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Gaius Sallustius Crispus Passienus

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Gaius Sallustius Crispus Passienus war ein prominenter römischer Senator in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr.

Er stammte aus Visellium (ein heute nicht mehr lokalisierter Ort) und war Sohn des Lucius Passienus Rufus, der im Jahr 4 v. Chr. Konsul war. Ein Bruder von ihm war vermutlich jener Passienus Rufus, der als Militärtribun der legio XII Fulminata bezeugt ist.<ref>CIL {{#if: A | 8 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|8|apo}}|{{#ifexpr: abs 8 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|8|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|8|over}}}}}}}}, 26580.</ref> Durch Adoption hatte er wahrscheinlich auch eine Schwester, Sallustia Calvina, die wohl mit Publius Ostorius Scapula, dem praefectus Aegypti im Jahr 10, verheiratet war.

Durch Adoption gelangte er in die Familie der Sallustii. Er wurde von Gaius Sallustius Crispus adoptiert, der selbst Adoptivenkel des Historikers Sallust gewesen war und im Jahr 20 starb. Durch diese Adoption erbte Passienus ein gewaltiges Vermögen. Sein Reichtum war sprichwörtlich: Er soll über zweimal hundert Millionen Sesterzen verfügt haben. Zudem besaß er ein Landgut im Gebiet von Tusculum, wo er – wie Plinius der Ältere berichtet – eine außergewöhnliche Vorliebe für einen bestimmten Baum hatte, den er zu küssen und zu umarmen pflegte; er soll sich sogar unter ihn gelegt und ihm Wein dargebracht haben.<ref>Plinius der Ältere, Naturalis historia 16,242.</ref>

Seine politische Laufbahn begann er als Quästor des Kaisers Tiberius im Jahr 18. Bei seinem ersten Auftritt im Senat eröffnete er seine Rede mit den Worten: „Väter des Senats und du, Caesar“, wofür er – angeblich in gespielter Missbilligung – vom Kaiser besonders gelobt wurde.<ref>Sueton, Vita Passieni Crispi.</ref>

Im Jahr 27 wurde er Suffektkonsul zusammen mit Lucius Cornelius Lentulus Scipio.<ref>SB 16 12609.</ref> Später wurde er Mitglied der Septemviri epulonum, Sodales Augustales sowie der Titii sodales. Er strebte nach der Gunst aller Kaiser, aber besonders nach der des Caligula, dem er auf seiner Reise durch die Alpen folgte. Eine von Sueton überlieferte Anekdote berichtet, dass Caligula ihn einmal fragte, ob er – wie dieser selbst – Umgang mit seiner leiblichen Schwester habe; Passienus antwortete vorsichtig „noch nicht“, um weder durch Verneinen zu beschuldigen noch durch Zustimmung sich selbst durch eine Lüge zu entehren.<ref>Sueton, Vita Passieni Crispi.</ref>

Seine erste Ehe schloss er im Jahr 33 mit Domitia, der Tochter des Lucius Domitius Ahenobarbus und der Antonia maior sowie Großnichte des Kaisers Augustus. In einer vermögensrechtlichen Auseinandersetzung vertrat er die Interessen seiner Frau gegen deren Bruder Gnaeus Domitius Ahenobarbus, den Vater des späteren Kaisers Nero.<ref>Quintilian, Institutio oratoria 6,1,50.</ref>

Auf Drängen des Kaisers Claudius ließ er sich Ende Februar/Anfang März 41 von Domitia scheiden, um Agrippina die Jüngere zu heiraten, die Mutter des späteren Kaisers Nero. Agrippina war kurz zuvor aus dem Exil zurückgekehrt, in das sie ihr Bruder Caligula verbannt hatte, und war nach dem Tod ihres ersten Gatten, Gnaeus Domitius Ahenobarbus, verwitwet. Durch diese Ehe wurde Passienus zum Stiefvater Neros. Möglicherweise ging die Initiative zu dieser Heirat von Agrippina aus. Zwischen ihr und Domitia bestand offenbar eine ausgeprägte Rivalität.

In den Jahren 42/43 war Passienus Prokonsul der Provinz Asia. Im Jahr 44 bekleidete er zum zweiten Mal das Konsulat, diesmal als consul ordinarius gemeinsam mit Titus Statilius Taurus.<ref>AE 1978, 135.</ref>

Passienus galt als gebildeter Literat und Redner und war ein Freund Senecas. Ein von ihm überliefertes Epigramm, das Tacitus zitiert, lautet, es habe „nie einen besseren Sklaven und nie einen schlechteren Herrn gegeben“<ref>Tacitus, Annalen 6,20.</ref> – bezogen auf Caligula und dessen Großvater Tiberius.

Passienus starb etwa im Jahr 47 oder 48, möglicherweise aber bereits früher nach dem Jahr 44. Er wurde möglicherweise von seiner Frau Agrippina vergiftet. Sueton berichtet dazu: „Er kam um durch eine Tücke Agrippinas, die er als Erbin eingesetzt hatte, und wurde in einem Staatsbegräbnis beigesetzt.“<ref>Sueton, Vita Passieni Crispi.</ref>

Literatur

  • Michèle Ducos: Passienus (C. Sallustius Crispus). In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Bd. 5, Teil 1, CNRS Éditions, Paris 2012, ISBN 978-2-271-07335-8, S. 177–179.
  • Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² (1998) P 146.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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