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Friedrich-Wilhelm von Sell

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Friedrich-Wilhelm Freiherr von Sell (* 23. Januar 1926 in Potsdam; † 20. Oktober 2014 in Berlin) war Intendant des WDR und ORB.

Werdegang

Friedrich-Wilhelm von Sell war der Sohn des Offiziers Ulrich von Sell und dessen Ehefrau Augusta. Er besuchte zunächst das Arndt-Gymnasium in Berlin-Dahlem und wechselte 1942 an die Schule Schloss Salem, wo er 1944 sein Abitur absolvierte.<ref>Friedrich-Wilhelm Freiherr von Sell - Munzinger Biographie. Abgerufen am 2. September 2025.</ref> Am 30. Januar 1944 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.735.531).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/41271225</ref><ref>ARD, Nazis und der Fall Hans Abich: „Eine germanische Machtentfaltung“ - WELT. 12. Juni 2023, abgerufen am 13. Juni 2023.</ref> Sell konnte sich später nicht daran erinnern, einen Antrag gestellt zu haben,<ref>Alfred Neven DuMont: Jahrgang 1926/27 - Erinnerungen an die Jahre unter dem Hakenkreuz. Köln 2007. S. 178f</ref> allerdings war nach aktuellem Forschungsstand eine Aufnahme ohne eigenes Zutun nicht möglich.<ref>Armin Nolzen: „Vom ‚Jugendgenossen‘ zum ‚Parteigenossen‘. Die Aufnahme von Angehörigen der Hitler-Jugend in die NSDAP“, in: Benz, Wolfgang (Hg.): „Wie wurde man Parteigenosse? Die NSDAP und ihre Mitglieder“, Fischer Verlag 2009, S. 123–150</ref> Danach wurde er zur Wehrmacht eingezogen und befand sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1946 in britischer Kriegsgefangenschaft.

Anschließend studierte er Rechtswissenschaften und Philosophie an der Universität Erlangen und der FU Berlin, seine juristischen Staatsexamen legte er 1950 und 1955 in Berlin ab. Nach seiner Tätigkeit als Verwaltungsdirektor und Justitiar beim Sender Freies Berlin und Deutschlandfunk war er ab August 1960 Prokurist sowie Syndikus der Deutschen Kreditsicherungs-KG und bei der „Treuhandverwaltung für das Deutsch-Niederländische Finanzabkommen GmbH (Tredefina)“. 1971 wurde er Verwaltungs- und Finanzdirektor des Westdeutschen Rundfunks und führte eine Organisations- und Buchhaltungsreform ein, um Sensibilität gegenüber ökonomischen Prinzipien in den Programmdirektionen zu entwickeln.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Herzog, Christian (2014) Wirtschaftsgeschichte des WDR: Die Einführung der dezentralisierten Mittelbewirtschaftung und Leistungsplanung. In: M. Behmer, B. Bernard und B. Hasselbring (Hrsg.) Das Gedächtnis des Rundfunks. Die Archive der öffentlich-rechtlichen Sender und ihre Bedeutung für die Forschung. Wiesbaden: Springer VS, S. 393–400.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. Dezember 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Ab 1976 war er neun Jahre WDR-Intendant, 1978 und 1979 ARD-Vorsitzender. In dieser Zeit war er maßgeblich für die Regionalisierung des WDR und den Aufbau mehrerer Landesstudios des Kölner Senders verantwortlich. Ab 1985 arbeitete er wieder als Rechtsanwalt in Köln und Bonn, 1991 war er Gründungsintendant des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB).

Friedrich-Wilhelm von Sell war mit der Frauenrechtlerin Barbara von Sell geborene Meller (1934–2002) verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder: Die Schauspielerin und Hörspielregisseurin Julia von Sell und den Filmproduzenten Philipp von Sell (zuerst mit Esther Ofarim, später mit Philine von Sell verheiratet).

Ehrungen

Friedrich-Wilhelm von Sell wurde am 12. Dezember 1986 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.<ref>Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen | Land.NRW. Abgerufen am 20. Oktober 2024.</ref>

Schriften

  • Friedrich-Wilhelm von Sell: Mehr Öffentlichkeit! Erinnerungen. Zu Klampen Verlag, Springe 2006, ISBN 3-934920-89-6.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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