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Fuck for Forest

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Karneval der Kulturen3 - Mutter Erde fec.jpg
Aktivistinnen mit Transparent auf dem Karneval der Kulturen in Berlin, Mai 2008
Datei:Fuck For Forest3-Mutter Erde fec.jpg
Aktivistin, Tommy Hol Ellingsen und Leona Johansson (rechts)

Fuck for Forest (F-F-F) ist eine Gruppe von Umweltaktivisten, die aus Einnahmen ihrer gleichnamigen Website mit pornographischen Amateuraufnahmen nach eigenen Angaben Umweltschutzprojekte finanziert.

Idee

Eine Gruppe um die norwegisch-schwedischen Umweltaktivisten Tommy Hol Ellingsen und Leona Johansson rief die Umweltbewegung im Jahre 2003 ins Leben.

Indem sie im Jahr 2004 in der Öffentlichkeit Geschlechtsverkehr vollzogen, sollte öffentlichkeitswirksam auf die Abholzung des Regenwaldes aufmerksam gemacht werden. Ellingsen und Johansson hatten während eines Open Airs in Kristiansand (Norwegen) im Verlauf eines Auftritts der Gruppe The Cumshots auf der Bühne Geschlechtsverkehr. Ellingsen, Johansson und die Band wurden 2005 vor Gericht zu einer Strafe von 1233 Euro pro Person verurteilt. Ellingsen zog sich vor den anwesenden Medien erneut aus.<ref name="history">FuckForForest Through The History. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Februar 2012; abgerufen am 6. Oktober 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die beiden Gründer zogen daraufhin nach Berlin, wo sie von einer liberaleren Atmosphäre zu profitieren hofften.

2009 musste Ellingsen wegen einer Passbeschaffung wieder nach Norwegen einreisen und die Behörden stellten ihm ein Ultimatum, um die Strafe zu zahlen. Nach eigener Angabe verkauften Ellingsen und Johansson Porno-Fotos an ein bekanntes norwegisches Pornomagazin, um die Strafe zu begleichen.<ref name="history" />

Im Juni 2011 erschien ein Artikel über Fuck for Forest in der Zeitung Dagbladet, in dem Mitglieder der Gruppe beim simulierten Sex während einer Messe im Osloer Dom auf Fotos zu sehen sind.<ref>Blir messt trist. In: Dagbladet. 3. Juni 2012, abgerufen am 3. März 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Gruppe stellte ein Video von der Aktion auf ihre Website.<ref>Video im Osloer Dom. FFF Website, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. März 2012; abgerufen am 7. Oktober 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In der ersten Episode der ProSieben-Sendung Schulz in the Box besuchte der Musiker Olli Schulz Fuck-for-Forest-Aktivisten 2013 in deren Berliner Wohngemeinschaft und begleitete sie zu einer Aktion, bei der die nackten FFF-Mitglieder kostenloses veganes Essen vor einem Fast-Food-Schnellrestaurant an Passanten verteilten.<ref>TV-Phänomen Olli Schulz: Der Schmerzbold von Anja Rützel auf www.spiegel.de, 26. August 2013</ref>

Einnahmen

Mit ca. 15 US-Dollar können Kunden auf der gleichnamigen Website nach deren Selbstanspruch ökologische und pornografische Interessen verbinden. Nach Angaben der TAZ sollen nur 3 € hiervon für Verwaltungsaufgaben genutzt werden, der Rest werde gespendet.<ref>Ficken für Wald in Ecuador. taz, 25. Februar 2009, abgerufen am 3. März 2017.</ref> Laut den Seitenbetreibern gibt es ungefähr 1.000 Abonnenten, etwa 80 % der Einnahmen kommen dem Kampf gegen die Abholzung zugute. Etwa 100.000 US-Dollar wurden durch diese Aktion erwirtschaftet, die aber durch die Umweltorganisationen Rainforest Foundation Norway und WWF nicht angenommen wurden. Eigenen Angaben zufolge werden mit den Einnahmen ein Regenwald-Projekt in Costa Rica und ein Wiederaufforstungsprojekt in Ecuador finanziert.<ref>„Freie Liebe für freie Wälder“. In: Netzeitung. 30. Juli 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Juli 2013; abgerufen am 8. Oktober 2012.</ref>

Film

Der polnische Regisseur Michał Marczak drehte mit Teilen der Gruppe einen Dokumentarfilm, der 2012 veröffentlicht wurde. Das Drehbuch dafür erstellte er zusammen mit Łukasz Grudziński, die Dreharbeiten fanden über einen Zeitraum von drei Monaten in Berlin sowie im Amazonasbecken statt.<ref>Fuck For Forest The Movie - Official Teaser auf YouTube</ref> Der Film gewann im Herbst 2012 die Auszeichnung als bester Dokumentarfilm auf dem Filmfestival Warschau. Die internationale Premiere des Films fand im Januar 2013 auf dem Filmfestival Rotterdam statt.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beschreibung des Films auf der Seite des Filmfestival Rotterdam (Memento vom 3. März 2017 im Internet Archive)</ref> In Deutschland gab es verschiedene differenzierte Kritiken.<ref>Beatrice Behn: Vögeln für den Regenwald – Filmkritik auf kino-zeit.de, abgerufen am 29. Januar 2013.</ref><ref>Cristina Nord: Doku „Fuck for Forest“. Der total nackte Idealismus. taz, 7. Juni 2013, abgerufen am 3. März 2017.</ref><ref name=":0">Aktivisten-Doku „Fuck for Forest“ Beischlaf der Gerechten, von Daniel Sander, 13. Juli 2013.</ref><ref>Sebastian Leber: Sex-Charity in Berlin-Friedrichshain. Pornos für den Regenwald. Der Tagesspiegel, 3. Juni 2013, abgerufen am 3. Juni 2013.</ref>

Kritik

Die Gruppe berichtete von einigen Hausverboten in verschiedenen Hausprojekten.<ref name="history" /> Auf dem Kongress Anarchismus im 21. Jahrhundert – Anarchie organisieren, Ostern 2009 im Künstlerhaus Bethanien<ref>Anarchismus im 21. Jahrhundert - Anarchie organisieren. Kongress zu Ostern in Berlin - 10.-13. April</ref> in Berlin, kam es gegen Ende des Kongresses, im Kontext des Workshops „Anarchie und Sex“ zu Diskussionen und Auseinandersetzungen, die anschließend den Kongress dominierten und zur unplanmäßigen Beendigung des Kongresses führten.<ref>Stellungnahme zum Konflikt am A-Kongress in Berlin</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Du bist Berlin: Fuck for Forest – Die Nacktkämpfer (Memento vom 5. Dezember 2016 im Internet Archive) tip</ref> 2011 wurde die Gruppe auf dem Berliner Slutwalk durch Ordner und andere Teilnehmer wegen Verteilens illegaler Flyer und als sexistisch empfundenen Verhaltens vom Gelände gedrängt.<ref name=":0" /><ref>metamemory: Why I’ll never regret kicking Fuck For Forest of the Slutwalk. In: The Sexist Meme. 12. Juni 2013, abgerufen am 28. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ähnliche Projekte

2018 veröffentlichten Aktivisten zur Erhaltung des Hambacher Forsts einen Erotikkalender mit Fetisch- und BDSM-Motiven.<ref>Umweltdruckerei diskriminiert BDSMler*innen – rücksichtslos kurzfristige Druck-Absage. Freundeskreis Hambacher Forst, 2. August 2018, abgerufen am 2. August 2018.</ref><ref>Hambacher Forst Erotikkalender – 2019. Black Mosquito, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. August 2018; abgerufen am 2. August 2018.</ref>

Weblinks

Commons: Fuck for Forest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />