Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein
| Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Trägerschaft | Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gGmbH | |||||
| Ort | Koblenz
| |||||
| Bundesland | Rheinland-Pfalz | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 50° 21′ 21″ N, 7° 33′ 53″ O
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| Geschäftsführer | Christian Straub, Alexandra Kiauk | |||||
| Versorgungsstufe | Maximalversorgung | |||||
| Betten | über 1300 Planbetten | |||||
| Mitarbeiter | 4300 | |||||
| Gründung | 2014 (Zusammenschluss zweier Klinikverbunde zur gGmbH) | |||||
| Website | Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein | |||||
| Lage | ||||||
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Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein ist ein Zusammenschluss von fünf Krankenhäusern zu einem Klinikverbund und hat seinen Sitz in Koblenz. Es hat zwei Standorte in Koblenz, einen in Boppard, einen in Mayen und einen in Nastätten. Insgesamt verfügt es über 1300 Betten und beschäftigt rund 4300 Mitarbeiter. Jährlich werden mehr als 52.100 stationäre Patienten (inkl. teilstationäre) sowie rund 116.100 ambulante Patienten (inkl. ambulante OP) versorgt. Hervor ging die Gesellschaft 2014 aus der Fusion des Gemeinschaftsklinikums Koblenz-Mayen mit dem Stiftungsklinikum Mittelrhein.
Das Gemeinschaftsklinikum ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz<ref>Uni-Mainz.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Fachbereich 04: Medizin ( vom 9. Juli 2011 im Internet Archive) Abgerufen am 22. Oktober 2010.</ref> und wird als Krankenhaus der Maximalversorgung eingestuft.
Träger und Gesellschafter
Die Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gGmbH ist seit 2014 die Trägerin des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein und verantwortet den Betrieb aller Krankenhausstandorte des Verbunds. Sie ist Mitglied im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau, im Diakonischen Werk im Rheinland sowie in der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz. Die Gesellschaft ist als gemeinnützige GmbH organisiert und besteht aus zwei kommunalen Gesellschaftern und zwei kirchlichen Stiftungsgesellschafter. Die Gesellschafterstruktur ist derzeit wie folgt:
- Stadt Koblenz – 47,38 % der Geschäftsanteile
- Landkreis Mayen-Koblenz – 47,38 % der Geschäftsanteile
- Stiftung Evangelisches Stift St. Martin – 4,92 % der Geschäftsanteile
- Stiftung Hospital zum Heiligen Geist – 0,33 % der Geschäftsanteile
Diese Anteilsverteilung wurde im Rahmen eines Gesellschafterbeschlusses zur Neuregelung der Beteiligungsverhältnisse im Juli 2024 festgelegt.<ref name=":1">Georg Thieme Verlag KG: Gesellschafterversammlung des GK-Mittelrhein beschließt Zukunftsplan. 16. Juli 2024, abgerufen am 24. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Geschichte
Vorgängerorganisationen
Zum 1. Januar 2003 gründeten die drei zuvor eigenständigen Krankenhäuser Evangelisches Stift St. Martin in Koblenz, Hospital zum heiligen Geist in Boppard und Paulinenstift in Nastätten die Gesellschaft für Sozialmanagement gGmbH. Gesellschafter sind die Stiftung Evang. Stift St. Martin mit 4 von 7 Anteilen, die Stiftung Hospital zum Hl. Geist und die Stiftung Seniorenhaus zum Hl. Geist sowie die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift in Wiesbaden mit je 1 von 7 Anteilen. Im Laufe des Jahres 2003 wurden Vertragsanpassungen nötig. Die Gesellschaft für Sozialmanagement gGmbH und die Koblenzer und Nastätter Betreibergesellschaften wurden verschmolzen und der neue Firmenname lautet Stiftungsklinikum Mittelrhein gGmbH. Die Bopparder Betreibergesellschaft „Gesundheitszentrum zum Hl. Geist gGmbH“ konnte nicht verschmolzen werden und wurde zu 100 % eine Tochter des Stiftungsklinikums.<ref name="Mißling2000">Michael Frauenberger: Stiftung des Hospitals zum Heiligen Geist. In: Heinz E. Mißling (Hrsg.): Boppard. Geschichte einer Stadt am Mittelrhein. Dritter Band. Dausner Verlag, Boppard 2001, ISBN 3-930051-02-8, S. 183–200.</ref>
Das Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen ist 2005 aus dem Zusammenschluss des Kemperhofs mit dem Krankenhaus St. Elisabeth in Mayen entstanden.<ref>Hilko Röttgers: Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein in finanziellen Schwierigkeiten: Klinikverbund braucht kurzfristig Geld. Rhein-Zeitung, 5. Februar 2020, abgerufen am 16. Februar 2020.</ref>
