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Friedrich Schenck (Politiker, 1790)

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Johann August Friedrich Schenk (* 17. Juni 1790 in Darmstadt; † 26. Juni 1868 in Bad Wildungen) war ein deutscher liberaler Politiker und ehemaliger Abgeordneter der 1. sowie der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen.

Familie

Friedrich Schenk war der Sohn des Präsidenten des Oberappellations- und Kassationsgerichts Johann August Schenck (1744–1806) und dessen Frau Johannette Margarethe Reinhardine geborene Schleiermacher (1747–1813). Friedrich Schenck heiratete am 8. Juli 1819 in Offenbach am Main seine Frau Charlotte, die Tochter des Offenbacher Fabrikanten Ferdinand Fleischmann und dessen Frau Wilhelmine Antoinette geborene Pfaltz. Sein Bruder Ernst war ebenfalls Landtagsabgeordneter.

Ausbildung und Beruf

Friedrich Schenk studierte Rechtswissenschaften, wurde 1811 Assessor am Hofgericht, dort 1817 Hofgerichtsrat und 1818 einer der ersten Richter am neu geschaffenen Provisorischen Kassations- und Revisionsgerichtshof für die Provinz Rheinhessen,<ref>Beschluss vom 29. Juni 1818 (ursprünglich abgedruckt in der Großherzoglich Hessischen Zeitung Nr. 79 vom 2. Juli 1818). In: Sammlung der in der Großherzoglich Hessischen Zeitung vom Jahr 1818 publicirten Verordnungen und höheren Verfügungen. Großherzogliche Invalidenanstalt, Darmstadt 1819, S. 69.</ref> dem höchsten Gericht im Großherzogtum für denjenigen Teil seines Gebiets, die Provinz Rheinhessen, in der französisches Recht galt. Der Kassationsgerichtshof hatte seinen Sitz allerdings in Darmstadt. 1839 war er Oberappellations- und Kassationsgerichtsrat. 1850 wurde er in den Staatsrat berufen und 1861 mit dem Titel Geheimrat ausgezeichnet.

Politik

1829 bis 1830 wurde Schenck für den Wahlbezirk Starkenburg 11/Umstadt, 1832 bis 1833 für den Wahlbezirk der Stadt Offenbach in die Zweite Kammer der Landstände gewählt. 1847 bis 1849 war er erneut (diesmal für den Wahlbezirk Starkenburg 6/Lorsch) Abgeordneter der zweiten Kammer. Nach der Märzrevolution wurde eine Wahlrechtsänderung vorgenommen, nach der die Abgeordneten auch der ersten Kammer der Landstände – nach einem Zensuswahlrecht – gewählt wurden. Danach wurde Friedrich Schenck in die erste Kammer gewählt, die ihn anschließend mit der breiten liberalen Mehrheit zu ihrem Präsidenten bestimmte. Mit der Auflösung des Parlaments 1850 nach dem Sieg der Reaktion schied er aus dem Landtag aus. 1850 war er Vertreter des Großherzogtums im Staatenhaus des Erfurter Unionsparlaments.

Trivia

1866 schuf Schenck, der sich auch als Hobbymaler betätigte, bei einem Besuch in der pfälzischen Gemeinde Dirmstein mehrere Aquarelle mit Ansichten des damals intakten Sturmfederschen Kellergartens, die bei der Restaurierung dieses Parks zum Englischen Landschaftsgarten (2006–2009) als Vorlage dienten.

Literatur

  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 327.
  • Klaus-Dieter Rack, Bernd Vielsmeier: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biografische Nachweise für die Erste und Zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen 1820–1918 und den Landtag des Volksstaats Hessen 1919–1933 (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 19 = Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission. NF Bd. 29). Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-88443-052-1, Nr. 748.
  • Hans Georg Ruppel, Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biographische Nachweise für die Landstände des Großherzogtums Hessen (2. Kammer) und den Landtag des Volksstaates Hessen (= Darmstädter Archivschriften. Bd. 5). Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1980, ISBN 3-922316-14-X, S. 226–227.

Weblinks

Einzelnachweise

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Ernst Schenck (1820–1824) | Karl von Kuder (1826–1827) | Friedrich Schenck (1829–1830) | Karl Mohr (1832–1833) | Theodor Reh (1834) | Andreas Hesse (1835–1849) | Wilhelm Wernher (1849–1850) | Wilhelm Ittmann (1850) | Theodor Reh (1851–1856) | Friedrich Kritzler (1856–1862) | Justus Breidenbach (1862–1863) | Wilhelm Goldmann (1863–1866) | Friedrich Kritzler (1866–1872) | Franz Friedrich Königer (1872–1879) | Jakob Lautz (1879–1896) | Ernst Ohl (1896–1902) | Georg Hauck (1902–1918) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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