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Georg Winter (Historiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Georg Winter.jpg
Georg Winter, um 1906

Karl Georg Ludwig Winter (* 3. Februar 1856 in Breslau; † 1. September 1912 in Magdeburg) war ein deutscher Archivar und Historiker.

Leben

Nach dem 1873 begonnenen Studium an den Universitäten Breslau und Berlin promovierte Georg Winter 1878 in Göttingen zum Dr. phil. Während seines Studiums wurde er 1873 Mitglied der Burschenschaft Germania Breslau. Von 1877 bis 1879 war er als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Historischen Seminar der Berliner Universität tätig, bevor er 1879 als Archivhilfsarbeiter im Geheimen Preußischen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem eingestellt wurde. 1881 wechselte er als Archivassistent an das Staatsarchiv Düsseldorf und im Dezember 1882 wurde er Archivsekretär am Staatsarchiv Marburg. Hier wurde er 1885 zum Archivar II. Klasse befördert. Georg Winter wechselte im Oktober 1892 an das Staatsarchiv Magdeburg. Winter war von 1896 bis 1901 Archivar am Staatsarchiv Stettin, ehe er 1901 an das Staatsarchiv Osnabrück versetzt wurde. Dort wurde er 1903 in der Nachfolge von von Max Bär zum Archivdirektor befördert. Winter war ein Mann von ausgeprägter Zivilcourage und ein entschiedener Gegner des Antisemitismus. Er setzte sich innerhalb der preußischen Verwaltung vehement für die Gleichberechtigung jüdischer Mitbürger ein, insbesondere für deren Zulassung als Offiziersaspiranten im Militär. Dieses Engagement führte zu massiven Konflikten mit seinen vorgesetzten Behörden. In der Folge wurde Winter im Jahr 1906 vom Staatsarchiv Osnabrück an das Staatsarchiv Magdeburg als Direktor versetzt, das er bis zu seinem Tod 1912 leitete.<ref>Biografie Dr. Georg Winter, Universität Magdeburg, abgerufen am 29. März 2026.</ref> Sein moralischer Kompass blieb ungebrochen; er war Mitbegründer des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus“ und warnte frühzeitig vor den Gefahren des völkischen Nationalismus.<ref>Vossische Zeitung, Berlin, 12. September 1912 (Nachruf und Würdigung des Engagements gegen Antisemitismus).</ref>

Als Historiker genoss Winter höchste Anerkennung bis in die Regierungsspitze des Kaiserreichs. Er stand im persönlichen Briefwechsel mit dem ehemaligen Reichskanzler Otto von Bismarck, der Winters Arbeiten ausdrücklich lobte. Auch Reichskanzler Bernhard von Bülow schätzte seine Expertise. Für seine Verdienste wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1905 mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse und 1909 mit dem Ritterkreuz I. Klasse des sächsischen Albrechts-Ordens. Im Jahr 1910 ernannte ihn Kaiser Wilhelm II. zum Geheimen Archivrat.<ref>Originaldokumente im Familienbesitz (Briefwechsel mit Bismarck 1890/1894, Ernennungsurkunden Wilhelm II. 1910), digitalisiert auf Wikimedia Commons.</ref>

Er war Mitglied der Magdeburger Freimaurerloge Harpokrates.

Familie

Georg Winter war der Sohn von Ludwig Wilhelm Winter (1828–1899) und Henriette Auguste Beyer. Er heiratete am 4. Januar 1883 in Düsseldorf Marie Elisabeth Duntze (1859–1924), eine Tochter des Landschaftsmalers Johannes Duntze.

Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor:

   Eleonore (1884–1972), Ehefrau des Chemikers Karl Schaum.
   Clara Anna Charlotte  (geb. 1886)
   Hans Herrmann (1887–1967).
   Ein Sohn (Totgeburt 1888).
   Grete Marie Karoline (geb. 1893). In der Familientradition der Zivilcourage stehend, verbarg sie während der Zeit des Nationalsozialismus zwei jüdische Frauen in der Wohngruppe 100 Eichen in Osterode(Thüringen) und rettete ihnen so das Leben.
 Karl Ernst Max Walter (1897–1917), gefallen im Ersten Weltkrieg. Sein Schicksal wurde von seiner Schwester Clara Winter in einem biografischen Werk (Privatbesitz) dokumentiert.
Datei:Verleihungszeugnis Rettungsmedaille am Bande für Karl Winter 1915.jpg
Verleihungszeugnis der Rettungsmedaille für Karl Winter (1915)

<ref>Gerhard Kraft: Der Bericht zum Bild – Vorgeschichte zu meiner Familie. In: Rheinfranken-Zeitung 1/2008, 78. Jg., S. 6–8.</ref>

Werke (Auswahl)

  • Geschichte des Rathes in Straßburg von seinen ersten Spuren bis zum Statut von 1263 (= Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechts-Geschichte. H. 1). Koebner, Breslau 1878.
  • Die Katastrophe Wallensteins nach der neuesten archivalischen Publikation, Marburg 1883.
  • Hans Joachim von Zieten, 2 Bände, Duncker & Humblot, Leipzig 1886.
  • Die kriegsgeschichtliche Überlieferung über Friedrich den Großen geprüft an dem Beispiel der Kapitulation von Maxen, Berlin 1888.
  • Geschichte des 30jährigen Krieges, Grote, Berlin 1893 (= Allgemeine Geschichte in Einzeldarstellungen, 3. Hauptabteilung, 3. Teil, 2. Hälfte).
  • Der Antisemitismus in Deutschland, vom kulturhistorischen und sozialpolitischen Standpunkte beleuchtet, Salinger, Magdeburg 1896.
  • mit Ignaz Jastrow: Deutsche Geschichte im Zeitalter der Hohenstaufen, Cotta, Stuttgart 1897.
  • (Hrsg.) Pommersches Urkundenbuch, Band 4, Paul Niekammer, Stettin 1903.
  • Friedrich der Große, 2 Bände, Verlag Ernst Hofmann & Co., Berlin 1907.

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

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