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Georg Friedrich Schmidt

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{{#if: befasst sich mit dem Künstler Georg Friedrich Schmidt. Zum Pfarrer und Lexikografen Georg Friedrich August Schmidt siehe Friedrich August Schmidt (Lexikograf).

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Georg Friedrich Schmidt, Selbstporträt „mit der Spinne“, Radierung, St. Petersburg 1758

Georg Friedrich Schmidt (* 24. Januar 1712 in Schönerlinde bei Berlin; † 25. Januar 1775 in Berlin) war ein deutscher Kupferstecher, Radierer und Pastellmaler, der als Hofkupferstecher unter Friedrich II. wirkte. Er gilt auf seinem Gebiet als ein Meister des friderizianischen Rokokos.

Leben

Anfänge in Berlin

Georg Friedrich Schmidts Eltern waren arme Tuchmacher. Ihr Sohn war eigentlich dazu bestimmt, wie der Vater das Tuchmacherhandwerk zu erlernen. Doch damit war der Knabe keineswegs einverstanden, denn er begeisterte sich schon früh für die zeichnende Kunst. Nachdem die Familie, zu der auch zwei Schwestern des Künstlers zählten, von Schönerlinde, seinem Geburtsort, nach Berlin gezogen war, gestattete man daher dem vierzehnjährigen Georg Friedrich, am unentgeltlichen Zeichenunterricht an der Berliner Kunstakademie teilzunehmen.<ref>Joseph Eduard Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. Haendcke & Lehmkuhl, Hamburg 1887, S. IV.</ref> Nachdem dort sein Talent offensichtlich wurde, gaben die Eltern auf Anraten der Akademielehrer ihren Sohn nach allgemeiner Auffassung beim Kupferstecher Georg Paul Busch 1727 in eine dreijährige Lehre, wohl auch deswegen, weil ein Maler für die künstlerische Ausbildung des jungen Georg Friedrich gerade nicht zur Verfügung stand.<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. V.</ref> Laut Karl von Lützow allerdings soll Schmidts eigentlicher Lehrer der preußische Hofkupferstecher Johann Georg Wolfgang gewesen sein; für Busch hätte der äußerst begabte junge Schmidt nur nebenbei aus finanziellen Gründen als Stecher gearbeitet.<ref>Da Wolfgang, „neben seiner Stellung als Hofkupferstecher, auch Lehrer seines Fachs an der Berliner Akademie war, an welcher Schmidt seine Studien begann, ist es höchst wahrscheinlich, daß er auch dessen Lehrer war. Gewöhnlich wird der Kupferstecher G. P. Busch als solcher genannt. Busch war jedoch ein Stümper, von dem Schmidt nichts mehr lernen konnte, ‚er arbeitete nur für ihn und verbesserte dessen Platten des Geldverdienstes halber, da Busch eine ausgebreitete Kundschaft besaß, die der junge unbekannte Künstler namentlich während seiner sechsjährigen Dienstzeit als Soldat sich nicht erwerben konnte‘ (Seidel).“ Siehe Carl von Lützow: Geschichte des deutschen Kupferstiches und Holzschnittes. Berlin 1891, S. 254.</ref> Ähnlich schreibt auch Edwin von Campe über Schmidt: „Er erlernte an der Berliner Akademie die Kunst des Kupferstechens und kam dann zu G. P. Busch als Gehilfe, den er an Können bald übertraf.“<ref>Edwin von Campe (Hrsg.): Die graphischen Porträts Friedrichs des Grossen aus seiner Zeit und ihre Vorbilder. Band 1. Bruckmann, München 1958, S. 9.</ref> Um sich als Künstler zu vervollkommnen, belegte Schmidt neben Zeichenkursen wohl auch Malkurse an der Berliner Kunstakademie, zumal er auch an der Malerei Interesse hatte.

Ab 1730 absolvierte der junge Künstler seinen Militärdienst in der preußischen Armee und wurde dort Kanonier. In seiner Freizeit besuchte er weiterhin die Kunstakademie und arbeitete auf eigene Rechnung als Kupferstecher. Erste Erfolge hatte Schmidt in den frühen 1730er Jahren mit Kupferstich-Porträts des Kronprinzen Friedrich, die er teilweise noch für Georg Paul Busch stach.<ref>Von Campe: Die graphischen Porträts Friedrichs des Grossen aus seiner Zeit und ihre Vorbilder. Band 1, S. 9, 39, 65. Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. 17. Vorlage:HohenzollernJahrbuch Der 1733 entstandene Stich zur Hochzeit des Kronprinzen Friedrich mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern stammt dagegen nicht von Georg Friedrich Schmidt, sondern vom Braunschweiger Kupferstecher Johann Georg Schmidt (1694–1767), mit dem Georg Friedrich Schmidt gelegentlich verwechselt wird. Siehe die Signatur „J. G. Schmidt“. Gerhild H. M. Komander: Der Wandel des "Sehepuncktes". Die Geschichte Brandenburg-Preußens in der Graphik von 1648 bis 1810. LIT Verlag, Münster / Hamburg 1995, S. 387 Nr. 122.</ref> Mit Genehmigung von Friedrichs Mentor Feldmarschall Friedrich Wilhelm von Grumbkow verließ Schmidt allerdings 1736 vorzeitig den Militärdienst<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. VI. Eigentlich hätte er als Enrollierter vierzehn Jahre lang seinen Militärdienst absolvieren müssen.</ref> und machte sich selbständig.

Auf der Kunstakademie hatte er Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff kennengelernt, der zu einem langjährigen Freund wurde.<ref>„Knobelsdorff war 1729, nachdem er den Militärdienst wegen Kränklichkeit quittiert hatte, nach Berlin gekommen, wo er den Kronprinzen im Zeichnen unterrichten sollte und sich selbst an der Akademie der Künste weiterbilden konnte. Zur gleichen Zeit wie er besuchte der Kupferstecher Georg Friedrich Schmidt die Akademie. Beide waren freundschaftlich verbunden.“ Siehe Gerd Bartoschek: Antoine Pesne, 1683–1757. Ausstellung zum 300. Geburtstag. Generaldirektion der Staatlichen Schlösser und Gärten, Potsdam-Sanssouci 1983, S. 120.</ref> Auch mit dem preußischen Hofmaler und Akademiedirektor Antoine Pesne, der wie Knobelsdorff mit Friedrich II. „in intimem, persönlichem Verkehr“ stand,<ref>Paul Seidel: Friedrich der Grosse und die bildende Kunst. Giesecke & Devrient, Leipzig und Berlin 1922, S. 40.</ref> schloss er Freundschaft.<ref>Seidel: Friedrich der Grosse und die bildende Kunst. S. 153, 224. Schmidt war bereits in den 1730er Jahren ein Schützling des Hofmalers Pesne, zu dessen vielen Schülern er zählte. Der bekannte Berliner Kunsthistoriker Hans Mackowsky, einer der besten Kenner Alt-Berlins, schrieb, dass Knobelsdorff zu seiner Akademiezeit „Schmidt als einen Schützling des Berliner Akademiedirektors und Hofmalers Pesne kannte.“ Siehe Hans Mackowsky: „Das Friedrichs-Forum zu Berlin nach dem Plane von G. W. v. Knobelsdorff“. In: Zeitschrift für bildende Kunst, Jg. 45, N.F. 21, 1910, S. 16.</ref> Der aus Frankreich stammende Pesne versorgte Schmidt mit einem Empfehlungsschreiben an Nicolas Lancret.<ref>Hans Müller betont, „dass Pesne selbst deutsche Künstler auf das, was man bei seinen Landsleuten lernen konnte, aufmerksam machte, wie er zum Beispiel den jungen Kupferstecher Georg Friedrich Schmidt an seinen Freund Lancret in Paris empfohlen hat.“ Siehe Hans Müller: Die königliche Akademie der Künste zu Berlin 1696 bis 1896. Von der Begründung durch Friedrich III von Brandenburg bis zur Wiederherstellung durch Friedrich Wilhelm II von Preussen. Berlin 1896, S. 104.</ref> Mit dieser Empfehlung ging der deutsche Kupferstecher 1736 nach Paris, um dort sein Stecher-Handwerk zu perfektionieren.<ref>„Schmidt ging 1736 zur Vervollkommnung seiner Ausbildung nach Paris, von Pesne zu Lancret geschickt, nach dessen Bildern er zunächst stach.“ Siehe Bartoschek: Antoine Pesne, 1683–1757. S. 120. Das in der Literatur öfter genannte Datum 1737 für den Weggang nach Paris beruht auf einer Fehlinterpretation von Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen, S. VII. Zum korrekten Datum 1736 auch Herbert Krüger: „Die Gesellenwanderung des ‚französischen‘ Kupferstechers Jean-Georges Wille aus Oberhessen über Straßburg nach Paris im Jahre 1736“. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. N.F., Band 74, Heft 2 (1965), S. 389–413.</ref> Auf dem Weg dorthin begleitete ihn sein Freund, der Dekorationsmaler Friedrich Wilhelm Hoeder,<ref>„Schmidt etait accompagné par Höder, jeune Peintre de Berlin.“ Siehe die biografische Skizze von Johann Georg Wille über Schmidt, zitiert bei Elisabeth Décultot, Michel Espagne, Michael Werner (Hrsg.): Johann Georg Wille (1715–1808). Briefwechsel. Max Niemeyer, Tübingen 1999, ISBN 3-484-36544-7, S. 42.</ref> der wie sein anderer Freund Knobelsdorff wohl auch bei Pesne an der Berliner Akademie ausgebildet worden war.<ref>{{ #if:|: |}}{{ #if:Hoeder, Friedrich Wilhelm|Hoeder, Friedrich Wilhelm|Georg Friedrich Schmidt }}. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). {{ #if:73|{{#if:{{#iferror:{{#ifexpr:{{#switch: | R+ = abs | R- = -abs | Z = trunc | Z+ | N = abs trunc | Z- = -abs trunc}}(73) = (73) {{#if: | round ({{{3}}}) }} | 1 }} }}|Band 73, {{ #ifexpr: 73 < 5|Seemann, Leipzig|{{ #ifexpr: 73 < 66|Saur, München u. a.|De Gruyter, Berlin}} }}|73, Saur, München}} {{#switch: 73 |1=1983, ISBN 3-598-22741-8 |2=1986, ISBN 3-363-00115-0 |3=1990, ISBN 3-363-00116-9 |4=1990, ISBN 3-598-22744-2 |5=1992, ISBN 3-598-22745-0 |6=1992, ISBN 3-598-22746-9 |7=1993, ISBN 3-598-22747-7 |8=1993, ISBN 3-598-22748-5 |9=1994, ISBN 3-598-22749-3