Gründung des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein
Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein wurde im August 2014 rückwirkend zum 1. Januar 2014 gegründet. Es entstand aus der Fusion von dem Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen und dem Stiftungsklinikum Mittelrhein.<ref>Klinikfusion zwischen dem Stiftungsklinikum Mittelrhein und dem Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen ist nun vollzogen in: Rhein-Zeitung, 25. Juli 2014</ref> Bei der Gründung des Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein im Jahr 2014 hatte die Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gGmbH sechs Gesellschafter. Damals hielten die Stadt Koblenz und der Kreis Mayen-Koblenz jeweils 25 %, die Stiftung Ev. Stift St. Martin Koblenz 28,57 %, und die Stiftungen Hospital zum Hl. Geist Boppard, Seniorenhaus zum Hl. Geist Boppard und die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift Wiesbaden jeweils 7,14 % der Anteile.<ref>Hilko Röttgers und Ingo Schneider: Finanzspritze hilft, aber nur für den Moment - Suche nach neuer Geschäftsführung läuft - Braucht das Haus einen privaten Partner?: Trotz Finanzspritze ist nicht alles gut: Wie kommt Gemeinschaftsklinikum aus der Krise? - Koblenz & Region - Rhein-Zeitung. 12. Februar 2020, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref> Diese Konstellation aus kommunalen und vier kirchlichen Trägern galt zum Fusionszeitpunkt als deutschlandweit einmalig in der Krankenhauslandschaft.<ref>www.rhein-zeitung.de: Zeitenwende: Bundesweit einmalige Klinikfusion im März?, abgerufen am 18. Januar 2018.</ref><ref>www.volksfreund.de: Krankenhäuser am Mittelrhein wollen fusionieren, abgerufen am 18. Januar 2018.</ref>
Seit der Fusion gibt es Planungen die Krankenhäuser Kemperhof und Evangelisches Stift St. Martin auch örtlich zusammenzulegen, wofür ein Neubau am Standort des Kemperhofs angedacht ist. Im Jahr 2021 wurden die Kosten für den Neubau auf 150 bis 200 Millionen Euro geschätzt.<ref name="rheinzeitung20210717">Thomas Brost: Wird Mayener Krankenhaus aus Klinikverbund gelöst? Kreistag für Gespräche mit privatem Investor. Rhein-Zeitung, 17. Juli 2021, abgerufen am 17. Juli 2021.</ref>
Im März 2020 wurde das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein eines von 5 Schwerpunktkliniken in der Corona-Pandemie.
Finanzielle Schieflage in den 2020er
Im Frühjahr 2020 wurde bekannt, dass das Gemeinschaftsklinikum in finanzielle Schieflage geraten war. Die Gesellschafter stellten kurzfristig 8,2 Millionen Euro zur Unterstützung des Klinikverbands bereit.<ref>Banken erhöhen Druck auf Gemeinschaftsklinikum: Droht eine Insolvenz? Rhein-Zeitung, 16. Oktober 2020, abgerufen am 17. Juli 2021.</ref> Zudem wurde im März 2020 die Sana Kliniken AG als Geschäftsführer betraut.<ref>Kartellamt: Sana darf das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein steuern. Rhein-Zeitung, 10. März 2020, abgerufen am 17. Juli 2021.</ref> Nach Angaben der Geschäftsführung erwirtschaftete das Unternehmen in den Jahren 2019 und 2020 ein Defizit von rund 40 Millionen Euro. Aus diesem Grund wurden Gespräche mit potentiellen Gesellschaftern geführt.<ref name=rheinzeitung20210717 />
Im Juli 2022 stimmten der Kreistag des Landkreises Mayen-Koblenz und der Koblenzer Stadtrat Verhandlungen mit der Sana Kliniken AG zu, mit dem Ziel, diese zur Mehrheitsgesellschafterin zu machen.<ref>Ingo Schneider, Stephanie Mersmann: Gemeinschaftsklinikum: Ist der Weg für Investor Sana jetzt frei? Rhein-Zeitung, 23. Juli 2022, abgerufen am 23. Juli 2022.</ref> Die Gespräche scheiterten jedoch im Februar 2024. Hauptstreitpunkt war die Übernahme der Betriebsrentenverpflichtungen, deren Volumen im dreistelligen Millionenbereich liegt. Während Stadt und Landkreis forderten, dass Sana diese Verpflichtungen übernimmt, bestand Sana darauf, dass die bisherigen Gesellschafter hierfür verantwortlich bleiben. Aufgrund dieser Differenzen wurden die Verhandlungen beendet.<ref>S. W. R. Aktuell: Sana übernimmt nicht das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. 7. Februar 2024, abgerufen am 10. August 2025.</ref><ref>Georg Thieme Verlag KG: Übernahme von Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein durch Sana gescheitert. 