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Franz Sommer (SS-Mitglied)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Franz Sommer (* 30. November 1897 in Düsseldorf; † 3. März 1980 ebenda<ref>Sterberegister des Standesamtes Düsseldorf Nr. 1452/1980.</ref>) war ein deutscher Gestapobeamter, SS-Führer und Leiter des Einsatzkommandos 1 der Einsatzgruppe VI in Polen.

Leben

Nach dem Schulbesuch nahm Sommer ab 1914 als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende trat er 1919 in Düsseldorf als Polizeianwärter in den Polizeidienst ein. Sommer stieg 1926 zum Kriminalkommissar auf.<ref name="EinsatzgruppenPolen40">Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler und Jürgen Matthäus: Einsatzgruppen in Polen: Darstellung und Dokumentation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Stuttgart 2008, S. 40</ref> Ab 1931 leitete er die Politische Polizei in Oberhausen.

Nach der Machtübertragung an die NSDAP leitete er ab dem 15. April 1933 die Politische Polizei in Düsseldorf. Ab dem 1. April 1934 war er bei der Gestapo in Düsseldorf tätig, wo er Anfang Oktober 1934 zum Kriminalrat befördert wurde.<ref>Gedenkbuch für die NS-Opfer aus Wuppertal</ref> Von Oktober 1934 bis Juli 1939 war Sommer Leiter der Staatspolizeistelle Düsseldorf.

Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.266.842).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/41841083</ref><ref>French L. MacLean: The Field Men: the SS Officers Who Led the Einsatzkommandos – the Nazi Mobile Killing Units. Schiffer Publishing, 1999. ISBN 0-7643-0754-1, S. 114.</ref> Am 4. März 1936 wurde er Mitglied der SS (SS-Nummer 272.578). In der SS wurde Sommer im November 1940 zum SS-Obersturmbannführer befördert.<ref>Franz Sommer auf www.dws-xip.pl</ref>

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war Sommer Führer des Einsatzkommandos 1 der Einsatzgruppe VI, die polnische Intellektuelle und Juden ermordete.<ref>Israel Gutman (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust – Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden, Piper Verlag, München/Zürich 1998, 3 Bände, ISBN 3-492-22700-7, Bd. 1, S. 395; Bd. 2, S. 393</ref><ref>Einsatzkommandos in Polen</ref>

Ab November 1940 war Sommer langjähriger Leiter der Kriminalpolizeileitstelle in Köln.<ref>Jürgen Müller: Ausgrenzung der Homosexuellen aus der „Volksgemeinschaft“: die Verfolgung der Homosexuellen in Köln 1933–1945. Emons, Köln 2003, S. 114</ref> Wegen einer Lungenerkrankung wurde Sommer zu einem Kuraufenthalt nach Davos beurlaubt. Dort organisierte er sich Unterlagen auf einen Falschnamen und zog erst mehrere Jahre später wieder in die Bundesrepublik Deutschland.<ref> Klaus-Michael Mallmann, Jochen Böhler und Jürgen Matthäus: Einsatzgruppen in Polen: Darstellung und Dokumentation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Stuttgart 2008, S. 104</ref> Sommer lebte inkognito bis zu seinem Tod 1980 in Düsseldorf. Ermittlungen gegen Sommer wurden nicht aufgenommen, da er in Düsseldorf nicht gemeldet war.<ref>Gedenkbuch für die NS-Opfer aus Wuppertal – Verfolgung der Täter</ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references />