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Enge Freundschaft mit Johann Georg Wille

Datei:Le Théatre Italien.jpg
Le Théatre Italien nach Nicolas Lancret, erschienen bei Larmessin, Paris 1737 oder 1738

• Unterwegs freundete sich Schmidt in Straßburg mit dem Kupferstecher Johann Georg Wille an.<ref>„Mr Wille, qui allait également a Paris se joignit a eux a Strasbourg.“ Zitiert bei Décultot u. a.: Johann Georg Wille (1715–1808): Briefwechsel. S. 42.</ref> Schmidt, Wille und Hoeder trafen Ende Juli 1736 in Paris ein.<ref>„Ils firent route ensemble et arriverent dans cette Patrie des Arts à la fin de Juillet 1736.“ Siehe Décultot u. a.: Johann Georg Wille (1715–1808): Briefwechsel. S. 42.</ref> In der französischen Metropole bezogen Schmidt und Wille mehrere Jahre lang bis zu Schmidts Aufnahme in die Académie royale de peinture et de sculpture eine gemeinsame Wohnung.<ref>Vorlage:ThiemeBecker/core Über die gemeinsame Zeit in dieser Wohnung berichtet auch Wille ausführlich in seinen auf Französisch erschienenen Lebenserinnerungen. Siehe Mémoires et journal de J.-G. Wille, graveur du roi. Hrsg. von Georges Duplessis. 2 Bände. Jules Renouard, Paris 1857.</ref> Wie eng die Beziehung der beiden Künstler war, verdeutlicht Wille rückblickend in seinen Mémoires: Dort erinnert er an die glückliche Freundschaft, die sich zwischen ihm und Schmidt während der Reise von Straßburg nach Paris entwickelte und die in der französischen Metropole „immer stärker und stärker“ wurde, wobei er betont, dass die beiden Künstler in ihrem Denken und Handeln übereinstimmten und „nicht genug davon bekommen konnten, zusammen zu sein“. Langeweile kam dabei nie auf. Wille erwähnt auch, dass der geistreiche Schmidt trotz „edler“ Prinzipien etwas satirischer veranlagt war als er.<ref>Wörtlich schreibt Wille: „J’ai déjà observé que l’amitié entre Schmidt et moi s’étoit heureusement formée pendant notre voyage; j’ajoute qu’elle se fortifioit de plus en plus à Paris; nos façons de penser et d’agir étoient à peu près conformes; je l’allois voir souvent lorsqu’il aidoit M. de Larmessin dans la gravure des contes de la Fontaine, nous ne nous lassions jamais d’être ensemble, l’ennui n’étoit pas de notre essence. Schmidt avoit de l’esprit, et quoiqu'un peu satirique il étoit noble et honnête par principes.“ Siehe Mémoires et journal de J.-G. Wille, Band 1, S. 62.</ref> Weiter beschreibt Wille ausführlich, wie er und Schmidt, des Öfteren „Kohldampf schiebend“, mit ihren Skizzenblöcken ständig die Gegend um Paris unsicher machten, laufend die verschiedensten Motive zeichneten und sich dabei auch immer wieder in allen möglichen Stellungen gegenseitig skizzierten.<ref>Mémoires et journal de J.-G. Wille, Band 1, S. 84–85. Seidel: Friedrich der Grosse und die bildende Kunst. S. 217.</ref> Laut Wessely war die Freundschaft der beiden Stecher „so innig, dass sie sich [auch] wechselseitig an ihren Kupferplatten betheiligten; einer stach das Portrait, der andere das Beiwerk…“<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. VII.</ref> Als dann Schmidt nach Jahren des gemeinsamen Lebens in eine größere eigene Wohnung zog, fühlte sich Wille einsam und trauerte der glücklich zusammen verlebten Zeit nach, denn wo gebe es zwei andere junge Künstler, die aufrichtigere Freunde seien als Wille und Schmidt!<ref>Wörtlich schreibt Wille: „Il n’y a donc rien de stable en ce monde! C’est dans l’ordre, je le vois; mais je suis isolé! Schmidt, cet ancien camarade, a quitté cette demeure! Où est ce temps heureux si peu éloigné, mais passé, qu'une seule cloison de planches nous séparoit? Où-rencontre-t-on deux jeunes artistes, courant la même carrière, qui aient été des amis plus sincères que nous?“ Siehe Mémoires et journal de J.-G. Wille, Band 1, S. 84.</ref> Das freundschaftliche Verhältnis wurde aber trotz der Aufgabe der gemeinsamen Wohnung und auch noch, nachdem Schmidt als Hofkupferstecher nach Berlin berufen worden war (siehe unten), bis zum Lebensende Schmidts aufrechterhalten, wie dem regelmäßigen Briefwechsel der beiden Künstler zu entnehmen ist.<ref>Siehe Décultot u. a.: Johann Georg Wille (1715–1808). Briefwechsel. passim. Wille schreibt z. B.: „C’est de ce voyage [gemeint ist die gemeinsame Reise von Straßburg nach Paris] que date l’amitié qui a constamment subsisté entre Schmidt et Wille.“ Ebenda, S. 42.</ref>

Vervollkommnung der Ausbildung und Erfolge als Stecher in Paris

Friedrich II., der sich bereits als Kronprinz für Schmidt interessiert hatte,<ref>Laut Louis-Abel de Bonafous, Abbé de Fontenai (1737–1806), einem exzellenten Kenner der Pariser Kunstszene des 18. Jahrhunderts, der als Kulturjournalist Jahrzehnte lang in Paris gelebt hat, war Friedrich der Große bereits als Kronprinz an Schmidts gutem Ruf interessiert, und er betont ausdrücklich, dass Schmidt die unerwartete Gunst von Seiten des Prinzen zu schätzen gewusst hat und dass sich sein sensibles Herz dadurch zu neuen künstlerischen Fortschritten angespornt fühlte. Siehe: Abbé de Fontenai: Dictionnaire des artistes. Paris 1776, Teil 2, S. 535; {{#if:dictionnairedesa02font