6. Februar 2024, abgerufen am 10. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Als Folge beschlossen die Gesellschafter im Juli 2024 eine neue Eigentümerstruktur, wonach Stadt Koblenz und Landkreis Mayen-Koblenz jeweils 47,38 % und nur noch zwei kirchliche Stiftungen kleinere Minderheitsanteile halten.<ref name=":1" /> Zur Stabilisierung des Klinikbetriebs stellten die neuen Hauptgesellschafter ein Darlehen über 10 Millionen Euro sowie eine Bürgschaft in Höhe von 50 Millionen Euro bereit.<ref>Georg Thieme Verlag KG: Gesellschafterversammlung des GK-Mittelrhein beschließt Zukunftsplan. 16. Juli 2024, abgerufen am 10. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im November 2024 leisteten die Stadt Koblenz und der Landkreis Mayen-Koblenz eine Zahlung in Höhe von 10 Millionen Euro zur Sicherung des Klinikbetriebs.<ref name=":0">Merkurist Redaktion: Fortbestand gesichert: Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein erhält 50 Millionen Euro | Aktuelle Nachrichten und Informationen. 20. Dezember 2024, abgerufen am 10. August 2025.</ref> Ende 2024 wurden für die Kliniken in Nastätten und Boppard Betrauungsvereinbarungen mit den jeweiligen Landkreisen geschlossen. Der Paulinenstift in Nastätten wird betrieben, solange er für die Grundversorgung des Rhein-Lahn-Kreises als unverzichtbar gilt; das entstehende Defizit wird vom Landkreis getragen.<ref>Philipp Lauer: GKM und Krankenhaus Nastätten: Rhein-Lahn-Kreis fasst Betrauungsakt für Paulinenstift - Rhein-Lahn-Zeitung - Rhein-Zeitung. 12. Dezember 2024, abgerufen am 10. August 2025.</ref> Die Klinik in Boppard ist im Gegensatz zu der in Nastätten nicht als unverzichtbar ausgewiesen. Sie wird nur weiterbetrieben, solange der zuständige Landkreis das Defizit übernimmt.<ref name=":0" />
Ebenfalls Ende 2024 gewährte ein Konsortium mehrerer Sparkassen dem Klinikverbund einen Kredit über 50 Millionen Euro. Dieser dient der kurzfristigen Sicherung des Klinikbetriebs sowie der Umsetzung einer geplanten Ein-Standort-Lösung für die Koblenzer Kliniken Evangelisches Stift und Kemperhof auf dem Gelände des Kemperhofs.<ref name=":0" />
Im Februar 2026 beschlossen die Gesellschafter unter Vorbehalt die Schließung des Standorts Heilig Geist zum 30. September 2026, da der Landkreis nicht mehr bereit war die Defizite des Krankenhauses zu tragen.<ref>Andreas Bender: GKM beschließt unter Vorbehalt Schließung des Heilig Geist. 4. Februar 2026, abgerufen am 17. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Schließungsbeschluss fürs Heilig Geist steht unter Vorbehalt. Abgerufen am 17. April 2026.</ref> Der Stadtrat der Stadt Boppard sprach sich für den Erhalt des Krankenhauses aus und erklärte sich im gleichen Monat bereit, für die Jahre 2026 und 2027 Defizite in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro zu übernehmen, um den Weiterbetrieb zu ermöglichen.<ref>Julian Weberskirch: Rettung für Krankenhaus Boppard? Stadtrat beschließt Millionen-Hilfe. 24. Februar 2026, abgerufen am 17. April 2026.</ref><ref>Stadtrat Boppard beschließt Unterstützung in Millionenhöhe für das Krankenhaus Heilig Geist. Abgerufen am 17. April 2026.</ref> In der Folge wurde der Schließungsbeschluss im März 2026 durch die Gesellschafter wieder aufgehoben.<ref>Peter Meuer: Wichtige Entscheidung: Stadtrat Koblenz: Hoffnung für Heilig-Geist-Krankenhaus - Koblenz & Region - Rhein-Zeitung. 26. März 2026, abgerufen am 17. April 2026.</ref>
Klinikverbund
Zu dem Klinikverbund gehören die folgenden fünf Krankenhäuser:
- Kemperhof in Koblenz
- Evangelisches Stift St. Martin in Koblenz
- Hospital zum Heiligen Geist in Boppard
- Krankenhaus St. Elisabeth in Mayen
- Paulinenstift in Nastätten
Tochtergesellschaften
Durch die Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) Mittelrhein gGmbH wird in verschiedenen Praxen ambulante Versorgung betrieben.
Über die Seniocura GmbH betreibt der Konzern Senioreneinrichtungen an den Standorten Boppard, Koblenz und Nastätten. Hierzu gehören neben drei Seniorenwohnanlagen auch Einrichtungen der Kurzzeitpflege und des betreuten Wohnens sowie ein mobiler Pflegedienst.
Die Rehafit gGmbH betreibt eine Praxis für Physiotherapie und Ergotherapie sowie ein ambulantes Rehazentrum.
Daneben existieren noch zwei Servicegesellschaften.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />