteil betrug damals 50 % und die wichtigsten Absatzmärkte waren Frankreich, England, die Benelux-Staaten und Skandinavien.<ref>Aus den Unternehmen. In: Stuttgarter Zeitung.10. Mai 1993.</ref>
Seit 1994 setzt Schubert in allen Verpackungsmaschinen die selbst entwickelte VMS ein, die Grundlage für viele der Verpackungssysteme ist. Die VMS wurde von dem Unternehmen selbst entwickelt, ohne auf Standardanteile von anderen Anbietern zurückzugreifen.<ref name=":0" /> Ebenfalls 1994 wurde das Schubert-Casino, das unter dem Namen Hägele Catering firmiert, als Restaurant für die eigenen Mitarbeiter auf dem Firmengelände in Crailsheim eröffnet.<ref>Philip Bittermann: Das etwas andere Jubiläum: 25 Jahre Schubert-Casino in Crailsheim. In: Neue Verpackung. 8. März 2019, abgerufen am 20. August 2024.</ref> Ein Jahr später wurde die erste kontinuierlich arbeitende Pickerlinie mit patentiertem Gegenlaufprinzip vorgestellt.<ref>Sven Engelmann: Aus einem Guss – Neue Thermoform-, Füll- und Verschließmaschine sorgt für reibungslosen Ablauf. In: Process. 4. April 2005.</ref>
Die erste SMB-Verpackungsmaschine (Schubert Maschinen Baukasten) unter Einsatz der eigenen Maschinensteuerung VMS nahm 1996 ihren Betrieb beim Kunden auf. Durch den Einsatz von VMS wurden die bis dahin üblichen großen, separaten Schaltschränke an den Verpackungsmaschinen vollständig eliminiert und die gesamte Steuerungstechnik der Maschinen ab diesem Zeitpunkt komplett in die Maschine integriert. Daraus resultierte ein bis zu 30 % geringerer Platzbedarf der Anlagen sowie eine wesentlich kürzere Montagezeit und eine schnellere Inbetriebnahme. Im selben Jahr wurde mit dem Bau einer weiteren, 4.000 Quadratmeter großen Montagehalle auf dem Betriebsgelände in der Hofäckerstraße begonnen, die 1998 als Halle 2 in Betrieb ging.<ref>Ein Roboter im Himmel. In: Packreport. 11. März 2002.</ref>
1998 gründete das Unternehmen eine Tochtergesellschaft in Texas, die Schubert Packaging Systems.<ref>Schubert: Neues Headquarters. In: Packreport. 6. September 2015.</ref>
2001 übernahm das Unternehmen 30 % der Anteile an der MSC Tuttlingen, einem ausgegliederten Geschäftsbereich der in Insolvenz geratenen Unternehmensgruppe Leukhardt.<ref>Neustart für Bereich System-Elektronik. In: Südkurier. 2. November 2001.</ref> Ein Jahr später wurde die Tochter Schubert UK in der Nähe von Birmingham gegründet.<ref name=":0" />
Die SMB-Maschinen waren aufgrund ihrer Bauweise – die gesamte Steuerung erfolgte aus dem unteren Bereich der Anlage, dem Maschinenbett – je nach Komplexität der Verpackungsprozesse sehr unübersichtlich, schwer zugänglich und häufig schlecht zu reinigen. Daraus resultierte 2002 die weiterentwickelte Konstruktion der TLM-Toploadingmaschinen. Die gesamte Steuerungstechnik der Anlage wurde bei den TLM-Maschinen in den oberen Bereich der Anlage verlegt. Dadurch entstand eine gute Übersichtlichkeit, Zugänglichkeit und Reinigungsmöglichkeit der Anlagen. Das Ziel, Verpackungsmaschinen aus einer überschaubaren Zahl von Standardaggregaten aufzubauen, war erreicht. Zudem setzte sich das Unternehmen zum Ziel, diese Maschinen auf einem Fließband zu montieren.<ref>Die Anforderungen an die Flexibilität einer Verpackungslinie steigen. Gerhard Schubert antwortet mit einfacher Mechanik und intelligenter Steuerung. In: Process. 7. März 2008.</ref> Um dies zu erreichen, musste eine zuverlässige und zeitgenaue Versorgung sowohl mit Zukaufteilen als auch eigengefertigten Komponenten sichergestellt werden, weshalb 2002 das Warenlogistikzentrum – ein Hochregallager mit rund 400 Palettenplätzen – in Betrieb ging.<ref>Die Lagerwirtschaft einmal komplett umgekrempelt. In: Deutsche Verkehrs-Zeitung. 11. November 2004.</ref>
Von September 2004 bis Januar 2006 wurde das neue Verwaltungsgebäude mit fünf Stockwerken gebaut, das Büroflächen für etwa 100 Mitarbeiter bot und das 2006 eingeweiht wurde.<ref name=":1">Ulrich Schreyer: Unser Geld ist bei uns am besten aufgehoben. In: Stuttgarter Zeitung. 23. Oktober 2008.</ref> Mittlerweile betrug der Exportanteil des Unternehmens 70 %.<ref name=":0" /> 2008 erfolgte die Einweihung der um 7.000 Quadratmeter erweiterten Montagehalle 2.<ref>Gerhard Schubert erhöht die Wettbewerbsfähigkeit seiner Maschinen und bleibt trotzdem in Deutschland „Ich habe eine soziale Verantwortung“. In: dei – die ernährungsindustrie. 1. April 2008.</ref>
Das Transmodul, der erste Transportroboter in Verpackungsmaschinen, nahm 2009 seine Arbeit auf. Das Transmodul ist ein schienenbasierter freiprogrammierbarer Transportroboter, der für den schnittstellenfreien Transport von Verpackung und Produkt zwischen den einzelnen Verpackungsprozessen innerhalb einer Anlage sorgt.<ref>Martin-Werner Buchenau: Mit Robotertechnik auf dem Vormarsch. In: Handelsblatt. 30. Dezember 2013.</ref><ref>Neues Anwendungsfeld erschlossen: Induktive Stromzuführung für Verpackungsmaschine. In: F+H Fördern und Heben. 2. Februar 2011.</ref>
2010er bis heute
Nach leichten Umsatzrückgängen aufgrund der Finanzkrise beschloss das Unternehmen 2011, einen stärkeren Fokus auf das Geschäft mit der Pharmaindustrie zu legen. Zusätzlich hielt die Gerhard Schubert GmbH 30 % des Weltmarktanteils im Toploadingverpackungswesen, was eine Orientierung hin zu neuen Märkten anregte, speziell auf Primärverpackungen, d. h. Verpackungen für Produkte, die nicht von Hand abgefüllt werden können.<ref name=":3" /><ref name=":2">Schubert will neue Märkte erobern. In: Stuttgarter Zeitung. 4. Juni 2011.</ref> In den frühen 2010er Jahren kamen 70 % des Umsatzes von Kunden aus der Nahrungsmittel- und Süßwarenindustrie und 20 % aus der Pharma- und Kosmetikindustrie.<ref>Geschichte: Gegründet wurde das Unternehmen. In: Stuttgarter Zeitung. 26. Juli 2014.</ref> 2011 kaufte das Unternehmen das Gelände der benachbarten Firma Eisen Fischer, um dort ab 2013 eine weitere Montagehalle zu errichten.<ref>Schubert investiert 30 Millionen. In: Aalener Nachrichten. 4. November 2011.</ref>
Mit dem Transmodul wurde es 2012 erstmals möglich, Abfüllprozesse für flüssige Produkte in die Verpackungsprozesse einer TLM-Verpackungsanlage zu integrieren.<ref>Manfred Frank: Träumereien von Schubert. In: Packreport. 18. Oktober 2017.</ref><ref>Weniger Mechanik – mehr Intelligenz. In: Packreport. 12. April 2013.</ref> Ebenfalls 2012 wurden Ralf und Gerald Schubert in die Geschäftsführung der Gerhard Schubert GmbH berufen.<ref name=":8">Christian Schätzle: Schubert: Gerald und Ralf Schubert zu Geschäftsführern bestellt. In: Neue Verpackung. 20. Dezember 2012, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
2013 übernahm Gerhard Schubert die restlichen 70 % der MSC Tuttlingen und benannte diese um in Schubert System Elektronik.<ref>David Zapp: Touchen, sliden, swiften – Stylishe PCs für die Fabrik. In: Heuberger Bote. 2. August 2013.</ref><ref>Schubert übernimmt MSC Tuttlingen. In: Haller Tagblatt. 17. Juli 2013.</ref> Der bisherige Prokurist des Unternehmens, Peter Gabriel, wurde 2014 zum kaufmännischen Geschäftsführer ernannt.<ref>Adina Möller: Die Zukunft fest im Blick. In: Hohenloher Tagblatt. 24. Juli 2014.</ref><ref>Heribert Lohr: Auch in der Krise weiter zugelegt. In: Haller Tagblatt. 18. August 2021.</ref> Im selben Jahr stellte das Unternehmen auf der Interpack in Düsseldorf die erste schaltschranklose Verpackungsmaschine vor.<ref>Positive Jahresbilanz für Gerhard Schubert: Umsatzplus und internationales Wachstum. In: Packreport. 17. Januar 2024.</ref>
Im Jahr 2015 wurde in Charlotte, North Carolina, ein neuer Hauptsitz für das amerikanische und kanadische Geschäft eingerichtet.<ref>Schubert verstärkt Engagement in Nordamerika. In: Hohenloher Tagblatt. 10. September 2015.</ref> Damit wurden die Schubert Packaging Automation in Kanada und Schubert Packaging Systems in den USA unter dem Namen Schubert North America zusammengefasst. Im Rahmen dieser einheitlicheren Aufstellung des Unternehmens wurden 2016 ebenfalls zwei Tochterunternehmen umbenannt: die IPS International Packaging Systems wurde zur Schubert Packaging Systems und die Schubert + Edelmann in Bartholomä wurde zur Schubert Fertigungstechnik.<ref>Einheitlicher Auftritt. In: Hohenloher Tagblatt. 16. Januar 2016.</ref>
2016 feierte das Unternehmen das 50. Firmenjubiläum.<ref>Vision und Team bringen Erfolg. In: Haller Tagblatt. 23. März 2016.</ref> Im Sommer 2017 übernahm Marcel Kiessling die Geschäftsführung in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Service, für die seit 2012 Gerhard Schuberts jüngerer Sohn Gerald Schubert verantwortlich gewesen war.<ref>Inge Nowak: Wechsel beim Maschinenbauer Schubert: Gründersohn verlässt die Geschäftsführung. In: Stuttgarter Zeitung. 25. Oktober 2016, abgerufen am 20. August 2024.</ref> 2018 expandierte das Unternehmen erstmals nach Asien und eröffnete die Schubert Robotics Shanghai.<ref name=":5">Schubert knackt 200-Millionen-Marke. In: Haller Tagblatt. 10. April 2019.</ref> Im selben Jahr erhielt die Firma die Auszeichnung „Fabrik des Jahres“.<ref>Nachhaltig mit Haut und Haar!. In: LVT Lebensmittel Industrie. 12. Februar 2021.</ref>
Im Oktober 2019 berichtete das Unternehmen erstmals über die Entwicklung des tog.519, einem Cobot mit KI-basierter Bildverarbeitung.<ref>„Big Data ist im Grunde Unsinn“. In: Neue Verpackung. 18. Juli 2019.</ref><ref name=":9">Höhere Flexibilität im Produktions- und Verpackungsprozess: Cobot ermöglicht einfache, flexible Automatisierung jenseits der Maschine. In: Lebensmittelverarbeitung-Online. 13. Juni 2023, abgerufen am 20. August 2024.</ref> Ebenfalls im Oktober 2019, nach mehrjähriger Planung, begannen mit der Verlegung der angrenzenden Landesstraße L2218, die Bauarbeiten für die Werkserweiterung für 300 Mitarbeiter.<ref>Birgit Trinkle: Bekenntnis zum Standort Crailsheim. In: Hohenloher Tagblatt. 13. August 2019.</ref>
2020 wurde in Dresden ein Robotik-Zentrum mit dem Namen Schubert Motion um den ehemaligen Revobotik-Chef Michael Döring eingerichtet.<ref>Heiko Weckbrodt: Schubert gründet Robotik-Zentrum in Sachsen. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 11. Januar 2020.</ref> Im selben Jahr war die Verlegung der Landesstraße L2218 abgeschlossen.<ref>Die Erweiterung kann kommen. In: Hohenloher Tagblatt. 9. April 2020.</ref> Ebenfalls 2020 gründeten die Brüder Gerald und Ralf Schubert gemeinsam mit Peter Gabriel das unabhängige Unternehmen Schubert Business Development.<ref>Armin Scheuermann: Schubert gründet unabhängiges Business Development-Unternehmen. In: Pharma + Food. 8. Juni 2020, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
Mit Johannes Schubert, dem Enkel des Unternehmensgründers, stieg 2021 die dritte Generation der Familie Schubert in das Unternehmen ein. Johannes Schubert wurde zum Geschäftsführer des Tochterunternehmens Schubert Packaging Systems berufen.<ref>Johannes Schubert steigt in die Geschäftsführung ein. In: Neue Verpackung. 16. Februar 2022, abgerufen am 22. August 2022.</ref>
