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Kunstmuseum Stuttgart

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Galerie der Stadt Stuttgart)
Datei:Kunstmuseum Stuttgart 2013 01.jpg
Kunstmuseum Stuttgart, im August 2013
Datei:KunstmuseumStuttgart-pjt.jpg
Das Kunstmuseum bei Nacht, die Fassade wird transparent. (2011)
Datei:StuttgartKunstmuseum050524 P1010766.JPG
Kunstmuseum, oberste Etage, im Mai 2005
Datei:Kronprinzenpalais, Stuttgart, Herrmann 2000, 01.jpg
Anstelle des Kunstmuseums stand bis 1963 das Kronprinzenpalais.

Das Kunstmuseum Stuttgart ist ein Museum für Bildende Kunst in Stuttgart. Es steht anstelle des 1963 abgebrochenen Kronprinzenpalais und wurde im März 2005 als Nachfolgeinstitution der Galerie der Stadt Stuttgart eröffnet. Das am Schloßplatz und der Königstraße gelegene Museum zeigt ausgewählte Werke der städtischen Sammlung vom 19. Jahrhundert bis zur aktuellen zeitgenössischen Kunst. Daneben werden thematische oder monografische Sonderschauen präsentiert. 2022 wurde das Museum von Kunstkritikern der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) zum Museum des Jahres 2021 gewählt.<ref>Philipp Blanke, dpa: Auszeichnung: Kunstmuseum Stuttgart ist Museum des Jahres 2021. In: Die Zeit. 14. Februar 2022, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 15. März 2026]).</ref>

Architektur

Das Museumsgebäude mit 5000 m² Ausstellungsfläche wurde von den Berliner Architekten Hascher und Jehle entworfen. Es wirkt von außen tagsüber als gläserner Würfel, der die Umgebung als Spiegel aufnimmt. Nachts werden die beleuchteten Kalksteinwände aus Dietfurter Kalkstein im Innern sichtbar. Die aus dem Altmühltal stammenden Natursteine sind unregelmäßige Krustenplatten mit farbigen mineralischen Oxidationen. Als weiterer Blickfang dienen meterhohe Wörter und Texte aus grauer und roter Klebefolie, die außen an den Glasfenstern angebracht werden und mit jeder Ausstellung wechseln. Der Bodenbelag in der obersten Etage ist ein Auerkalkstein, auch bekannt als Kelheimer Kalkstein, aus dem Altmühltal.

In Bezug auf das Zitat „Wenn man das Kronprinzenpalais abreißt, verliert die Westseite des Schloßplatzes die Hälfte ihres Gesichts.“ von Paul Bonatz 1951 kommentierte Dankwart Guratzsch 1999 den Entwurf des Kunstmuseums: „Sie wird es auch jetzt nicht wiederfinden.“<ref>Wie Stuttgart sein Gesicht verlor - WELT. Abgerufen am 15. März 2026.</ref>

Baugeschichte

An der Stelle des Kubus des neuen Kunstmuseums stand bis 1963 die Ruine des 1944 bei einem Luftangriff beschädigten Kronprinzenpalais. Es war das städtebauliche Pendant zum Wilhelmspalais, das sich am anderen Ende der Planie befindet. Nach Abriss der Ruine wurde die Planie zunächst zu einer sechsspurigen Straße mit vier zusätzlichen Tunneln für Autos und Straßenbahnen ausgebaut.

Um die Überquerung für die Fußgänger auf der Königstraße zu erleichtern, wurde 1968 der treppenartig angelegte Kleine Schloßplatz erbaut, der aber in seiner Funktion nie richtig angenommen wurde. Jahrelang wurde über einen Abriss des als überflüssig erachteten Bauwerks diskutiert, da auch die oberirdische Querstraße wieder überdeckelt worden war. Der Neubau des Kunstmuseums schloss nach 2000 diese Baulücke neben dem Königsbau entlang der Königstraße.

Sammlung

Die Sammlung des Museums beruht auf dem Bestand der bisherigen „Galerie der Stadt Stuttgart“. Diese geht auf eine Schenkung des Marchese Silvio della Valle di Casanova im Jahre 1924 zurück.

