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Garaus

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Der Ausdruck Garaus entstand aus dem Ruf „gar aus!“ (vollständig aus!), der im 15. Jahrhundert die Polizeistunde ankündigte. Später erhielt der Begriff allgemein die Bedeutung Ende. Heute wird er nur noch in der Wendung „jemandem/etwas den Garaus machen“ (jemanden töten oder vernichten, einer Sache ein Ende bereiten) verwendet.<ref>Wörterbuchartikel des Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.</ref>

Der Garaus als Synonym für das Tagesende und als Zeichen für das Schließen der Stadttore<ref>Regensburg, 1498 – vergleiche Grimm: Deutsches Wörterbuch</ref> markierte in einigen Städten des 15. Jahrhunderts den Arbeitstag. In Nürnberg, Regensburg und einigen kleineren Städten richtete sich zu dieser Zeit die Länge eines Arbeitstages nach dem lichten Tag, also der Zeit zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Die Arbeitszeit variierte daher zwischen acht Stunden im Dezember und sechzehn Stunden im Juni. Das Ende der Arbeit wurde durch das Garaus-Glockenläuten angezeigt. Ebenso wurde der Anfang des Arbeitstages durch ein Garaus-Geläute (Ende der Nacht) angekündigt, danach zählten die Glocken die Stunden des Arbeitstages, sie schlugen also eine Stunde nach Sonnenaufgang einmal. Nach dem Ende des lichten Tages wurden die Stunden der Nacht wiederum von eins beginnend gezählt.<ref>Christoph Friedrich Nicolai: Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz, im Jahre 1781, Band 1. 1783, S. 111. Online bei Google Books.</ref><ref>Endres Tucher, Friedrich von Weech, Matthias Lexer (Hrsg.): Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg (1464–1475), Band 64 von Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart, Literarischer Verein, 1862, S. 60. Online bei Google Books.</ref>

Literatur

  • Vorlage:Deutsches Wörterbuch
  • gar, garaus in Johann Andreas Schmeller: Band 2 von Bayerisches Wörterbuch: Sammlung von Wörtern und Ausdrücken, die in den lebenden Mundarten sowohl, als in der ältern und ältesten Provincial-Litteratur des Königreichs Bayern, besonders seiner ältern Lande, vorkommen, und in der heutigen allgemein-deutschen Schriftsprache entweder gar nicht, oder nicht in denselben Bedeutungen üblich sind. Cotta, 1828, S. 60. Online bei Google Books

Weblinks

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Einzelnachweise

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