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Gérard Depardieu

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Datei:Gérard Depardieu Cannes 2015.jpg
Gérard Depardieu (2015)

Gérard Xavier Marcel Depardieu [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ʒeʁaʁ gzavje maʁsɛl dəpaʁdjø] (Gérard Depardieu <phonos file="Fr-Gerard Depardieu.ogg">anhören</phonos>/?; * 27. Dezember 1948 in Châteauroux, Indre) ist ein französischer Schauspieler. Er zählt seit den 1970er Jahren zu den bedeutendsten Charakterdarstellern des französischen Films. Er spielte auch in populären Komödien, darunter Asterix-Verfilmungen.

Leben und Werk

Herkunft und Jugend

Gérard Depardieu wurde als drittes von sechs Kindern eines Klempners geboren. Er wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen in Châteauroux auf, seine Eltern konnten weder lesen noch schreiben. Nach schulischen Problemen aufgrund von Sprachstörungen galt er als labil und aufsässig. In seiner Autobiografie erzählt er, dass er sich ab dem Alter von zehn Jahren an homosexuelle Männer prostituiert habe.<ref name="Oktober2014">Amandine Rebourg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Cinq choses à retenir de „Ça s'est fait comme ça“, la bio de Gérard Depardieu. (Memento vom 10. Oktober 2014 im Internet Archive). In: metronews.fr, 7. Oktober 2014.</ref><ref>Gérard Depardieu raconte s’être prostitué durant sa jeunesse. Abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gerard Depardieu: „J'ai été un prostitué et un pilleur de tombes.“ (Memento vom 12. Oktober 2014 im Internet Archive). In: people.premiere.fr, 6. Oktober 2014.</ref> Mit dreizehn Jahren begann er eine Druckerlehre, brach diese jedoch bald ab. In seiner Freizeit widmete er sich in einer US-Kaserne dem Boxsport. Depardieu geriet mehrmals aufgrund von Diebstählen und Schmuggel mit der Polizei und Zollbehörden in Konflikt. Zusätzliche Geldeinnahmen erzielte er aus dem Verkauf wertvoller Grabbeigaben, die er auf Friedhöfen ausgrub.<ref name="Oktober2014" /> In einem Interview 1978 gestand er ein, im Alter von neun Jahren in Gruppenvergewaltigungen verwickelt gewesen zu sein. Als er 1991 für seine Schauspielerleistung im Film "Cyrano de Bergerac" für einen Oscar nominiert war, wurde er zu diesem alten Interview vom "Time Magazine" dazu befragt; es kam zu einem Skandal in den USA und Depardieu bekam keinen Oscar.<ref>Eine Schauspiel-Ikone im freien Fall. Abgerufen am 8. April 2026.</ref>

Berufliche Laufbahn

Schauspielkarriere

Im Jahr 1964 wurde Depardieu von einem Freund, dem Schauspielschüler Michel Pilorgé, überredet, mit ihm nach Paris zu ziehen. Nach dem Besuch einer Molière-Aufführung beschloss Depardieu, selbst Schauspieler zu werden. Am Théâtre National Populaire wurde sein Talent erkannt und er erhielt kostenlosen Unterricht. Ab 1966 absolvierte er die École d’Art dramatique von Jean-Laurent Cochet am Theâtre Edouard VII. Eine seiner Mitschülerinnen war Claude Jade. Bald folgten Engagements am Theater sowie kleine Auftritte in Film und Fernsehen.