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  }}.</ref> unterstützte direkt nach seiner Thronbesteigung 1740 den nach Paris gegangenen Schmidt mit einem Jahrgeld oder einer „Pension“ von 3000 Livre, wodurch sich Schmidt in der französischen Metropole mehr Freiheiten erlauben konnte, sowohl die Fortschritte seiner Kunst als auch private Vergnügungen betreffend.<ref>Fontenai schreibt: „Le roi de Prusse actuel, alors prince royal, voyoit avec complaisance la reputation de Schmidt parvenir jusqu’à lui. Appréciateur éclairé des sciences & des arts, qu’il protégé & récompense avec autant de sagesse que de discernement, Frédéric ne fut pas plutôt sur le throne, qu’il gratifia notre artiste d’une pension de trois mille livre. Il lui en accorda même la jouissance pendant le temps qu’il resteroit à Paris, pour lui laisser la liberté de terminer les ouvrages qu’il avoit commences. Cette faveur inattendue de la part de ce prince, & le prix inestimable qu’il sçait y avouer par la maniere don’t il répand ses bienfaits, surent de motifs bien puissants sur le coeur sensible de Schmidt, qui s’empressa de témoigner sa reconnaissance par de nouveaux progress dans son art.“ Siehe: Fontenai: Dictionnaire des artistes. Teil 2, S. 535; {{#if:dictionnairedesa02font 
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  }}. Zum gewährten Jahrgeld auch Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. IX.</ref>

Schmidt und Wille, der anfänglich für Waffenschmiede Büchsenschäfte mit Gravuren verziert hatte und erst etwas später das hohe Stecherhandwerk erlernte,<ref>Vorlage:ThiemeBecker/core</ref> fanden in Pariser Künstlerkreisen relativ schnell Kontakte zum Hofmaler Hyacinthe Rigaud und zum Präsidenten der königlichen Kunstakademie Nicolas de Largillière. Während Wille sich zunächst mit Verzierungen von Gewehren durchschlug und sich in der Kupferstichtechnik noch intensiver schulen musste, hatte Schmidt es dem Empfehlungsschreiben Pesnes zu verdanken, dass ihm Lancret einen Platz in der Werkstatt seines Stechers Nicolas de Larmessin (1684–1755) verschaffte. Larmessin, der „Graveur du Roy“, nahm Schmidt als seinen Schüler in die Werkstatt, die er in seinem Haus betrieb, auf, wo er eine siebenmonatige Ausbildung absolvierte.<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. IX.</ref> In dieser Zeit entstanden einige Stiche nach Werken Lancrets („Die schöne Griechin“; „Der verliebte Türke“). Schmidt erwarb sich unter Larmessin einen hervorragenden Ruf, perfektionierte sein Stecherhandwerk und stach eine Weile im Auftrag von Kunsthändlern und für andere Künstler Porträts. In der Anfangszeit machte er dabei sogar zahlreiche Überstunden, wenn er etwa in den frühesten Morgenstunden und an Sonn- und Festtagen für den Verleger Michel Odieuvre einige kleine Bildnisse stach, um sich ein Zubrot zu verdienen.<ref>L. D. Jacoby: Schmidt’s Werke, oder, Beschreibendes Verzeichniss sämtlicher Kupferstiche und Radirungen welche der berühmte Künstler George Friedrich Schmidt, Königl. Preuss. Hofkupferstecher, Mitglied der Königl. Academien zu Berlin, Paris, und der Kaiserlichen zu St. Petersburg von Anno 1729 bis zu seinem Tode 1775 verfertigt hat. Jacoby’s Kunsthandlung, Berlin und I.B.G. Fleischer, Leipzig 1815, S. 5.</ref>

Um 1740 konnte er sich allmählich selbstständig machen. Dabei half ihm Rigaud, der ihm 1739 erlaubt hatte, sein Ölporträt des Grafen d’Evreux zu stechen. Schmidts Kupferstich, der zur vollen Zufriedenheit des Malers und des Grafen ausfiel, fand auch den Beifall der Kunstfreunde.<ref>Schmidts Stich des Comté d’Évreux von 1739 (Stéphan Perreau: Le portrait du comte d’Evreux, Overblog).</ref> Dazu trug bei, dass Schmidt sich die um 1740 erfundene und zum Erfolg entwickelnde Crayonmanier zu Eigen machte.<ref>Paul Dehnert: "Georg Friedrich Schmidt, der Hofkupferstecher des Königs". In: Jahrbuch Preussischer Kulturbesitz. 16, 1979, S. 327.</ref> Nach weiteren erfolgreichen Stichen, etwa dem nach einem Gemälde von Rigaud gestochenen Porträt des Erzbischofs von Cambrai, Louis Charles de Saint-Albin (1741),<ref>Georg Friedrich Schmidt (nach Hyacinthe Rigaud): Louis Charles de Saint-Albin (1741).</ref> erteilte 1742 König Ludwig XV. der königlichen Kunstakademie eine Sondergenehmigung, den Protestanten Schmidt in die sonst nur für katholische Künstler zugängliche Institution aufzunehmen.<ref>Eine deutsche Übersetzung dieser Genehmigung findet sich bei Jacoby: Schmidts Werke. S. 9–10.</ref> In der Zwischenzeit hatte Schmidt geholfen, seinen Freund Wille soweit in der Kupferstichtechnik auszubilden, dass dieser an seinen Werken mitwirken konnte. Durch einen Porträt-Stich nach Rigaud war Wille 1743 sogar zu einem ersten eigenständigen Erfolg gekommen.

Im gleichen Jahr stach Schmidt in Paris ein Porträt Friedrichs II., wie 1742 bereits Wille. Ihre Vorlage war vermutlich ein für den französischen Hof bestimmtes Gemälde Pesnes, das der preußische Hofmaler 1742 durch die Wiederholung seines Kronprinzenporträts aus dem Jahr 1738 angefertigt hatte.<ref>Zu Pesnes Gemälde von 1738 und den Stichen Willes und Schmidts von 1742 bzw. 1743, siehe Arnold Hildebrandt: Das Bildnis Friedrichs des Großen. Zeitgenössische Darstellungen. 2. Auflage. Nibelungen-Verlag, Berlin 1942, S. 107–108; Schmidts Kupferstich Fridericus III. Rex Borussiae (Friedrich III. König von Preußen) von 1743, Virtuelles Kupferstichkabinett; Schmidts und Willes mutmaßliche Vorlage: Pesnes für Paris bestimmtes Porträt Friedrichs von 1742; hier im Ausschnitt Antoine Pesnes Ursprungsbild, sein Ölgemälde <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20161005093433

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  }} bei friederisiko, 2012.</ref> Als Vorbild könnte aber auch ein 1740 und 1741 veröffentlichter Porträtstich von Johann Georg Wolfgang gedient haben.<ref>Von Campe: Die graphischen Porträts Friedrichs des Grossen aus seiner Zeit und ihre Vorbilder. S. 77, Kat.-Nr. 524 und Abb. 16. Andrea M. Kluxen: Bild eines Königs. Friedrich der Große in der Graphik. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1986, S. 59, Abb. 3.</ref> Zur Kupferstichversion von Wille, die derjenigen von Schmidt recht ähnlich sieht, aber in der Ausführung etwas härter und im Beiwerk nüchterner wirkt,<ref>Gegenüberstellung in Kluxen: Bild eines Königs. Friedrich der Große in der Graphik. S. 64–65, Abb. 4 und 5.</ref> meinte allerdings Charles Étienne Jordan, dass er nur wenig Ähnlichkeit [mit dem Monarchen] darauf habe entdecken können.<ref>Brief vom 8. September 1742. Zitiert bei Hildebrandt: Das Bildnis Friedrichs des Großen. S. 107–108.</ref>

Knobelsdorff hatte Schmidt 1740 während seiner Pariser Studienreise besucht und wollte den begabten Kupferstecher schon damals auf Wunsch seines Königs und Gönners Friedrich nach Berlin zurückholen, aber wegen des ausgebrochenen Ersten Schlesischen Krieges begannen erst Anfang 1742 konkretere schriftliche Verhandlungen, die 1743 zu einer Anstellung Schmidts als Hofkupferstecher für ein Jahresgehalt von 600 Talern führten. Schmidt blieb jedoch zunächst noch eine Weile in Paris, um nach seiner 1742 mit Unterstützung des französischen Königs erfolgten vorläufigen Aufnahme in die Pariser Akademie dort eine prestigesteigernde definitive Mitgliedschaft zu erlangen. Im Jahr 1744 wurde er nach Einreichung seines meisterhaften Porträts des Malers Pierre Mignard nach einem Gemälde Rigauds tatsächlich vollwertiges Mitglied der Académie royale.<ref>Georg Friedrich Schmidt: Pierre Mignard (Stich von 1744), Virtuelles Kupferstichkabinett.</ref>

