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Frankfurter Volksbank

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Frankfurter Volksbank Rhein/Main eG
Frankfurter Volksbank Rhein-Main Logo 07.2025.svg Vorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Logoeinbindung
Staat DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Sitz Frankfurt am Main
Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Bankleitzahl 501 900 00<ref name="Daten022998">Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank</ref>
BIC FFVB DEFF XXX<ref name="Daten022998"></ref>
Verband Genoverband e. V.
Website www.frankfurter-volksbank.de
Geschäftsdaten 2024<ref name="GDaten">Geschäftszahlen 2024</ref>
Bilanzsumme 19,3 Mrd. EUR
Einlagen 15,8 Mrd. EUR
Kundenkredite 11,3 Mrd. EUR
Mitarbeiter 1.847
Mitglieder 296.729
Leitung
Vorstand Eva Wunsch-Weber (Vors.),
Ute Heilig,
Wolfgang Heßler,
Ulrich Hilbert,
Steven Müller,
Ralf Pakosch,
Angelika Stallhofer,
Sascha Winkel
Aufsichtsrat Hans-Georg Florig (Vors.)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland
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Logo 2017
Datei:Frankfurter Volksbank.jpg
Hauptfiliale: Börsenstraße 7–11 in Frankfurt am Main

Die Frankfurter Volksbank Rhein/Main eG ist eine Genossenschaftsbank und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Nach mehreren Zusammenschlüssen zählt die Frankfurter Volksbank Rhein/Main mittlerweile zu den größten deutschen Volksbanken (gemessen an der Bilanzsumme). Zum Geschäftsgebiet der Bank gehören die Stadt Frankfurt sowie weite Teile des Rhein-Main-Gebietes.

Geschichte

Die Geschichte der Frankfurter Volksbank geht zurück ins Jahr 1862. Am 19. Mai 1862 wurde die Frankfurter Gewerbekasse von 81 namhaften Frankfurter Bürgern gegründet. Bereits Ende November 1862 erfolgte die Bildung eines Ausschusses zur Bildung einer Spar- und Vorschussbank. Erster Vorstandschef wurde der Frankfurter Bankier Adolph Reinach (Vorstandsvorsitzender von 1862 bis 1870). Am 1. Oktober 1862 erfolgte die Aufnahme des Geschäftsbetriebs im Haus des Kassierers, des Spielkartenfabrikanten Caspar Ludwig Wüst, in der Gallusstr. 15. Am 11. November 1862 verlieh der Senat der Freien Stadt Frankfurt der Bank das Recht als juristische Person.

Die Bank nahm einen schnellen Aufschwung. Hierzu trug das Ende der Zunftbeschränkungen in Frankfurt im Januar 1864 bei, dass die Entwicklung des Handwerks beflügelte. So wuchs in den ersten 5 Jahren von 1862 bis 1867 die Zahl der Mitglieder von 81 auf 694, die Bilanzsumme von 42.000 auf fast 1 Mio. Gulden und es waren 112.000 Gulden Spareinlage eingeworben worden. Daneben war das Unternehmen ertragreich und zahlte eine Dividende, die von 6 % (1863) auf 7 % (1867) anstieg. Auch in den Folgejahren wuchs das Unternehmen, bis es in der Gründerkrise erstmals einen Rückschlag hinnehmen musste. So stiegen die Mitgliederzahlen von 1525 im Jahr 1872 auf 2153 im Jahr 1875, um 1881 auf 1863 zu fallen.

1868 zog die Bank vom Hotel du Nord in neue Räume am Neuen Kornmarkt 18 um. 1873 erfolgte erneut ein Umzug in die Große Eschenheimer Gasse in das Gebäude von Leopold Sonnemanns (einem Mitgründer der Bank) Frankfurter Zeitung.

Im Jahr 1878 wurde das Haus Ecke Börsenstraße/Freßgass’ als Hauptsitz erworben.

Ein weiterer Faktor, der die Attraktivität für Mitglieder erhöhte, war die Änderung des preußischen Genossenschaftsgesetzes von 1868. Während bisher alle Mitglieder solidarisch mit eigenem Vermögen hafteten, wurde die Solidarhaft am 20. Februar 1890 aufgehoben. Im Jahr 1914 zählte man 3190 Mitglieder und verfügte über 3 Millionen Mark Geschäftsanteile. Die jährlichen Dividenden schwankten jeweils zwischen 5 und 8 Prozent.

Die Inflation Anfang der 1920er Jahre traf auch die Gewerbekasse hart. Zwar gelang es, die Zahl der Mitglieder 1925 auf 4203 zu erhöhen, der Wert der Geschäftsanteile fiel jedoch auf 187.510 Rentenmark. Dass die Bank diese schwere Zeit überhaupt überstand, war auch Ergebnis der Arbeit des Vorstandsvorsitzenden, Wilhelm Keller, der die Bank von 1913 bis 1936 leitete. Mit Unterbrechung in der Weltwirtschaftskrise waren auch die 1920er und 1930er Jahre Zeiten starken Wachstums. 1930 betrug die Bilanzsumme 10,1 Mio. Mark, 1942 waren es 16,24 Mio. Mark.

1942 wurden vier genossenschaftliche Frankfurter Kreditinstitute zur Frankfurter Volksbank zwangsfusioniert. Dies waren neben der Frankfurter Gewerbekasse die Frankfurter Genossenschaftsbank (gegründet 1897), die namensgebende Frankfurter Volksbank (gegründet 1908) und die Bank für Handel und Gewerbe (gegründet 1925).

  • Die Frankfurter Genossenschaftsbank war 1897 als Handwerker Spar- und Vorschußkasse eGmbH durch 16 Gründer eingerichtet worden. Seit 13. Dezember 1909 firmierte sie als Frankfurter Genossenschaftsbank. 1920/21 hatte sie begonnen, auch Filialen in Bad Homburg und Oberursel zu eröffnen. Die Hauptfiliale befand sich seit 1922 in der Biebergasse 10.
  • Die Volksbank Frankfurt am Main war 1908 als Spar- und Darlehenskasse der Hausbesitzer zu Frankfurt am Main eGmbH gegründet worden. 1940 erfolgte die Umfirmierung als Volksbank.
  • Die Bank für Handel und Gewerbe entstand 1925 als Volks-Spar- und Creditcasse eGmbH und trug seit 1928 den Namen Bank für Handel und Gewerbe.

Zusammen hatte das fusionierte Institut nun 4819 Mitglieder und eine Bilanzsumme von 47 Mio. Mark.

Infolge der Währungsreform gingen erneut große Teile des Kapitals verloren. Die DM-Eröffnungsbilanz vom 21. Juni 1948 wies aus, dass aus einer Bilanzsumme von 76 Mio. RM 5 Mio. DM wurden. Davon waren 3,6 Mio. Ausgleichsforderungen gegen die Öffentliche Hand auf der Aktivseite. Die Bank hatte 4400 Mitglieder. Mit dem Wirtschaftswunder wuchs die Bank in den Folgejahren erneut stark. 1961 hatte sie 8082 Mitglieder und 6,2 Mio. DM Eigenkapital.

Im Jahr 1970 wurden weitere traditionsreiche Volksbanken im Frankfurter Raum zur Frankfurter Volksbank verschmolzen. Dies waren die Volksbanken aus Kronberg (gegründet 1862, 2200 Mitglieder, 45 Mio. DM Bilanzsumme), Rödelheim (gegründet 1863) sowie Bockenheim (34 Mio. DM Bilanzsumme, gegründet 1863)<ref>Heinrich Ludwig: Geschichte des Dorfes und der Stadt Bockenheim, 1940, Seite 317</ref>. Letztere hatte selbst bereits 1955 mit der Volksbank Eschborn (gegründet 1926) und Volksbank Niederrad (gegründet 1872) fusioniert.

In den Folgejahren erfolgte eine Reihe von weiteren Fusionen mit anderen Volksbanken:

Im Jahr 2022 beschloss die Vertreterversammlung der Frankfurter Volksbank eine Umfirmierung. Seitdem führt die Bank den offiziellen Namen Frankfurter Volksbank Rhein/Main eG.<ref>Frankfurter Volksbank heißt jetzt Frankfurter Volksbank RHEIN/MAIN. In: taunus-nachrichten.de. Verlagshaus Taunus Medien GmbH, Königstein im Taunus, 22. Juni 2022, abgerufen am 23. Oktober 2024.</ref>