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Depardieu bei der César-Verleihung 1991

Auf Vermittlung des Theaterregisseurs Claude Régy lernte Depardieu die Schriftstellerin Marguerite Duras kennen, die in den folgenden Jahren vier Filme mit ihm drehte. 1971 bzw. 1974 erschienen die Filmdramen Nathalie Granger nach einem Roman von Duras und Die Ausgebufften (mit den jungen Nachwuchstalenten Patrick Dewaere und Miou-Miou sowie Jeanne Moreau), die ihm den Durchbruch brachten und auch außerhalb des französischen Sprachraums Aufmerksamkeit erregten. Bereits 1976 spielte Depardieu in dem international besetzten Filmepos 1900 des italienischen Regisseurs Bernardo Bertolucci eine Hauptrolle neben Robert De Niro, Dominique Sanda, Donald Sutherland und Burt Lancaster. 1980 spielte er mit Catherine Deneuve und Heinz Bennent in dem Kriegsdrama Die letzte Metro des Starregisseurs der Nouvelle Vague, François Truffaut. Unter dessen Leitung trat er erneut 1981 an der Seite von Fanny Ardant in dem Liebesdrama Die Frau nebenan auf. Viele seiner frühen Filme prägten auf lange Zeit Depardieus Image eines jungen Wilden, unangepassten Anti-Bürgerlichen, des Liebhabers, Kleinkriminellen, Nichtsnutzes und Rebellen und reflektieren somit anarchische Züge im Geist der 1970er Jahre; vgl. beispielsweise Maîtresse (1976, Regie Barbet Schroeder), Barocco (1976, Regie André Téchiné), Die wilden Mahlzeiten (1976, Regie Francis Girod), Süßer Wahn (1977, Regie Claude Miller).

In späteren Produktionen, darunter zahlreiche Literaturverfilmungen, spielte Depardieu oft charismatische historische Figuren. Produktionen, die über die Grenzen Frankreichs hinaus Beachtung fanden, waren etwa Jean Florette (1986, Regie Claude Berri) nach dem Roman Die Wasser der Hügel des provenzalischen Schriftstellers Marcel Pagnol, Camille Claudel (1988, an der Seite von Isabelle Adjani, Regie Bruno Nuytten, über die Beziehung zwischen der Bildhauerin Claudel und ihrem Lehrer Auguste Rodin, dargestellt von Depardieu), Germinal (1993) nach dem gleichnamigen Romanepos von Émile Zola, La vie en rose über das Leben der Sängerin Édith Piaf (2007, an der Seite von Marion Cotillard, Regie Olivier Dahan, Depardieu spielt Piafs Entdecker, den Theaterdirektor Louis Leplée) sowie Verfilmungen mehrerer Asterix-Comics (1999, 2002, 2008, 2012) mit Depardieu in der Rolle des Obelix.

So rückte Depardieu zum führenden Charakterdarsteller seiner Generation auf. 1991 erhielt er für die Titelrolle in Jean-Paul Rappeneaus Cyrano von Bergerac eine Oscar-Nominierung. Für den wichtigsten französischen Filmpreis, den César, war er sechzehnmal nominiert, was einen Rekord darstellt; seinen ersten César gewann er für die Hauptrolle in Die letzte Metro. Bis 2022 war er in mehr als 240 Film- und Fernsehrollen zu sehen,<ref>Gérard Depardieu. Abgerufen am 14. August 2022.</ref> davon mehr als 200 Filmrollen, etwa 30 Fernsehrollen und einige Auftritte in Kurzfilmen. In vielen Produktionen wirkte er nach eigenem Bekunden vor allem aus finanziellen Gründen mit und bekannte: „Ich habe auch viel Müll gedreht […] Ich bin immer noch der kleine Rowdy aus Châteauroux, der [gern] gute Geschäfte macht.“<ref>Ein Körper ist nicht genug. Abgerufen am 14. August 2022.</ref> Ein Dutzend Filme produzierte Depardieu selbst, er führte viermal Regie und half zudem in Produktionen befreundeter Regisseure mit Gastauftritten aus, etwa in Der Husar auf dem Dach (1995).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Le hussard sur le toit • Flucht, Cholera und Liebe. (Memento vom 23. April 2016 im Internet Archive). In: CineNet.ch, 1996.</ref>

