Friedrich Wilhelm Heinrich von Roeder
Friedrich Wilhelm Heinrich von Roeder (* 9. Mai 1775 in Wetzlar; † 23. Mai 1833 in Rothenburg/Oberlausitz) war ein Oberlausitzer Rittergutsbesitzer und der erste Landrat des Landkreises Rothenburg.
Leben
Er war der Sohn des vormaligen Kammerherrn, Justizrat<ref>Churfürstlich Sächsischer Hof- und Staats-Calender auf das Jahr 1775. M. G. Weidmann’s Erben, Leipzig 1775, S. 93.</ref> und späteren Geheimen Rats sowie Konferenzministers Johann August Heinrich von Roeder (* 1727; † 1782)<ref>Eduard Maria Oettinger (Hrsg.): Moniteur des Dates, contenant un million de renseignements biographiques, généálogiques er historiques. Selbstverlag, Dresden 1867, S. 181.</ref> und dessen zweiter Frau Johanna Amalie von Pannwitz. Der Vater war spätestens ab um 1764 in hohen Funktionen<ref>Vgl. George Adalbert von Mülverstedt: Urkundenbuch des altadeligen Geschlechts von Oppen. Band 2, E. Baensch jun., Magdeburg 1896, S. 291.</ref> tätig und wirkte hier gemeinsam u. a. mit Carl August Graf von Rex.
Seine Mutter hatte 1783 nach dem Tod von Roeders Vater von Ferdinand Rudolph von Ziegler und Klipphausen die Rittergüter Daubitz und Neuhammer erworben. Bei gleicher Gelegenheit erwarb der junge Roeder durch seinen Vormund Peter Karl Wilhelm von Hohenthal vom selben Eigentümer das Gut Teicha.<ref>Jan Bergmann: Aus der Geschichte des Rittergutes zu Daubitz. (Teil 2), In: Oberlausitzer Heimatblätter. 19 (2008), Via-Regia-Verlag, Olbersdorf 2008, ISSN 2196-0496, S. 33.</ref>
F. W. H. von Roeder stand in kurfürstlich-sächsischen Militärdiensten und nahm als Leutnant von 1793 bis 1809 an mehreren Feldzügen der Koalitionskriege teil. Von seiner Mutter, welche sich 1791 mit dem sächsischen Kabinettsminister Detlev Carl Graf von Einsiedel wiedervermählt hatte, erbte er 1810 die Güter Daubitz und Neuhammer. Als Gutsherr und Kirchenpatron seiner Besitzungen förderte er verschiedentlich die Entwicklung der Gemeinde. So setzte er sich unter anderem für den Neubau der örtlichen Schule ein.
Als das Königreich Sachsen im Zuge des Wiener Kongresses im Jahr 1815 gezwungen war, unter anderem auch den nordöstlichen Teil des Markgraftums Oberlausitz an Preußen abzutreten, wurden somit auch Roeders Besitzungen Daubitz und Neuhammer ein Bestandteil der preußischen Provinz Schlesien. In der Folge wurde der neue Landkreis Rothenburg mit dem Verwaltungssitz in der gleichnamigen Stadt Rothenburg gebildet. Als ersten, zunächst nur kommissarischen Landrat bestellte man am 1. Juni 1816 Friedrich Wilhelm Heinrich von Roeder. Im Oktober des Folgejahres wurde er dann endgültig zum wirklichen Landrat des Kreises ernannt – ein Amt, das er bis an sein Lebensende ausfüllte.
Roeder heiratete 1808 Louise Wilhelmine von Veltheim, der er 1813 sein Gut Teicha verkaufte. Sie hatten eine Tochter Louise Amalie<ref>Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635–1815. Band 2, Hrsg. Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften-Selbstverlag, Görlitz/Oberlößnitz 1913, S. 628 f.</ref> die mit Heinrich Otto Eugen von Mitzlaff (* 19. Februar 1802; † 1. Mai 1888)<ref>Heinrich von Mitzlaff bei Schlossarchiv.de. Stand 2020.</ref> verheiratet war.
Siehe auch
Literatur
- Friedrich Wilhelm Heinr. v. Röder, In: Neuer Nekrolog der Deutschen. Elfter Jahrgang-1833, Band 1 (Erster Theil), Verlag Bernh. Fried. Voigt, Weimar 1835, S. 384 f. * (No.) 167.
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Roeder, Friedrich Wilhelm Heinrich von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Landrat |
| GEBURTSDATUM | 9. Mai 1775 |
| GEBURTSORT | Wetzlar |
| STERBEDATUM | 23. Mai 1833 |
| STERBEORT | Rothenburg/Oberlausitz |