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Friedrichsgracht

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Moderne Bauten an der heutigen Straße
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Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Mitte
Angelegt  nach 1745
Neugestaltet 
Hist. Namen  Hinter der Mauer am Köpenicker Thor
Name erhalten 
ch = ss | #default = ß}}en 
ch = ss | #default = ß}}en  Sperlingsgasse,
Scharrenstraße
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke  Pfarrhaus St. Petri
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 425 Meter

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Karte
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Friedrichsgracht ist eine Uferstraße am Spreekanal<ref>Vermessungskarte K5, 2012 auf histomapberlin.de, abgerufen am 8. September 2020</ref>. Sie befindet sich auf der Spreeinsel im Berliner Ortsteil Mitte und historischen Stadtteil Alt-Kölln und verlief bis 1969 zwischen der Inselbrücke und der Sperlingsgasse. Seit dem Bau des Wohngebietes Fischerinsel ist sie verkürzt auf den Abschnitt ab Gertraudenbrücke bis zur Sperlingsgasse.

Geschichte

Datei:Friedrichsgracht 1.jpg
Blick vom Dach der Raveneschen Eisenhandlung auf die Friedrichsgracht, Eduard Gaertner, 1830er Jahre
Datei:Jungfernbrücke, Berlin 1909.jpg
Das nördliche Ende der Straße (rechts) an Jungfernbrücke und Mündung der ehemaligen Spreestraße (seit 1931: Sperlingsgasse), 1909
Datei:Bundesarchiv DH 2 Bild-B-5167, Berlin, Fassade Häuser Friedrichsgracht 15-17.jpg
Die 1968/1969 abgerissenen Häuser Friedrichsgracht 15–17 im Jahr 1952, rechts die Nr. 15

Die Bezeichnung Friedrichsgracht oder Friedrichsgraben bürgerte sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein, als Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620–1688, genannt: der Große Kurfürst) den Seitenarm der Spree durch holländische Spezialisten kanalisieren ließ. Der Name bezog sich auf den Teil des Spreearms, der heute zwischen Inselbrücke und Gertraudenbrücke im historischen Stadtteil Alt-Kölln verläuft.<ref>Friedrich Nicolai:Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, 1786 S. 67, Faksimile 1980, ISBN 3-7759-0231-7</ref>

Später wurde der Name Friedrichsgracht auf die zwischen 1670 und 1681 im Zuge des Festungsbaus und der Regulierung des linken Spreearms angelegte Uferstraße übertragen, die den ganzen südlichen Teil Alt-Köllns ausgehend von der Spree umzog.

Die Bebauung der Straße begann vor 1690. Schnell entwickelte sich eine eindrucksvolle Häuserreihe, an der sich bevorzugt Hofbeamte und Patrizier ansiedelten. Auf der gegenüberliegenden linken Seite des Spreekanals entstanden zuerst der Stadtteil Friedrichswerder und seit 1681 Neukölln am Wasser.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt dieser Teil Alt-Berlins unterschiedliche Zerstörungen. Zu DDR-Zeiten riss man ab 1967 im Zuge der Neugestaltung der Fischerinsel die gesamte Bebauung zwischen Gertrauden- und Inselbrücke ab, darunter acht denkmalgeschützte Häuser zwischen Roßstraßenbrücke und Fischerstraße. Das Haus Friedrichsgracht Nr. 15 aus der Zeit um 1740 war das einzige, an dem sich die damals für Berliner Wohnhäuser typische Außentreppe erhalten hatte. Es galt innen wie außen als relativ gut erhalten, lediglich sein die Mittelachse krönendes Stuck-Emblem war bereits herabgefallen.<ref>Zur Bedeutung des Hauses Friedrichsgracht Nr. 15 siehe Erika Schachinger: Alte Wohnhäuser in Berlin. Ein Rundgang durch die Innenstadt. Bruno Hessling, S. 40–43 (mit Grundrissen); Abbildungen Nr. 34–40</ref> Am gegenüberliegenden Märkischen Ufer Nr. 12 entstand 1969 als „Adaption“ ein Nachbau.<ref>Begriff bei Ernst Badstübner, Hannelore Sachs (Red.): Denkmale in Berlin und in der Mark Brandenburg. Ihre Erhaltung und Pflege in der Hauptstadt der DDR und in den Bezirken Frankfurt/Oder und Potsdam. Böhlau, Weimar 1988, S. 380–383</ref> Er entspricht weder im Grundriss noch in Baudetails dem Original, auch Tür und Oberlicht sind vereinfachende Nachbildungen. Das Haus ist mit dem zugleich errichteten Nachbau des Ermelerhauses im Innern verbunden und steht wie dieses auf einem Sockel.<ref>Grundriss bei Fabiano Pinto: art’otel. In: Bauwelt, 15/00, 20. April 2000, 91. Jahrgang, S. 28/29</ref>

Die vorherigen Namen zwischen 1681 und 1745 der heutigen Straße Friedrichsgracht waren:

Name Hausnummern mit Stadtbezirk ab 1809<ref>Amtliche Bekanntmachung vom 29. März 1809, Einführung der Stadtbezirke in Berlin, Vossische Zeitung Nr. 40, 1. April 1809</ref>
Hinter der Mauer am Wursthofe 01–11, Bezirk 66 – Neues Hospital
Hinter der Mauer am Köpenicker Thor 12–24, Bezirk 65 – Neue Roßstraße
Hinter der Mauer an der Lappstraße 25–32, Bezirk 64 – Salzhof
Freiheit der Stadt<ref>Berlin, historisch und topographisch dargestellt, Seite 135, Ausgabe 1848</ref> 33–46, Bezirk 64 – Salzhof
An der Gertrauden und Spreegassenbrücke (bis 30. Mai 1825) 47–61, Bezirk 20 – Schicklerstraße

Seit 15. Januar 1865 (Einführung der 2. Generation der Stadtbezirke) gehören die Hausnummern 1–46 zum Stadtteil Alt-Kölln (vorher: Neu-Kölln).<ref>Amtliche Bekanntmachung vom 30. Dezember 1864, Neue Bezirks-Einteilung (9–13) für Stadtteil Alt-Kölln, wirksam am 15. Januar 1865 – Berliner Intelligenz-Blatt Nr. 4, 4. Januar 1865</ref>

Seit 1969 trägt nur noch das Straßenstück zwischen Sperlingsgasse und Gertraudenbrücke die Bezeichnung Friedrichsgracht.

Filme

Literatur

  • Ehrenfried Kluckert: Berlin – Photographien von Waldemar Titzenthaler. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1987, ISBN 3-87584-195-6, S. 30.
  • Herbert Schwenk: Lexikon der Berliner Stadtentwicklung. Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 2002, ISBN 3-7759-0472-7, S. 99.

Weblinks

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Einzelnachweise

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