Weitere Aktivitäten: Weinbau und Gastronomie

Depardieu ist als Weinproduzent tätig. 1989 erwarb er das Weingut Château de Tigné im Anjou.<ref>viniwoo: Château de Tigné. In: CHATEAU DE TIGNE Vins Gérard Depardieu, vins d'Anjou. Abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für das Weingut La Clef des Terroirs, das Weinbau auf biologisch-dynamische Weise betreibt, engagierte er den aus Bordeaux stammenden Önologen Bernard Magrez.<ref>La Clef des Terroirs. 15. März 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. März 2011; abgerufen am 14. August 2022.</ref> Weltweit besitzt Depardieu 14 Wein- und Landgüter, unter anderem in Burgund, dem Médoc und dem Département Hérault im Languedoc. Darüber hinaus investierte er im Maghreb, auf der Krim und in Argentinien.<ref>Herwig Steinkellner: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gérard Depardieu. Schauspieler, Genussmensch und Winzer. (Memento vom 12. Januar 2014 im Internet Archive) In: weinwelt.at, 2010.</ref>

Außerdem besitzt Depardieu in Paris mehrere gehobene Gaststätten, etwa die Weinbars Le Bien Décidé (inzwischen geschlossen) und Relais de la Poste in der Rue du Cherche-Midi sowie das Luxusrestaurant L’Écaille de la Fontaine im Opernviertel.<ref>BAR À VINS ET CAVE À MANGER, BISTROT. Abgerufen am 14. August 2022.</ref> Das Luxusrestaurant La Fontaine Gaillon, das Depardieu 2003 ebenfalls im Pariser Opernviertel eröffnete, verkaufte er im Juni 2019.<ref>"La Fontaine Gaillon": Gérard Depardieu verkauft Pariser Gourmetrestaurant. In: Spiegel Online. 8. Juli 2019 (spiegel.de [abgerufen am 8. Juli 2019]).</ref> Depardieu investierte ferner in eine Fischhandlung, Moby Dick,<ref>Denis Saverot: Depardieu bistrotier rue du Cherche-Midi. In: larvf.com. Abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und in ein Feinkostgeschäft mit japanischen Delikatessen,<ref>Depardieu russe : "J'irai vivre dans les bois, au sud de Moscou". Abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> beides in der Rue du Cherche-Midi in Paris.

Im Oktober 2004 erschien Depardieus Mein Kochbuch.

Privates

Ehen und Beziehungen

Datei:Gérard Depardieu Carole Bouquet 2001.jpg
Carole Bouquet mit Gérard Depardieu, 2001

Depardieu war von 1970 bis 1996 mit der Schauspielerin Élisabeth Guignot verheiratet. Aus der Ehe gingen die beiden Kinder Guillaume und Julie hervor, die ebenfalls Schauspieler wurden. Guillaume starb im Oktober 2008 im Alter von 37 Jahren an einer Lungenentzündung infolge einer Krankenhausinfektion. Depardieu hat außerdem eine im Januar 1992 geborene Tochter aus einer außerehelichen Beziehung. Das Bekanntwerden dieser Verbindung führte zur Scheidung von Guignot.<ref>Guillaume Depardieu: Bekenntnisse eines Pechvogels. In: Der Spiegel. 13. November 2004, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 14. August 2022]).</ref>

Nach der Scheidung 1996 begann Depardieu eine Liebesbeziehung mit der Schauspielerin Carole Bouquet, mit der er von 2003 bis 2005 verlobt war. Seither lebt er mit einer 29 Jahre jüngeren Frau zusammen, einer ehemaligen Literaturstudentin der Harvard-Universität, die ein Weingut in der Toskana verwaltet. Von 2001 bis 2006 führte er außerdem eine weitere Beziehung, aus der ein Sohn (* 14. Juli 2006) hervorging. Depardieu benannte sein jüngstes Kind nach seinem verstorbenen Freund Jean Carmet.

