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Franziskanerkirche (Rothenburg ob der Tauber)

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Die Franziskanerkirche in Rothenburg o.d. Tauber ist die Klosterkirche des früheren Klosters der Franziskaner in Rothenburg ob der Tauber in Bayern (Diözese Bamberg). Die Kirche ist heute evangelisch-lutherische Pfarrkirche.

Datei:Rothenburg ob der Tauber, Herrngasse 19, Franziskanerkirche von Osten-20151230-001.jpg
Die Franziskanerkirche von der Herrngasse aus gesehen

Geschichte des Franziskanerklosters

Das Kloster wurde 1281 durch Hermann von Hornburg, Schultheiß u. a. gegründet. Es trug das Patrozinium der Jungfrau Maria und gehörte zur Oberdeutschen (Straßburger) Ordensprovinz Argentina des 1210 gegründeten Franziskanerordens. 1282 wurde die bis heute erhaltene Klosterkirche erbaut. Bei der Teilung des Franziskanerordens 1517 schloss sich das Kloster den Franziskaner-Konventualen (Minoriten) an, die eine weniger strenge Form des Armutsgelübdes praktizierten. Um 1400 lebte im Kloster eine Zeit lang auch eine Gemeinschaft von Franziskaner-Terziaren, bis sie ein eigenes Bruderhaus erhielten; das Terziarenkloster wurde aber auch weiterhin seelsorglich vom Franziskanerkloster betreut und mitversorgt.<ref>Christine Riedl-Valder: Rothenburg o.d. Tauber, Terziarenkloster. In: Haus der Bayerischen Geschichte: Klöster in Bayern.</ref>

Das Minoritenkloster starb 1548 im Zuge der Reformation aus. In den Gebäuden des freiwillig verlassenen Klosters wurde erst eine Lateinschule, später eine Wohnung für Pfarrerswitwen untergebracht. Nach 1805 dienten die Gebäude u. a. als Salzmagazin. Teile der Anlage (Kreuzgang, Refektorium u. a.) wurden abgerissen, vieles vom Inventar wurde zerstört oder verkauft.

Architektur der Kirche

Die Franziskanerkirche Unserer Lieben Frau ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein bedeutendes Beispiel einer Bettelordenskirche mit Lettner und wichtigen Kunstschätzen. Sie gilt als „die am besten erhaltene und wohl auch bedeutendste“ Bettelordenskirche in Franken.<ref>Herbert Schindler: Große bayerische Kunstgeschichte. Band 1: Frühzeit und Mittelalter. Süddeutscher Verlag, München 1963, S. 210.</ref> Baubeginn war 1282. Der Chor wurde 1309 geweiht (zweite Weihe 1333). An ein dreischiffig-basilikales Langhaus mit flacher Decke schließt sich ein hoher, langgestreckter Chor mit Kreuzrippengewölbe an.<ref>Die Datierung schwankt: Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 5 („erste Hälfte des 14. Jahrhunderts“).Ernst Gall: Rothenburg ob der Tauber. Aufnahmen von Helga Schmidt-Glassner (= Burkhard Meier [Begründer] [Hrsg.]: Deutsche Lande, deutsche Kunst). Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1955, S. 18 („spätgotische Formen“).</ref>

Ausstattung

Lettner

Ein fünf Joche breiter Lettner grenzt das dreischiffige Langhaus gegen den Chor ab, den Kirchenraum der Laien von jenem der Mönche. Er geht aber seitlich über die Breite des Chors hinaus und erstreckt sich über die gesamte Langhausbreite.<ref>Zum Lettner in Bettelordenskirchen allgemein und zu seiner Ausbildung als schiffsübergreifender Lettner: Wolfgang Schenkluhn: Architektur der Bettelorden. Die Baukunst der Dominikaner und Franziskaner in Europa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, S. 81–83.</ref> Er ist durch feste Zwischenwände in (Lettner-)Kapellen unterteilt; in den vier seitlichen steht jeweils ein Altar (wenigstens ein Altartisch); eine Türe im mittleren Joch ermöglicht den Zugang zum Chor. Nach der Reformation wurde der Lettner nicht entfernt, sondern als Empore genutzt. Dadurch blieb das Raumbild des 14. Jahrhunderts erhalten, wie es heute nur noch selten anzutreffen ist.<ref>Tilmann Breuer u. a. (Bearbeiter): Bayern I: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1999, ISBN 3-422-03051-4, S. 910.</ref> Noch heute steht darauf eine kleine Orgel.