2022 wurde mit der Errichtung eines angegliederten Bürogebäudes begonnen. Bis September 2023 entstanden für ca. 300 Mitarbeiter neue Arbeitsplätze.<ref name="Konzernabschluss Gerhard Schubert GmbH" /><ref>Ein weiterer Meilenstein. In: Rundschau für den Schwäbischen Wald. 31. März 2022.</ref> Außerdem wurden Pläne bekannt, ein sogenanntes „Schubert-Quartier“ in Crailsheim errichten zu wollen, das Schubert-Mitarbeitern Wohnraum sowie Infrastruktur wie Kinderbetreuung bieten soll.<ref>Andreas Harthan: Ein großes Unternehmen hat große Pläne – sehr große. In: Rundschau für den Schwäbischen Wald. 25. Juni 2022.</ref>
Im Juli 2023 verstarb der Firmengründer Gerhard Schubert, der bis zuletzt Teil der Geschäftsführung war, im Alter von 84 Jahren.<ref>Trauer: Gerhard Schubert gestorben. In: LMV-online. 5. Juli 2023, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
Unternehmensstruktur
Die Gerhard Schubert GmbH ist ein familiengeführtes und mittelständisches Unternehmen, das als Muttergesellschaft der Schubert-Gruppe fungiert. Neben internationalen Niederlassungen in Großbritannien, Nordamerika und China umfasst die Schubert-Gruppe Tochterunternehmen aus den Bereichen Elektronik und Präzisionsteile. Die gesamte Produktion findet in Deutschland statt, während die ausländischen Tochterunternehmen für den Vertrieb und Service in den jeweiligen Ländern zuständig sind. Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete die Gerhard Schubert GmbH einen Umsatz in Höhe von 359,6 Millionen Euro und beschäftigte 1.600 Mitarbeiter.<ref name="Konzernabschluss Gerhard Schubert GmbH" /><ref name=":2" /><ref name=":8" />
Zur Gruppe gehören die
- Gerhard Schubert Verpackungsmaschinen GmbH, Crailsheim
- Schubert Packaging Systems GmbH, Crailsheim
- Schubert North America LLC, Charlotte (North Carolina) und Dallas (Texas), USA
- Schubert Packaging Automation Inc., Mississauga (Ontario), Kanada
- Schubert UK Limited, Coventry, England
- Schubert Robotics (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China
- Schubert System Elektronik GmbH, Neuhausen ob Eck
- Schubert Fertigungstechnik GmbH, Bartholomä
- Schubert Additive Solutions GmbH, Crailsheim
- Hägele Catering GmbH, Crailsheim<ref name="Konzernabschluss Gerhard Schubert GmbH" />
Produkte
Toploadingverpackungsmaschinen
Das Hauptgeschäftsfeld des Unternehmens sind die Toploadingverpackungsmaschinen (TLM) zum Verpacken von Produkten verschiedener Art und Branchen – wie Lebensmittel, Süßwaren, Getränke, Pharmazeutika und Kosmetik bis hin zu technischen Artikeln – in Trays, Kartons, Schachteln oder in Schlauchbeutel.<ref name=":0" /><ref name=":1" /><ref>Andreas Harthan: Schubert schafft 300 Arbeitsplätze. In: Haller Tagblatt. 12. Oktober 2019.</ref> Mit den TLM hält Gerhard Schubert einen Marktanteil von 30 % weltweit.<ref name=":3" /> Diese können modular mit einem Baukastensystem individualisiert werden und werden auch platzsparend ohne Schaltschränke gefertigt.<ref name=":4">Weiteres Wachstum soll vor allem aus Übersee kommen. In: Hohenloher Tagblatt. 16. Mai 2015.</ref><ref>Umweltgerecht verpacken – mit Effizienz. In: Neue Verpackung. 22. September 2021.</ref>
In den TLM-Maschinen kommt der Transportroboter Transmodul zum Einsatz. Bei diesem handelt es sich um einen einachsigen, schienenbasierten, aber drahtlos gesteuerten Roboter in modular aufgebauten Verpackungslinien. So können auf den Transportschlitten je nach Produkt unterschiedliche Trägerplatten aufgesetzt werden.<ref>Martin-Werner Buchenau: Mit Robotertechnik auf dem Vormarsch. In: Handelsblatt. 30. Dezember 2013.</ref> Das 2016 eingeführte Flowmodul ist eine Erweiterung des TLM-Baukastens. Hierbei handelt es sich um ein Aggregat zum Verpacken von z. B. Riegeln oder Keksen in Schlauchbeutel.<ref>Premiere auf der FachPack. In: Rundschau für den Schwäbischen Wald. 9. September 2016.</ref><ref>Effizient auf ganzer Linie. In: Packreport. 18. Dezember 2017.</ref>
