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Friedrich Pourtalès

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Friedrich Pourtalès.tif
Graf Friedrich Pourtalès, fotografiert von Ernst Sandau.<ref>Motiv vor 1915, In: Walther Stein: Um Vaterland und Freiheit. Band 1: Wirklichkeitsaufnahmen aus dem großen Kriege nebst einer Einführung. Verlag Montanus, Siegen 1915, S. 48.</ref>

Graf Jacob Ludwig Friedrich Wilhelm Joachim von Pourtalès (* 24. Oktober 1853 in Oberhofen am Thunersee Schweiz; † 3. Mai 1928 in Bad Nauheim) war ein deutscher Diplomat.

Herkunft

Seine Eltern waren der Diplomat und Kunstsammler Graf Wilhelm von Pourtales (* 7. Juni 1815; † 1. September 1889) und dessen Ehefrau der Gräfin Charlotte von Maltzan (* 20. Dezember 1827; † 12. April 1861). Sie war die Tochter der Auguste Gräfin von der Goltz und des Staatsministers Graf Mortimer Graf von Maltzan-Freiherr zu Wartenberg und Penzlin. Pourtalès hatte eine Schwester.

Leben

Der Neffe des preußischen Diplomaten Graf Albert von Pourtalès besuchte die Ritterakademie in Liegnitz und diente anschließend beim preußischen Militär, bevor er in den diplomatischen Dienst eintrat. 1879 wurde er Attaché bei der deutschen Botschaft in Wien, 1881 Legationssekretär in Berlin und 1888, nach Stationen in Wien, Den Haag und Paris, Erster Botschaftssekretär in St. Petersburg. Seit 1890 stand er als Vortragender Rat der Russischen Abteilung im Auswärtigen Amt vor, bis er 1899 Gesandter in Den Haag, 1902 in München wurde. Seine Karriere erreichte ihren Höhepunkt mit der Ernennung zum deutschen Botschafter am Zarenhof in St. Petersburg im Dezember 1907. Nachdem er am 1. August 1914 „unter Tränen“<ref>Vgl. Wolfgang Zank, Jetzt oder nie!, in: Zeit-Punkte Nr. 2/1992, S. 32.</ref> die deutsche Kriegserklärung an Russland überreicht hatte, kehrte er über Schweden nach Deutschland zurück, wo er für die restliche Dauer des Ersten Weltkriegs wieder die Leitung der Russlandabteilung im Auswärtigen Amt in Berlin übernahm. Darüber hinaus fungierte er als Berater der deutschen Außenminister Gottlieb von Jagow, Arthur Zimmermann und Paul von Hintze.

Familie

Pourtales heiratete am 20. September 1892 in Berlin die Gräfin Gisela von Kanitz (* 13. August 1873; † 6. Februar 1957), eine Tochter des preußischen Majors und Hofmarschalls Georg von Kanitz und der Helene Gräfin von Hatzfeldt zu Trachenberg. Gisela und Friedrich von Pourtalès hatte keine Nachfahren. Graf Pourtalès war Rechtsritter<ref>Siehe: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.). Teil A (Uradel). 1938. Jahrgang 111, Justus Perthes, Gotha 1937, S. 280.</ref> des Johanniterordens.

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Standort Restbestand Herrenhaus Glumbowitz. Luftbild.

Gutsbesitz

Graf Friedrich von Pourtalès erbte in Niederschlesien Schloss Glumbowitz mit dazugehöriger Herrschaft. Nach seinem Tod wurde 1928 seine Ehefrau die Besitzerin. In Glumbowitz wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die Familie ein Mausoleum errichtet.

Werke

  • Am Scheidewege zwischen Krieg und Frieden. Meine letzten Verhandlungen in Petersburg zu Ende Juli 1914. 1. Auflage, Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Berlin-Charlottenburg 1919.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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