Franz Schlör
Franz Schlör (* 28. Januar 1853 in Barth; † |27. Juli 1934<ref>Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, 22. August 1934, S. 20 (Deutsches Zeitungsportal)</ref> in Stralsund) war ein deutscher Industrieller.
Leben
Schlör übernahm am 1. April 1880 die Maschinenfabrik und Eisengießerei von Franz Kobes in Barth, die er von Schiffsreparaturen auf den Bau von landwirtschaftlichen Maschinen umstellte. In den Anfangsjahren nach der Übernahme war die Situation für das Unternehmen schwierig. Die in Barth beheimatete ehemals bedeutende Segelschiffsflotte wurde durch die Entwicklung der Dampfschifffahrt immer kleiner, und die Dampfschiffe konnten den Hafen von Barth wegen des flachen Wassers nicht anlaufen. Nachdem das Unternehmen zunächst britische und amerikanische Landmaschinen importierte, gelang es Schlör einen neuartigen Kunstdüngerstreuer zu entwickeln, den er im Jahre 1884 erfolgreich zum Patent anmelden konnte. Die unter dem Namen "Schlörs Düngerstreuer" vertriebenen Maschinen konnten schnell den inländischen Markt erobern und waren auch im Ausland sehr erfolgreich. Bereits nach kurzer Zeit konnte ein für damalige Zeiten beträchtlicher Absatz von 2000 Maschinen erzielt werden.
Als sein Unternehmen 1890 mit der Pommerschen Eisengießerei und Maschinenfabrik AG in Stralsund fusionierte, trat Schlör auch dort in den Vorstand ein und übernahm die Gesamtleitung. Mit der erfolgreichen Entwicklung und Vermarktung des Kunstdüngerstreuers und weiterer Neuentwicklungen für die Landwirtschaft wuchs das Unternehmen kontinuierlich zu einem der angesehensten Hersteller in der Landmaschinenbranche zu dieser Zeit. Daneben war Schlör Mitgründer der Barther Aktien-Dampfmühle und der Barther Jutespinnerei und stand in beiden Firmen dem Aufsichtsrat vor. Ebenso war er seit 1893 Mitglied des Aufsichtsrats der Barther Zuckerfabrik und Vorstandsmitglied der Zuckerhansa in Stralsund seit deren Gründung. Auch an der Gründung der Stralsunder Tageblatt GmbH war er beteiligt und gehörte seitdem dem Gesamtvorstand an.
Schlör war Mitglied des Vorstandes der Eisen- und Stahlberufsgenossenschaft Berlin.
Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit war er auch in der Kommunalverwaltung seiner Vaterstadt Barth aktiv und dort viele Jahre Ratsherr und Vorsitzender des Bürgerlichen Kollegiums. Bereits als Jugendlicher hat Schlör seinen Mut, seine Entschlossenheit und Aufopferungsfähigkeit gezeigt, wie das "Barther Wochenblatt" in seiner Ausgabe vom Weihnachtsabend dem 24. Dezember 1864 berichtet. Auf dem Kanal der Schiffswerft Witt hatte er dort wenige Tage zuvor zwei Kinder vor dem Ertrinken gerettet, die dort das Eis durchbrochen und ins Wasser gefallen waren.
Schlör war verheiratet und hatte vier Kinder. Seine Tochter Anni war verheiratet mit dem vom Gut Varbelvitz stammenden Rechtsanwalt Rinck aus Stralsund.
Literatur
- Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 2: L–Z. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931, DNB 453960294, S. 1643.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schlör, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Industrieller |
| GEBURTSDATUM | 28. Januar 1853 |
| GEBURTSORT | Barth |
| STERBEDATUM | 27. Juli 1934 |
| STERBEORT | Stralsund |