Gangrän
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Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11 Als eine Gangrän (Plural Gangränen; auch das Gangrän, Plural Gangräne;<ref>Duden online: Gangrän</ref> von {{#invoke:Vorlage:lang|full |CODE=el |SCRIPTING=Grek |SERVICE={{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0 }} | neu}}griechisch |SUITABLE=prefix neu}}, wörtlich „das Wegfressende“<ref name="etymonline.com">Zur Etymologie vgl. gangrene etymonline.com (englisch)</ref>) bezeichnet man eine Gewebsnekrose, meist infolge von Blutunterversorgung, bei der das betroffene Gewebe durch Verwesung und Autolyse (Selbstverdauung) zerfällt und sich als Folge von Hämoglobin-Abbau verfärbt. Früher sprach man auch von einem trockenen Brand oder feuchten Brand bzw. Wundbrand.<ref>Wilhelm Fabry: Gründlicher Bericht vom heißen und kalten Brand, welcher Gangraena et Sphacelus oder S. Antonii- und Martialis-Feuer genannt wird. Nach der 1603 publizierten zweiten deutschen Ausgabe bearbeitet und hrsg. von Erich Hintzsche. Bern/Stuttgart 1965 (= Hubers Klassiker der Medizin und der Naturwissenschaften. Band 4).</ref> Der Begriff Gasbrand ist für eine infizierte Gangrän mit gasbildenden Clostridien auch heute noch gebräuchlich. Die Gangrän, genannt auch Brand, beschreibende Adjektive sind brandig und gangränös. Die Gangrän als stinkend-faulige Nekrose wurde früher auch als Sphakelus<ref>Vgl. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 380 (feul).</ref> bzw. Sphacelus bezeichnet.
Morphologie
Man unterscheidet a) trockene (Necrosis sicca), b) feuchte Gangrän und c) Gasbrand. Die erste zeigt infolge von Wasserverlust eine Schrumpfung und lederartige Eintrocknung (Mumifizierung), während die zweite durch Bakterienbefall charakterisiert ist und flüssige und feine Konsistenz aufweist. Bei Gasgangrän wiederum bilden die in dem toten oder absterbenden Gewebe befindlichen Bakterien Blasen unter der Haut, was dazu führt, dass sich das Gewebe rasch ablöst.
Da bei Gangrän meistens Bakterien vorhanden sind, trägt die daraus entstandene Infektion oft dazu bei, dass sich das Absterben der Zellen schnell – binnen Stunden oder weniger Tage – ausbreitet. Gelangen die Bakterien in den Blutstrom, wird der Zustand kritisch (septische Blutvergiftung), und wenn nicht sofort mit geeigneten Antibiotika behandelt wird, tritt häufig der Tod ein.
Vorkommen
Die Gangrän tritt vor allem an den Extremitäten auf, beispielsweise infolge einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder diabetischen Mikroangiopathie. Öfter als die Hände sind dabei die Füße betroffen, in diesem Fall spricht man auch von einem Fußbrand. Bei Lungenabszessen und infolge von Aspirationspneumonien kann es zur Lungengangrän ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) kommen. Infolge eines Mesenterialinfarkts oder eines Ileus (Darmverschluss) kann es zum Absterben des betroffenen Darmabschnittes, der Dünn- oder Dickdarmgangrän, kommen. In der Zahnmedizin bezeichnet man als Gangrän eine infektionsbedingte Nekrose der Pulpa, also des nervenversorgten Teils eines Zahnes.
Ältere pathologische Differenzierungen sind
- {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – durch Arteriosklerose verursachte Gangrän (vergleiche arterielle Verschlusskrankheit)
- {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – sogenannter Altersbrand oder Greisenbrand, ebenfalls aufgrund arteriosklerotischer Veränderungen
- {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – Gasbrand bzw. Rauschbrand mit Ödemen durch Clostridien, meist der Muskulatur, vorwiegend als Folge von Zerreißungen
- {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – Gangrän bei Erfrierungen (als dritter Schweregrad)
- {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – gangränöse Entzündung von Geschlechtsteilen
- {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – sogenannter Hospitalbrand
Therapie
Resektion wenn möglich; Madentherapie; antiseptische Maßnahmen; Ruhigstellung der betroffenen Extremität; final auch Nekrektomie (Entfernung des toten Gewebes); Amputation; Ernährungsumstellung bei Gangrän infolge peripherer arterieller Verschlusskrankheit.<ref>Greger: Heart Disease Starts in Childhood. Nutritionfacts.org</ref><ref>Y. M. Hong: Atherosclerotic Cardiovascular Disease Beginning in Childhood. An Open Access Biomedical Image Search Engine</ref>
Komplikationen
Siehe auch
Literatur
- Hospitalbrand. In: {{#if:|Meyers.|Meyers Konversations-Lexikon.}} 4. Auflage. Band 8, {{#if:||Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, }} S. 736{{#if:737|–737}}.{{#if:| – {{{bemerkung}}}}}
Weblinks
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Einzelnachweise
<references />