Zum Bestand gehört heute auch die bedeutendste Sammlung von Werken des Künstlers Otto Dix, die zu großen Teilen auf den früheren Direktor der „Galerie der Stadt Stuttgart“, Eugen Keuerleber, zurückgeht. Für sie wurden eigens zwei Ausstellungsräume reserviert. Glanzstück der Sammlung ist das Triptychon Großstadt, das Dix 1927/28 malte. Darüber hinaus besitzt das Museum zahlreiche Werke u. a. von Willi Baumeister, Adolf Hölzel, K. R. H. Sonderborg, Dieter Roth, Dieter Krieg, Joseph Kosuth, Rebecca Horn, Christian Landenberger, Wolfgang Laib, Josephine Meckseper, Thomas Grünfeld, Ben Willikens und Haegue Yang.

Das Atelier- und Wohnhaus von Otto Dix in Hemmenhofen (Gaienhofen) auf der Höri am Bodensee wurde 2009 vom Kunstmuseum Stuttgart neu konzipiert. Bis dahin hatte der Verein Otto-Dix-Haus e. V. das Künstlermuseum ehrenamtlich geleitet. Als Museum Haus Dix wurde es 2013 wiedereröffnet und ist dem Leben der ganzen Familie Dix gewidmet. Der Verein unterstützt das Haus weiterhin ehrenamtlich. Die Stadt Stuttgart, die Gemeinde Gaienhofen, der Landkreis Konstanz sowie Sponsoren investierten insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Rettung des stark sanierungsbedürftigen Hauses.<ref>Staatsanzeiger Nr. 12 vom 3. April 2009, Seite 31</ref>

Kunstpreise

Seit 2013 vergibt das Kunstmuseum Stuttgart alle zwei Jahre gemeinsam mit der Sparda-Bank Baden-Württemberg den „Kubus. Sparda-Kunstpreis“. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis der Jury zeichnet Künstler mit engem Bezug zum Land aus. Die Nominierten präsentieren ihre Arbeiten im Rahmen einer gemeinsamen Ausstellung, an deren Ende zusätzlich ein mit 5.000 Euro dotierter Publikumspreis vergeben wird. Zu den Preisträgern zählten bislang Alexander Roob (2013), Peter Vogel (2015), Myriam Holme (2017), Armin Linke (2019), Ulla von Brandenburg (2022), Thomas Müller (2024). Ebenfalls im Kunstmuseum Stuttgart präsentiert werden die Preisträger des Hans-Molfenter-Preises, den die Landeshauptstadt Stuttgart seit 1983 alle zwei bzw. drei Jahre vergibt.<ref>Kunstmuseum Stuttgart - Kunstpreise. Abgerufen am 30. April 2026.</ref>

Sonderausstellungen

Frischzelle – Ausstellungen von jungen Künstlerinnen und Künstlern

  • Hannah J. Kohler (10/2022 – 09/2023)<ref>Archiv. 4. Februar 2023, abgerufen am 19. Juni 2023.</ref>
  • Hannah Zenger (04/2022 – 10/2022)
  • Claudia Magdalena Merk (10/2020 – 04/2022)
  • André Wischnewski (10/2019 – 09/2020)
  • Benjamin Bronni (10/2018 – 09/2019)
  • Ann-Kathrin Müller (10/2017 – 10/2018)
  • Melanie Dorfer (10/2016 – 09/2017)
  • Raphael Sbrzesny (11/2015 – 05/2016)
  • Schirin Kretschmann (11/2014 – 05/2015)
  • Otto D. Handschuh (04/2014 – 09/2014)
  • Mona Ardeleanu (11/2013 – 03/2014)
  • Peles Empire (03/2013 – 07/2013)
  • Anahita Razmi (12/2012 – 03/2013)
  • Björn Braun (03/2012 – 04/2012)
  • Stefanie Trojan (09/2011 – 10/2011)
  • Michał Budny (05/2011 – 07/2011)
  • Markus Amm (10/2010 – 02/2011)
  • Katinka Bock (03/2010 – 06/2010)
  • Nasan Tur (09/2009 – 12/2009)
  • Stefan Burger (03/2009 – 05/2009)
  • Luka Fineisen (10/2008 – 02/2009)
  • Gereon Krebber (03/2008 – 06/2008)
  • Pablo Wendel (06/2007 – 07/2007)
  • Alexander Schellow (02/2007 – 05/2007)
  • Susanne Kutter (12/2006 – 01/2007)
  • Albrecht Schäfer (07/2006 – 08/2006)
  • Pia Maria Martin (02/2006 – 05/2006)
  • Alex Müller (10/2005 – 11/2005)
  • Jörg Obergfell (06/2005 – 07/2005)

Leitung

Die erste Leiterin des Kunstmuseums Stuttgart, Marion Ackermann, wurde 2009 Direktorin der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. Ulrike Groos, frühere Direktorin der Kunsthalle Düsseldorf, übernahm 2010 die Leitung des Kunstmuseums.

