Zum Inhalt springen

Geothermieheizkraftwerk Braunau-Simbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Geothermiekraftwerk Braunau-Simbach
Lage

Geothermieheizkraftwerk Braunau-Simbach (Bayern)
Geothermieheizkraftwerk Braunau-Simbach (Bayern)
Koordinaten 48° 15′ 26″ N, 13° 0′ 40″ OKoordinaten: 48° 15′ 26″ N, 13° 0′ 40″ O
 {{#coordinates:48,257291|13,011037|primary
dim=1000 globe= name=Geothermiekraftwerk Braunau-Simbach region=DE-BY type=building
  }}
Land DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern

OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich

OberosterreichDatei:Oberoesterreich Wappen.svg Oberösterreich
Daten

Typ Geothermiekraftwerk
Primärenergie Erdwärme
Leistung 0,2 Megawatt elektrisch<ref name="gtv">Simbach: Erster Strom ins Netz. GtV Bundesverband Geothermie, 27. Juli 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. April 2012; abgerufen am 4. Oktober 2011.</ref>

7 Megawatt thermisch<ref name="projektsteckbrief">Geothermie-Projekt Simbach-Braunau. (PDF, 748 KB) Projektsteckbrief. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Dezember 2007, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. Oktober 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ie-leipzig.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Betreiber E.ON Bayern<ref name="eon-bayern">Energiereserve aus der Tiefe: Geothermie. Abschnitt Erfolgsprojekt Braunau-Simbach. E.ON Bayern, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2011; abgerufen am 4. Oktober 2011.</ref>
Projektbeginn 1996<ref name="eon-bayern"/>
Betriebsaufnahme Herbst 2001<ref name="projektsteckbrief"/>
Turbine Organic-Rankine-Cycle-Turbine

Das Geothermiekraftwerk Braunau-Simbach im bayrischen Simbach am Inn ist ein hydrothermales geothermisches Heizkraftwerk. Die untertägigen Teile der Anlage befinden sich teilweise unter dem österreichischen Braunau am Inn.<ref name="projektsteckbrief"/> Betreiber ist die E.ON Bayern.<ref name="eon-bayern"/>

Geschichte

Im Jahr 1996 entstanden in grenzüberschreitender Zusammenarbeit der deutschen Stadt Simbach am Inn, der österreichischen Stadt Braunau am Inn und des Landkreises Rottal-Inn Planungen für ein geothermisches Fernheizwerk.<ref name="projektsteckbrief"/><ref name="eon-bayern"/> Dazu wurden 1997 zwei Projektgesellschaften gegründet.<ref name="projektsteckbrief"/> Die ersten Bohrungen erfolgten 1999.<ref name="projektsteckbrief"/> Mit dem Bau des Fernwärmenetzes und der zugehörigen Heizzentrale wurde 2001 begonnen.<ref name="projektsteckbrief"/> Der Probebetrieb erfolgte ab Anfang 2001.<ref name="projektsteckbrief"/> Im Herbst 2001 wurde die Anlage schließlich fertiggestellt und in Betrieb genommen.<ref name="projektsteckbrief"/> Erst 2005 wurde das Fernwärmenetz fertiggestellt.<ref name="projektsteckbrief"/> Im Jahr 2009 wurde die Anlage im Rahmen eines europaweiten Forschungsprojekts durch eine Turbine des italienischen Herstellers Turboden erweitert, die nach dem Organic-Rankine-Cycle-Verfahren (ORC) arbeitet.<ref name="gtv"/>

Technik

Die Anlage liegt im bayrischen Molassebecken.<ref name="eon-bayern"/> Um das geothermische Potential am Standort nutzbar zu machen, wurden eine Förderbohrung (1900 m tief) und eine Reinjektionsbohrung (1850 m tief) bis in eine Malmkarst-Schicht erstellt.<ref name="projektsteckbrief"/> Um eine hydraulische und thermische Entkopplung von Förder- und Reinjektionsbohrung zu ermöglichen, erfolgten die Bohrungen nicht parallel zueinander:<ref name="projektsteckbrief"/> Während die Bohrungen an der Erdoberfläche einen Abstand von 15,5 m haben, erhöht sich dieser Abstand untertägig bis auf 2050 m.<ref name="projektsteckbrief"/> Dazu wurde die Förderbohrung um 66 Grad abgelenkt.<ref name="projektsteckbrief"/> Die Förderbohrung führt unter dem Inn hindurch und das Ende der Förderbohrung liegt auf österreichischer Seite unter der Stadt Braunau.<ref name="projektsteckbrief"/>

Mittels der Förderborung wird Thermalwasser mit einer Temperatur von 80 °C und einem Volumenstrom von 74 l/s (=266 m³/h) gefördert.<ref name="projektsteckbrief"/> Die Wärme des Thermalwassers wird genutzt, anschließend wird das Wasser durch die Reinjektionsbohrung wieder in den Untergrund gepumpt. Durch das Thermalwasser kann eine geothermische Leistung von 7 Megawatt bereitgestellt werden.<ref name="projektsteckbrief"/> Das Fernwärmenetz hat eine Länge von 35 km und versorgt 750 Gebäude mit insgesamt etwa 5000 bis 6000 Haushalten.<ref name="eon-bayern"/><ref name="klimabuendnis"/> Die Anschlussleistung des Fernwärmenetzes beträgt 40 MW.<ref name="projektsteckbrief"/>

Neben der Bereitstellung von Fernwärme wird diese Wärme auch zum Antrieb der ORC-Turbine mit einer elektrischen Leistung von 200 kW genutzt.<ref name="gtv"/>

Umwelt

Laut Angaben der Projektgesellschaft bzw. des Betreibers werden jährlich 10.700<ref name="projektsteckbrief" /> bis 16.000 Tonnen<ref name="eon-bayern"/> Kohlendioxid-Emissionen sowie 7 Tonnen Schwefeldioxid- und Stickoxid-Emissionen<ref name="projektsteckbrief"/> vermieden. Nach Berechnungen des Klima-Bündnisses entspricht dies einer jährlichen Erdöleinsparung von acht Millionen Liter Erdöl.<ref name="klimabuendnis">Geothermie-Kraftwerk Braunau - Simbach. Klimabündnis, abgerufen am 4. Oktober 2011.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>