GKD – Gebr. Kufferath
| GKD – Gebr. Kufferath AG
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | GKD-group-logo.svg | |
| Rechtsform | AG |
| Gründung | 1925 |
| Sitz | Düren-Mariaweiler, Deutschland |
| Leitung | Vorstand:
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| Mitarbeiterzahl | mehr als 800 (Gruppe) (2024) |
| Umsatz | 123 Mio. EUR (Gruppe) (2024) |
| Branche | Technische Weberei für Industrie und Architektur |
| Website | www.gkd-group.com |
Die GKD - Gebr. Kufferath AG ist eine technische Weberei für Gewebelösungen aus Metalldraht, Kunststoff und Spiralgeflecht. Das Unternehmen produziert und verarbeitet diese Produkte entsprechend den Anforderungen von Kunden und Märkten und bedient eine Vielzahl von Anwendungsfeldern in den Segmenten Industrie und Filtration, Prozessbänder, Anlagenbau sowie Architektur und Design. Das 1925 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Mariaweiler, einem Stadtteil von Düren, Nordrhein-Westfalen. Seit der Gründung durch Josef Kufferath ist das Unternehmen ausschließlich in Familienbesitz. Die nicht börsennotierte Aktiengesellschaft ist Mutterunternehmen des gleichnamigen Konzerns, den das Unternehmen nach eigenen Angaben auch als GKD Group bezeichnet, zu dem Tochterunternehmen in den USA, Südafrika, Frankreich, China, Spanien und Chile gehören.
2024 erzielte die GKD-Gruppe einen Umsatz in Höhe von 123 Millionen Euro und beschäftigte zum 31. Dezember des Jahres mehr als 800 Mitarbeitende weltweit. Mit ca. 480 Mitarbeitenden ist das Mutterhaus in Düren größter Arbeitgeber der Gruppe.
Unternehmensgeschichte
Die Wurzeln des Unternehmens liegen in der regionalen Drahtweberei. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Metallweberei am 17. Juni 1925 von Josef Kufferath gemeinsam mit seinem Bruder Richard als „Gebr. Kufferath“ gegründet und spezialisierte sich zunächst auf Siebe und Filter für die Entwässerung von Kohleschlämmen. 1925 wurde das Unternehmen unter der Firmierung Gebr. Kufferath mit Josef und Richard Kufferath als Gesellschaftern ins Handelsregister eingetragen.<ref>Kölnische Zeitung vom 11. August 1925, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 25. Januar 2025, Direktlink.</ref> Dem ging 1922 Josef Kufferaths Eintritt als Gesellschafter in das Unternehmen A. & W. Feld voraus, das von das an als Feld & Kufferath firmierte und bereits damals Metallgewebe herstellte.<ref>Deutscher Reichsanzeiger und preußischer Staatsanzeiger vom 16. Januar 1922, Zentralhandelsregisterbeilage, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 25. Januar 2025, Direktlink.</ref>
In den späten 1920er und frühen 1930er Jahren geriet das junge Unternehmen im Zuge der Weltwirtschaftskrise in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Im September des gleichen Jahres sah sich Kufferath mit einem Vergleichsverfahren zur Abwendung eines Konkurses konfrontiert,<ref>Deutscher Reichsanzeiger und preußischer Staatsanzeiger vom 26. September 1932, Zentralhandelsregisterbeilage, Seite 2, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 25. Januar 2025, Direktlink.</ref> das im Februar 1933 beendet werden konnte.<ref>Aachener Anzeiger vom 16. Februar 1933, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 25. Januar 2025, Direktlink.</ref> 1932 ließ Kufferath die Gesellschaft Tela in das Handelsregister eintragen, die vor allem Drahtgewebe für die Zahntechnik herstellen sollte.<ref>Deutscher Reichsanzeiger und preußischer Staatsanzeiger vom 27. Januar 1932, Zentralhandelsregisterbeilage, Seite 2, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 25. Januar 2025, Direktlink.</ref>
Während der Zeit des Nationalsozialismus profitierte die Firma wie viele metallverarbeitende Betriebe von Rüstungsaufträgen; ab 1942 setzte sie nach Unternehmensdarstellung auch Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine ein, wie aus Unterlagen des Arbeitsamts Düren hervorgeht.<ref>Martin Weinmann (Hg.): Das nationalsozialistische Lagersystem, Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 1998, S. 122.</ref>
Nach schweren Luftangriffen auf die Region wurden Produktion und Webstühle 1944 nach Schweina in Thüringen verlagert; im Mai 1945 kehrte Josef Kufferath zurück, fand den Betrieb in Mariaweiler weitgehend erhalten vor und nahm die Arbeit wieder auf.
Der Firmengründer starb am 6. Februar 1967; seine Witwe Aline übernahm die Verantwortung und adoptierte den technischen Leiter Karl Kassner, wodurch die Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie gesichert wurde.
Unter Karl Kufferath-Kassner wurde das Produktprogramm in den 1960er und 1970er Jahren ausgebaut, unter anderem um Prozessbänder; 1976 erfolgte die Umfirmierung auf den Namen „GKD – Gebr. Kufferath“ und die Rechtsform GmbH & Co. KG.
1983 traten die Söhne Ingo und Stephan Kufferath in die Geschäftsführung ein, zum 1. Januar 1984 übernahm GKD nach eigenen Angaben den Wettbewerber Dürener Metalltuch, was den internationalen Vertrieb erweiterte und in der Unternehmenschronik als Schritt zur damaligen Marktführerschaft beschrieben wird.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1992 verlor GKD nach Unternehmensangaben einen erheblichen Teil des Russlandgeschäfts, was eine schwere Krise auslöste. In dieser Phase entwickelte sich die Sparte Architekturgewebe zu einem wichtigen Standbein. Als erstes Projekt wurde der von Dominique Perrault entworfene Neubau der Nationalbibliothek in Paris mit einem feinen Metallgewebe ausgestattet.<ref>National Library of France - Interiors. Dominique Perrault Architecture, abgerufen am 30. Dezember 2018.</ref><ref name="FAZ Tüftelbude">Christine Scharrenbroch: Wir sind so etwas wie eine Tüftelbude. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Dezember 2004, S. 12.</ref>
Zu den Bauwerken mit Architekturgewebe der Firma zählen z. B. die Kunsthalle Mannheim<ref>Peter Kiefer: Mit diesem Metallnetz wird die Kunsthalle „eingegittert“. Mannheim 24.de, 21. März 2017, abgerufen am 30. Dezember 2018.</ref>, der Europäische Gerichtshof in Luxemburg<ref>BauNetz Media GmbH: Europäischer Gerichtshof in Luxemburg – Goldene Hülle aus Aluminiumdraht. In: Baunetz Wissen. (baunetzwissen.de [abgerufen am 25. September 2018]).</ref>, der Aussichtsturm Indemann, der Planet m von Bertelsmann an der Expo 2000.<ref>D. Wendeln-Münchow: Die Expo 2000 gewinnt durch Stahl an Gesicht. Ingenieur.de, 21. Juli 2000, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 30. Dezember 2018. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Markante Gebäude wie die Fifa-Zentrale in Zürich und die Oper in Peking folgten.<ref>Dürener Metallweberei erobert die Welt</ref> Die Firma lieferte auch für den Umbau des Holmenkollbakken zu den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2011 den Windschutz.<ref>GKD-Gewebe aus Düren am Holmenkollen</ref>
1997 wurde „GKD“ als Wort-Bild-Marke registriert, auch als Reaktion auf die zunehmende Internationalisierung.
Parallel baute die Gruppe ihre Auslandsstandorte aus, darunter GKD-USA (gegründet 1982 in Florida, später Standort Maryland ab 1997), GKD Africa (seit 1994), GKD China (Aufbau ab 2000er Jahren, später Verlagerung nach Qufu) sowie GKD LatAm (gegründet 2011) und eine Beteiligung in Indien (2012 bis 2024). 2018 übernahm GKD das US-Unternehmen Nextwire.
Das Unternehmen wird seit dem 1. Juli 2024 von Lara Kufferath, die bereits 2019 ins Unternehmen eintrat, als CEO in vierter Generation sowie den weiteren Vorstandsmitgliedern Daniel Holstein und Ilonka von Bodman geführt.
Geschäftstätigkeit
GKD - Gebr. Kufferath unterhält insgesamt fünf Produktionsstandorte in Deutschland, USA, Chile, Südafrika und China, sowie eine Niederlassung in Spanien. Hinzu kommen weltweite Vertretungen.
Die Produktions- und Entwicklungstätigkeit des GKD-Konzerns ist in die Marktsegmente Industriegewebe (Technische Gewebe und Filtrationslösungen), Prozessbänder (Transportbänder aus Gewebe für Produktionsanlagen), Architekturgewebe (Metallgewebe für Gebäudefassaden, Decken und Innenarchitektur, transparente Medienfassaden (Edelstahlgewebe mit integrierten LEDs)) sowie den Anlagenbau für die Bergbauindustrie gegliedert.
Die Erzeugnisse des Unternehmens werden in der Automobil- und Luftfahrtindustrie, in der Medizin- und Umwelttechnik, in der Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Textilindustrie, in der holz- und papierverarbeitenden Industrie, im Bergbau, in der ölfördernden Industrie sowie in Architektur und Design eingesetzt.<ref name="SZ Gesiebte Luft">Michael Kuntz: Gesiebte Luft. In: Süddeutsche Zeitung. 19. März 2007, S. 18.</ref><ref name="FAZ Tüftelbude" /> Neben der Serienfertigung entwickelt GKD Individuallösungen nach Kundenspezifikationen.<ref name="SZ Gesiebte Luft" />
GKD - Gebr. Kufferath gilt als Weltmarktführer, bei Metallgewebe beträgt der Marktanteil 90 %.<ref>Hermann Simon: Hidden Champions - Aufbruch nach Globalia, Campus-Verlag, 2012, ISBN 978-3-593-39714-6 eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>
Auszeichnung
- Top-Innovator 2023<ref>compamedia (Hrsg.): Top-Innovator 2023 und Business Model-Champion. Augsburg 23. Juni 2023 (Preisträger Top-Innovator 2023 und Business Model-Champion).</ref>
- German Innovation Award für GKD BLUEBACKER 2023<ref>Rat für Formgebung (Hrsg.): German Innovation Award 2023. Berlin 23. Mai 2023 (Preisträger Special Mention: GKD BLUEBACKER).</ref>
- Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2009<ref>Rat für Formgebung (Hrsg.): Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2009. Birkhäuser Verlag, Basel 2009, ISBN 978-3-7643-8983-3, S. 114 (Preisträger Silber: Mediamesh).</ref>
Unternehmensstruktur
Der Hauptsitz der GKD Group befindet sich im nordrheinwestfälischen Düren. Folgende Tochtergesellschaften gehören zur GKD Group:<ref name=":0">GKD Group, weltweites Vertriebsnetz. In: gkd-group.com. Abgerufen am 27. Juni 2023.</ref>
- GKD - Gebr. Kufferath AG, Düren, Deutschland
- GKD-USA, INC., Cambridge, USA
- Nextwire LLC, Star City, USA
- GKD LatAm S.A., Huechuraba, Chile
- GKD Africa (PTY) LTD., Randfontein, Südafrika
- GKD Ind. Technologies Co., Ltd., Qufu, China
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 50° 48′ 27,9″ N, 6° 26′ 51,2″ O
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