Günter Lamprecht
Günter Hans Lamprecht (* 21. Januar 1930 in Berlin; † 4. Oktober 2022 in Bonn-Bad Godesberg) war ein deutscher Schauspieler, der in Theater, Film und Fernsehen viele komplexe Charakterrollen spielte.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Zu seinen bekanntesten Rollen zählen Franz Biberkopf in Rainer Werner Fassbinders Fernseh-Miniserie Berlin Alexanderplatz sowie der Berliner Tatort-Kommissar Franz Markowitz.
Leben
Günter Lamprecht, Sohn einer Putzfrau und eines Taxifahrers, war in der Endphase des Zweiten Weltkriegs in der Schlacht um Berlin im Alter von 15 Jahren als Sanitäter tätig. Nach Kriegsende wurde er nach einer abgebrochenen Dachdeckerlehre zunächst Orthopädiehandwerker. Lamprecht war in erster Ehe mit seiner Jugendliebe, der Modistin Angelika Braumann, verheiratet.<ref>Günter Lamprecht: Und wehmütig bin ich immer noch. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002. S. 163.</ref><ref>Günter Lamprecht: Ein höllisches Ding, das Leben. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, S. 12–13.</ref> Aus dieser Ehe ging seine einzige leibliche Tochter, Annette (geboren 1961), hervor.<ref>Günter Lamprecht: Ein höllisches Ding, das Leben. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, S. 122.</ref>
Seine Erlebnisse während des Nationalsozialismus und in den Nachkriegsjahren erzählte Lamprecht in dem Buch Und wehmütig bin ich immer noch. Eine Jugend in Berlin. 2007 erschien mit Ein höllisches Ding, das Leben der zweite Teil seiner Autobiografie. Der Titel ist ein Zitat aus Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz. In seiner Wahlheimat Rösberg, einem Ortsteil der Stadt Bornheim im Rheinland, engagierte er sich ehrenamtlich für soziale und karitative Zwecke und für die Bewahrung der Umwelt.<ref>„Ich lebe gern in Bornheim“ In: General-Anzeiger, 27. Oktober 2010, abgerufen am 7. Oktober 2022.</ref> Seit dem Jahr 1994 war er Schirmherr des Künstlerprojekts „ASTRONAUTENKOST“ in Solingen. Er war politisch aktiv und unterstützte in Wahlkämpfen die SPD.
Lamprecht war<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Gisela Zülch verheiratet, die zwei Töchter mit in die Ehe brachte, und später mit Claudia Amm liiert, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte. Am 1. November 1999 wurden Lamprecht und seine Lebensgefährtin von einem 16-Jährigen bei dessen Amoklauf in Bad Reichenhall angeschossen und schwer verletzt. Der Schauspieler beauftragte danach den Anwalt Rolf Bossi damit, die Eltern des Täters straf- und zivilrechtlich zu verklagen. Es kam jedoch nicht zu einer Anklageerhebung; über eventuelle Schadenersatzleistungen gibt es keine Informationen. Noch fünf Jahre nach der Tat klagte Lamprecht über Albträume und schlaflose Nächte.<ref name="SPON-52703">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Vorlage:Toter Link/CoreMotiv bis heute unklar (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Günter Lamprecht starb am 4. Oktober 2022 im Alter von 92 Jahren im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Er ruht auf dem Friedhof Merten im gleichnamigen Bornheimer Stadtteil bei Bonn.<ref>Klaus Nerger: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Karriere
Theater
Während seiner 1952 begonnenen Ausbildung an der Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel spielte Lamprecht ab 1954 bereits kleinere Rollen unter Regisseuren wie Hans Lietzau und Erwin Piscator am Berliner Schillertheater. Sein erstes festes Theaterengagement folgte dann am Schauspielhaus Bochum, von wo aus er zum Theater Oberhausen wechselte, an dem er von 1959 bis 1961 engagiert war.<ref>Andrea Rickers: Hier ist es menschlich, WAZ 20. September 2010</ref> Er spielte auf der Bühne Männer aus dem Volk, wie den Kowalski in Endstation Sehnsucht und den John in Gerhart Hauptmanns Die Ratten.
Film und Fernsehen
Zum ersten Mal im Kino war Lamprecht als Schläger in Brücke des Schicksals zu sehen. Erste Fernsehrollen hatte Lamprecht vor allem in Inszenierungen von Theaterstücken, wie zum Beispiel 1968 neben Willy und Lucy Millowitsch in dem Schwank Der Meisterboxer. In der ersten Tatort-Folge Taxi nach Leipzig war er 1970 als DDR-Grenzbeamter zu sehen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMDb ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> 1973 wirkte er in der ZDF-Serie Kara Ben Nemsi Effendi mit, im selben Jahr arbeitete er für Rainer Werner Fassbinder in Welt am Draht. Ein Jahr später hatte Lamprecht in Fassbinders Film Martha einen kurzen Auftritt als Arzt am Krankenbett der tragischen Hauptfigur. 1975 spielte er die Hauptrolle in dem Zweiteiler Stellenweise Glatteis nach dem gleichnamigen Roman von Max von der Grün. 1976 übernahm er eine Schlüsselrolle im Kinofilm Das Brot des Bäckers. 1977 stellte er in Peter Beauvais’ Drama Rückfälle einen Alkoholiker dar.
1979 besetzte ihn Rainer Werner Fassbinder in Die Ehe der Maria Braun und anschließend als Franz Biberkopf in der gleichnamigen Verfilmung von Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz. Mit dieser bedeutenden Hauptrolle hatte er seinen Durchbruch und wurde mit viel Kritikerlob und internationalen Auszeichnungen bedacht. Weitere Popularität erlangte er durch die Rolle des Berliner Tatort-Kommissars Franz Markowitz, zwischen 1991 und 1995 entstanden acht Tatort-Folgen mit ihm.
Daneben spielte er auch in vielen kleineren Film- und Fernsehrollen, darunter in Die große Flatter (1979), als Kapitän des Versorgungsschiffes Weser in Das Boot (1981) und als Erik Charell in Comedian Harmonists (1997).
Lamprecht arbeitete bis ins hohe Alter als Schauspieler, wenngleich er nach der Jahrtausendwende sein Drehpensum beschränkte. 2016 spielte er in der 1000. Tatort-Folge Taxi nach Leipzig den ehemaligen Kriminalhauptkommissar Franz Markowitz, nachdem er 1970 bereits in der gleichnamigen Pilotfolge mitgespielt hatte. In der zweiten Staffel der Krimiserie Babylon Berlin spielte er 2017 den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Im September 2019 stand er für den im Jahr 2021 erstausgestrahlten Fernsehfilm Meeresleuchten von Wolfgang Panzer letztmals vor der Kamera.
Filmografie (Auswahl)
Hörspiel
- Peter Feraru: Wir sind doch keine Räuberbande. Mit Günter Lamprecht, Angelica Domröse. Regie: Holger Rink. Produktion: SFB 1990.
- Gunter Preuß: Segelohr. Regie: Annette Kurth, WDR, 1995.
- Jeremiah Healy: Lukey läßt grüßen. Regie: Annette Kurth, WDR, 1998.
- Ken Follett: Die Säulen der Erde (Sir Hamleigh). Regie: Leonhard Koppelmann. Hörspiel in 9 Teilen, Westdeutscher Rundfunk Köln 1999.
- nach William Shakespeare: Hamlets Rache. Kriminalhörspiel für Kinder. Bearbeitung: Jürgen Nola; Hamlet: Fritz Fenne, Claudius: Günter Lamprecht, Polonius: Peter Striebeck, Geist: Will Quadflieg, Sprecher: Hans Kemmer, Gertrud: Claudia Amm, u. a. Deutsche Grammophon Production / Universal Music 2003, ISBN 3-8291-1297-1.<ref>[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2013-12-02.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
- Jocelyne Saucier: Ein Leben mehr. Deutschlandfunk Kultur, 2017.
Literatur
- Günter Lamprecht: Und wehmütig bin ich immer noch. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, ISBN 3-462-03106-6.
- Günter Lamprecht: Ein höllisches Ding, das Leben. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, ISBN 3-462-03777-3.
- Mertina Kern, Felix Grützner: Und wehmütig bin ich immer noch. Ein Gespräch mit dem Schauspieler Günter Lamprecht über Angst und Trauer. In: Leidfaden, 2. Jahrgang, 2013, Heft 2, S. 75–76.
Auszeichnungen
- 1978: Goldene Kamera für den Fernsehfilm Rückfalle
- 1982: Deutscher Darstellerpreis Chaplin-Schuh des Bundesverbandes deutscher Film- und Fernsehregisseure e. V. und Darstellerpreis der Biennale Venedig für die Rolle des Franz Biberkopf<ref>Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 734.</ref> in Berlin Alexanderplatz
- 1983: USA-Kritikerpreis<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. ( des Vorlage:Referrer vom 13. Februar 2006 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-botSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. In: kundendienst.orf.at, abgerufen am 26. November 2010.</ref>
- 1994: Goldener Gong für Drehbuch und Darstellung in Tatort – Geschlossene Akten
- 1995: Verdienstorden des Landes Berlin
- 2000: Goldene Kamera für Kommissar Markowitz in Tatort
- 2001: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
- 2006: Bundesverdienstkreuz (I. Klasse)
- 2007: Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich
- 2007: Herbert-Strate-Preis
- 2010: Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland für sein Lebenswerk
- 2018: Ehrendarstellerpreis des Eat My Shorts – Hagener Kurzfilmfestivals
Weblinks
Vorlage:Wikidata-Registrierung
- Vorlage:IMDb
- Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. bei Crew United
- Vorlage:Filmportal
- Literatur von und über Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- wdr.de: Erlebte Geschichten: Günter Lamprecht in der WDR-5-Reihe Erlebte Geschichten vom 23. Januar 2005, Verfügbar bis zum 30. Dezember 2099
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Navigationsleiste ehemalige Tatort-Ermittler
Vorlage:HinweisbausteinVorlage:Wikidata-Registrierung
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lamprecht, Günter |
| ALTERNATIVNAMEN | Lamprecht, Günter Hans (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 21. Januar 1930 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 4. Oktober 2022 |
| STERBEORT | Bonn-Bad Godesberg |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:Datum
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:Linktext
- Wikipedia:Wikidata P6521 verschieden (Crew United Personen-ID)
- Theaterschauspieler
- Filmschauspieler
- Hörspielsprecher
- Autobiografie
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Träger des Verdienstordens des Landes Berlin
- Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen
- Darstellender Künstler (Berlin)
- Deutscher
- Geboren 1930
- Gestorben 2022
- Mann