Hofkupferstecher Friedrichs des Großen in Berlin

Datei:Schmettau Plan de la Ville de Berlin 1750.jpg
Schmidt stach 1748 den Schmettau-Plan von Berlin, (Aktualisierung von 1750)
Datei:Julien Offray de La Mettrie.jpg
Julien Offray de La Mettrie, 1751, nach dem Ölgemälde Schmidts von 1750

Im Herbst 1744, mitten im Zweiten Schlesischen Krieg, kehrte Schmidt als nun renommierter Künstler nach Berlin zurück,<ref>Seine französischen Künstlerfreunde hatten zwar längere Zeit versucht, Schmidt mit lukrativen Angeboten in Paris zu halten, doch machte er sich im September 1744 nach Berlin auf. Siehe Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen, S. XII. Er kam dort am 2. Oktober 1744 an. Siehe Hans Droysen: „Tageskalender Friedrichs des Großen vom 1. Juni 1740 bis 31. März 1763“. In: Melle Klinkenborg (Hrsg.): Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte. Band 29. Verlag von Duncker & Humblot, München und Leipzig 1916, S. 109.</ref> wo er von Knobelsdorff und seinen alten Berliner Künstlerfreunden „mit offenen Armen aufgenommen“ wurde<ref>Seidel: Friedrich der Grosse und die bildende Kunst. S. 219.</ref> und sein Amt als königlicher Hofkupferstecher antrat. Im Auftrag des Preußenkönigs fertigte er Pläne der Schlachten bei Hohenfriedberg, Soor und Kesselsdorf an, die im Januar 1746 und in den darauffolgenden Monaten veröffentlicht wurden.<ref>Seidel: Friedrich der Grosse und die bildende Kunst. S. 218–219.</ref>

Im gleichen Jahr stach Schmidt ein weiteres Porträt des Königs nach einem Gemälde von Pesne aus dem Jahr 1739.<ref>Zum Gemälde Pesnes von 1739 und dem seitenverkehrten und abgewandelten Kupferstich Schmidts von 1746 siehe Arnold Hildebrandt: Das Bildnis Friedrichs des Großen. Zeitgenössische Darstellungen. Nibelungen², Berlin 1942, S. 108–110; Schmidts Kupferstich Friedrichs von 1746, Virtuelles Kupferstichkabinett.</ref> Die Kupferstiche Schmidts von 1743 und 1746 hielt Seidel für die „besten graphischen Darstellungen Friedrichs“,<ref>Seidel: Friedrich der Grosse und die bildende Kunst. S. 219.</ref> auch wenn sie trotz ihrer ausgezeichneten technischen Qualität nach gemalten Porträts gestochen wurden, bei denen nicht zweifelsfrei feststeht, ob sie das tatsächliche Aussehen des Monarchen authentisch wiedergeben.<ref>Schon Charles Étienne Jordan vermisste ja bei Willes Stich von 1742, der mit Schmidts Stich von 1743 vergleichbar ist, die Ähnlichkeit mit dem realen Friedrich. Rainer Michaelis behauptet zwar, dass die Vorlage für Schmidts Stich von 1746, nämlich Pesnes Gemälde des Kronprinzen von 1739, das „letzte authentische Bild“ Friedrichs sei (siehe Friedrich der Große im Spiegel der Werke des Daniel Nikolaus Chodowiecki. In: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: Friederisiko. Friedrich der Große. Die Essays. Hirmer, München 2012, ISBN 978-3-7774-4701-8, S. 263), aber Andrea M. Kluxen betont in einem speziellen Kapitel, das eigens zum „Problem mit der Ähnlichkeit“ Stellung nimmt, dass barocke Repräsentationsbildnisse (wie die von Pesne) Bilder „ohne absoluten Ähnlichkeitsanspruch“ seien. „Man kann davon ausgehen, daß es kein wirklichkeitsgetreues Abbild Friedrichs gibt.“ Siehe Kluxen: Bild eines Königs. Friedrich der Große in der Graphik. S. 33, 34. Auch Seidel schreibt: „Die Porträts Pesnes, von denen am bekanntesten das […] in Rheinsberg 1739 gemalte sein dürfte, sind alle mehr oder weniger Paradebilder, in denen der Prinz, die zukünftige Königliche Majestät, zum Ausdruck gebracht werden soll; sie leiden infolgedessen alle an einer gewissen geistigen Monotonie, welche den wahren Menschen nicht zum Ausdruck kommen läßt“. Siehe Paul Seidel: „Friedrich der Große als Kronprinz in Rheinsberg und die bildenden Künste“. In: Jahrbuch der Königlich Preussischen Kunstsammlungen. 9, 1888, S. 116. Demzufolge kann natürlich auch Schmidts Stich nach diesem idealisierten spätbarocken Bildnis das reale Aussehen des Preußenkönigs nicht korrekt wiedergegeben haben.</ref>

Dass Schmidt nach einem zeitgenössischen Bericht erst im Juli 1746, also sieben Monate nach dem Ende des Zweiten Schlesischen Krieges, von Knobelsdorff dem König in Potsdam vorgestellt worden sein soll, „der ihn sehr gnädig aufnahm“,<ref>„Nachricht von Hrn. Georg Friedrich Schmidt in Berlin.“ In: Abraham Humbert und J. M. Falben: Nachrichten von Künstlern und Kunst-Sachen. Erster Teil, Band 1 (1768), S. 173, wo wörtlich steht: „Der zweyte Schlesische Feldzug dauerte bis zu Ende des 1745sten Jahres, und Schmidt konnte erst im Julio 1746 durch den Herrn General-Intendanten von Knobelsdorff seinem Könige in Potsdam vorgestellet werden, der ihn sehr gnädig aufnahm.“ Dieser Quelle folgt auch noch Rainer Michaelis: Betrachtungen zum malerischen Werk des preußischen Hofkupferstechers Georg Friedrich Schmidt (1712–1775). In: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz. Band XXXV (1999), S. 232.</ref> erscheint fragwürdig,<ref>In derselben anonymen zeitgenössischen „Nachricht“ über Schmidt steht nämlich auch: „Knobelsdorff … kam im Herbste 1740 nach Paris; welcher dann sofort seinen ehemaligen Zeichnungscameraden aufsuchen ließ, auch selbigen mit nach Berlin nehmen wollte, weil ohnedieß der König, wie er sagte, unsern Schmidt bald zurückberufen würde.“ Siehe „Nachricht von Hrn. Georg Friedrich Schmidt in Berlin“, S. 170. Dies spricht dafür, dass sich Friedrich und Schmidt schon vor 1746 kannten, wie dies ja auch aus den weiter oben zitierten konkreten Angaben des Abbé de Fontenai hervorgeht, die deutlich machen, dass bereits der Kronprinz Kontakt zu Schmidt hatte.</ref> weil Friedrich sich bereits seit Dezember 1744 (also zwei Monate nach Schmidts Ankunft im Oktober 1744) und von Januar bis März 1745 sehr oft in Berlin und Potsdam aufhielt,<ref>Karl Heinrich Siegfried Rödenbeck: Tagebuch oder Geschichtskalender aus Friedrich’s des Großen Regentenleben (1740–1786). Band 1. Berlin 1840.</ref> wo er auf Schmidt getroffen sein müsste. Dass Friedrich sich zu dieser Zeit, nämlich 1744/45, nicht allein für das Kriegsgeschäft, sondern auch für die Kunst bei Hofe interessierte, geht nicht nur aus einer Rechnung vom 5. November 1744 für die aufwändige Rahmung von offenbar neu erworbenen Gemälden des Pariser Malers Nicolas Lancret hervor, der ja mit Schmidt befreundet war,<ref>Siehe Christoph Martin Vogtherr: „Friedrich II. von Preußen als Sammler französischer Gemälde. Probleme und Perspektiven der Forschung.“ In: Pierre Rosenberg: Poussin, Lorrain, Watteau, Fragonard … Französische Meisterwerke des 17. und 18. Jahrhunderts aus deutschen Sammlungen. Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, der Stiftung Haus der Kunst, München, und der Réunion des Musées Nationaux, Paris, 2005, S. 92–93, der darauf hinweist, dass (mit Ausnahme der Werke des preußischen Hofmalers Pesne) französische Bilder vor diesem Zeitpunkt an Friedrichs Hof nicht nachweisbar sind, wohl aber holländische Gemälde.</ref> sondern auch aus einer im Dezember 1744 vom König für Knobelsdorff eigenhändig skizzierten Außenansicht für den geplanten Neubau von Sanssouci<ref>Berlin und die Mark Brandenburg. In: Wolfgang Braunfels (Hrsg.): Die Kunst im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Band I: Die weltlichen Fürstentümer. C. H. Beck, München 1979, S. 124.</ref> sowie aus den vielen Dekorationsarbeiten, die seit 1745 in Friedrichs Auftrag von Schmidts Freund Hoeder ausgeführt wurden.<ref>{{ #if:|: |}}{{ #if:Hoeder, Friedrich Wilhelm|Hoeder, Friedrich Wilhelm|Georg Friedrich Schmidt }}. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). {{ #if:73|{{#if:{{#iferror:{{#ifexpr:{{#switch: | R+ = abs | R- = -abs | Z = trunc | Z+ | N = abs trunc | Z- = -abs trunc}}(73) = (73) {{#if: | round ({{{3}}}) }} | 1 }} }}|Band 73, {{ #ifexpr: 73 < 5|Seemann, Leipzig|{{ #ifexpr: 73 < 66|Saur, München u. a.|De Gruyter, Berlin}} }}|73, Saur, München}} {{#switch: 73 |1=1983, ISBN 3-598-22741-8 |2=1986, ISBN 3-363-00115-0 |3=1990, ISBN 3-363-00116-9 |4=1990, ISBN 3-598-22744-2 |5=1992, ISBN 3-598-22745-0 |6=1992, ISBN 3-598-22746-9 |7=1993, ISBN 3-598-22747-7 |8=1993, ISBN 3-598-22748-5 |9=1994, ISBN 3-598-22749-3

