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Gaspare del Bufalo

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Datei:Gaspare del Bufalo.jpg
Gaspare del Bufalo
Datei:Rome, Collegio Preziosissimo Sangue, statue of Gaspare del Bufalo.jpg
Statue des Hl. Gaspare del Bufalo, Collegio Preziosissimo Sangue, Rom

Gaspare del Bufalo (* 6. Januar 1786 in Rom; † 28. Dezember 1837 in Rom) ist Gründer der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut (CPPS). Er wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt.

Lebensweg

Gaspare wurde am 6. Januar 1786 in Rom geboren. Sein Vater war Koch am päpstlichen Hof, was der Familie ein bescheidenes, aber stabiles Auskommen sicherte. Schon früh zeigte sich Gaspres außergewöhnliche Frömmigkeit und geistige Begabung. Er erhielt eine solide theologische Ausbildung und wurde 1808 zum Priester geweiht. Obwohl er Kanoniker gewesen ist, war er auch als Volksmissionar tätig. Von Beginn an zeichnete ihn ein feuriger Predigtstil aus, der nicht nur gebildete Kreise, sondern besonders das einfache Volk erreichte. Sein zentrales Anliegen: die Menschen zu einer tiefen Umkehr, zu Buße und zu einer lebendigen Beziehung zu Christus zu führen. Wegen seines seelsorglichen und gesellschaftspolitischen Engagements wurde er teilweise angefeindet.

Zwischen 1809 und 1810, nachdem Napoleon Bonaparte Rom besetzt hatte, weigerte sich del Bufalo aus Treue zu Papst Pius VII. und der katholischen Kirche, dem Kaiser einen Treueeid zu schwören. („Ich darf nicht, ich kann nicht, ich will nicht“, war sein lakonischer Kommentar.) Er folgte dem Schicksal seines Papstes und wurde zunächst ins Exil nach Piacenza gezwungen und wurde dann in Bologna, Imola und Lugo im Gefängnis gefangen gehalten. Doch selbst in dieser Zeit blieb er standhaft und nutzte jede Gelegenheit zur Seelsorge unter Mitgefangenen. Seine Treue zur Kirche und sein Mut machten ihn schon zu Lebzeiten zu einer moralischen Autorität. Erst nach vier Jahren konnte er nach Rom zurückkehren; dort arbeitete er wieder für die Glaubenserneuerung in Volk und Klerus des Kirchenstaates.

„Er versöhnte verfeindete Familien und setzte sich für die verwilderten Briganten ein. Das waren Familien, aber vor allem Männer, die vor Napoleons Militärdienst in die Berge flohen und dort von Überfällen, Plünderung und Erpressung lebten. Seinem Ringen mit Papst und Kurie in Rom verdankt eine ganze Stadt – das ‚Räubernest‘ Sonnino –, dass sie nicht niedergebrannt wurde.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Biografie auf der Webseite der Ordensgemeinschaft (Memento vom 3. Juli 2008 im Internet Archive)</ref>

Gründung der Missionare vom Kostbaren Blut

Nach dem Sturz Napoleons kehrte Gaspare 1814 nach Rom zurück. Mit Unterstützung von Pius VII begann die fruchtbarste Phase seines Lebens. 1815 gründete Gaspare del Bufalo die Ordensgemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut als Volksmissionare und unterstützte 1834 die Gründung der Kongregation der Anbeterinnen des Blutes Christi durch Maria de Mattias.

Ziel seines Ordens war es, durch Volksmissionen geistlich vernachlässigte Regionen Italiens zu erneuern. Gaspare predigte unermüdlich – oft mehrere Wochen am Stück – gegen Gewalt, Banditentum, religiöse Gleichgültigkeit und soziale Missstände. Seine Worte waren klar, eindringlich und von tiefer Christusliebe geprägt.

Sein Beichtvater war Vincenzo Pallotti, gleichfalls Volksmissionar, der Gründer der Vereinigung des Katholischen Apostolates, der Pallottiner und der Pallottinerinnen.

Krankheit und Tod

Nach Jahren unermüdlicher Tätigkeit verschlechterte sich seine Gesundheit. Gaspare del Bufalo starb am 28. Dezember 1837 während einer Cholera-Epidemie in Rom im Rufe der Heiligkeit und wurde in der Kirche des damaligen Ordensgeneralats Santa Maria in Trivio begraben.

Spiritualität und Wirkung

Im Zentrum seiner Spiritualität stand die Verehrung des Kostbaren Blutes Christi als Zeichen der göttlichen Erlösungsliebe. Für Gaspare war dieses Blut nicht nur ein theologisches Symbol, sondern eine lebendige Kraft zur Erneuerung von Mensch und Gesellschaft.

Er verband Frömmigkeit stets mit konkretem Handeln: Versöhnung zwischen verfeindeten Familien, Einsatz für die Armen, geistliche Begleitung von Priestern und Laien. Seine Missionen hatten oft nachhaltige soziale Auswirkungen – Gewalt ging zurück, Gemeinschaften fanden neu zusammen.

Das Fest des kostbaren Blutes, 1849 auf die Gesamtkirche ausgedehnt und am 1. Juli gefeiert, wurde als Doppelung von Fronleichnam im Zuge der Liturgiereform als gesamtkirchliches Fest abgeschafft. Im Orden blieb es bestehen.

Niederlassungen der von ihm gegründeten Kongregation gibt es in Europa, den USA, Mittel- und Südamerika (z. B. Brasilien mit dem bekannten Indio-Bischof Erwin Kräutler), Tansania und Indien. In Deutschland wurde das Gymnasium St. Kaspar nach ihm benannt.

Selig- und Heiligsprechung

Am 18. Dezember 1905 wurde Gaspare del Bufalo seliggesprochen und am 12. Juni 1954 von Papst Pius XII. heiliggesprochen.

Gedenktag

Sein liturgischer Gedenktag ist sein Todestag, der 28. Dezember.

Werke

  • Scritti spirituali di san Gaspare del Bufalo (1786-1837) fondatore dei Missionari del Preziosissimo Sangue. Hrsg. von Beniamino Conti. Rom 1995 ff.
  • Epistolario di San Gaspare del Bufalo, fondatore dei Missionari del Preziosissimo Sangue. Hrsg. von Beniamino Conti, 10 Bde., Rom 1986–1993.

Literatur

Weblinks

Commons: Gaspare del Bufalo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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