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Fritz Hille

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Fritz Hille (* 27. September 1891 in Berlin; † 2. Januar 1949 in München) war ein deutscher Manager der Automobil- und Luftfahrtindustrie.

Werdegang

Hille leistete nach einer kaufmännischen Lehre Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg. 1926 wurde er kaufmännisches Vorstandsmitglied bei der Bayerische Flugzeugwerke AG, der späteren Messerschmitt AG. 1930 siedelte er als kaufmännischer Direktor der Ernst Heinkel Flugzeugwerke nach Rostock um. Im November 1935 trat er bei der BMW AG als Vorstandsmitglied ein und wurde gleichzeitig Geschäftsführer der BMW Flugmotorenbau GmbH München. Von 1939 bis 1942 war er der stellvertretende Vorstandsvorsitzende.<ref>vgl. Constanze Werner: Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit bei BMW: Im Auftrag von MTU Aero Engines und BMW Group, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2006, S. 382 ISBN 978-3-486-70977-3. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> Nach Auseinandersetzungen mit Generaldirektor Franz Josef Popp (der sich nach eigener Darstellung vehement gegen eine einseitige Ausrichtung der BMW-Produktion auf die Kriegsrüstung stellte) wurde Hille mit Unterstützung der nationalsozialistischen Behörden im Juni 1942 Vorstandsvorsitzender bei BMW. BMW setzte bald fast ausschließlich Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge ein, die u. a. im KZ-Außenlager München-Allach des Konzentrationslagers Dachau inhaftiert waren. Wegen einer anhaltenden Produktionskrise musste Hille auf Initiative von Generalluftzeugmeister Erhard Milch aus dem Reichsluftfahrtministerium (RLM) von seinem Amt im Mai 1944 zurücktreten, blieb aber zumindest vorübergehend noch Vorstandsmitglied. Im Februar 1945 wurde Wilhelm Schaaf, der Technische Direktor der Zweigniederlassung Eisenach, sein Nachfolger. Nach Kriegsende wurde Fritz Hille zunächst verhaftet und unter Hausarrest gestellt. Er musste sich 1947 vor einem alliierten Gericht wegen seiner Tätigkeit in der Rüstungsindustrie verantworten. Nach seiner Entnazifizierung wurde ihm 1948 ein Vorstandsposten im Siemens-Konzern angeboten, den er allerdings wegen seiner Krebserkrankung ablehnte. Er erlag seinem Krebsleiden Anfang 1949.<ref name="Mobile Tradition" />

Literatur

  • Constanze Werner: Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit bei BMW. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2006. ISBN 3-486-57792-1

Weblinks

Einzelnachweise

<references>

<ref name="Mobile Tradition">Florian Triebel: Fritz Hille – Der Rüstungsmanager. (PDF) In: BMW Group Mobile Tradition: Portraits. BMW AG, Februar 2004, S. 26–29, abgerufen am 24. März 2018.</ref>

</references>

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Franz Josef Popp (1918–1942) | Fritz Hille (1942–1944) | Wilhelm Schaaf (1945) | Hanns Grewenig (1948–1957) | Heinrich Richter-Brohm (1957–1960) | Karl-Heinz Sonne (1962–1965) | Gerhard Wilcke (1965–1969) | Eberhard von Kuenheim (1970–1993) | Bernd Pischetsrieder (1993–1999) | Joachim Milberg (1999–2002) | Helmut Panke (2002–2006) | Norbert Reithofer (2006–2015) | Harald Krüger (2015–2019) | Oliver Zipse (2019–2026)

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