Emigration nach Steuererhöhung

Datei:Gérard Depardieu and Vladimir Putin, Sochi, Russia, 2013-01-06 1.jpeg
Gérard Depardieu trifft Wladimir Putin am 6. Januar 2013 in Sotschi.

Im Jahr 2012 beabsichtigte die französische Regierung die Einführung einer Reichensteuer. Um dieser zu entgehen, verlagerte Depardieu im Dezember 2012 seinen Wohnsitz nach Estaimpuis-Néchin in Belgien<ref>Christian Schubert: Umzug nach Belgien. Gérard Depardieu flieht vor Frankreichs Steuern. In: FAZ.net, 10. Dezember 2012.</ref> und kündigte an, die französische Staatsbürgerschaft aufzugeben, was nach dem Code civil nur möglich ist, wenn der Antragsteller zuvor eine andere Staatsangehörigkeit erworben hat.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Staatsbürgerschaftsrecht: Die französische Staatsangehörigkeit (Memento vom 15. März 2014 im Internet Archive) In: Französische Botschaft in Deutschland, abgerufen am 14. Oktober 2015.</ref><ref>Christian Schubert: Streit um Steuern. Depardieu will französische Nationalität zurückgeben. In: FAZ.net, 16. Dezember 2012: „85 Prozent seines Einkommens zahlt Schauspieler Gérard Depardieu an Steuern. Deshalb ist er nach Belgien gezogen – und gibt jetzt auch seinen französischen Pass zurück.“</ref><ref>Thomas Hanke: Nach Depardieu-Wegzug. Regierung Hollande verdirbt es sich mit Superreichen. In: Handelsblatt, 18. Dezember 2012.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ayrault juge «assez minable» le départ de Depardieu. (Memento vom 15. Dezember 2012 im Internet Archive) In: Libération, 12. Dezember 2012.</ref> Am 20. Dezember 2012 bot Russlands Präsident, Wladimir Putin, Depardieu die russische Staatsbürgerschaft an,<ref name="Putin">Putin bietet Gérard Depardieu russischen Pass an. In: RIA Novosti. 20. Dezember 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2013; abgerufen am 21. Dezember 2012.</ref> Depardieu beantragte sie und erhielt sie am 3. Januar 2013 per Präsidentenerlass.<ref name="Staatsbuergerschaft">Putin gewährt Gérard Depardieu russische Staatsbürgerschaft. In: RIA Novosti. 3. Januar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2013; abgerufen am 3. Januar 2013.</ref> Am 7. Januar 2013 räumte Depardieu öffentlich ein: „Zwar besitze ich einen russischen Pass, doch [im Herzen] bin ich Franzose.“<ref>J'ai un passeport russe mais je suis Français, abgerufen am 25. Januar 2025</ref> Seinen Wohnsitz bezog Depardieu offiziell in der russischen Stadt Saransk und kündigte an, dort ein Restaurant zu eröffnen.<ref>Depardieus Pläne in Russland – Restaurant eröffnen, Wildschweine jagen. In: spiegel.de. 23. Februar 2013, abgerufen am 14. August 2022.</ref> Seit 2013 besitzt er auch eine Wohnung in Grosny, die ihm vom Präsidenten der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, geschenkt wurde.<ref>Augsburger Allgemeine: Tschetschenischer Präsident schenkt Depardieu Wohnung. Abgerufen am 14. August 2022.</ref>

Ende Juli 2015 verhängte der Nationale Sicherheitsdienst der Ukraine ein fünfjähriges Einreiseverbot gegen Depardieu, nachdem ihn das ukrainische Kulturministerium als Bedrohung für die nationale Sicherheit des Landes bezeichnet hatte. Im Jahr zuvor soll Depardieu gesagt haben: „Ich liebe Russland und die Ukraine, die ein Teil von Russland ist.“<ref>Gérard Depardieu: Ukraine verhängt Einreiseverbot. In: Der Spiegel. 29. Juli 2015, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 14. August 2022]).</ref> Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 erklärte Depardieu, dass er gegen diesen „Bruderkrieg“ sei. Er sei ein „verrückter und inakzeptabler Exzess“ Wladimir Putins, für dessen Verhalten die russische Bevölkerung „nicht verantwortlich“ sei. Depardieu rief zu einem Waffenstillstand auf und kündigte an, den Erlös aus seinen Auftritten Anfang April 2022 im Théâtre des Champs-Élysées ukrainischen Opfern zu spenden.<ref>Kreml will Gérard Depardieu nach Wutrede gegen Putin in Sachen Ukraine »aufklären«. In: Der Spiegel. 1. April 2022 (spiegel.de [abgerufen am 1. April 2022]).</ref> Putins Sprecher, Dmitri Peskow, bot Depardieu eine „Belehrung“ an – dieser müsse „aufgeklärt“ werden, sagte Peskow.<ref>AFP: Russia Offers to Educate Depardieu on Ukraine. 1. April 2022, abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Depardieu erwarb, wie in der französischen Presse im Jahr 2022 berichtet wurde, neben der russischen auch die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Arabischen Emirate.<ref>Gérard Depardieu : déjà russe et français, l'acteur est désormais aussi dubaïote. Abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Alkoholkrankheit

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete im Jahr 2023, dass Depardieu zu Dreharbeiten oft alkoholisiert erscheine, seinen Text nicht beherrsche und dieser ihm z. B. über Kopfhörer souffliert werde.<ref>Marc Zitzmann: MeToo-Skandal um Gérard Depardieu: Was dem Schauspieler zur Last gelegt wird. In: FAZ.NET. 12. April 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 9. August 2023]).</ref> Bereits am 18. Mai 1998 brach er sich bei Versailles beim Sturz von einem Roller ein Bein,<ref>Michael Williams: Depardieu crash delays ‘Asterix’. In: Variety. 20. Mai 1998, abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ein Bluttest ergab einen Alkoholgehalt von 2,55 Promille. Zur Strafe wurde Depardieu der Führerschein für 15 Monate entzogen und er erhielt eine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von drei Monaten.<ref name="pe">Gérard Depardieu: Sturzbetrunken vom Moped gefallen. In: Pfalz-Express.de, 6. Dezember 2012.</ref>

In seinem Buch Vivant berichtete Depardieu 2004, der Alkohol mache ihn „völlig alle“. Zugleich enthüllte er, dass er eine Lebertransplantation hinter sich habe, nach der er sich wie „wiederauferstanden“ fühle.<ref>Immer wieder der Alkohol: Depardieu ist Führerschein los. In: tt.com. 22. Juni 2013, abgerufen am 29. Januar 2023.</ref><ref>Gérard Depardieu beichtet: „Ich bin Alkoholiker.“ In: n-tv, 8. September 2004.</ref>

Am 29. November 2012 fiel er auf der Place du Général Catroux in Paris betrunken von seinem Motorroller; ein Bluttest ergab diesmal einen Alkoholgehalt von 1,8 Promille. 2013 erhielt Depardieu dafür eine Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro und ein Fahrverbot von sechs Monaten.<ref>Rosie Taylor: France bans Depardieu from driving after he fell off his scooter drunk (not that he cares now he lives in Russia). In: Daily Mail, 21. Juni 2013.</ref> Trotzdem durfte Depardieu Pkw und Motorroller fahren, da er auch eine belgische Fahrerlaubnis besitzt, die weiterhin gültig war.<ref>Gérard Depardieu: Freie Fahrt mit Fahrverbot. In: Spiegel online, 8. April 2014.</ref> 2014 berichtete er, er trinke täglich bis zu 14 Flaschen Wein.<ref>Depardieus Trinkgewohnheiten – Und wir hören seine Leber schreien. In: Spiegel Online. 19. September 2014, abgerufen am 14. August 2022.</ref>

Vergewaltigungsvorwürfe

Gegen Depardieu wurden seit 2018 von mehreren Frauen Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe erhoben. Am 27. August 2018 erstattete die Schauspielerin Charlotte Arnould Anzeige. Depardieu sagte, ihre Anschuldigung tue ihm weh, weil sie unbegründet sei.<ref>Anwalt: Gérard Depardieu bestreitet Vergewaltigungsvorwurf. In: Luxemburger Wort, 30. August 2018.</ref> DNA-Proben, mit denen sich ein Geschlechtsakt hätte nachweisen lassen, wurden nicht genommen, sodass Aussage gegen Aussage stand. Die Pariser Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein. Im August 2020 erstattete Arnould abermals Anzeige, was die Wiederaufnahme des Verfahrens notwendig machte,<ref>Französische Justiz ermittelt gegen Gérard Depardieu wegen Vergewaltigung. In: kurier.at. 23. Februar 2021, abgerufen am 7. März 2021.</ref><ref>Vorwurf der Vergewaltigung: Ermittlungsverfahren gegen Gérard Depardieu eingeleitet. In: FAZ.NET. Abgerufen am 7. März 2021.</ref><ref>Axel Veiel: Depardieu unter Vergewaltigungsverdacht. Der Depardieu-Schock. In: Stuttgarter Zeitung, 31. August 2018.</ref> und am 10. März 2022 stellten die Justizbehörden offiziell fest, dass es „schwerwiegende und übereinstimmende Indizien“ für eine Vergewaltigung Arnoulds gebe. Depardieu bestritt dies erneut und sagte aus, sie habe seinerzeit in alles eingewilligt.<ref>Michaela Wiegel: Gegen Gérard Depardieu wird weiter wegen Vergewaltigung ermittelt. In: faz.net. 10. Mai 2022, abgerufen am 13. Mai 2023.</ref><ref>Meldung Herbst 2025, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref>

Ende April 2024 teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit, dass im Oktober 2024 ein Prozess gegen Depardieu wegen Vorwürfen sexueller Gewalt an zwei Frauen eröffnet werde. Depardieu war zuvor auf einer Pariser Polizeiwache zu Vorwürfen von zwei Frauen vernommen worden, die ihm Übergriffe im Jahr 2021 während Dreharbeiten zu Jean Beckers Film Les Volets verts vorwarfen. Ähnliche Vorwürfe erhob die Schauspielerin Hélène Darras zu Dreharbeiten mit Depardieu im Jahr 2014, doch wurde in diesem Fall wegen Verjährung keine Anklage erhoben.<ref>Depardieu muss wegen Vorwürfen sexueller Gewalt vor Gericht. Abgerufen am 30. Oktober 2024.</ref> Depardieu bestritt alle Vorwürfe<ref>Gérard Depardieu muss wegen Vorwürfen sexueller Gewalt vor Gericht. In: zeit.de, 29. April 2024 (abgerufen am 29. April 2024).</ref> und bezeichnete sich in der Tageszeitung Le Figaro als Opfer „medialer Lynchjustiz“. Künstlerinnen wie Charlotte Rampling und Carla Bruni sprangen ihm bei und beklagten, dass für Depardieu die Unschuldsvermutung offenbar nicht gelte. Am 13. Mai 2025 wurde Depardieu in einem Fall schuldig gesprochen, das Gericht verhängte eine Strafe von 18 Monaten Haft auf Bewährung und ordnete eine behördliche Registrierung Depardieus als Sexualstraftäter an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Stand Mai 2025).<ref>Gérard Depardieu wegen sexueller Gewalt zu Bewährungsstrafe verurteilt, Zeit Online, 13. Mai 2025.</ref>

Filmografie

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Auszeichnungen und Nominierungen

Datei:Gérard Depardieu Cannes 2010.jpg
Depardieu beim Festival de Cannes 2010

Deutsche Synchronstimme

Zu Beginn seiner Karriere hatte Depardieu keine feste Synchronstimme, er wurde unter anderem häufiger von Christian Brückner, Wolfgang Pampel oder Thomas Danneberg synchronisiert. Ab den 1980er Jahren hat sich Manfred Lehmann als Standardstimme durchgesetzt und ist es seit dieser Zeit beinahe ausnahmslos.<ref>Gérard Depardieu. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 21. November 2020.</ref> Der Synchronregisseur Osman Ragheb besetzte Torsten Münchow in seiner ersten Synchronrolle auf Depardieu in Die Gaspards, da man eine Synchronstimme neben Manfred Lehmann suchte.<ref>Die Media-Paten: Torsten Münchow – Interview mit der Stimme von Brendan Fraser, Ice-T, Alucard (Hellsing). 22. Februar 2019, abgerufen am 13. Mai 2025.</ref> Münchow wurde zuletzt in Welcome to New York besetzt.

Musik

Schriften

  • Gestohlene Briefe. Droemer Knaur, München 1989, ISBN 3-426-02951-0.
  • Mein Kochbuch. Zabert Sandmann, München 2004, ISBN 3-89883-098-5.
  • Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich. Heyne, München 2005, ISBN 978-3-453-64016-0.
  • Es hat sich so ergeben. Das Neue Berlin, Berlin 2015, ISBN 978-3-360-02197-7.

Literatur

Dokumentarfilme

  • Depardieu, voll im Leben. (OT: Depardieu – vivre aux éclats.) Dokumentation, Frankreich, 1999, Kino: 71 Min., Fernsehen: 52 Min., Buch: Jean-Claude Esguevives, Jean-Claude Guidicelli, Serge Toubiana, Regie: Jean-Claude Guidicelli, Produktion: Pmp – Morgane, arte France.<ref>Depardieu, voll im Leben. In: cinema. Abgerufen am 27. August 2021.</ref>
  • Gérard Depardieu – Mein Leben. Dokumentation, Deutschland, 2008, 43 Min., Regie: Andreas Schlosser und Andreas Strasser, Produktion: Ilona Grundmann Filmproduction, ZDF, arte, Erstsendung: 23. November 2008 bei arte, Inhaltsangabe.
  • Reise durch den Kaukasus. Gérard Depardieu auf den Spuren von Alexandre Dumas. Dokumentarfilm, Frankreich, Aserbaidschan, 2012, 55 Min., Buch und Regie: Jean-Pierre Devillers, Stéphane Bergouhnioux, Produktion: arte France, Erstsendung: 4. Mai 2014 bei arte, Inhaltsangabe von ARD. Depardieu unterwegs mit dem Comiczeichner Mathieu Sapin.
  • Schlemmen mit Gérard Depardieu. (OT: À pleines dents!) Dokumentarfilm-Reihe in fünf Teilen à 44 Min., Frankreich, 2015, Buch und Regie: Stéphane Bergouhnioux und Sébastien Fallourd, Produktion: Les Films d’Ici, arte France, Reihe: Schlemmen mit Gérard Depardieu, Erstsendungen: 12. – 16. Oktober 2015 bei arte, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Filmportal von arte. (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  • Begegnung mit Gérard Depardieu. Gespräch, Frankreich, 2015, 27:35 Min., Regie: Olivier Père, Produktion: arte France, Reihe: Filmgrößen, Erstsendung: 16. März 2017 bei arte.
  • Unterwegs mit Gérard Depardieu – Japan. (OT: Gérard de par le monde: Japon.) Dokumentarfilmreihe in fünf Folgen à 27 Min., Frankreich, 2018, Buch und Regie: Sébastien Fallourd, Produktion: Nompareille Productions, arte France, Reihe: Unterwegs mit Gérard Depardieu – Japan, Erstsendungen: 3.–7. September 2018 bei arte.

Weblinks

Commons: Gérard Depardieu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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