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Georgstaler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Georgstaler St. Georg.jpg
Zwei Messingamulette nach Art der Georgstaler, 19. Jahrhundert, Vorderseite
Datei:Georgstaler Schiff.jpg
Zwei Messingamulette nach Art der Georgstaler, 19. Jahrhundert, Rückseite
Datei:Médailles contre les balles de fusil-Musée sundgauvien.jpg
Amulette nach Art der Georgstaler (17. Jahrhundert), im Sundgaumuseum Altkirch

Als Georgstaler werden Talermünzen bezeichnet, welche die Grafen von Mansfeld seit 1521 schlagen ließen und die deren Hauspatron St. Georg zeigen. Da man den Talern wegen der Georgsdarstellung eine beschützenden Kraft für Reiter und Soldaten zusprach, wurden sie als Schutzamulette sehr begehrt, deshalb auch durch andere Münzstätten in ähnlicher Form nachgeprägt und schließlich sogar als Amulett-Anhänger in den verschiedensten Metallen hergestellt und vertrieben.

Geschichte

Ab 1521 ließen die Grafen von Mansfeld silberne Talermünzen schlagen, die auf der Vorderseite das Bild des Hauspatrons St. Georg, als Ritter, hoch zu Ross und auf der anderen Seite das gräfliche Wappen zeigen.<ref>Mansfelder Georgstaler</ref>

Infolge der imposanten Darstellung des Soldaten- und Reiterpatrons St. Georg waren diese Taler als Schutzamulette sehr beliebt. Man hatte sie gerne bei sich und versah sie auch oft mit Löchern bzw. Henkeln, um sie um den Hals tragen zu können. In abergläubischer Weise schrieb man ihnen zudem übersinnliche Eigenschaften zu, etwa Schutz vor dem bösen Blick, vor Krankheit und Verwundung, sowie vor Gefahr für Leib und Leben schlechthin. Besondere Verbreitung fanden sie im Dreißigjährigen Krieg.

In einem Münzlexikon berichtet Karl Christoph Schmieder 1811 darüber:

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So kam es, dass die Mansfelder Prägeanstalt den Bedarf letztlich nicht mehr decken konnte und man den Taler auch an anderen Münzstätten nachprägte, dort allerdings ohne das Wappen der Grafen von Mansfeld. Hauptsächlich geschah das Ende des 17. Jahrhunderts im seinerzeit ungarischen Kremnitz. Hier schuf der Medailleur Hermann Roth von Rothenfels (1654–1726) den Taler mit zeitgemäßer Barockdarstellung des heiligen Georg.<ref>Über die Gestaltung des neuen Talers durch Hermann Roth von Rothenfels</ref><ref>Lebensdaten des Hermann Roth von Rothenfels</ref> Die Rückseite ziert nun statt des Wappens eine Szene aus dem Neuen Testament, nämlich den im Sturm auf einem Segelschiff schlafenden Christus. In dieser neuen Form avancierte der Georgstaler zum gängigsten Schutzamulett der Soldaten schlechthin. Jeder Kämpfer wollte eine solch fromme Münze als Glücksbringer bei sich tragen, weshalb sie bald mit dem 20- oder 30fachen Wert gehandelt und nahezu unerschwinglich wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20160322001619

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Die hohe Nachfrage – auch bei niedrigeren Militärrängen und im Volk – führte dazu, dass man hauptsächlich die Georgstaler des Kremnitzer Musters gehenkelt und gelocht, in den verschiedensten Größen, Stärken und Metallen, auch als Amulettanhänger prägte. Diese sind wegen ihrer billigeren Anschaffung noch mehr verbreitet als die Silbertaler gleichen Aussehens.

Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Kremnitzer Georgstaler – als Münze oder als Anhänger – in unveränderter Darstellung das beliebteste Soldatenamulett in Mitteleuropa, weshalb diese Stücke auch oft als Bodenfunde ausgegraben werden. Sie gehörten einst zum festen Bestandteil jedes Marketendersortiments und wurden konfessionsübergreifend getragen.

Die Medaillen galten überdies auch als Schutzamulette der Reiter allgemein sowie der Seefahrer wegen der abgebildeten Schiffsszene. So ähnelt beispielsweise die Sankt-Georgs-Medaille des Bundesnachrichtendienstes stilistisch einem Entwurf von Christian Hermann Roth (1645–1690).<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Vorderseite

Die Vorderseite zeigt den Hl. Georg als Ritter, hoch zu Ross, mit dem Drachen kämpfend.

Die Umschrift lautet: S. GEORGIUS EQUITUM PATRONUS. (St. Georg Schutzpatron der Reiter)

Rückseite

Die Rückseite zeigt ein Segelschiff mit dem schlafenden Christus im Sturm.

Hier lautet die Umschrift: IN TEMPESTATE SECURITAS. (Im Sturme Sicherheit)

Nachläufer

Anlässlich der 100-jährigen Zugehörigkeit der Grafschaft Mansfeld zum Königreich Preußen prägte die Berliner Münze 1915 ein silbernes Dreimarkstück, das man auch als „Mansfelder Segenstaler“ bezeichnet, da es die Inschrift „SEGEN DES MANSFELDER BERGBAUES“ trägt. Die Schauseite dieser Münze greift noch einmal die berühmte Darstellung des Hl. Georg des ursprünglichen Mansfelder Georgstalers auf.<ref>Preussen 3 Mark, 1915, sogenannter Mansfelder Segenstaler</ref>

Weblinks

Literatur

  • Friedrich Günther: Der Harz. Velhagen & Klasing, Bielefeld u. a. 1901, S. 116 (Land und Leute 9, {{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}
 | {{#if:trim|500786-0}}. In: Zeitschriftendatenbank (ZDB).
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  • Walter Hartinger: Religion und Brauch. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, ISBN 3-534-10900-7, S. 96 Text zum Georgstaler als Soldatenamulett.
  • Oskar Hovorka, Adolf Kronfeld (Hrsg.): Vergleichende Volksmedizin. Band 1. Strecker & Schroeder, Stuttgart 1908, S. 21 Scan des Eintrags.
  • Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau. Bd. 34, 1993, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0448-1348|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

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}}, S. 85 Scan der Stelle über den Georgstaler.

Einzelnachweise

<references/>