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Gönnersdorf (Neuwied)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gönnersdorf
Stadt Neuwied
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=G%C3%B6nnersdorf 50° 27′ N, 7° 25′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 50° 27′ 2″ N, 7° 25′ 9″ O
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Höhe: 115 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. August 1966
Eingemeindet nach: Feldkirchen
Postleitzahl: 56567
Vorwahl: 02631
Lage von Gönnersdorf in Rheinland-Pfalz

Das ehemals eigenständige Dorf Gönnersdorf erstreckt sich auf den Hügeln nördlich des Rheins oberhalb des direkt am Strom liegenden ehemaligen Dorfes Fahr. Gönnersdorf wie auch Fahr sind heute (2023) Ortsteile des Neuwieder Stadtteils Feldkirchen im nördlichen Rheinland-Pfalz.<ref>Gemarkung Gönnersdorf (Neuwied) / Rheinland-Pfalz / Geoindex.io. Abgerufen am 6. September 2023.</ref>

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte

Im Gebiet des heutigen Gönnersdorf gab es schon im späten Jungpaläolithikum menschliche Aktivitäten. 1968 wurde dort unter der Leitung von Gerhard Bosinski ein Lagerplatz von eiszeitlichen Jägern und Sammlern entdeckt und in den folgenden Jahren weiter erforscht. Der Fundplatz zählt zu den bedeutendsten und besterforschten Siedlungsplätzen der ausgehenden letzten Kaltzeit. Er wurde ungefähr auf ein Alter von 12.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung datiert und lieferte wichtige Erkenntnisse über das Alltagsleben der damaligen Menschen, insbesondere über ihr Siedlungsverhalten, ihre Ernährung und über die von ihnen angefertigte Kunst. Diese Artefakte gingen unter den Namen „Venusfigurinen von Gönnersdorf“ und „Gravierte Schieferplatten von Gönnersdorf“ in die Fachliteratur der prähistorischen Forschung ein.<ref>Gerhard Bosinski: Gönnersdorf und Andernach-Martinsberg. Späteiszeitliche Siedlungsplätze am Mittelrhein. (= Archäologie an Mittelrhein und Mosel. Band 19). Mit Beiträgen von Hannelore Bosinski. Gesellschaft für Archäologie an Mittelrhein und Mosel e. V., Koblenz 2007, ISBN 978-3-929645-12-5, ISSN 0939-2424.</ref> Die aufsehenerregenden Funde von Gönnersdorf waren zusammen mit anderen prähistorischen Funden im Gebiet von Neuwied der Anlass zur Gründung des Archäologischen Forschungszentrums und Museums für menschliche Verhaltensevolution Monrepos in der benachbarten Gemarkung von Segendorf.<ref name="Neuwied"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gönnersdorf (Memento vom 30. November 2022 im Internet Archive) auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Neuwied, abgerufen am 2. Mai 2021.</ref>

Zur Zeit des Römischen Reiches durchzog vom Ende des ersten bis zur Mitte des dritten Jahrhunderts der Obergermanische Limes das Gebiet von Gönnersdorf. Seine Spuren (Wall, Graben und die Schutthügel der ehemaligen Wachtürme) sind im Gelände noch gut nachzuvollziehen, er ist durch den Limeswanderweg erschlossen.<ref>Cliff Alexander Jost: Der römische Limes in Rheinland-Pfalz. (Archäologie an Mittelrhein und Mosel, Bd. 14), Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Koblenz 2003, ISBN 3-929645-07-6, S. 49.</ref>

Ein 1906 in den Fluren „In den Gräbern“ und „Auf dem Kocheberg“ entdecktes fränkisches Gräberfeld<ref name="Neuwied" /> verweist darauf, dass das Gönnerdorfer Gebiet auch nach dem Abzug der Römer kein siedlungsleerer Raum war, sondern weiterhin besiedelt wurde.

Mittelalter und Neuzeit

Für das Mittelalter liegen nur wenige Quellen vor.<ref name="Neuwied"/> 1180 wird erstmals der Beunehof urkundlich erwähnt. Der Hof gehörte den Burggrafen von Hammerstein und ging nach deren Aussterben Anfang des 15. Jahrhunderts zunächst an das Kurfürstentum Trier über. Später gelangte er in den Besitz des Fürstentums Wied. Die wenigen heute noch erhaltenen Gebäude des Anwesens sind nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes Rheinland-Pfalz als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt.<ref>Miraim Lux: Beunehof in Gönnersdorf auf kuladig.de, der Denkmaldatenbank des Landschaftsverbands Rheinland, abgerufen am 2. Mai 2021.</ref>

1693 wurde Rockenfeld von Gönnersdorf abgetrennt.

20. Jahrhundert

1966 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Gönnersdorf zusammen mit benachbarten Gemeinden zu einer Großgemeinde unter dem historischen Namen Feldkirchen zusammengeschlossen. Die Verfügung der Bezirksregierung Koblenz trat mit Wirkung vom 1. August 1966 in Kraft.<ref name="GV2016p173">Vorlage:GemeindeverzeichnisRP/lang</ref> Feldkirchen gehörte zum Amt Niederbieber-Segendorf (ab 1968 Verbandsgemeinde Niederbieber-Segendorf).

Im Vollzug der vom Landtag Rheinland-Pfalz am 13. Juli 1970 beschlossenen Verwaltungsreform, die am 7. November 1970 in Kraft trat, wurde die Gemeinde Feldkirchen aufgelöst und der neuen Stadt Neuwied zugeordnet. Damit kam Gönnersdorf als Teil des Stadtteils Feldkirchen zur Stadt Neuwied.

Literatur

  • Gerhard Bosinski: Die Ausgrabungen in Gönnersdorf 1968–1976 und die Siedlungsbefunde der Grabung 1968. Mit Beiträgen von David Batchelor. Steiner, Wiesbaden 1979, ISBN 3-515-02509-X.
  • Gerhard Bosinski: Gönnersdorf und Andernach-Martinsberg. Späteiszeitliche Siedlungsplätze am Mittelrhein. (= Archäologie an Mittelrhein und Mosel. Band 19). Mit Beiträgen von Hannelore Bosinski. Gesellschaft für Archäologie an Mittelrhein und Mosel e. V., Koblenz 2007, ISBN 978-3-929645-12-5, ISSN 0939-2424.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein