Freie Zone (Scientology)
Die Freie Zone ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), auch Independent Scientologists) bezeichnet eine Reformbewegung sogenannter Freier Scientologen.
Entstehung
Ein Machtumbruch in den Führungsriegen von Scientology führte 1982/83 dazu, dass ehemalige hohe Funktionäre (darunter auch Mitbegründer der Organisation) zu sogenannten „unterdrückerischen Personen“ erklärt und aus der Organisation ausgeschlossen wurden.<ref>Der Ursprung der Freie Zone. In: ronsorg.ch. Abgerufen am 16. Mai 2017.</ref>
Bill Robertson gründete 1982 Free Zone (heute: Ron’s Org). Der Begriff wird heute aber auf alle Freien Scientologen angewandt. Sie berufen sich weiterhin auf L. Ron Hubbard und geben an, mit seinen Techniken zu arbeiten.<ref>Die Zeitspur der Scientology und der Freien Zone. In: stss.nl. Abgerufen am 16. Mai 2017.</ref>
Scientology-Kirche und Freie Scientologen bezichtigen sich gegenseitig, Hubbards Lehren und Methoden verfälscht zu haben.<ref>Eine Klärung der Begriffe „Freie Zone“ und „Ron’s Org“. In: rons-org.de. Abgerufen am 23. April 2024.</ref>
Inhalt und Ziele
Basierend auf der Philosophie von Scientology, die ihre Wurzeln ganz überwiegend in den Büchern und Postulaten von Ron L. Hubbard hat, sehen sich die Freien Scientologen als Anhänger von Erkenntnisphilosophien. Eine davon befasst sich mit dem Wandel des Menschen durch selbstgewonnene Erkenntnisse mit dem Ziel, zu einem größeren Verständnis und größerer Verantwortung sich selbst, anderen und seiner gesamten Umgebung gegenüber zu gelangen. Daraus ergibt sich die Chance eines jeden Menschen, sich durch seine eigene Kraft und mit Hilfe einer präzisen Technologie des Geistes aus unerwünschten Zuständen zu befreien und verborgene Fähigkeiten wiederzugewinnen. Zu diesem Zweck werden Kurse und Vorträge angeboten.
Freie Scientologen grenzen sich ausdrücklich gegenüber den offiziellen und inoffiziellen Organisationen der Scientology-Kirche ab, verweisen aber auch auf einen toleranten Umgang mit anderen Glaubens- und Philosophierichtungen. Sie wollen nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet sein, sondern sich um ein gesellschaftliches Verständnis der Philosophie bemühen.<ref>Selbstdarstellung. In: freezone.de. Abgerufen am 16. Mai 2017.</ref>
Das Verwaltungsgericht München hat mit rechtskräftigem Urteil vom 28. Dezember 2022 (Aktenzeichen M 30 K 19.2699<ref>Bürgerservice - VG München, Urteil v. 28.12.2022 – M 30 K 19.2699. Abgerufen am 23. April 2024.</ref>) der Klage einer freien Scientologin stattgegeben, die als Kinderbetreuerin in einer Münchner Kita beschäftigt war.<ref>Rechtskräftiges Urteil (AZ: M 30 K 19.2699). In: was-ist-eine-rons-org.de. Abgerufen am 23. April 2024.</ref> Die Stadt München hatte von der Kita die Unterzeichnung einer sog. „Scientology-Schutzerklärung“ verlangt und die Kita unter der Drohung, ihr andernfalls Fördergelder zu entziehen, zur Kündigung der freien Scientologin gezwungen. Aufgrund des Urteils hat die Stadt diese Praxis aufgegeben und macht die Kita-Förderung nicht mehr von einer „Schutzerklärung“ abhängig.
Entwicklung
Mittlerweile findet man weltweit Gruppierungen der Freien Zone als globales Netzwerk. In Deutschland gibt es unter anderem Organisationen in Berlin, Hamburg, Bremen, Magdeburg, Dresden, Bonn, Leverkusen, Köln, Wuppertal, Stuttgart, Wiesbaden, Frankfurt am Main, Offenbach, München und Nürnberg.
Kritik
„Wohin der Weg dieser Scientology-Alternativen führt, wird sich zeigen. Auch ihre Technologien basieren auf der totalitären Ideologie des L. Ron Hubbard. Besonders unter den ‚Independents‘ lassen sich fundamentalistische Scientologen finden, die vorher in der alten SO bereits führende Positionen hatten. Sind sie wirklich reformfähig oder werden sie nur eine andere totalitäre Spielart bilden? Skepsis ist angebracht. Auch wenn sie zurzeit noch wenig Politikorientierung und Expansionsbestrebungen zeigen, darf nicht übersehen werden, dass Scientology auch allein als Psychokult nicht auf demokratischen Werten basiert und Menschen manipulieren kann.“ – Hamburger Verfassungsschutz<ref>Umstieg statt Ausstieg: Die „Scientology-Organisation“ hat Konkurrenz erhalten! In: hamburg.de. Hamburger Verfassungsschutz, abgerufen am 27. März 2026.</ref>
„Unabhängig von der Scientology-Organisation haben sich Scientologen in der sog. ‚Freien Zone‘ zusammengefunden. Diese Scientologen nehmen für sich in Anspruch, den ‚echten‘ Scientology-‚Glauben‘ zu vertreten und gewissermaßen die Hüter der von L. Ron Hubbard aufgestellten Ideen zu sein. Die ‚Freie Zone‘ ist nicht Beobachtungsobjekt der Verfassungsschutzbehörden. Dementsprechend gibt es keine Beschwerden von Angehörigen der ‚Freien Zone‘.“ – Landesregierung Baden-Württemberg<ref>Landesregierung Baden-Württemberg, 12. Wahlperiode: 5. Bericht der „Interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen“. Drucksache 12 / 5841. Hrsg.: Landtag von Baden-Württemberg. 15. Dezember 2000, S. 15 (landtag-bw.de [PDF]).</ref>
Literatur
- Claude-Alain Humbert: Religionsführer Zürich. Orell Füssli Verlag, Zürich 2004.
Weblinks
- Website des „Freie Zone e.V.“
- Klärung des Begriffs Freie Zone und Ron's Org. In: rons-org.de
- Hinweise für ehemalige Mitglieder der Scientology-Kirche. In: rons-org.de
Belege
<references />