Cobot tog.519
Der Cobot füllt kleinteilige Produkte wie Süßwaren, Flaschen und andere Packmittel mit bis zu 90 Takten pro Minute aus der Kiste oder vom Band in Verpackungen. Die Bedienbarkeit des Cobots basiert auf einer KI-gestützten Bildverarbeitung, die von Schubert entwickelt wurde. Durch die Bildverarbeitung werden die Produkte beim Aufnehmen sowie die Umgebung erkannt, in welcher der Cobot die Produkte platzieren soll.<ref name=":9" />
3D-Druck
Das Tochterunternehmen Schubert Additive Solutions entwickelte die Streamingplattform „Partbox“ mit dem gleichnamigen 3D-Drucker, mit dem Format- und Ersatzteile für Schubert-Verpackungsmaschinen sowie Ersatzteile anderer Hersteller aller Branchen hergestellt werden können.<ref>Bauteile auf Knopfdruck. In: dei – die ernährungsindustrie. 20. September 2022.</ref><ref>Gerhard Schubert GmbH: Führungsposition in der Verpackungstechnik gefestigt. In: Packreport. 16. März 2020, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
Auszeichnungen
2016 wurde Gerhard Schubert von Landrat Gerhard Bauer mit dem Bundesverdienstkreuz für sein Lebenswerk ausgezeichnet.<ref>Christine Koblmiller: Galaabend und Bundesverdienstkreuz für Gerhard Schubert. In: Neue Verpackung. 29. Juli 2016, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
Im Jahr 2018 nahm die Gerhard Schubert GmbH zum ersten Mal am Wettbewerb „Fabrik des Jahres“ teil und wurde am Standort Crailsheim mit dem Gesamtpreis ausgezeichnet. Die Kriterien für die Auszeichnung umfassten unter anderem die Innovationsfähigkeit, die Qualität entlang der gesamten Wertschöpfungskette und den wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeitern. Der gleichnamige Kongress und die Preisverleihung fanden im März 2019 statt.<ref>Marius Stephan: Crailsheim: Klare Ziele erstklassig umgesetzt. In: Südwest Presse. 13. November 2018, abgerufen am 20. August 2024.</ref>
2020 erhielt das Tochterunternehmen Schubert Additive Solution die Auszeichnung „Smart Solutions Award“ auf der Fachmesse „Exchainge 2020“ für die Partbox Technologie.<ref>3D-Druck-Plattform überzeugt Award-Jury. In: Rundschau für den Schwäbischen Wald. 28. November 2020.</ref>
Technische Meilensteine
- 1966: Schachtel-Aufrichte- und Klebemaschine
- 1972: SSB-Baukastensystem
- 1984: Erste Roboter-Pralinenpackstraße der Welt
- 1985: SNC-F2-Verpackungsroboter
- 1995: F44-Pickerlinie mit patentiertem Gegenlaufprinzip
- 1996: Verpackungsmaschinensteuerung (VMS)
- 2002: Am Fließband gebaute Toploadingverpackungsmaschine (TLM)
- 2009: Transportroboter: das Transmodul
- 2011: TLM-Verpackungsmaschine mit vollautomatischem Werkzeugwechsel<ref>Vollautomatische Formatumstellung. In: LVT Lebensmittel Industrie. 26. April 2011.</ref>
- 2012: TLM-Abfüllmaschine für flüssige und pastöse Produkte
- 2014: schaltschranklose TLM-Verpackungsmaschine
- 2014: Entwicklung eines 3D-Scanners<ref>3D-Scanner für die Verpackungsindustrie. In: LVT Lebensmittel Industrie. 26. Oktober 2016.</ref>
- 2016: Flowmodul für das Verpacken in Schlauchbeutel<ref>Geschäftszahlen 2016: Schubert erzielt Umsatzplus in den USA und im Pharma-Bereich. In: Process. 13. Juli 2017.</ref>
- 2017: Vorstellung der digitalen Plattform Grips.world
- 2019: Vorstellung des Cobot tog.519
Literatur
- Horst Biallo: Die geheimen deutschen Weltmeister. Mittelständische Erfolgsunternehmen und ihre Strategien. Ueberreuter, Wien 1993, ISBN 3-901260-38-2
- Sequence. Das Magazin rund um Schubert Verpackungsmaschinen, erscheint einmal jährlich
Weblinks
Einzelnachweise
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