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Geprägter Splintholzkäfer

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Geprägter Splintholzkäfer
Datei:Trogoxylon impressum bl2.jpg

Geprägter Splintholzkäfer (Trogoxylon impressum)

Systematik
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Bohrkäfer (Bostrichidae)
Unterfamilie: Lyctinae
Gattung: Trogoxylon
Art: Geprägter Splintholzkäfer
Wissenschaftlicher Name
Trogoxylon impressum
(Comolli, 1837)
Datei:Trogoxylon impressum bl1.jpg Datei:Trogoxylon impressum front.jpg
Abb. 1: von oben Abb. 2: Vorderansicht
Datei:Trogoxylon impressum side.jpg Datei:Trogoxylon impressum under.jpg
Abb. 3: Seitenansicht Abb. 4: Unterseite

Der Geprägte Splintholzkäfer<ref name="Umweltamt"/> (Trogoxylon impressum), auch Punktierter Splintholzkäfer<ref name="RL"/> oder wegen der Form des Eindrucks auf dem Halsschild Y-Splintholzkäfer<ref name="ARGE"/> genannt, ist ein Käfer aus der Familie der Bohrkäfer (Bostrichidae) und der Unterfamilie der Splintholzkäfer (Lyctinae). Das mattbraune Tier wird bis zu 5,5 Millimeter lang. Die Art kommt in Mitteleuropa nur sehr selten vor und ist auf warme Gegenden beschränkt, wo sie beispielsweise im Holz der Weinrebe lebt.

Die Art wurde durch Comolli 1837 unter dem Namen Lyctus impressus erstmals beschrieben. Der Artname impressus (lat. eingedrückt, mit Eindrücken versehen)<ref name="NameArt"/> bezieht sich auf den Y-förmigen Eindruck auf dem Halsschild. 1862 wurde die Gattung Trogoxylon von Lyctus abgetrennt. Der Gattungsname Trogoxylon (von altgr. τρώγω trógo, ich benage und ξύλον xýlon Holz) spielt darauf an, dass die Käfer Gänge ins Holz nagen.<ref name="NameGattung"/> Die Gattung Trogoxylon ist in Europa mit nur zwei Arten vertreten,<ref name="FE Tro"/> weltweit mit fünfzehn Arten.<ref name="Biolib"/>

Beschreibung

Der Körper ist lang, flach und schmal.

Der Kopf ist breiter als lang, hinter den Augen verschmälert er sich. Die Augen treten seitlich fast halbkugelförmig hervor. Die Stirn ist über den Augen in einen kleinen Zahn ausgezogen. Die Fühler sind unter den Stirnhöckern eingefügt. Sie haben elf Glieder, die beiden letzten Glieder bilden eine abgeplattete Keule und sind etwa gleich groß. Die Mundwerkzeuge zeigen nach vorn. Die Oberlippe ist in der Mitte gebuchtet und an den Seiten lappig nach vorn gezogen. Ihr Vorderrand ist behaart. Die Oberkiefer sind breit und zugespitzt, ihr Innenrand ist zweizähnig.

Der Halsschild ist etwas länger als breit. Die Seiten des Halsschildes sind nicht gezähnelt, fast parallel und hinten kaum schmäler als vorn. Auf der Scheibe hat der Halsschild einen Eindruck in Form eines Y.

Die Flügeldecken sind zusammen etwas breiter als der Halsschild, verschmälern sich nach hinten kaum und sind zusammen am Ende halbkreisförmig abgerundet. Sie klaffen hinten leicht auseinander. Sie sind undeutlich und verworren punktiert und fein behaart, die Behaarung bildet keine Reihen.

Auf der Unterseite sind 5 Hinterleibssegmente (Sternite) sichtbar, das erste Segment ist so lang wie die beiden folgenden zusammen (Bild 4). Die Hüften sind zapfenförmig vorstehend. Die Beine haben alle fünfgliedrige Tarsen. Die Tarsenglieder sind schlank, das 1. Glied ist deutlich kleiner als die folgenden, das Klauenglied ist nicht verdickt. Die Weibchen haben eine lange dünne Legeröhre mit zweigliedrigem Vaginaltaster, mit dem die Eier in Holzspalten abgelegt werden können.

Biologie

Die wärmeliebende Art gehört zur Gilde der Altholzbesiedler.<ref name="Gilden"/>

Im Freien findet man den Käfer im Splintholz von Feige und Rebenholz, Pappelholz, im Wurzelwerk vom Sturm gefällter Eichen und Obstbaumarten. Mit Sperrholz und Furnieren gelangt die Art in Schreinereien und Wohnungen. Ausnahmsweise tritt er auch in verarbeitetem Holz, beispielsweise Möbeln und in Parkettböden auf. Aus Bozen ist ein Befall von Eichenparkett bekannt, bei dem nach jahrelangen Befall einzelne Parketthölzer völlig zerstört waren, so dass sie mit der Hand zerbrochen werden konnten.<ref name="Hellrigl"/>

Die Larven des Käfers werden von dem Buntkäfer Tarsostenus univittatus gejagt.<ref name="BUND"/>

Verbreitung

Der Käfer kommt rund um das Mittelmeer sowie in Syrien und Südsibirien (südpaläarktisch) vor. Er ist thermophil. Neuere Funde lassen den Schluss zu, dass er inzwischen auch in Südwestdeutschland heimisch ist.<ref name="ARGE2"/> In Baden-Württemberg wurde er im Juni, Juli und Oktober in Höhen zwischen 170 und 430 m gefunden.<ref name="ARGE3"/> Außerdem wurde er aus mehreren anderen Ländern gemeldet, in die er eingeschleppt und in denen er teilweise heimisch wurde. In Israel wurde die Art in Mangokulturen gefunden.<ref name="Israel"/> Auch aus Australien,<ref name="Australien"/><ref name="Australien 2"/> Argentinien und USA<ref name="spanisch"/> liegen Fundmeldungen vor.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Umweltamt">Deutscher Name für Trogoxylon impresseum in Publikation des Umweltamtes, Anhang 1 (PDF; 3,3 MB)</ref> <ref name="ARGE"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutscher Name für Trogoxylon impressum nach ARGE SWD Koleopterologen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.entomologie-stuttgart.de</ref> <ref name="RL">@1@2Vorlage:Toter Link/s4ads.comRote Listen bei BioNetworkX (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2022. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> <ref name="NameArt">Sigmund Schenkling: Erklärung der wissenschaftlichen Käfernamen (Art)</ref> <ref name="NameGattung">Sigmund Schenkling: Erklärung der wissenschaftlichen Käfernamen (Gattung)</ref> <ref name="FE Tro">Trogoxylon bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple</ref> <ref name="Biolib">Arten der Gattung Trogoxylon bei BioLib</ref> <ref name="Gilden">Schmidl J & Bussler H 2004: Ökologische Gilden xylobionter Käfer Deutschlands Naturschutz und Landschaftsplanung 36 (7); Stuttgart Nr. 821</ref> <ref name="Hellrigl">Klaus Hellrigl: Über Auftreten von Holzinsekten in Häusern forest observer vol.2/3 2006 S. 342, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />als PDF (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.provincia.bz.it</ref> <ref name="BUND">Dr. Frank Baum, Staufen i. Br.: Käfer und Käferfauna am Schönberg bei Freiburg, Südbaden Abschnitt 3.1.2 als Link oder als PDF</ref> <ref name="ARGE2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fundorte in Baden-Württemberg (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.entomologie.de</ref> <ref name="ARGE3"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Funddaten (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.entomologie.de</ref> <ref name="Israel">Wysoki, M., Ben-Dov, Y., Swirski, E. and Izhar, Y. 1993. THE ARTHROPOD PESTS OF MANGO IN ISRAEL. Acta Hort. (ISHS) 341:452-466 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. September 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.actahort.org</ref> <ref name="Australien"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> <ref name="Australien 2">Trogoxylonarten in Australien</ref> <ref name="spanisch">E. Fernández-Carillo, J.L. Fernández-Carillo, J.I. López-Colón: Los Bostrichidae de la Provincia de Ciudad Real Bol. S.E.A. n° 29, (2001) 41 - 44 als PDF</ref> </references>