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François Zola

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Porträt von François Zola

François Antoine Marie Zola, italienisch Francesco Antonio Giuseppe Maria Zolla<ref>In italienischer Schreibweise mit zwei l: H. Mitterand, Biographie d’Émile Zola, vol. 1, Sous le regard d’Olympia, S. 18–30</ref> (* 7. August 1796 oder 8. August 1795<ref>Denise le Blond-Zola: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Emile Zola raconte par sa fille (Memento vom 9. Oktober 2009 im Internet Archive)</ref> in Venedig; † 27. März 1847 in Marseille), war ein französischer Ingenieur und Soldat italienischer Abstammung und Vater von Émile Zola.

Biographie

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Émile Zola als Kind mit seinen Eltern im Jahr 1845

Zola schlug zunächst eine militärische Laufbahn in der Armee des Königreichs Italien unter dem Kommando des Vizekönigs Eugène de Beauharnais ein.<ref name=Vizetelly>Ernest Alfred Vizetelly: Émile Zola, novelist and reformer: an account of his life & work, Hrsg. Bodley Head, J. Lane, London 1904, 560 Seiten (englisch), aufgerufen am 2. September 2010</ref><ref name="Vérité">Mon père Émile Zola: La vérité en marche, Éditions Fasquelle, Eugène Fasquelle, Paris 1901, 314 Seiten, aufgerufen am 2. September 2010</ref> Im Oktober 1810 trat er im Alter von 15 Jahren in die königliche Militärschule von Padua ein, verließ sie im April 1812 als Leutnant im 4. Regiment der leichten Infanterie und wurde im Juli 1812, mit nur 17 Jahren, Oberleutnant im königlich italienischen Artillerieregiment.

Nach dem Sturz Napoleons diente Zola von 1815 bis 1821 in einem Regiment der österreichischen Armee des Königreichs Lombardo-Venetien. Die Armee ermöglichte ihm, von 1817 bis 1818 an der Universität Padua zu studieren, wo er ein Diplom in Ingenieurwesen und einen Doktortitel in Mathematik erhielt. Er schrieb eine „Abhandlung über das Nivellement“ (Trattato di livellazione topografica),<ref>Trattato di livellazione topografica, Francesco Zola, Hrsg. Valentino Crescini, Padua, 1818, 134 Seiten, italienisch, aufgerufen am 2. September 2010</ref> die ihm die Mitgliedschaft in der Académie von Padua und eine Medaille des Königs von Holland einbrachte.

Politisch liberal, Carbonaro und Freimaurer, verließ er 1821 die Armee und trat eine Stelle als Landvermesser des Katasters in Oberösterreich an. Von dort wechselte er um das Jahr 1825 zur k.k. privilegierten Ersten Eisenbahn-Gesellschaft, die mit der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz die erste Ferneisenbahnlinie auf dem europäischen Kontinent errichtete. 1829 schied er dort aus und erwarb das Privileg zum Bau der Erweiterungsstrecke von Linz nach Gmunden, die er in den beiden folgenden Jahren trassierte. Anlässlich der Gründung seines eigenen Unternehmens änderte er die Schreibweise seines Namens von Zolla zu Zola.

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Die Zola-Talsperre in Aix-en-Provence

Da Zola keine Geldgeber fand, konnte er den Bau der geplanten Bahnlinie nicht aufnehmen, was zum Erlöschen seines Privilegs führte. 1830 verließ er Österreich und ging kurz nach Holland, danach nach Großbritannien. Anschließend ging er nach Frankreich, wo er seinen Vornamen von Francesco zu François änderte, und trat im Rang eines Leutnants in die kurz zuvor gegründete Fremdenlegion ein. Im Oktober 1832 ging er nach Algerien, demissionierte nach einer Betrugsaffäre<ref>Zola war von einem unredlichen Paar getäuscht worden. Diese Affäre wurde von Ernest Judet in der Tageszeitung L’Éclair ausgegraben, um Émile Zola während der Dreyfus-Affäre zu diskreditieren.</ref> und schiffte sich am 24. Januar 1833 nach Marseille ein,<ref name="Pagès">Alain Pagès, Owen Morgan: Guide Émile Zola, Éditions Ellipses, Hrsg.: Ellipses, Paris 2002 ISBN 9782729808853</ref> wo er sich als Ingenieur für öffentliche Arbeiten etablierte.

1843 zog die Familie nach Aix-en-Provence. Er plante zahlreiche Großprojekte, von denen aber nur die Zola-Talsperre mit der ersten Bogenstaumauer Europas und der „Zola-Kanal“, der heute noch die Stadt Aix-en-Provence mit Wasser versorgt, verwirklicht wurden.<ref>C. Becker et al.: Dictionnaire d’Émile Zola, S. 469</ref>

Sein früher Tod mit 50 Jahren ließ seine junge Ehefrau Émilie Aubert mittellos zurück. Fehlspekulationen und Veruntreuungen seiner Geschäftspartner hatten dazu geführt, dass bei Zolas Tod seine Schulden sein Vermögen um das Zwanzigfache überstiegen.<ref>H. Mitterand, Biographie von Émile Zola, S. 35</ref>

Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Saint-Pierre in Aix-en-Provence.

Ehrungen

Am 6. November 1868 wurde in der Stadt Aix-en-Provence eine Straße offiziell in „Boulevard François-Zola“ umbenannt.<ref>Zola. Panorama d’un auteur, Marie-Aude de Langenhagen, Gilbert Guislain, Hrsg. Studyrama, 2005, S. 18</ref> Später wurde der Name in „Boulevard François-et-Émile-Zola“ geändert; diesen Namen trägt sie bis heute.

Quellen

<references />

Weblinks

Commons: Francesco Zola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bibliographie

  • Henri Mitterand: Biographie d’Émile Zola, 3 vol., Sous le regard de l’Olympia 1840–1870 – L’Homme de Germinal 1871–1893 – L’Honneur 1893–1902, Paris, Hrsg. Fayard, 1999-2001-2002
  • Dico: Dictionnaire d’Émile Zola, Colette Becker, Gina Gourdin-Servenière, Véronique Lavielle, Paris, Hrsg. Robert Laffont, 1993, Bouquins ISBN 2-221-07612-5

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