Besucherzahlen

Im ersten Jahr nach der Eröffnung des Hauses wurden 330.000 Besucher gezählt. Damit hat das Kunstmuseum sogar die Staatsgalerie in Stuttgart überflügelt. Im Jahr 2015 zählte das Museum etwa 161.000 Besucher und die Staatsgalerie 375.694. Im Jahr 2017 besuchten das Kunstmuseum 149.600 Menschen (Staatsgalerie: 223.700 Besucher). Ein Jahr später 2018 kamen 199.827 Besucher in die Staatsgalerie, die die eintrittsfreie Ausstellung 175 Jahre Staatsgalerie – #mein Museum sowie die Ausstellungen Meister von Meßkirch und Ernst Ludwig Kirchner zeigte. Das Kunstmuseum konnte in diesem Jahr mit den Sonderausstellungen Reinhold Nägele. Chronist der Moderne und Ekstase die Staatsgalerie bei den Besucherzahlen mit 223.700 Besuchern die Staatsgalerie überholen.<ref>Stuttgarter Zeitung: Kultur: Gutes Jahr für Stuttgarts Museen. Abgerufen am 15. März 2026.</ref><ref>Museen und museumsähnliche Einrichtungen in Stuttgart seit 1980 [Komunistabelle: 955]. 24. März 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. März 2019; abgerufen am 24. März 2019.</ref><ref>Bilanz 2018 in Stuttgart: Museen zählen drei Millionen Besucher - Stuttgart - Stuttgarter Nachrichten. 24. März 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. März 2019; abgerufen am 24. März 2019.</ref><ref>175 Jahre Staatsgalerie - Staatsgalerie. 24. März 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. März 2019; abgerufen am 24. März 2019.</ref>

Weitere Angebote

  • Museumsdidaktik
  • Gastronomie
    • das »o.T.« im Foyer
    • das rundum verglaste Dachrestaurant »Cube« (Innengestaltung/Design Heinz Witthöft)

Kunstvermittlung

Das Kunstmuseum Stuttgart stellt verschiedene Vermittlungsformate für unterschiedliche Zielgruppen und Anforderungen bereit. Unter anderem werden spezielle Veranstaltungen für Seniorinnen und Senioren sowie Führungen in ukrainischer Sprache angeboten. Für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen gibt es mehrere Vermittlungsangebote, wie speziell auf den Wissensstand der Kinder angepasste Führungen und Angebote für Eltern mit Kleinkindern. Darüber lassen sich auch klassische Formate wie Sammlungsführungen, private Führungen und Ausstellungsführungen finden.<ref>Kunstgeschichten | Kunstmuseum Stuttgart. Abgerufen am 15. Januar 2025.</ref><ref>Kunstmuseum Stuttgart. Abgerufen am 15. Januar 2025.</ref>

Filme

Literatur

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Uwe Bogen (Text); Thomas Wagner (Fotos): Stuttgart. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Erfurt 2012, Seite 18–19.
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Ludwig Krinn (Redaktion): Landeshauptstadt Stuttgart, Hochbauten 1994–2004. München 2004, Seite 8.
  • Christian Holl (Text): Kunstmuseum Stuttgart. Stadtwandel Verlag, Berlin 2011 (Die Neuen Architekturführer; 167), ISBN 978-3-86711-176-8.
  • Kai Artinger, Ulrike Groos (Hrsg.): Grafik für die Diktatur. Die Geburt der Grafiksammlung des Kunstmuseums Stuttgart im Nationalsozialismus. ISBN 978-3-89739-988-4

Weblinks

Commons: Kunstmuseum Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 48° 46′ 41,8″ N, 9° 10′ 39,9″ O

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