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| #default = [?] }}|Saur, München 1992 ff}}{{#if:498|, S. 498{{ #if: | {{ #ifexpr: 498 != | {{ #ifexpr: = {{ #expr: 498 + 1 }} |  f | – }} |}} |}} |}}.</ref> Auch Gerd Heinrich schreibt, dass der König, obwohl er fünf Jahre lang Krieg führte, während der Winterzeit den Fortgang der künstlerischen Arbeiten in Berlin und Potsdam „kontrollierte und dirigierte“.<ref>Gerd Heinrich: Friedrich II. von Preußen. Leistung und Leben eines großen Königs. Duncker & Humblot, Berlin 2009, S. 89.</ref> Zudem war unter Schmidts ersten für den Preußenkönig fertiggestellten Arbeiten der Plan der Schlacht bei Hohenfriedberg bereits im Januar 1746 abgeliefert worden,<ref>Seidel: Friedrich der Grosse und die bildende Kunst. S. 219.</ref> weshalb anzunehmen ist, dass Friedrich im Gespräch mit Schmidt schon 1745 höchstpersönlich auf die exakte Gestaltung der Schlachtenpläne Einfluss nahm. In einem Brief von 1746 an seine Schwester, die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, lobt Friedrich die schönen Pastellbilder des für ihn tätigen Stechers Schmidt, ohne dabei zu sagen, dass er Schmidt erst kürzlich in Potsdam begrüßt hat, obwohl er im gleichen Brief erwähnt, dass der italienische Maler Innocente Bellavite erst vor kurzem für ihn tätig wurde und französische Künstler noch eintreffen werden.<ref>Siehe Die Werke Friedrichs des Großen: in deutscher Übersetzung. Der König an die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (16. November 1746).</ref>

Schmidt heiratete im Oktober 1746 Dorothée Luise Viedebandt (auch Videbant geschrieben), die Tochter des Direktors der Russischen Handelskompanie in Berlin, die eine hohe Mitgift in die Ehe brachte. Aus dem Briefwechsel kann nach Ansicht der Herausgeber abgeleitet werden, dass die hohe Mitgift für die Eheschließung mit ausschlaggebend war – eine Eheschließung, über die sich auch Schmidts langjähriger Freund Wille mit einiger Verwirrung und „Verwunderung“ äußerte.<ref>Décultot u. a. (Hrsg.): Johann Georg Wille (1715–1808). Briefwechsel. S. 23, 65–68. Schmidt selbst sagt in seinem Brief vom 1. November 1746 an Wille, dass er sein Junggesellendasein aufgebe, weil er den liebenswürdigsten Frauen-Charakter der Welt getroffen hätte, diese Frau 40.000 Livre in die Ehe einbrächte, und weil von einem reichen Onkel aus London, der weder Kinder noch Geschwister habe, noch mehr zu erwarten sei. Und er fügt hinzu, dass wegen all dieser Vorteile ihm Wille sicher auch nicht geraten hätte, ledig zu bleiben. (Von dem besagten steinreichen Londoner Onkel, Henry Voguell, fertigte Schmidt im Jahr der Eheschließung auch einen Stich nach einem von Pesne ausgeführten Bildnis an. Siehe Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. 51–52 Nr. 114. Georg Friedrich Schmidt: Henry Voguell (1746).) Wille ist sich in seinem Entwurf einer Antwort vom 15. November 1746 nicht sicher, ob er mit „Freude und Vergnügen“ oder mit „Erstaunen und Verwunderung“ auf die Hochzeit seines engen Freundes reagieren soll, und er weist darauf hin, dass zwei seiner Brüder ebenfalls wegen der hohen Mitgift geheiratet hätten. Über den einen von ihnen schreibt er: „Dreyßig Taußend Livers hat ihm seine Frau zugebracht“ und wenn die schwerkranke Schwester dieser Frau „stirbt, so hat er doppelt“.</ref> Aus dieser Ehe ging 1748 der Sohn August hervor. Schmidt bewohnte mit seiner Familie ab 1752 ein eigenes Haus in Neu-Kölln.<ref>Zu Ehe, Haus und Grab (siehe auch unten) siehe Rainer Michaelis: Betrachtungen zum malerischen Werk des preußischen Hofkupferstechers Georg Friedrich Schmidt (1712–1775). S. 235, Anmerkung 25 mit Nachweisen.</ref>

Als königlicher Hofstecher erhielt Schmidt in Berlin und Potsdam auch größere Aufträge. So hatte er etwa Friedrichs Schriften zu illustrieren und für deren Druck eine Hausdruckerei im Apothekenflügel des Berliner Schlosses einzurichten.<ref>Vorlage:HohenzollernJahrbuch</ref> Bis 1749 fertigte Schmidt allein für den ersten Band der Œuvres du philosophe de Sans-Souci (Werke des Philosophen von Sans-Souci), der das komische Heldengedicht „Le Palladion“ enthält, das die homoerotischen Abenteuer von Friedrichs Vorleser Claude Étienne Darget schildert,<ref>Siehe hierzu Eduard Cauer: Über das Palladion, ein komisches Heldengedicht Friedrichs des Großen. In: Zeitschrift für preussische Geschichte und Landeskunde, 3, 1866, S. 481–501. Gerhard Knoll: ‚Le Palladion‘ – Eine unfreiwillige Philologensatire aus Bremen zu einem komischen Epos Friedrichs II. von Preußen. In: Capri. Zeitschrift für schwule Geschichte. 4.2, 1991, S. 32–44.</ref> 80 Vignetten und Illustrationen an, darunter sechs ganzseitige Stiche. Die Illustrationen schmückten die Gedichtbände des Königs zum Beispiel mit sinnlichen, in der Luft schwebenden Putten und mit mythologischen und galanten Szenen. In einer Darstellung wird etwa Apollo von tanzenden Musen und einem liebestollen Satyr, der seinen Pfeil spitzt, begleitet.<ref>Der Berliner Hofkupferstecher Georg Friedrich Schmidt (1712–1775). In: Jürgen Overhoff, Vanessa de Senarclens (Hrsg.): An meinen Geist. Friedrich der Große in seiner Dichtung. Eine Anthologie. Ferdinand Schöningh, Paderborn / München / Wien / Zürich 2011, S. 311–312.</ref> Die Herstellung der Bücher war geheim, sie waren als Geschenke Friedrichs an enge Freunde gedacht und erschienen in sehr geringer Auflage unter dem Signet Au Donjon du Château (Im Turm des Schlosses).