Im Jahr 2024 fusionierte die Frankfurter Volksbank mit der Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg rückwirkend zum 1. Januar 2024.<ref>Ingo Nathusius: Frankfurt und Aschaffenburg. So entsteht die größte Volksbank Deutschlands. In: tagesschau.de. NDR, Hamburg, 27. Juni 2024, abgerufen am 23. Oktober 2024.</ref><ref>Bilanz von 18,9 Milliarden Euro. Frankfurt und Aschaffenburg schmieden Deutschlands größte Volksbank. In: www.spiegel.de. Der Spiegel GmbH & Co. KG, Hamburg, 27. Juni 2024, abgerufen am 23. Oktober 2024.</ref><ref>Größte Volksbank Deutschlands. Fusion der Volksbanken Frankfurt und Aschaffenburg vollendet. In: hessenschau.de. Hessischer Rundfunk, Frankfurt am Main, 27. Juni 2024, abgerufen am 23. Oktober 2024.</ref><ref>Fusion unter Genossen: Frankfurt und Aschaffenburg schmieden Deutschlands größte Volksbank. In: FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main, 27. Juni 2024, abgerufen am 23. Oktober 2024.</ref><ref>Frankfurter Volksbank 2023 mit Zuwächsen. stern, 8. Februar 2024, abgerufen am 10. Februar 2024.</ref><ref>Bekanntmachung des Amtsgerichts Frankfurt am Main am 28. August 2024 zu GnR 630</ref>

Geschäftsgebiet

Das Geschäftsgebiet umfasst weite Teile der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Es reicht von Weilrod im Taunus über Bad Homburg, Frankfurt/Main und Rüsselsheim bis nach Aschaffenburg am Bayerischen Untermain<ref>Berichte. Abgerufen am 5. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.

Filiale der Zukunft

Seit 2021 hat die Bank im Rahmen ihres Innovationsprogramms „Bank der Zukunft“ zahlreiche Standorte zur „Filiale der Zukunft“ aufgewertet. Weitere Geschäftsstellen sollen folgen. Das Filialkonzept zeichnet sich durch den Ansatz „Beratung auf Augenhöhe“ und eine moderne, nachhaltige Ausstattung aus<ref>Pressemitteilungen der Frankfurter Volksbank Rhein/Main. Abgerufen am 5. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.

FinanzPunkte

2019 startete die Frankfurter Volksbank Rhein/Main gemeinsam mit der Taunus Sparkasse die Initiative FinanzPunkte<ref>finanzpunkt.de / FinanzPunkt. Abgerufen am 5. August 2025.</ref>. Hierbei betreiben beide Banken gemeinsam Standorte (teils ohne Beratung). Damit wird in den Landkreisen Main-Taunus und Hochtaunus auch in kleineren Orten die persönliche Beratung der Kunden ermöglicht – zugleich ein Beitrag für eine attraktive Infrastruktur.

Mitgliedschaft

Mit nahezu 300.000 Mitgliedern (per 31. Dezember 2024) ist die Frankfurter Volksbank Rhein/Main die mitgliederstärkste deutsche Volksbank. Wie in den Vorjahren erhielten die Mitglieder für das Jahr 2024 eine Dividende von 6 Prozent.<ref>Pressemitteilungen der Frankfurter Volksbank Rhein/Main. Abgerufen am 5. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gesellschaftliches Engagement

Die Frankfurter Volksbank Rhein/Main unterstützt zahlreiche Projekte, Initiativen und gemeinnützige Einrichtungen in den Bereichen Soziales, Kunst und Kultur sowie Sport – darunter beispielsweise das Frankfurter Städel Museum und die Leberecht-Stiftung<ref>Engagement. Abgerufen am 5. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Für ihr gesellschaftliches Engagement unterhält die Bank zudem mehrere Stiftungen, unter anderem die Höchster Jubiläumsstiftung<ref>Jubiläumsstiftung der Volksbank Höchst a.M. - 2025. Abgerufen am 5. August 2025.</ref>.

Weblinks

Commons: Frankfurter Volksbank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Franz Lerner: Von der Frankfurter Gewerbekasse zur Frankfurter Volksbank. Festschrift 100 Jahre Frankfurter Volksbank, 1962.

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 50° 6′ 53,9″ N, 8° 40′ 35,4″ O

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