Gämswurz-Greiskraut
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| Gämswurz-Greiskraut | ||||||||||||
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| Datei:Senecio doronicum3klein.jpg
Gämswurz-Greiskraut (Senecio doronicum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Senecio doronicum | ||||||||||||
| (L.) L. |
Das Gämswurz-Greiskraut (Senecio doronicum), auch Gämswurz-Kreuzkraut, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Greiskräuter (Senecio) und der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Gämswurz-Greiskraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze, die 20 bis 40 (bis 60) Zentimeter hoch wird.<ref name="Hegi1987" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind zerstreut bis flockig-filzig behaart. Die Stängel sind einfach, aufrecht, einköpfig oder oben in mehrere einköpfige Äste geteilt.<ref name="Hegi1987" /> Die wechselständigen Laubblätter sind lederig, spitz und ausgefressen-gezähnt. Die unteren Blätter sind elliptisch oder eilanzettlich und in den Stiel zusammengezogen; die mittleren verkehrt-eiförmig bis lanzettlich und mit verschmälertem Grund halbstängelumfassend; die oberen sind eiförmig oder lineal-lanzettlich und sitzend.<ref name="Hegi1987" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis August. In einem Gesamtblütenstand stehen meist ein bis fünf Blütenkörbe zusammen. Die Blütenkörbe sind ziemlich lang gestielt und weisen einen Durchmesser von 3,5 bis 6 Zentimetern auf. Sie enthalten 10 bis 20 strahlig ausgebreitete, gold- bis orangegelbe Zungenblüten sowie zahlreiche gelbe Röhrenblüten. Die Hülle ist glockig, 10 bis 15 Millimeter lang und von zahlreichen halb so langen Außenhüllblättern umgeben.<ref name="Hegi1987" /> Die Hüllblätter sind lineal, dunkel und meist wollig.<ref name="Hegi1987" /> Die Zungenblüten sind bis zu 2 Zentimeter lang und 3 bis 5 Millimeter breit.<ref name="Hegi1987" /> Die Achänen sind 5 bis 7 Millimeter lang, kahl und haben Längsriefen; ihr Pappus ist mehr als doppelt so lang.<ref name="Hegi1987" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40 oder 80.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Bestäuber sind Käfer, Fliegen, Hymenoptern und Falter.<ref name="Hegi1987" />
Auf dem Gämswurz-Greiskraut schmarotzen den Pilze Puccinia expansa, Coleosporium senecionis und Leptosphaeria macrospora.<ref name="Hegi1987" />
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet von Senecio doronicum reicht von Süd-, Südost- bis Mitteleuropa.<ref name="Euro+Med" /> Diese kalkliebende Pflanze kommt auf steinigen Rasen, felsigen Hängen und in der sogenannten Krummholzzone in Höhenlagen von 1200 bis 2500 Metern vor. In den deutschen Alpen gibt es nur zerstreute Vorkommen. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Höhenlagen von 1400 Meter am Bacherloch in Bayern bis zu 2350 Meter im Tiroler Teil am Westgrat des Biberkopfes auf.<ref name="Dörr-Lippert" /> Im Kanton Wallis steigt sie am Oberrothorn bis 3100 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Hegi1987" /> Sie ist eine Charakterart des Seslerio-Caricetum sempervirentis, kommt aber auch in Gesellschaften des Festucion variae vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie ist in der Schweiz und in Österreich in sämtlichen alpinen Regionen verbreitet.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik und Verbreitung
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Solidago doronicum durch Carl von Linné. Die Neukombination zu Senecio doronicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) L. wurde 1759 auch durch Carl von Linné veröffentlicht. Weitere Synonyme für Senecio doronicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) L. sind: Senecio longipetalus <templatestyles src="Person/styles.css" />Sennen, Senecio rotundifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />Lapeyr. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Stokes.<ref name="Euro+Med" />
Man kann folgende Unterarten unterscheiden:<ref name="Euro+Med" />
- Senecio doronicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) L. subsp. doronicum
- Senecio doronicum subsp. longifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willk.) J.Calvo (Syn.: Senecio doronicum var. longifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />Willk.): Sie kommt in Spanien, Frankreich und der Schweiz vor.<ref name="Euro+Med" />
- Senecio doronicum subsp. orientalis <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Calvo (Syn.: Senecio orientalis <templatestyles src="Person/styles.css" />Ten. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd.): Das Verbreitungsgebiet umfasst Deutschland, Österreich, Italien und das frühere Jugoslawien.<ref name="Euro+Med" />
- Senecio doronicum subsp. transylvanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Boiss.) Nyman (Syn.: Senecio transylvanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss., Senecio glaberrimus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rochel) Simonk. non <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Senecio doronicum subsp. glaberrimus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rochel) Kožuharov & N.Andreev): Sie kommt in Bulgarien, Rumänien und Makedonien vor.<ref name="Euro+Med" />
Je nach Autor nicht mehr als Unterart zu Senecio doronicum gestellt werden:<ref name="Euro+Med" />
- Senecio doronicum subsp. lagascanus <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Vigo => Senecio lagascanus <templatestyles src="Person/styles.css" />DC.
- Senecio doronicum subsp. lusitanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />Cout. => Senecio lusitanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Cout.) Pérez-Romero
- Senecio doronicum subsp. corbariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Timb.-Lagr.) B.Bock und Senecio doronicum subsp. gerardi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Godr. & Gren.) Nyman => Senecio provincialis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Druce
- Senecio doronicum subsp. ruthenensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mazuc & Timb.-Lagr.) Nyman => Senecio ruthenensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Mazuc & Timb.-Lagr.
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1.</ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Senecio doronicum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="InfoFlora"> Senecio doronicum (L.) L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 751–752. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> </references>
Weblinks
- Senecio doronicum (L.) L., Gämswurz-Greiskraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Senecio doronicum agg., Artengruppe Gämswurz-Greiskraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Gämswurz-Greiskraut. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).