In der mittelalterlichen Kirche war der Lettner ein Ort der Verkündigung. Er diente für Lesung und Predigt sowie als Sängerkanzel. In der Rothenburger Kirche wurde die hölzerne Lettnerbrüstung in diesem Sinn als Bilderbibel gestaltet: Um 1370/1390 bemalte man sie mit einem Passionszyklus; 1494 brachte man darüber die Bilder der „Rothenburger Passion“ an (heute im Reichsstadtmuseum). Nach der Reformation setzte man diese Tradition mit einem Abendmahlsbild (frühes 17. Jahrhunderts) fort.

Altäre

Von den acht aus dem Mittelalter bezeugten Altären waren im 18. Jahrhundert noch fünf erhalten: der Hochaltar (Marienaltar) und vier Altäre in den Lettnerkapellen,<ref>Chronik von Johann Ludwig Schäffer, 1729: Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10, hier S. 74.</ref> die den heiligen Ludwig, Franziskus, Johannes und Katharina gewidmet waren. Fragmente des Ludwigs- und des Johannesaltars kamen später in die Jakobskirche.<ref>Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 7. – Ludwigs- und Johannesaltar: Tilmann Breuer u. a. (Bearbeiter): Bayern I: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1999, ISBN 3-422-03051-4, S. 907. – Ludwigsaltar: Hartmut Krohm: Fragmente eines Altares des hl. Ludwig von Toulouse. Mit technologischen Untersuchungsberichten von Erwin Mayer und Andrea Kleberger. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 180–184 Kat. 29.</ref> Die übrigen gingen verloren.

Im späten 19. Jahrhundert wurde der Chor mit einem neuen Dreifaltigkeitsaltar als Hochaltar ausgestattet, in den eine spätgotische Dreifaltigkeitsgruppe (um 1500) und zwei Reliefs (um 1560) eingesetzt wurden.<ref>Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 7.</ref> Dieser steht heute unter den Lettnerarkaden (auf dem zweiten Altar von links).

Als bedeutendstes Kunstwerk<ref>Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 7–8.</ref> der heutigen Kirchenausstattung gilt der Franziskusaltar (um 1480/1490).<ref>Mehrheitlich wird der Altar um 1490 datiert. – Vor 1490: Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10, hier S. 80 („Auch der Franziskus-Altar dürfte dem Münnerstädter Altar (1490–92) vorausgehen.“). – Frühdatierung um 1480: Ernst Gall: Rothenburg ob der Tauber. Aufnahmen von Helga Schmidt-Glassner (= Burkhard Meier [Begründer] [Hrsg.]: Deutsche Lande, deutsche Kunst). Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1955, S. 19.</ref> Seine Herkunft ist unbekannt, er kann kaum mit Franziskusaltar der Lettnerkapelle identisch sein, da dieser bereits 1366 erwähnt wurde. Möglicherweise stand er in einer Franziskuskapelle am Kreuzgang des Klosters.<ref>Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 7. – Anderer Ansicht ist Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10, hier S. 74.</ref> Im 20. Jahrhundert war er im Langhaus aufgestellt, vor der Mitte des Lettners.<ref>Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 7–8 und Abb. S. 3. – In den Jahren um 1980 war er in der Jakobskirche ausgelagert: Tilmann Breuer u. a. (Bearbeiter): Bayern I: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 1. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1979, ISBN 3-422-00359-2, S. 724. – Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10, hier S. 74.</ref> Seit er an dieser Stelle durch einen einfachen Altartisch ersetzt und an die Stelle des Hochaltars versetzt wurde, kann der Kirchenbesucher wieder vom Langhaus durch die Lettnertür in den Chorraum blicken.

Die wohl zu Beginn der 1870er-Jahre mit dem Altar verbundene<ref>Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10, hier S. 75.</ref> Predella stammt von dem oben erwähnten Johannesaltar und wird Jakob Mülholzer zugeschrieben. Sie zeigt die Anbetung des Christuskinds durch die heilige Familie und die Stifterfamilie (von Eyb) jenes Altars.<ref>Hartmut Krohm: Heutige Predella des Rothenburger Franziskus-Altares mit Darstellung der Ritterfamilie von Eyb in Anbetung des Christuskindes. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 89–90 Kat. 11 mit Farbtafel 3.</ref> Darüber steht ein Retabel mit geschnitztem Relief im Mittelteil und gemalten Flügeln. Sofern der Altar ein Gesprenge besaß, ist dieses verloren.

Das Relief zeigt die Stigmatisierung des heiligen Franz von Assisi: links kniet der Heilige, rechts sitzt Bruder Leo, der ihn belauschte, im Hintergrund ist die Berglandschaft von Alverna bzw. La Verna zu sehen. Es fehlt die Gestalt des Engels, zu dem der Heilige emporschaut und von dem er die Wundmale empfängt. Entweder war dieser Seraph Teil des Gesprenges und ging mit ihm verloren<ref>Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 8. – Anderer Ansicht ist Hartmut Krohm, der annimmt, der Altar sei für die Aufstellung unter dem Lettner geschaffen worden und habe wegen der geringen dort verfügbaren Höhe kein Gesprenge besessen und sei höchstens von einer kleineren Schnitzfigur bekrönt gewesen: Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10, hier S. 74.</ref> oder der seraphische Kruzifixus war in der Mitte des Reliefs angebracht<ref>Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10, hier S. 75. – Aus dem Untersuchungsbericht des Reliefs sind keine Anhaltspunkte für die frühere Befestigung einer solchen Figur im Reliefhintergrund zu ersehen. Vgl. dazu aber eine Vermutung im Untersuchungsbericht des Schreinkastens: Erwin Mayer: Technologischer Untersuchungsbericht zum Schrein. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 86–87 („Drei Nagellöcher an der Unterseite des oberen Abschlußbretts (...) dienten vielleicht der Anbringung des seraphischen Kruzifixus.“).</ref> oder es hing ein Kruzifix in der Nähe des Altars und der Heilige blickte zu diesem auf.<ref>Ernst Gall: Rothenburg ob der Tauber. Aufnahmen von Helga Schmidt-Glassner (= Burkhard Meier [Begründer] [Hrsg.]: Deutsche Lande, deutsche Kunst). Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1955, S. 19.</ref> Die Zuschreibung des Reliefs ist umstritten; die meisten Kunsthistoriker suchen den Künstler im Umfeld Tilman Riemenschneiders oder schreiben es als Frühwerk diesem selbst zu.<ref>Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 8 („... die Hand eines ganz großen Meisters, dessen Gestaltungskraft einem Riemenschneider nicht nachstand. Tatsächlich hat Riemenschneider, der den Altar in Rothenburg gesehen hat, einige seiner Werke in Anlehnung daran geschaffen ...“). – Tilmann Breuer u. a. (Bearbeiter): Bayern I: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 1. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1979, ISBN 3-422-00359-2, S. 724 („Michel-Erhart-Schule“). – Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10 („Tilman Riemenschneider (als Frühwerk zugeschrieben)“).Herbert Schindler: Die Romantische Straße. Eine Kunstreise vom Main zu den Alpen. 4. Auflage. Prestel, München 1985, ISBN 3-7913-0073-3, S. 148 („Riemenschneider hat diesen Altar um 1490 geschaffen. (...) Der Altar steht ulmischer Kunst, dem Kreis um Michel Erhart, nahe, doch läßt sich auch eine Beziehung zum (...) ‚Wiblinger Altar‘ (...) nicht übersehen.“). – Tilmann Breuer u. a. (Bearbeiter): Bayern I: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1999, ISBN 3-422-03051-4, S. 910 („wenigstens aus der Werkstatt des Tilman Riemenschneider“).</ref>

Die farbige Fassung des Reliefs und die Malerei der Altarflügel werden dem Frater Martinus Schwarz zugeschrieben,<ref>Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–80 Kat. 10, hier S. 79.</ref> der selbst dem Kloster angehörte. Die Flügel sind verkehrt herum montiert.<ref>So bereits Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. S. 8 („vertauscht und seitenverkehrt angeschlagen“). – Auch die meisten Fotos zeigen diese falsche Anordnung. Die richtige, ursprüngliche Anordnung ist im Ausstellungskatalog von 1981 zu sehen: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 84, 85 und Farbtafel 3.</ref> Die Innenseiten (eigentlich Außenseiten) zeigen in einem durchgehenden Bild, das eigentlich nicht durch das Relief getrennt werden sollte, die Enthauptung der ersten Märtyrer des Franziskanerordens durch den Sultan von Marokko. Sie sind schlechter, aber wenigstens in voller Höhe erhalten. Dagegen ist von den Außenseiten (eigentlich Innenseiten) jeweils nur die untere Hälfte der Darstellungen, aber in besserem Zustand erhalten: die Bestätigung der Ordensregel durch Papst Honorius III. und die Tier- oder Vogelpredigt des heiligen Franziskus.

Orgel

Datei:Pipe organ - Franziskanerkirche - Rothenburg ob der Tauber - Germany 2017.jpg
Prospekt der Strebel-Orgel

Die Orgel der Franziskanerkirche stammt aus der Werkstatt des Nürnberger Orgelbauers Johannes Strebel. Das 1889 als Opus 12 erbaute Instrument mit 14 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1992 durch die Firma Orgelbau Sandtner restauriert.<ref name="sandtner-75">Sandtner Orgelbau – Informationen. In: sandtner-orgelbau.de. Abgerufen am 10. August 2017.</ref> Sie gilt als „eine der bedeutendsten Denkmalorgeln Bayerns“.<ref>Tilmann Breuer u. a. (Bearbeiter): Bayern I: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1999, ISBN 3-422-03051-4, S. 911.</ref><ref>Disposition</ref>

I Hauptwerk C–f3
1. Prinzipal
2. Gamba
3. Tibia
4. Oktav
5. Flöte
6. Waldflöte
7. Mixtur III 223´
II Nebenwerk C–f3
08. Geigenprinzipal
09. Salizional
10. Lieblich Gedeckt
11. Fugara
Pedalwerk C–d1
12. Subbaß 16´
13. Violon 16´
14. Violoncello 0
  • Koppeln: II/I, I/P
  • Sonstige Spielhilfen: Kalkantenzug, Feste Kombinationen (mezzoforte, fortissimo) als Tritte

Radwegekirche

Die Franziskanerkirche des Klosters ist mit ihrer Lage am Taubertalradweg als Radwegekirche ausgewiesen.<ref>Tourismusverband Liebliches Taubertal (Hrsg.): Radwegekirchen. Broschüre. 12 Seiten. Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Tauberbischofsheim, S. 6.</ref>

Literatur

Allgemein
  • Tilmann Breuer u. a. (Bearbeiter): Bayern I: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 1. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1979, ISBN 3-422-00359-2, S. 725.
  • Tilmann Breuer u. a. (Bearbeiter): Bayern I: Franken. Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1999, ISBN 3-422-03051-4, S. 910–911 (Neufassung des Textes über die Stadt Rothenburg von Vincent Mayr).
  • Ernst Gall: Rothenburg ob der Tauber. Aufnahmen von Helga Schmidt-Glassner (= Burkhard Meier [Begründer] [Hrsg.]: Deutsche Lande, deutsche Kunst). Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1955, S. 18–19 mit Abb. 28–33.
  • Hanswernfried Muth: Evang.-Luth. Kirche St. Maria – Ehemalige Franziskanerkirche – Rothenburg ob der Tauber (?= Schnell, Kunstführer. 2323). Schnell & Steiner, Regensburg 1998
  • Karl Strobel: Kleiner Führer durch die Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. (Veröffentlichung ohne Orts- und Jahresangabe, Rothenburg, ca. 1957–1975; weder bei DNB noch bei BSB München verzeichnet).
Franziskusaltar
  • Hartmut Krohm: Flügelaltar mit Darstellung der Stigmatisation des hl. Franz von Assisi. Mit technologischen Untersuchungs- und Restaurierungsberichten von Andrea Kleberger, Regina Becker und Erwin Mayer. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 74–89 Kat. 10 mit Farbtafel 3.
  • Hartmut Krohm: Heutige Predella des Rothenburger Franziskus-Altares mit Darstellung der Ritterfamilie von Eyb in Anbetung des Christuskindes. Mit technologischem Untersuchungsbericht von Erwin Mayer. In: Tilman Riemenschneider – Frühe Werke. Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg (...). Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1981, ISBN 3-7917-0724-8, S. 89–91 Kat. 11 mit Farbtafel 3.

Weblinks

Commons: Franziskanerkirche (Rothenburg ob der Tauber) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Galerie

Einzelnachweise

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Vorlage:Navigationsleiste Kirchengebäude im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Rothenburg ob der Tauber Koordinaten: 49° 22′ 36″ N, 10° 10′ 35″ O

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