Gehülz
Gehülz Kreisstadt Kronach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1352)&title=Geh%C3%BClz 50° 15′ N, 11° 17′ O
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| Höhe: | 321–503 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 1352 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 | |||||
| Postleitzahl: | 96317 | |||||
| Vorwahl: | 09261 | |||||
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Gehülz ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Kronach im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Im Jahr 1978 wurde die Gemeinde in die Stadt eingegliedert. Bis dahin war Gehülz mit 1500 Einwohnern eine der größten Gemeinden des Landkreises Kronach.
Geographie
Das Pfarrdorf hat einen Streusiedlungscharakter und liegt auf dem Haßlacherberg, einem Höhenzug westlich von Kronach. Gehülz besteht aus 17 Einzelorten, die teilweise zu einer geschlossenen Siedlung zusammengewachsen sind. Die Bundesstraße 303 führt durch den Ort nach Kronach zur Bundesstraße 85 (1,7 km östlich) bzw. an Burgstall vorbei nach Mitwitz (6 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Seelach und nach Ziegelerden.<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 2. September 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Ortsname
Der Ortsname entstand vermutlich aus dem Wort Gehölz, das wahrscheinlich auf einen abgeholzten Wald hinweist.
Der Name Gehülz war ursprünglich ein Gemeindename. Er wurde 1978 nach der Auflösung der Gemeinde per Regierungsverfügung als amtlicher Ortsname eingeführt. Im Gegenzug wurden elf bisherige Gemeindeteilnamen, mit Ausnahme von sieben im Außenbereich der ehemaligen Gemeinde, als amtliche Ortsnamen abgeschafft und als Straßennamen eingeführt.<ref>Gemeinden kommen, Gemeinden gehen. In: infranken.de. 17. Januar 2018, abgerufen am 2. März 2024.</ref>
Nicht mehr amtlich benannte Gemeindeteile sind
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Geschichte
Der erste Ort und der Beginn der Siedlung war Entmannsdorf, das etwa 1000 n. Chr. gegründet wurde und sich am Verbindungsweg zwischen Kronach und Coburg befand. Urkundlich bezeugt wurde Entmannsdorf erst 1323/28. Es befand sich 1348 im Besitz der Kappel zu Haßlach, gelangte als bischöfliches Burghutlehen im 14. Jahrhundert in den Besitz der von Redwitz zu Theisenort und wurde zum Hauptort des redwitzischen Gehülz. Auf der oberen Bürg bei Entmannsdorf befand sich eine Turmhügelburg als Außenstelle der Herrschaft Theisenort. Es entstanden ab 1519 Ortschaften als bäuerliche Siedlungsgebiete wie Kestel, Judengraben und Brand. Im Dreißigjährigen Krieg litt die Gemeinde unter Raubzügen und Brandschatzungen.
In den 1750er Jahren lagen die Anfänge des späteren Straßendorfs Breitenloh-Unterentmannsdorf. Im Bereich Breitenloh entstanden auf Anordnung der Herrschaft von Redwitz kleine Tropfhäuser für die ärmere Bevölkerung.
In dieser Zeit waren die grund- und vogteiherrschaftlichen Rechte auf die von Redwitz zu Schmölz und die von Redwitz zu Küps aufgeteilt. Das um 1588 erbaute Herrschaftsbrunnen und das 1673 als „Saalbronnen“ bezeugte Zollbrunn wurden um 1800 Siedlungsteile von Gehülz.
Die politische Gemeinde Gehülz entstand 1818 gemäß dem Zweiten bayerischen Gemeindeedikt. Sie vereinte viele verstreute Ortschaften, die zuvor als Realgemeinde einen Aktions- und Wirtschaftsverband unter Leitung eines eigenen Schultheißen gebildet hatten. Die 14 zugehörigen Orte waren Brand, Breitenloh, Bürg, Ellmershaus, Entmannsdorf, Giessübel, Judengraben, Judenhof, Kestel, Lindleinsberg, Rauershof, Seelabach, Unterbreitenloh und Zollbrunn.
Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden einige Anwesen dem Patrimonialgericht Küps (bis 1835) und dem Patrimonialgericht Schmölz (bis 1848). Um 1836 wurden Forderungen von 31 Besitzern von bäuerlichen Anwesen der im oberen und mittleren Bereich gelegenen Orte Brand, Judengraben, Oberentmannsdorf, Zollbrunn, Ober- und Unterbürg, Rauershof und Giessübel auf eine Spaltung der Gemeinde in zwei Teile laut. Sie strebten eine eigene Landgemeinde Gehülz an. Der untere Teil des Gemeindegebiets sollte die Landgemeinde Breitenloh werden. Dies lehnte das Landgericht Kronach ab, da nur arme Leute für die Gemeinde Breitenloh verblieben wären.<ref>Bernd Graf: Der Name Gehülz – ein komplexes Kapitel der Haßlacherberg-Historie. In: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach, Band 26, 2013, ISBN 978-3-9803467-9-5, S. 151.</ref>
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden auf dem Gemeindegebiet die Einöden Brunnschrott, Geiersgraben und Schafhof gegründet. Ab 1862 gehörte Gehülz zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in Amtsgericht Kronach umgewandelt). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Kellerhaus gegründet.<ref name="D581">H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 581f.</ref> Die Gemeinde hatte eine Fläche von 3,878 km².<ref name="OV 1961" /> Am 1. Januar 1972 wurde der Weiler Rotschreuth der aufgelösten Gemeinde Burgstall eingegliedert.<ref></ref> Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Gehülz im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Kronach eingegliedert.<ref name="Gemeindeverzeichnis"></ref>
Einwohnerentwicklung
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Bauwerke
Katholische Pfarrkirche St. Bonifatius
Im Jahr 1906 wurde ein Kirchenbauverein gegründet. Die Grundsteinlegung war am 8. Oktober 1933 in Breitenloh. Am 14. Oktober 1934 konsekrierte der Bamberger Erzbischof Johann Jakob von Hauck die Kirche auf den Namen und zum Gedenken an den heiligen Bischof und Märtyrer Bonifatius. 1937 folgte die Erhebung zur Pfarrei. Der Saalbau mit östlichem Seitenschiff, eingezogenem Chor und dem Sakristeianbau sowie einem Turm an der Westseite mit Spitzhelm entstand nach Plänen des Münchner Architekten Georg Holzbauer.
Evangelisch-lutherische Michaelskirche
Nachdem 1958 ein Kirchenbauverein gegründet worden war, entstand 1960/61 nach Plänen von Emil Schomberg die Michaelskirche in Brunnschrott. Die Einweihung des Gotteshauses mit Gemeinderaum und Sakristei im Untergeschoss war am 24. September 1961. Im Jahr 1975 folgte der Anbau eines Glockenturms und 1997 der Sakristeianbau. Eine Schleifladenorgel wurde 1984 aufgestellt.
Baudenkmale
In der Liste der Baudenkmäler in Kronach sind für Gehülz fünf Baudenkmäler aufgeführt.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3769696980 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Bernd Graf: Der Name Gehülz – ein komplexes Kapitel der Haßlacherberg-Historie. In: Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Kronach, Band 26, 2013, ISBN 978-3-9803467-9-5.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3929364085 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- hasslacherberg.de – Private Website zu den ehemaligen Gemeinden Gehülz, Seelach und Ziegelerden
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Gehülz in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Gehülz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="HGV1">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 147, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="OV 1864">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 887, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1058–1059, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1004 (Digitalisat).</ref> <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1053–1054 (Digitalisat).</ref> <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1087–1088 (Digitalisat). </ref> <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 936 (Digitalisat). </ref> <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 688–689 (Digitalisat). </ref> <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 158 (Digitalisat). </ref> <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 309–310 (Digitalisat).</ref> <ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> </references>
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