Fritz Wöhrn
Fritz Oskar Karl Wöhrn, Schreibweise auch Woehrn<ref>durchgehend bei Beate Meyer: Tödliche Gratwanderung. Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland zwischen Hoffnung, Zwang, Selbstbehauptung und Verstrickung (1939–1945) (= Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden. 38). Wallstein, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8353-0933-3.</ref> (* 12. März 1905 in Rixdorf; † 18. Dezember 1979 in Bad Neuenahr<ref>Sterberegister des Standesamtes Bad Neuenahr-Ahrweiler Nr. 486/1979.</ref>) war ein deutscher SS-Hauptsturmführer (1942) und Sachbearbeiter im Eichmannreferat des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA).
Biografie
Wöhrn, Sohn eines Steindruckers,<ref name="Klee683f.">Vgl. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. 2. Auflage. Frankfurt am Main 2007, S. 683 f.</ref> schlug ab 1926 im Polizeipräsidium Berlin die Laufbahn zum Polizeibeamten ein. Nach der 1929 bestandenen Prüfung für den gehobenen Polizeiverwaltungsdienst erfolgte 1930 seine Versetzung in das Polizeipräsidium Oberhausen, wo er als Polizeiobersekretär tätig war.<ref name="Freudiger">Kerstin Freudiger: Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen. Tübingen 2002, S. 210 ff.</ref> Im Mai 1933 trat Wöhrn der NSDAP (Mitgliedsnummer 2.863.618) und 1937 der SS (SS-Nummer 280.238) bei.<ref name="Klee683f."/> Ab Februar 1935 war er beim Geheimen Staatspolizeiamt in Berlin bei der Abteilung „Juden, Freimaurer, Emigranten“ tätig. Wöhrn, der ab 1938 den Rang eines SS-Obersturmführers innehatte, war ab November 1940 Sachbearbeiter in der Abteilung IVB4 im RSHA (Eichmannreferat) und dort für „Mischlingsfragen und Mischehen“ sowie von Anfang 1941 bis Ende 1944 für Schutzhaftsachen zuständig.<ref name="Freudiger"/> Er veranlasste die Schutzhaftabteilung im RSHA, Juden in Konzentrationslager einzuweisen, „die wegen eines Verstoßes gegen die ‚Sonderbestimmungen für Nichtarier‘ denunziert worden waren“.<ref name = "Mord und Met">Zitiert nach: Prozesse. Reichssicherheitshauptamt. Mord und Met. In: Der Spiegel. Jg. 22, Nr. 37, vom 9. September 1968, S. 94–96, hier S. 96, (Digitalisat (PDF; 412 kB)).</ref> Des Weiteren führte er die Dienstaufsicht über die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland und das Jüdische Krankenhaus Berlin.<ref name="Freudiger"/>
Kurz vor Kriegsende organisierte sich Wöhrn eine Kennkarte auf seinen echten Namen, aber mit falscher Berufsangabe.
Nach Kriegsende
Ab 1948 war Wöhrn als Handelsvertreter für Elektroartikel beschäftigt und lebte in Bad Neuenahr.<ref name = "Mord und Met" /> Er stellte 1963 einen Antrag auf Wiederverwendung für den Polizeidienst beim Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, wodurch sein Aufenthaltsort offenkundig wurde.<ref name="Freudiger"/> Nach seiner Verhaftung 1967 wurde Wöhrn vor dem Landgericht Berlin wegen Beihilfe zum Mord angeklagt und nach einer Revision durch den Bundesgerichtshof am 6. April 1971 zu zwölf Jahren Haft verurteilt.<ref>{{#switch:
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Literatur
- Kerstin Freudiger: Die juristische Aufarbeitung von NS-Verbrechen (= Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts, 33). Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-1614-7687-5 (Zugleich: Hannover, Universität, Dissertation, 1999).
- Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945 (= Fischer. 16048). 2. Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.
Einzelnachweise
<references/>
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