Nachdem 1750 Voltaire an Friedrichs Hof mit der editorischen Überarbeitung der Œuvres begonnen hatte, berief Friedrich 1751 aus Paris den Maler und Zeichner Blaise Nicolas Le Sueur nach Berlin. Friedrich, der das französische Kunst- und Literaturschaffen höher einschätzte als das deutsche, bestimmte, dass sich Schmidts Illustrationen seiner Werke nunmehr nach den Vorzeichnungen Le Sueurs zu richten hatten. Sein Geschichtswerk Mémoires pour servir à l’histoire de la Maison de Brandenbourg erschien als Prachtwerk, war aber nur zum Teil nach Schmidts Ideen illustriert. 33 Stiche stammten hier von ihm.<ref>Gerhard Strauß, Harald Olbrich u. a.: Lexikon der Kunst. Band 6. E. A. Seemann, Leipzig 1994, ISBN 3-363-00044-8, S. 498 (Artikel über Schmidt).</ref> Weil die Geheimhaltung misslang und Raubdrucke auftauchten, erlaubte Friedrich 1751 dem Verleger Christian Friedrich Voß erstmals, eine gekürzte Ausgabe der Mémoires und 1760 seine Poésies diverses in größeren Auflagen zu veröffentlichen. Schmidt stieg zum „gefeierten Illustrator“ der Werke Friedrichs auf.

Neben seinen umfangreichen künstlerischen Arbeiten zur Illustration der Werke Friedrichs hatte Schmidt mit großem Erfolg auch Porträts privater Auftraggeber gestochen, wobei er mitunter, wie im Fall Julien Offray de La Mettries, selber seine Vorlage in Öl malte.<ref>Rainer Michaelis: Betrachtungen zum malerischen Werk des preußischen Hofkupferstechers Georg Friedrich Schmidt (1712–1775). zum Ölbild La Mettries siehe S. 225–231; Julien Offray de La Mettrie, Kupferstich Schmidts nach seinem Gemälde, um 1750.</ref> Bis 1757 entstanden sechzehn große Porträtstiche, überwiegend von preußischen Spießbürgern.<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. XIV.</ref> Nebenbei schulte sich Schmidt in der Radierkunst, wobei Rembrandt van Rijn sein großes Vorbild war. Neben Arbeiten nach Rembrandts Radierungen und Gemälden entstanden auch etliche kleine Charakterköpfe in dieser Technik.<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. XV–XVI.</ref>

Weil die ohnehin wenig schöpferische Arbeit nach den Vorlagen Le Sueurs zu Ende gegangen war, der Ausbruch des Siebenjährigen Krieges ab 1756 die Auftragslage im Berliner Kunstschaffen verschlechterte und Spannungen mit Berliner Kollegen entstanden, folgte Schmidt 1757 einem Ruf der Kaiserin Elisabeth nach Russland.<ref>Zu den Gründen seiner nicht ganz risikolosen Übersiedlung nach St. Petersburg siehe Christoph Frank: Der Friderizianische Kunsttransfer nach Russland: Zur Bedeutung Rembrandts und Georg Friedrich Schmidts. In: Brunhilde Wehinger (Hrsg.): Geist und Macht. Friedrich der Große im Kontext der europäischen Kulturgeschichte. Akademie-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-05-004069-6, S. 251.</ref>

Hofkupferstecher in Sankt Petersburg

Datei:Chouvaloff.jpg
Graf Schuwalow, 1760

Von seinem König beurlaubt, ging Schmidt 1757 für fünf Jahre mit einem Jahresgehalt von 1500 Rubel nach Sankt Petersburg.<ref>Ein Rubel entsprach etwa einem Taler.</ref> Frau und Kind ließ er in seinem Berliner Haus zurück. In St. Petersburg leitete er ab 1758 eine Kupferstecherschule. Unklar ist, ob dies vertraglich mit der im selben Jahr von Elisabeth eröffneten Kaiserlichen Kunstakademie in Zusammenhang stand.<ref>Dehnert: Georg Friedrich Schmidt, der Hofkupferstecher des Königs. S. 336.</ref> Jedenfalls gelang es Schmidt durch sein Wirken in St. Petersburg, viel von seinem französischen Stil, aber auch seine Begeisterung für die Radierungen Rembrandts in die russische Kupferstecherszene einfließen zu lassen.<ref>Zum Hintergrund dieses Einflusses siehe Frank: Der Friderizianische Kunsttransfer nach Russland: Zur Bedeutung Rembrandts und Georg Friedrich Schmidts. S. 245–270 (hier vor allem der Abschnitt „Ein Rembrandtist als Mittler zwischen Preußen und Russland“, S. 248 ff.).</ref> Hunderte seiner Zeichnungen, die der deutsche Künstler mitgebracht hatte, dienten jahrzehntelang als Lehrmaterial für die russischen Zeichenkurse.<ref>A. B. Semjonowa, G. I. Smagina (überarbeitet von Heiner Kranz): Reise nach St. Petersburg: Geschichte der Petersburger Deutschen. SiS (Seminare im Schloss), Mai 2008. Kap. 6: Deutsche an der Russischen Akademie der Künste, S. 19. sisra.de</ref>

Neben der Unterrichtstätigkeit schuf Schmidt nach Gemälden Louis Tocqués Porträt-Stiche bedeutender Personen am russischen Hof, so 1759 des Botschafters des Heiligen Römischen Reichs, Graf Nikolaus Esterházy (1711–1764),<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20170203132023

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  }} in der Széchényi-Nationalbibliothek, DSpace; Information der Comenius-Universität zu Nikolaus Esterházy.</ref> des einflussreichen Grafen Peter Schuwalow sowie des Hetmans Kirill Grigorjewitsch Rasumowski,<ref>Digitalisat der Universität Regensburg, einzugeben ist: „Bildnis Kirill Grigorjewitsch Rasumowsky“.</ref> der sich den Stich 1000 Taler kosten ließ. In zweijähriger Arbeit stach Schmidt von 1759 bis Ende 1761 das Staatsporträt der Kaiserin Elisabeth nach einem Ölbild von Tocqué. Der Stich wich mit der auf Wunsch der Zarin verlängerten Nase zu Tocqués Verdruss vom Gemälde ab.<ref>Auf einem Probedruck ist noch die später verlängerte Stumpfnase der Zarin zu sehen. Siehe Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. XVII.</ref> Ob die Kaiserin, die wenige Tage später, am 5. Januar 1762, verstarb, das Honorar von 1000 Dukaten an Schmidt ausgezahlt hatte, ist unsicher.<ref>Wessely vermutet, dass sie es nicht tat. Siehe Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. XVIII.</ref>

Trotz der Bitten seiner Freunde, Gönner und Auftraggeber, in St. Petersburg zu bleiben, verließ Schmidt am 2. August 1762 die russische Metropole und war am 18. September wieder in Berlin.<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. XVIII.</ref> Zu seinen Schülern haben später bedeutende russische Kupferstecher gehört, wie Jewgraf Tschemesow, Jefim Winogradow und Dmitri Gerassimow.

Wieder in Berlin

Datei:Dorothee Louise Viedebandt Schmidt, the Artist's Wife LACMA AC1994.9.15.jpg
Dorothee Louise Schmidt, 1761. Sie blättert in den Œuvres Friedrichs des Großen.

Mit seinem Schaffen in Paris, den Illustrationen der Werke Friedrichs des Großen und durch die Stiche zahlreicher Berühmtheiten seiner Zeit hatte sich Schmidt einen europäischen Ruf verschafft. Als gefragter Porträtstecher wurde er zu einem vermögenden Mann. Neben Porträts von Zeitgenossen und weiteren Arbeiten für den Preußenkönig, etwa an den Illustrationen für die 1767 in zweiter Auflage erschienene dreibändige Ausgabe der Mémoires pour servir à l’histoire de la Maison de Brandenbourg oder die 1774 veröffentlichte Palladion-Ausgabe,<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. XIX. Siehe zum Beispiel die Schlussverzierung zum Gedicht Le Palladion (1774), Staatliche Kunstsammlungen Dresden.</ref> produzierte er, wieder in Berlin eingetroffen, aber auch zahlreiche Radierungen nach Vorlagen und im Stil von Rembrandt. Mit den Jahren hatte er sich eine umfangreiche Sammlung von Radierungen des holländischen Meisters angelegt. 1768 wurde Schmidt sogar beauftragt, eine im Besitz des Berliner Sammlers und Verlegers Jacques Trible befindliche Originalplatte des niederländischen Künstlers zu vervollständigen. Vom Motiv, einem alten Mann, der seine Augen mit der Hand beschattet, hatte Rembrandt nur den Kopf und die Hand ausgeführt. Nach Schmidts umfangreicher Bearbeitung, die 1770 vollendet war, „sitzt der alte Mann, halb Rembrandt, halb Schmidt, stattlich bekleidet, vor einem Vorhang neben einem Butzenscheibenfenster mit Büchern und einer lorbeerbekränzten Dichterbüste auf der Fensterbank.“<ref>Peter Dittmar: Originell, aber nicht original: Mit Druckplatten von Rembrandt lassen sich gute Geschäfte machen – auch wenn manche Besitzer die Werke ‚verbessern‘. In: Die Welt. 28. Januar 2012. Zum „Bärtigen Greis mit Barett“ auch Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. 61 Nr. 145, sowie Frank: „Der Friderizianische Kunsttransfer nach Russland: Zur Bedeutung Rembrandts und Georg Friedrich Schmidts“, S. 252–253.</ref>

An der Berliner Akademie erteilte Schmidt – wie er es auch schon früher getan hatte – Unterricht im Kupferstechen. Zu seinen Schülern gehörte ab 1764 der spätere Vizedirektor der königlichen Akademie, Daniel Berger.<ref>Friedrich August Schmidt (Hrsg.): Neuer Nekrolog der Deutschen. Zweiter Jahrgang 1824. Zweites Heft. Gedruckt und verlegt bei Bernhardt Friedrich Voigt, Ilmenau 1826, S. 1214; {{ #if:Klaus Witte|Klaus Witte: |}}{{ #if:Berger, Daniel|Berger, Daniel|Georg Friedrich Schmidt }}. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). {{ #if:9|{{#if:{{#iferror:{{#ifexpr:{{#switch: | R+ = abs | R- = -abs | Z = trunc | Z+ | N = abs trunc | Z- = -abs trunc}}(9) = (9) {{#if: | round ({{{3}}}) }} | 1 }} }}|Band 9, {{ #ifexpr: 9 < 5|Seemann, Leipzig|{{ #ifexpr: 9 < 66|Saur, München u. a.|De Gruyter, Berlin}} }}|9, Saur, München}} {{#switch: 9 |1=1983, ISBN 3-598-22741-8 |2=1986, ISBN 3-363-00115-0 |3=1990, ISBN 3-363-00116-9 |4=1990, ISBN 3-598-22744-2 |5=1992, ISBN 3-598-22745-0 |6=1992, ISBN 3-598-22746-9 |7=1993, ISBN 3-598-22747-7 |8=1993, ISBN 3-598-22748-5 |9=1994, ISBN 3-598-22749-3

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|Nachtrag 1=2005, ISBN 3-598-22861-9 |Nachtrag 2=2007, ISBN 978-3-598-22862-9 |Nachtrag 3=2008, ISBN 978-3-598-22863-6 |Nachtrag 4=2010, ISBN 978-3-598-22864-3 |Nachtrag 5=2013, ISBN 978-3-11-025443-3 |Nachtrag 6=[?] |Nachtrag 7=[?] |Nachtrag 8=[?] |Nachtrag 9=[?]

| #default = [?] }}|Saur, München 1992 ff}}{{#if:344|, S. 344{{ #if: | {{ #ifexpr: 344 != | {{ #ifexpr: = {{ #expr: 344 + 1 }} |  f | – }} |}} |}} |}}.</ref>

Wie zuvor in St. Petersburg hatte Schmidt in Berlin zwar zahlreiche hochgestellte Auftraggeber, so auch den Bruder des Königs, Prinz Heinrich,<ref>Porträt des Prinzen Heinrich nach Charles-Amédée-Philippe van Loo, 1765.</ref> dennoch wurde der Hofkupferstecher in der Künstlerszene der preußischen Metropole mit den Jahren immer mehr zum Einzelgänger. Als für das Berliner Publikum populärer erwiesen sich nach dem Siebenjährigen Krieg Vertreter einer neuen Generation von Kupferstechern wie Daniel Chodowiecki (1726–1801) und Johann Wilhelm Meil (1733–1805), die sich vom Stil des Rokoko lösten und zudem ihre Werke den Verlegern zur Illustration von Kalendern und Büchern günstiger anbieten konnten.

Verlust der Familienangehörigen, Tod, Nachlass und ehemalige Grabstätte

Schmidts Sohn August kam über einige künstlerische Anfänge nicht hinaus, bereitete seinem Vater jedoch als „ungeraten“ viel Kummer.<ref>Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. XX.</ref> So stahl er zum Beispiel Stiche des Vaters, um diese heimlich zu verkaufen, und verprasste dann das Geld.<ref>Jacoby: Schmidt’s Werke. S. 16.</ref> Er ist 1766 bereits in jungen Jahren gestorben.<ref>In einem Brief vom 4. November 1766 an Wille erwähnt Schmidt den Tod seines Sohns.</ref> Am 1. Mai 1771 starb Schmidts Frau.<ref>Dies geht aus einem Brief Schmidts vom 24. März 1772 an Wille hervor.</ref> Der Künstler selbst erlag am 25. Januar 1775 in seinem Haus einem Schlaganfall. In seinem Kondolenzschreiben an die beiden Schwestern des Verstorbenen bedauerte Friedrich II. den Verlust seines Hofkupferstechers, der ein „Mann von großen Talenten“ gewesen sei.<ref>Zitiert bei Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. S. XXI.</ref>

Schmidts Nachlass, vor allem seine Rembrandt-Sammlung, wurde durch eine Auktion verstreut, die laut Wessely am 20. November 1775 in Berlin stattfand und auf der neben zahlreichen Rötelzeichnungen, Stichen und Radierungen des Künstlers auch Gemälde und Kupferstiche anderer Meister aus seinem Besitz veräußert wurden.<ref>Zum Auktionskatalog siehe Thomas Ketelsen, Tilmann von Stockhausen: Verzeichnis der verkauften Gemälde im deutschsprachigen Raum vor 1800. K. G. Saur, München 2002, S. 83. Dort steht, dass der Auktionskatalog kein Datum trägt. Die Datumsangabe für die Auktion findet sich bei Wessely: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen, S. XXI.</ref> Das Grab des Künstlers befand sich im Gewölbe 6 der im Zweiten Weltkrieg ausgebrannten Luisenstädtischen Kirche in Berlin. Die 1945 geplünderten Grabgewölbe wurden 1964 mit dem durch die Sprengung der Brandruine entstandenen Schutt verfüllt.

Rezeption

Datei:Empress Elizabeth of Russia by G.F.Schmidt after Tocque (1761).jpg
Kaiserin Elisabeth, nach Louis Tocqué, 1761. Der Stich gilt als ein Hauptwerk Schmidts

Schmidts Kupferstiche gelten als die „qualitätvollsten des friderizianischen Rokokos“. Nachweisen lassen sich über 200 signierte Stiche und Radierungen sowie eine kleine Zahl von Öl- und Pastellbildern.<ref>Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 9. K. G. Saur, München 1998, ISBN 3-598-23160-1, S. 8. Andere Quellen sprechen sogar von 299 überlieferten Blättern. Siehe Strauß, Olbrich u. a.: Lexikon der Kunst. Band 6, S. 498.</ref>

Unklar ist, welche der Stiche, die unter den Namen Busch, Larmessin und der von ihm in St. Petersburg ausgebildeten russischen Kupferstecher erschienen sind, in Wahrheit von Schmidt waren. Dies gilt besonders für die für Larmessin nach Lancret gearbeiteten Illustrationen in der 1743 in Paris erschienenen Ausgabe der Fabeln von La Fontaine und für die im Auftrag von Michel Odieuvre (1687–1756) ausgeführten Stiche, die in den Portraits des personnages illustres de l’un et l’autre sexe (Paris 1735 bis 1745) veröffentlicht wurden.

Paul Kristeller schrieb über Schmidt, dass er in seiner Stichkunst „nicht der malerischen Richtung der Watteaustecher“ folgte, „auf die ihn sein Lehrer und seine ersten Vorbilder hätten führen können, sondern dem streng linearen Stil, den die Drevet aus Edelincks Meistertechnik sich gebildet hatten. Wie sie bleibt er bei der klaren, regelmässigen Linie und sucht die Plastik der Formen und die Eigenart der Stoffe allein durch die Mannigfaltigkeit der Liniengruppierungen, ihrer Biegungen und Stärkegrade wiederzugeben. Seine Strichbildung ist im allgemeinen viel dünner und zarter als die fast aller französischen Grabstichelkünstler. Er bewahrt trotzdem eine viel grössere Freiheit und Breite der Töne als Wille, besonders vermeidet er den harten Metallglanz, der in Willes Stichen oft störend wirkt. Obwohl seine Liniensysteme in langen Taillen breit und einheitlich durchgeführt sind, so ist doch jede einzelne Form nach ihrer Art und Farbe selbständig behandelt. Die farbigen Gegensätze, alle Details der Form sind höchst geschickt zur Belebung der Flächen ausgenützt. Er ist dabei immer geschmackvoll und verliert die Begeisterung für sein Werk auch bei der stärksten technischen Geduldsprobe nicht. Seine Bildnisse bewahren so die Lebensfrische und die farbigen Reize der Originale vollkommen.“ Seine glänzendsten Leistungen seien dabei nach Kristellers Ansicht „die Arbeiten seiner Pariser Jahre“ gewesen.<ref>Paul Kristeller: Kupferstich und Holzschnitt in vier Jahrhunderten. 3. Auflage. Berlin 1921, S. 539–541.</ref> Ähnlich meint Karl Woermann zur Qualität von Schmidts Kunst: „Mit seinem Bildnisstich des Malers Mignard erreichte er 1744 in Paris die höchste Höhe in der Erzielung malerischer stofflicher Wirkungen durch ‚festgefügte Regelmäßigkeit der Strichlagen‘ (Lippmann). Den verschiedenen Glanz schillernder Seiden- und schimmernder Leinenstoffe wußte er unnachahmlich wiederzugeben.“<ref>Karl Woermann: Geschichte der Kunst aller Zeiten und Völker. Sechster Band: Die Kunst der jüngeren Neuzeit von 1750 bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1927, S. 38.</ref>

Nach Maria Gräfin Lanckorońska und Richard Oehler befand sich Schmidt mit den Illustrationen zu Friedrichs L' Art de la Guerre, gedruckt 1760, „auf der Höhe seines Könnens“.<ref>Dehnert: Georg Friedrich Schmidt, der Hofkupferstecher des Königs. S. 338, zitiert Maria Lanckoronska, Richard Oehler: Die Buchillustration des XVIII. Jahrhunderts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Teil 2: Die deutsche und schweizerische Buchillustration des Vorklassizismus. Maximilian-Gesellschaft, Berlin / Frankfurt am Main u. a. 1932–1934, S. 125.</ref> In seinen späten Berliner Jahren dagegen erreichten seine Stiche, wenn auch „sauber und sorgfältig“ gearbeitet, laut Paul Dehnert „keinen besonderen künstlerischen Wert“ mehr.<ref>Dehnert: Georg Friedrich Schmidt, der Hofkupferstecher des Königs. S. 338.</ref> Für seine Porträts, Landschafts- und Genrebilder und Darstellungen der biblischen Geschichte war Rembrandt das Vorbild. Schmidt ahmte ihn nicht nur nach, wie in seinem Petersburger „Selbstbildnis mit der Spinne“,<ref>Georg Friedrich Schmidt: „Selbstbildnis mit der Spinne“ (1758). Das Vorbild, Rembrandts Radierung Selbstbildnis zeichnend am Fenster, um 1648, Staedel Museum.</ref> sondern er passte sich ihm auch im Habitus an.<ref>Frank: Der Friderizianische Kunsttransfer nach Russland: Zur Bedeutung Rembrandts und Georg Friedrich Schmidts. S. 250.</ref> Während im 18. Jahrhundert die Radierungen Schmidts im Stil von Rembrandt und seines Schülers Govaert Flinck in der Sammlung von Johann Ernst Gotzkowsky eine hohe Wertschätzung erfuhren,<ref>Siehe Nina Simone Schepkowski: Johann Ernst Gotzkowsky. Kunstagent und Gemäldesammler im friderizianischen Berlin. Akademie-Verlag, Berlin 2009, S. 248.</ref> kritisierte im 20. Jahrhundert Paul Kristeller diese Blätter. Auch die besten von ihnen blieben „trocken und kalt, kleinlich in der Schraffierung und ohne Feuer und Kraft der Töne. Man möchte meinen, er habe überhaupt nie andere als schwache Abdrücke von Rembrandts Radierungen gesehen. Seine Technik erinnert auch meist viel mehr an Vliet oder höchstens an Bol und Livens als an den Meister selber.“<ref>Kristeller: Kupferstich und Holzschnitt in vier Jahrhunderten. 3. Auflage, S. 542.</ref>

Schmidt hatte zu Lebzeiten hohe Ehren erfahren, er galt im 18. Jahrhundert als einer der Besten seines Faches,<ref>Olbrich Strauß u. a.: Lexikon der Kunst. Band 6, S. 498.</ref> doch blieb ihm der Nachruhm versagt. Seine Arbeiten sind nie einer breiten Öffentlichkeit bekanntgeworden. Die Werke Friedrichs des Großen mit Schmidts Illustrationen erschienen in nur geringen Auflagen, bis Adolph von Menzel ihn als Illustrator der vielgedruckten Ausgaben im 19. und 20. Jahrhundert ablöste. Seine Porträts berühmter oder vermögender Auftraggeber blieben in deren Familienbesitz, die anderen Stiche wurden unmodern und interessierten bald nur Kunstsammler. Unbestritten ist aber Schmidts Rolle als eine wichtige „künstlerische Vermittlerpersönlichkeit zwischen Westeuropa und Russland“.<ref>Frank: Der Friderizianische Kunsttransfer nach Russland. S. 245–272, hier S. 250.</ref>

Ausstellungen

Literatur

  • Nachricht von Hrn. Georg Friedrich Schmidt in Berlin. In: Carl Heinrich von Heineken (Hrsg.): Nachrichten von Künstlern und Kunst-Sachen. Band 1, Krauß, Leipzig 1768, S. 164–174 (Digitalisat).
  • Ludwig David Jacoby: Schmidt’s Werke, oder, Beschreibendes Verzeichniss sämtlicher Kupferstiche und Radirungen welche der berühmte Künstler George Friedrich Schmidt, Königl. Preuss. Hofkupferstecher, Mitglied der Königl. Academien zu Berlin, Paris, und der Kaiserlichen zu St. Petersburg von Anno 1729 bis zu seinem Tode 1775 verfertigt hat. Jacoby’s Kunsthandlung, Berlin und I.B.G. Fleischer, Leipzig 1815 ({{#if:gri_33125012280281
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  }}).
  • Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter etc. Fünfzehnter Band: Santi, Antonio – Schoute, Jan. Verlag von E. A. Fleischmann, München 1845, S. 299–337.
  • Joseph Eduard Wessely: Kritische Verzeichnisse von Werken hervorragender Kupferstecher. Band 1: Georg Friedrich Schmidt. Verzeichniss seiner Stiche und Radirungen. Haendcke & Lehmkuhl, Hamburg 1887; {{#if:georgfriedrichsc00wess
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  • Paul Dehnert: Georg Friedrich Schmidt, der Hofkupferstecher des Königs. In: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Band 16, 1979, S. 321–339.
  • Rainer Michaelis: Betrachtungen zum malerischen Werk des preußischen Hofkupferstechers Georg Friedrich Schmidt (1712–1775). In: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Band 35, 1999, S. 221–235.
  • Christoph Frank: Der Friderizianische Kunsttransfer nach Russland: Zur Bedeutung Rembrandts und Georg Friedrich Schmidts. In: Brunhilde Wehinger (Hrsg.): Geist und Macht. Friedrich der Große im Kontext der europäischen Kulturgeschichte. Akademie-Verlag, Berlin 2005, S. 245–270.
  • Ниёле Казимировна Масюлионите: Георг Фридрих Шмидт (1712–1775). Гравер короля. Ausstellungskatalog. Eremitage, St. Petersburg 2017.
  • Tilman Just: Georg Friedrich Schmidt – Berichtigungen und Ergänzungen zum „Verzeichnis seiner Stiche und Radierungen, beschrieben von J. E. Wessely“. 2018 (Digitalisat).
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Weblinks

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Einzelnachweise

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